[Buchverfilmung] New Moon - Bis(s) zur Mittagssonne von Stephenie Meyer

Buch:
"Bis(s) zur Mittagsstunde" von Stephenie Meyer
Band 2 aus der Twilight Reihe
Erschienen 2007 im Carlsen Verlag

Film:
"New Moon - Bis(s) zur Mittagsstunde", erschienen 2009
131 Minuten | FSK 12

Ich erinnere mich noch sehr gut an das erste Mal, als ich "Bis(s) zur Mittagsstunde" gelesen habe, denn es war nur ein paar Jahre nachdem mein Freund nach seinem Autounfall gestorben ist und diese Leere, dieses sich selbst verlieren und der Schmerz, den Stephenie Meyer Bella durchleben lässt und welche Worte sie dafür findet, habe ich sehr gut verstehen können und auch ich hatte einen besten Freund, der mir durch die schwere Zeit geholfen hat, so wie Jacob für Bella da war und sie wieder ins Leben zurück holte. Somit ist meine Verbindung und Liebe für diese Buchreihe auch im Jahr 2023 ungebrochen. 

Darum geht's

Für immer mit Edward zusammen zu sein - Bellas Traum scheint wahr geworden! Kurz nach ihrem 18. Geburtstag findet er jedoch ein jähes Ende, als ein kleiner, aber blutiger Zwischenfall ihr fast zum Verhängnis wird. Edward hat keine andere Wahl: Er muss sie verlassen. Für immer.

Bella zerbricht beinahe daran, einzig die Freundschaft zu Jacob gibt ihr die Kraft weiterzuleben. Da erfährt Bella, dass Edward in höchster Gefahr schwebt. Und sein Schicksal liegt in ihren Händen. Sie muss zu ihm, rechtzeitig, bis zur Mittagsstunde.

Kurzmeinung zum Buch

Stephenie Meyer hat eine gute Balance gefunden und auch wenn ich natürlich immer Team Edward sein werde, war die Pause von den ganzen umschweifenden Liebesbekundungen zwischen Bella und Edward auch notwendig. Bella verdient es ein Leben außerhalb dieser Beziehung zu haben und andere Freundschaften zu pflegen. Für mich war es also gleichzeitig das schlimmste und schönste Buch, denn die Balance stimmt und die Freude und das Leid haben sich gleichermaßen einen Platz verdient. Es kann nicht immer alles voller Sonnenschein sein, manchmal braucht man auch den Regen um die Sonne besser schätzen zu können. 

Die Bücher 

Für mich gab es nie etwas passenderes in einem Buch als vier Seiten, auf denen jeweils nur der Monat drauf steht. 

Oktober
November
Dezember
Januar

Der einzige Weg, wie man diese depressive Phase Bellas noch besser hätte beschreiben können wäre ein einfacher Punkt hinter jedem Wort. 

Oktober.
November.
Dezember.
Januar. 

Jeder, der seine Tage schon einmal taub an sich vorbeiziehen lassen hat, kann es bestimmt nachempfinden. Da war einfach nur die Zeit. Punkt. Das bereitet mir schon eine Gänsehaut. 

"Bis(s) zur Mittagsstunde" war für mich die konsequente Steigerung, die es einfach geben musste, nicht nur um Bella ein Leben außerhalb ihrer Liebe zu Edward zu geben und sie wachsen zu lassen, sondern auch, weil es nach einer Weile ziemlich nervig ist, wenn alles nur perfekt ist. Und mit gefährlichen Vampiren abzuhängen braucht einfach die gewisse Würze. Ich erinnere mich deutlich, dass ich damals, als ich das Buch zum ersten Mal aufgeschlagen habe, garantiert nicht so gedacht habe und das ich schon einige Anläufe brauchte das Buch wieder in die Hand zu nehmen und weiterzulesen. Doch am Ende war es eine mehr als gelungene Fortsetzung und ich habe Bella in ihren schwierigen Zeiten genauso gerne begleitet wie in ihren guten. Sie ist stärker geworden und gewachsen - genau das wünscht man sich als Leser von solchen Romanen schließlich. Entwicklung geschieht nicht ohne Schmerz. 

Auch zu diesem Film gibt es von Mark Cotta Vaz ein Begleitbuch mit allem, was es über die Verfilmung zu wissen gibt. 

Der Film

Das erste, was direkt auffällt: Der Filter des Films ist weicher, fast schon edel und die Farben strahlender. Auch die Kostüme haben sich verbessert und - was für mich der schönste optische Aspekt war - die wechselnden Augenfarben der Vampire sehen viel schöner aus und waren deutlich näher an den Buchbeschreibungen. Die Körpersprache der beiden Hauptdarsteller kam mir genauso wie im ersten Teil immer noch etwas steif vor, auch wenn es - erneut - gut zur Story passt, schließlich fühlt Bella sich neben Edward immer noch unbeholfen und nicht würdig, während Edward sich immer unter Kontrolle halten muss. Für den 0815-Filmgucker muss das bestimmt völlig cringe sein, während der Buchleser es verstehen sollte. 

Ein Buch aus der Ich-Perspektive eines Charakters zu verfilmen, ist für gute Filmemacher keine große Herausforderung und in New Moon hat man Bellas innere Stimme durch E-Mails, die sie an Alice schreibt, wie eine Art Tagebuch, dargestellt. Die Tatsache, dass alle Mails nicht zugestellt werden konnten, machen es noch einen Tick dramatischer und bestärken das Gefühl der Leere und des Verlassenwerdens. 

Besonders zu Beginn des Films gab es für mich einiges zu schmunzeln und wenn man bedenkt, welche Richtung der Film einschlägt, wollte man es wohl so witzig wie möglich gestalten - wahrscheinlich um den Kontrast zur Traurigkeit zu verdeutlichen. Mit vollem Erfolg. 

Ein kleines bisschen muss ich an der Gestaltung der Wölfe rummäkeln, nicht an ihrem Aussehen - das ich richtig gut gelungen fand - sondern an der Animation, wenn sie in Bewegung sind. Es wurde tolle Arbeit bei der Gestaltung jedes einzelnen Wolfs geleistet, wäre es da zu viel verlangt gewesen ihre Bewegungen ein wenig besser darzustellen? 

Buch gegen Film: Der Gewinner! 

Wie im ersten Film gilt es auch für den zweiten: Daddy Charlie macht den Film ein gewaltiges bisschen besser und ich liebe diesen trockenen Humor. Besonders zu Beginn hat der Film einiges an Humor zu bieten, während das Buch in Bellas Gedankensumpf des Älterwerdens fest steckt. Dieser Kontrast alleine macht den Film für mich um längen besser. Einige Filmzitate, die nicht im Buch zu finden sind, haben bei mir tiefe Eindrücke hinterlassen oder mich besonders amüsiert, die perfekt in die Geschichte passen:

"Bella, du gibst mir schon alles, in dem du atmest." Edward

"Du stehst auf ältere Frauen, heiß." Emmett 

"Manchmal muss man das lernen zu lieben, was einem gut tut." Charlie

Für die Verfilmung musste die Buchvorlage nicht geändert werden, es gibt einige Original-Zitate und die wichtigen Orte und Handlungen sind eins zu eins aus dem Buch übernommen, was das Leseherz zum hüpfen bringt. Für mich, die die leeren Seiten mit den Monaten aus dem Buch sehr wichtig findet, wurde dieser Übergang im Film ziemlich gut dargestellt, sogar besser gemacht. 
New Moon ist die perfekte Buchverfilmung und vielleicht liegt es auch daran, dass das Buch emotional schwieriger zu verkraften war und ich es nicht in einem Ruck lesen konnte, aber für mich ist der Film tatsächlich etwas besser. Bellas Gedankenwelt kommt natürlich deutlich besser im Buch rüber und für das volle Gefühlserlebnis sollte man das Buch lesen und den Film gucken.

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