Autorin: Joanne K. Rowling
Originaltitel: Harry Potter and the Halfblood Prince
Reihe: Harry Potter, Band 6
Genre: Fantasy
Verlag: Carlsen
Format: Hardcover
Seiten: 656
ISBN: 3-551-56666-6
Erschienen: 10/2005
Preis: 22,50 € [D]
Leseprobe | Hörbuch verfügbar
Klappentext
Seit Voldemort, der gefährlichste schwarze Magier aller Zeiten, zurückgekehrt ist, herrschen Aufruhr und Gewalt in der magischen Welt. Als Harry und seine Freunde Ron und Hermine zu ihrem sechsten Schuljahr nach Hogwarts kommen, gelten strengste Sicherheitsmaßnahmen in der Zauberschule. Um Harry gegen das Böse zu wappnen, erforscht Dumbledore mit ihm die Geschichte des Dunklen Lords. Ob auch Harrys Zaubertrankbuch, das früher einem »Halbblutprinzen« gehörte, ihm helfen kann? Nur ein Detail fehlt, das Harry finden muss, dann liegt das Geheimnis um Voldemort offen. Dumbledore führt ihn, doch im alles entscheidenden Moment ist der Halbblutprinz zur Stelle und zeigt sein wahres Gesicht.
FOLGEBAND! ACHTUNG: SPOILERGEFAHR!!!
"Harry Potter und der Halbblutprinz" ist das vorletzte Buch der Harry Potter Reihe von J.K. Rowling, dessen Kompass eindeutig auf Veränderungen zeigt. Alles ändert sich, nicht nur für Harry, Ron und Hermine, sondern die komplette Zaubererwelt, seitdem allen Menschen klar ist, dass Voldemort wirklich zurück ist. Ein neuer Zaubereiminister wurde gewählt, die Winkelgasse ist nur für den nötigsten Bedarf geöffnet (mit Ausnahme von Weasleys Zauberhafte Zauberscherze, dem Laden von Fred und George), alle bunten Schaufenster sind mit Warnhinweisen und Fahndungsfotos von flüchtigen Todessern aus Askaban tapeziert und Läden wie der Eissalon oder der Zauberstabladen sind verbarrikadiert, nachdem beide Inhaber - Fortescue und Olivander - als vermisst gelten. Im Tagespropheten gibt es tägliche Berichte über mysteriöse Todesfälle oder Vermisste.
Für Harry und seine Freunde muss es trotzdem weitergehen, ihr sechstes Jahr in Hogwarts wartet auf sie und ihre gerade eingetrudelten Ergebnisse der ZAG Prüfungen werden ausschlaggebend dafür sein, welche Fächer sie erwartet. Die erste Erleichterung, nie wieder Zaubertränke bei Snape zu haben, weicht dem schnellen Entsetzen, dass Snape endlich an sein persönliches Ziel gekommen ist, und Verteidigung gegen die dunklen Künste übernimmt. Zaubertränke übernimmt der neue Professor Slughorn, den Harry bereits vor Schulbeginn kennen lernte, und wo Dumbledore ihn bereits vor Slughorns Wunsch nach dem Umgang mit berühmten Personen, warnte.
Harry steht ein spannendes Jahr bevor, wo er seine eigene Jagd auf Malfoy startet, von der Ron und Hermine nichts halten, wo ihm Einzelstunden bei Dumbledore bevorstehen und große Gefühle und Liebeskummer für Spannungen zwischen den Freunden sorgen...
Ich muss sagen, dass ich von "Harry Potter und der Halbblutprinz" begeistert bin. Es passiert so viel, bei dem ich viel zu oft die Augen verdreht habe (besonders wenn es um Liebestralala ging) und wo zwischen Gefahr und Verschnaufpause, wilden Spekulationen und Antworten auf Voldemorts Vergangenheit, sowie Vertrauen und Misstrauen rasant gewechselt wird. Das Buch ist weiterhin aus Harrys Perspektive geschrieben, aber durch einen sehr bestimmten kurzen Einblick auf Narzissa Malfoy, entsteht ein neuer Blickwinkel. Entweder man ist bereits als Harry Potter Leser auf einer bestimmten Seite und vertraut oder misstraut Snape, oder man findet in diesem Band seinen (endgültigen?) Entschluss. Einerseits geizt Rowling nicht mit Antworten, doch kann man diesen Antworten vertrauen? Das ist faszinierend und spannend und definitiv nervenaufreibender, als das Liebesspektakel, dass in diesem sechsten Buch an allen Ecken und Kanten aus dem Nichts auftaucht. Rowling schmeißt immer wieder beinahe unauffällige Bemerkungen in den Raum, doch wirklich subtil ist es nicht, was es auch ein wenig anstrengend macht, dem Verlauf zu folgen, bei dem man gewisse Personen einfach schütteln möchte, bis sie Vernunft annehmen.
Meiner Meinung nach weiß Rowling wie man heldenhafte Schlachten schreibt (auch wenn sie immer recht kurz waren), oder wie man gehässige Feindschaften immer wieder auf ein neues Level hebt, aber wenn es um den ersten Kuss, die erste Liebe und das ganze drumherum geht, dann scheint es eher, als hätte sie einen Satz begonnen, wäre dann kurz ins Bad gegangen, und Rita Kimmkorns flotte Schreibefeder hätte übernommen. Man erkennt den Anfang, durch die ganzen "subtilen" Randbemerkungen und ein Ende á la "Zusammen und glücklich (?)", aber keine wirklich zufriedenstellende Erzählung woher diese Gefühle so plötzlich kamen und wieso sie so selbstverständlich stark waren.
Wer Fan von Albus Dumbledore ist, wird in diesem Band reichlich gefüttert. Ein Besuch bei den Dursleys, ein Ausflug zu einem alten Lehrer, bei der er Harrys Unterstützung braucht, Dumbledores mysteriöses Vertrauen in Severus Snape, seine Abwesenheit in der Schule und die Einzelstunden mit Harry bieten reichlich Gelegenheit dem rätselhaftesten Mann des ganzen Harry Potter Universums zu lauschen.
Als letztes Buch vor dem großen Reihen-Finale, ist "Harry Potter und der Halbblutprinz" eine große Aufwärmübung, in der so viele Orte und Personen vorkommen, dass einem als Leser schnell schwindelig werden kann. Und das Ende ist ein größerer Knall, der sich wie ein Riss durch das eigene Leseherz frisst...
Der Einstieg in "Harry Potter und der Halbblutprinz" hätte nicht amüsanter sein können: Ein Portrait eines froschartigen Männchens mit silberner Perücke, das im Büro des Premierministers der Muggel hängt, und die Ankunft des Zaubereiministers ankündigt, während sich der Premierminister daran erinnert, dass er dem anderen Minister viel zu oft begegnet ist, auch wenn dieser meinte, sie würden sich wahrscheinlich nie wieder sehen. Er wurde von der Einfuhr von drei Drachen und einer Sphinx genauso unterrichtet, wie über die Ausbrüche aus Askaban. Der arme Mann kann einem fast leid tun, der genau weiß, dass die bestialischen Morde, einstürzenden Brücken und Explosionen, die seine politischen Gegner gegen ihn verwenden, die Schuld der Zaubererwelt sind. Das Zusammentreffen von Muggel und Magie war einfach unterhaltsam.
Die Gefahr durch Voldemort, ist stets präsent, aber nicht durch seine wirkliche Anwesenheit, sondern durch das, was er und seine Todesser an Chaos stiften. Voldemorts Vergangenheit wird ein sehr wichtiger Teil dieses Buches und Harry und Dumbledore arbeiten Seite an Seite, was aber nicht bedeutet, dass Harry alles erfährt, sondern nur dann, wenn Dumbledore es für den richtigen Zeitpunkt hält.
Mit Schule, Quidditsch und verworrenen Liebesbeziehungen, hatte ich nie das Gefühl, dass gleich etwas sehr schlimmes passiert. Voldemort war nicht wirklich greifbar, was sollte also schon passieren? Und plötzlich bricht die Hölle los und alles geht so schnell, dass man kaum Zeit hat zu realisieren, was gerade passiert und - viel wichtiger! - wieso es passiert. Rowling spielt mit den Gefühlen der Charaktere genauso wie mit denen der Leser und macht "Harry Potter und der Halbblutprinz" zu einem emotionalen Tiefpunkt, aus dem die größte Stärke hervorgehen könnte...
Lieblingszitat:
"Du hast einmal zu uns gesagt, dass noch Zeit sei umzukehren, wenn wir wollten. Wir hatten Zeit, stimmt's? Wir sind bei dir, was auch immer geschieht." - Hermine Granger
"Harry Potter und der Halbblutprinz"
"Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"
Die Autorin:
Als Joanne K. Rowling 1997 den ersten Harry-Potter-Band
veröffentlichte, kannte niemand ihren Namen. Heute ist sie die weltweit
wohl erfolgreichste Schriftstellerin. Ihre Bücher wurden über 450
Millionen Mal verkauft und in 78 Sprachen übersetzt.
Joanne K. Rowling lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in
Schottland.
Quellen:
Foto & Rezension © Lesedelfin
Inhalt & Zitate © J.K. Rowling
Klappentext © Carlsen
Übersetzung: Klaus Fritz
Foto & Rezension © Lesedelfin
Inhalt & Zitate © J.K. Rowling
Klappentext © Carlsen
Übersetzung: Klaus Fritz


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