[Rezension] "Bis(s) zum Abendrot" von Stephenie Meyer (The Twilight Saga #3)


Autorin: Stephenie Meyer
Originaltitel: Eclipse
Reihe: The Twilight Saga, Band 3
Verlag: Carlsen
Format: Gebunden
Seiten: 620
ISBN: 97835515816662
Erschienen: 02/2008
Preis: 22,90 € [D]
Leseprobe | Hörbuch

Klappentext
"Bella?"
Das war Edwards Stimme hinter mir. Als ich mich umdrehte, sprang er leichtfüßig die Verandatreppe hinauf, die Haare vom Rennen zerzaust. Sofort nahm er mich in die Arme und küsste mich, genau wie vorhin auf dem Parkplatz.
Der Kuss erschreckte mich. Edward wirkte so nervös, so angespannt, als er seine Lippen auf meine presste - als hätte er Angst, dass uns nicht mehr genug Zeit bliebe.

Folgeband! Achtung Spoilergefahr!!!
Nachdem Stephenie Meyer mit dem zweiten Twilight Band "Bis(s) zur Mittagsstunde" eine gute und glaubhafte Fortsetzung geschrieben hat, war es für mich fast schon selbstverständlich, dass auch Band drei "Bis(s) zum Abendrot" abliefern würde. Zu Beginn sah es auch danach aus, bis es dann enttäuschender und radikaler wurde... 

Zunächst bleibt sich die Autorin auch treu und bringt Bella und Edwards Beziehung auf ein neues Level, das diesmal ihre Umwelt, wie die Familie, Freunde und Schule, viel besser mit einbezieht. Bella hat sich schließlich entschieden: Sie will ein Vampir werden und wird dafür Forks verlassen müssen, natürlich ist es für sie wichtig noch einmal ihre Bindungen zur Außenwelt zu vertiefen, bevor sie sich verabschieden muss. 
Am schwierigsten ist da die Sache mit ihrem besten Freund - und Werwolf - Jacob Black, der nicht mit seinen Gefühlen hinter dem Berg hält und Edward, wären sie nicht sowieso schon Feinde, immer wieder herausfordert. Bella selbst will beide in ihrem Leben haben, wird dabei aber von Edward ziemlich kurz gehalten, da er es für sie für zu gefährlich hält. Bella hält immer wieder dagegen. Die Bedrohungen kommen aber auch von außerhalb, denn in Seattle scheint ein Serienmörder unterwegs zu sein, Victoria ist immer noch aktiv und die Volturi stellen eine Bedrohung dar, die urplötzlich auftreten könnte. 

Wenn ich dieses Buch mit wenigen Worten beschreiben müsste, wäre emotionale Erpressung, Märtyrer-Verhalten und Übergriffigkeit wohl die stärksten Beispiele, die mir einfallen würden. Bellas Hang zur Dramatik, dass nur sie verletzt werden darf, obwohl alle anderen Kampferfahren genug sind, hat in "Bis(s) zum Abendrot" ein neues, ziemlich nerviges Ausmaß angenommen. Auch die Art und Weise, wie hier mit den Emotionen der Charaktere gespielt wird, damit der Wille einer Person durchgesetzt werden kann, ist nicht auszuhalten. Und das betrifft leider nicht nur eine Person, sondern scheint Methode zu sein. Diese Übergriffigkeit, dass Person A zu wissen glaubt, was für Person B am besten ist, ist nicht das schlimmste, was die zwischenmenschliche Natur zu Stande gebracht hat, doch wenn die eine Person darauf besteht zu wissen, dass die andere Person sich gefühlsmäßig was vormacht und sie zu manipulieren, bis sie es einsieht, ist für mich ein absolutes No Go. Und auch diese Einstellung teilen hier leider mehrere Personen. Es ist ein Manipulations-Fest, doch natürlich alles nur zum Wohl - natürlich. Die Leichtigkeit, mit der die Charaktere bereit sind dieses Verhalten zu verzeihen, kann ich absolut nicht teilen

Es ist sehr schwer diese Meinung zu haben und dann sagen zu müssen, dass "Bis(s) zum Abendrot" trotzdem nicht schlecht war. Die Rivalität zwischen den Vampiren und den Werwölfen ist fast schon niedlich und auch Charlie mit seiner voreingenommen Haltung gegenüber Edward, während er Bella am liebsten in Jacobs Arme schubsen möchte, hat etwas witziges an sich. Am besten jedoch ist der Einblick in Jaspers und Rosalies Vergangenheit und wie deren Erfahrung sich auf Bellas Leben und ihre Entscheidung ein Vampir zu werden, auswirkt. Für mich waren das die einzigen zwei Highlights. 

Der Fokus in diesem Buch liegt deutlich auf dem Liebesdreieck und gerade weil ich so begeistert von der Freundschaft zwischen Bella und Jacob war, fühlt sich diese Entwicklung einfach nicht richtig an. Und da die Autorin so viel wert darauf legt sich auf Gefühle zu versteifen, bleibt der bedrohliche, der spannende Teil ziemlich auf der Strecke und ist in meinen Augen viel zu schnell abgehandelt. 

"Bis(s) zum Abendrot" hat mich viel fluchen, und meine Lieblingscharaktere aus einem anderen Licht sehen lassen, was die ganze Geschichte für mich drastisch verändert hat und ich weiß nicht, ob die Fortsetzung diesen Bruch heilen kann - auch wenn ich es natürlich hoffe. 


"Bis(s) zum Ende der Nacht"

Die Autorin:
Stephenie Meyer, geboren 1973, lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Arizona, USA. Ihr Debütroman Biss zum Morgengrauen wurde aus dem Stand in zahlreichen Ländern zum Bestseller. Ihre Bücher erscheinen Weltweit in Millionenauflage. 

Quellen:
Foto © Lesedelfin
Inhalt & Zitate: © Carlsen & Stephenie Meyer
Übersetzung: Sylke Hachmeister

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