[Rezension] "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" von J.K. Rowling (Harry Potter #3)



Autorin: Joanne K. Rowling
Originaltitel: Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
Reihe: Harry Potter, Band 3
Genre: Fantasy
Verlag: Carlsen
Format: Hardcover
Seiten: 448
ISBN: 3-551-55169-3
Erschienen: 08/1999
Preis: 18,99 € [D]
Leseprobe | Hörbuch verfügbar


Klappentext
Natürlich weiß Harry, dass das Zaubern in den Ferien strengstens verboten ist, und trotzdem befördert er seine schreckliche Tante mit einem Schwebezauber an die Decke. Die Konsequenz ist normalerweise: Schulverweis! Doch Harry wird behandelt wie ein rohes Ei. Hat es etwa damit zu tun, dass ein gefürchteter Verbrecher es auf Harry abgesehen hat? Mit Ron und Hermine versucht Harry ein Geflecht aus Verrat und Rache aufzudröseln und stößt dabei auf Dinge, die ihn fast an seinem Verstand zweifeln lassen.
FOLGEBAND! ACHTUNG: SPOILERGEFAHR!!!

 

Bisher waren noch jede Sommerferien, die Harry Potter bei seinen Muggel-Verwandten verbringen musste, ereignisreich, seit er herausgefunden hat, dass er ein Zauberer ist. Auch vor seinem dritten Jahr in Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, muss Harry sich im Ligusterweg zurecht finden und einen Weg finden, seine Hausaufgaben zu machen, ohne das die Dursleys - die seinen ganzen Schulkram weggeschlossen haben - es bemerken. Als der Brief mit den Besorgungen für das neue Schuljahr eintrifft, liegt eine Vollmacht dabei, dass Zaubererdorf Hogsmeade besuchen zu dürfen, die von den Erziehungsberechtigten auszufüllen ist und Harry ahnt, dass es nicht einfach wird die Unterschrift von seinem Onkel zu bekommen. Eine Chance bietet sich ihm, als Tante Petunia und Onkel Vernon ihm eröffnen, dass Vernons Schwester Magda zu Besuch kommen würde, der man erzählt habe, er würde auf eine Schule für schwererziehbare, kriminelle Jugendliche gehen. Magda, die Harry durch Beleidigungen deutlich ihre Abneigung seiner Herkunft zeigt, macht es Harry nicht einfach, sich zu benehmen und als Magda auch noch Harrys Eltern beleidigt, wird es ihm zu viel und er begeht einen großen Fehler. 

Mit gepackten Koffern ganz auf sich alleine gestellt, in einer Welt, in der ein verurteilter Mörder auf ihn lauern könnte, den er in den Muggelnachrichten gesehen hat, findet Harry unter einer anderen Identität Zuflucht beim Fahrenden Ritter, einem magischen Bus, der sich unbemerkt durch den Londoner Verkehr schlängelt und er grübelt über eine sehr düstere Zukunft nach, während Rons Familie in Ägypten den ältesten Weasley-Sohn Bill besuchen und Hermine mit ihren Eltern in Frankreich ist. 

Als er dem Zaubereiminister, Conelius Fudge persönlich, über den Weg läuft, ändert sich für Harry jedoch alles... 

In "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" gibt es einiges neues in der magischen Welt zu entdecken und Harrys erste Busreise mit dem Fahrenden Ritter war ein Erlebnis, bei dem ich selbst das Gefühl hatte spüren zu können, wie der Bus von Stadt zu Stadt springt und sich durch die engsten Gassen quetscht. Rowling beschreibt diese Welt so real, dass es einfach ist, sich komplett darauf einzulassen. Auch die vielen neuen Geschöpfe - Hippogreife, Grindelohs, Flubberwürmer, Irrwichte, Rotkappen, Kappas, Hinkepanks - die man durch die Unterrichtsfächer Pflege magischer Geschöpfe und Verteididigung gegen die dunklen Künste kennenlernt - bringen eine Vielfalt mit sich, so wie wir Hunde, Katzen und Vögel als selbstverständlich erachten. Hinter jedem Wesen liegt eine Persönlichkeit. 

Auch das Zauberergefängnis von Askaban mit seinen grausamen Wächtern ist eine Erzählung, die für Nervenkitzel sorgt und die Tatsache, dass man selbst den Muggeln über den Ausbruch von Sirius Black berichtet hat, beweist, dass das die größte Bedrohung in diesem Buch ist. 

Zwei neue Lehrer - Professor Lupin für Verteidigung gegen die dunklen Künste und Professor Trelawney für Wahrsagen - sorgen auf ihre Weise für viel Aufsehens und Überraschungen und ich fand sie waren eine große Bereicherung für die Geschichte. Speziell - aber besonders. 

Rowlings Schreibstil ist auch in diesem dritten Teil so fesselnd, dass man gar nicht merkt, wie schnell die Zeit zwischen den Ereignissen vergeht. Es gibt jede Menge Unterricht und Freundschaften, die auf die Probe gestellt werden, so wie einige schlaflose Nächte, bei denen die Gefahr spürbar nah war. Es ist faszinierend wie flüssig der normale Alltag Harrys und seiner Freunde sich mit den Abenteuern verknüpft, die ihn wie ein Magnet zu finden scheinen. Quidditsch-Training und Spiele, der Pokal selbst, sowie der Hauspokal, der am Ende eines Schuljahres an das Haus mit den meist gesammelten Punkten geht - all das verläuft wie selbstverständlich ineinander, denn für Fehlverhalten gibt es Punktabzüge und Harry, Ron und Hermine verstoßen ständig gegen Schulregeln, ob beabsichtigt oder nicht und nicht zu vergessen, dass Professor Snape, der Hauslehrer von Slytherin, nichts lieber tut, als ihnen sogar für korrekte Antworten Punkte abzuziehen, nur weil sie sich nicht gemeldet haben.

Harrys größter Konkurrent, Draco Malfoy, zusammen mit seinen gehäßigen Slytherins, sorgt ebenfalls für einige spannende Momente, in denen die drei Freunde starke Nerven brauchen, doch all das war für mich als Leser sehr unterhaltsam. Jeder braucht einen Antrieb, um besser zu werden und sich über Siege freuen zu können. 

"Harry Potter und der Gefangene von Askaban" ist noch besser als die ersten beiden Bände, es gibt noch mehr zu lernen und noch mehr, an dem Harry, Ron und Hermine wachsen können.
Dass Harry einiges mehr über seine Eltern erfährt, war überfällig.

Dass Harry Potters magische Welt einfach grandios ist, darüber müssen wir nicht diskutieren, aber nach zwei Bänden, in denen sich Harry seinem größten Feind stellen musste, war es mal eine kleine Abwechslung, dass er mit etwas ganz anderem konfrontiert wurde, nämlich der Vergangenheit seiner Eltern und wieso all das überhaupt passiert ist. 

"Der Gefangene von Askaban" fühlt sich an wie ein Prolog für die weitere Geschichte. Neue Verbündete kennen lernen, Feinde als solche erkennen und den Mut haben trotzallem positiv in die Zukunft gucken zu wollen. Harry, Ron und Hermine sind die richtigen Helden, in die man sich hineinversetzen kann, denn auch ihre unterschiedlichen Meinungen gehören zum heranwachsen dazu und in diesem dritten Band gab es einige Konflikte zwischen dem Trio. 

Auch eine weitere Gruppe - Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone - sorgt für einige Lacher, emotionale Momente und eine Geschichte über Freundschaft, die in einer Tragödie endet. 

Für mich ist dieser Band perfekt abgerundet und endet mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Lieblingszitat: 

"Wenn du als Ratte besser warst denn als Mensch, ist das kein Grund zu prahlen, Peter." - Sirius Black

 
"Harry Potter und die Kammer des Schreckens"
 "Harry Potter und der Gefangene von Askaban"
"Harry Potter und der Feuerkelch"
"Harry Potter und der Orden des Phönix"
"Harry Potter und der Halbblutprinz"
"Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"

Die Autorin:
Als Joanne K. Rowling 1997 den ersten Harry-Potter-Band veröffentlichte, kannte niemand ihren Namen. Heute ist sie die weltweit wohl erfolgreichste Schriftstellerin. Ihre Bücher wurden über 450 Millionen Mal verkauft und in 78 Sprachen übersetzt. Joanne K. Rowling lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Schottland.
 
Quellen:
Foto & Rezension © Lesedelfin
Inhalt & Zitate
© J.K. Rowling
Klappentext © Carlsen

Übersetzung: Klaus Fritz



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