[Rezension] "Harry Potter und der Feuerkelch" von J.K. Rowling (Harry Potter #4)



Autorin: Joanne K. Rowling
Originaltitel: Harry Potter and the Goblet of Fire
Reihe: Harry Potter, Band 4
Genre: Fantasy
Verlag: Carlsen
Format: Hardcover
Seiten: 767
ISBN: 3-551-55193-6
Erschienen: 10/2000
Preis: 26,99 € [D]
Leseprobe | Hörbuch verfügbar


Klappentext
Harrys viertes Schuljahr in Hogwarts beginnt und ein Wettkampf hält die Schüler in Atem: das Trimagische Turnier, in dem Harry eine Rolle übernimmt, die er sich im Traum nicht vorgestellt hätte. Natürlich steckt dahinter das Böse, das zurück an die Macht drängt: Lord Voldemort. Es wird eng für Harry. Doch auf seine Freunde und ihre Unterstützung kann er sich auch in verzweifelten Situationen verlassen.
FOLGEBAND! ACHTUNG: SPOILERGEFAHR!!!

 

Bisher fingen die Harry Potter Bücher immer in den Sommerferien, an Harrys Geburtstag, an, doch "Harry Potter und der Feuerkelch" beweist direkt zu Beginn, dass es diesmal kein normales, abenteuerliches Jahr für Harry wird. Seine Konfrontationen mit Lord Voldemort, dem Mörder seiner Eltern und dem berüchtigsten, bösartigsten Zauberer, den es je gab, haben immer eine zentrale Rolle gespielt. Im ersten Jahr in einer direkten, grotesken Gestalt, bei der Voldemort den Körper Professor Quirrels benutzte, im zweiten Jahr in Form einer Erinnerung aus einem alten Tagebuch, das so mächtig war, dass Voldemorts jüngeres Ich - damals noch Tom Riddle - aus den Seiten entstehen, und Harry angreifen konnte. Und obwohl im dritten Jahr kein direkter Kampf stattfand, führten die Ereignisse unweigerlich zu Erzählungen über den Mord an Lily und James Potter und das Peter Pettigrew, alias Wurmschwanz, sie verraten hatte, der vor seiner Auslieferung nach Askaban fliehen konnte. Jetzt erfährt man auch, wo er hingegangen ist: Direkt zurück zu Voldemort... 

Dass sich die Zaubererwelt verdüstert, wird auch bei dem größten sportlichen Ereignis - dem Finale der Qudditsch Weltmeisterschaft - deutlich, an dem hunderttausende Zauberer teilnehmen: Das leuchtendgrüne Dunkle Mal am Himmel und maskierte Zauberer, die Muggel quälen. Harry erfährt, dass es sich bei den Maskierten um Todesser handelt, Voldemorts Anhängern, und das Dunkle Mal sein Zeichen war, dass nach jedem Mord über den Häusern der Opfern schwebte. Auch Harrys Narbe, die schmerzt und seltsame Träume, sind klare Vorboten, dass was gewaltiges bevorsteht... 

Doch es wäre nicht die Harry Potter Reihe, wenn zwischen all dem drohenden Bösen nicht auch genügend Hoffnung, Freude, Freundschaft und Rivalität wäre. Die Weasleys, die die Weltmeisterschaft genießen, Harry, der früher aus dem Ligusterweg abreisen darf, um seinen Lieblingssport völlig neu zu erleben und so viele Zauberer und Hexen aus der ganzen Welt sieht. Hogwarts, dass von zwei weiteren Zauberschulen besucht wird, da das Trimagische Turnier nach hundert Jahren wieder stattfindet, bei dem je ein Schüler jeder Schule sich gefährlichen Aufgaben stellt. Ein neuer Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste, der wieder nicht Snape heißt und diesmal in Gestalt des legendären Ex-Auroren des Ministeriums, Mad-Eye Moody, daherkommt, der bei seiner Jagd nach schwarzen Magiern dem ein oder anderen Verfolgungswahn verfallen ist. Eine Kolumnistin des Tagespropheten, die bereit ist jedes Geheimnis auf dreiste Weise zu verdrehen und zu veröffentlichen. 

In Hogwarts ist die Hölle los, für Harry im wahrsten Sinne des Wortes!

Rowling bringt durch die Schüler aus Beauxbaton und Durmstrang frische Farbe nach Hogwarts, nicht nur durch andere Kleidung, Sitten und Gebräuche, sondern besonders durch die Aussprache, die auch dem Leser deutlich macht, dass man es mit Franzosen und Bulgaren zu tun hat. Es wurde fantastisch ins Deutsche übersetzt und bringt einfach diesen magischen Funken mit, der beim lesen sofort auf mich übergesprungen ist. Madame Maxine, die Schulleiterin der Beauxbatons, ist nicht nur durch ihre Aussprache auffällig ("Dumbly-dorr", statt Dumbledore), sondern auch sonst nicht zu übersehen, was besonders Hagrid gefällt. Der Schulleiter aus Durmstrang dagegen, Igor Karkaroff, ist eher ein düsterer, schnell aufbrausender Geselle, dem man direkt ansieht, dass er etwas zu verbergen hat.

Weitere neue Charaktere schaffen es ins Buch, allen voran Mad-Eye Moody, der mit magischem Auge und Holzbein direkt einen bleibenden, grummelnden Eindruck hinterlassen hat und auch in seiner ersten Unterrichtsstunde davon spricht, dass die Schüler dringend lernen müssen, welche dunklen Künste sie hinterrücks angreifen könnten, um vorbereitet zu sein. Moody nimmt einen sehr großen Platz in dem Buch ein, der mehr als unterhaltsam ist und für viele Lacher bei mir sorgen konnte. Und seine offene Art Snape zu konfrontieren, Karakaroff in die Schranken zu weisen und Draco Malfoy einen Schreck fürs Leben einzujagen, machen ihn nicht nur sympathisch, sondern auch vertrauenswürdig... 

Die magische Welt von Harry Potter bekommt auch im vierten Band viele neue Geschöpfe, die teils grauenvoll (Knallrümpfige Kröter), teils wundervoll (Einhornfohlen) sind und Harry lernt einige neue Zaubersprüche. Doch in diesem Jahr steht für Harry mehr auf dem Spiel als nur die Abschlussprüfung und wieder einmal beweist Rowling, wie gut sie es schafft, den normalen Alltag mit dem Abenteuer zu verbinden, nahtlos ineinander übergehen zu lassen und die Zeit so schnell verfliegt, dass man am liebsten mit einem Omniglas nochmal zurückspulen möchte. 

"Harry Potter und der Feuerkelch" hat so viel mehr zu bieten, als seine drei Vorgänger zusammen, und die Welt wächst weiter. Noch mehr Geheimnisse, die enthüllt werden, noch mehr Feinde, die sich offenbaren und noch mehr Herausforderungen, die die Freundschaft zwischen Harry, Ron und Hermine stärken. Noch mehr zu lachen, dank der Weasley Geschwister, allen voran Fred und George, die sich keine Chance entgehen lassen Percys neuen Job im Zaubereiministerium zu kommentieren. Noch mehr Leid, dass sich enthüllt und Harrys Moral und Kampfgeist auf die Probe stellt. 

Rowling hat es wieder geschafft und mich erneut verblüfft und in eine Welt entführt, die süchtig macht.

Harry Potter ist berühmt, weil er durch den Mordversuch Voldemorts eine blitzförmige Narbe auf der Stirn davontrug und als einziger den tödlichen Avada Kedavra Fluch überlebte, während Voldemort all seiner Kräfte beraubt wurde. Aber eigentlich ist er auch nur ein normaler Junge, der auf die Zauberschule geht, loyale Freunde und nervige Rivalen hat. Eine erste Schwärmerei für ein Mädchen und ein Ball, auf dem er tanzen muss, sind völlig normale Teeangerprobleme, die für nachvollziehbare Nervosität sorgen. Auch Hermines Empörung über die Behandlung der Elfen und Rons Eifersucht, mildern den düsteren Teil des Buches ab, genau wie Fred und Georges entflammter Unternehmergeist, der Mrs. Weasley in den Wahnsinn treibt.
"Harry Potter und der Feuerkelch" bietet wieder die perfekte Mischung an Humor und Abenteuer, doch diesmal ist die Gefahr viel größer und verbirgt sich gut.
Das Trimagische Turnier ist der Höhepunkt in Hogwarts, bei denen die antretenden Schüler der drei Schulen Hogwarts, Beauxbatons und Durmstrang drei magische Aufgaben lösen müssen, die ihnen ihr ganzes Können und Mut abverlangen und das nur deshalb so lange nicht stattgefunden hat, weil es zu viele Todesfälle gab. Natürlich ist es vorporgrammiert, dass Harry Potter eine große Rolle dabei einnimmt und für viel Aufmerksamkeit sorgt. 

Wenn dieser vierte Band eines beweist, dann ist es das, dass die Welt der Magie noch immer nicht am Limit ist und es noch so viel zu entdecken gibt, was wir als Muggel uns kaum vorstellen können. Und Harry Potter ist längst noch nicht in Sicherheit, nach diesem Band noch weniger als vorher. Es ist aufregend und faszinierend in diese Geschichte abzutauchen, es gibt so viel, was man von Harry und seinen Freunden lernen kann und noch mehr, worüber man sich amüsieren kann. 

Eigentlich gehören die Harry Potter Bücher in jedes Bücherregal. Eine Geschichte übers Erwachsen werden für jedes Alter ;)

Lieblingszitat: 

"Ja, Sie dürfen uns auf ein Wort unterbrechen", sagte Harry wütend. "Tschüss!"

 
"Harry Potter und der Feuerkelch"
"Harry Potter und der Orden des Phönix"
"Harry Potter und der Halbblutprinz"
"Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"

Die Autorin:
Als Joanne K. Rowling 1997 den ersten Harry-Potter-Band veröffentlichte, kannte niemand ihren Namen. Heute ist sie die weltweit wohl erfolgreichste Schriftstellerin. Ihre Bücher wurden über 450 Millionen Mal verkauft und in 78 Sprachen übersetzt. Joanne K. Rowling lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Schottland.
 
Quellen:
Foto & Rezension © Lesedelfin
Inhalt & Zitate
© J.K. Rowling
Klappentext © Carlsen

Übersetzung: Klaus Fritz




 

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