"Bis(s) zum Ende der Nacht" von Stephenie Meyer
Band 4 aus der Twilight Reihe
Erschienen 2009 im Carlsen Verlag
Film:
"Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht", erschienen 2011 + 2012
117 Minuten | FSK 12
Der Twilight Wahn, wie er damals, als die Bücher rauskamen, existierte, hat sich aus heutiger Sicht extrem verändert. Die Bücher haben viele berechtigte Kritik bekommen, und wenn man selbst noch in dem Alter der Protagonisten ist, sieht man die Liebe zwischen Bella und Edward durch eine rosarote Brille. Meine Sicht auf die Bücher hat sich über die Jahre, in denen ich selbst älter wurde, entwickelt und verändert, trotzdem mag ich die Bücher immer noch und auch die Filme, aber glühende Liebe ist es nicht mehr. Als die Filme als Zweiteiler angekündigt wurden, war ich eine von denen, die erst nach dem zweiten Teil davon überzeugt werden konnte. Die komplette Handlung hätte man nicht auf einen Film beschränken können.
Darum geht's
Wenn man vom dem getötet wird, den man liebt, hat man keine Wahl. Wie kann man fliehen, wie kämpfen, wenn man damit dem Geliebten wehtun würde? Wenn das eigene Leben das Einzige ist, was man dem Geliebten geben kann, wie kann man es ihm dann verweigern? Wenn es jemand ist, den man wirklich liebt? Ein Jahr voller Glück, aber auch voller Schmerz liegt hinter Bella. Ein Jahr, in dem sie fast zerbrochen wäre, weil ihre Leidenschaft für Edward und ihre innige Freundschaft zu Jakob einfach unvereinbar sind. Aber nun ist ihre Entscheidung gefallen. Unwiderruflich, auch wenn es so aussieht, als setze sie eine Entwicklung in Gang, die möglicherweise verheerend für sie alle ist. Noch hofft Bella, die verschieden Fäden ihres Lebens wieder zusammenführen zu können, da droht alles für immer zerstört zu werden ...
Kurzmeinung zum Buch
Die Bücher
Auch heute mache ich Stephenie Meyer ein Kompliment für den Erzählweg und dass "Bis(s) zum Ende der Nacht" in drei Teile geteilt war und eine Sicht davon von Jacob war, denn obwohl er natürlich voreingenommen ist, fühlte es sich an, als würde man trotzdem durch einen Außenstehenden einen Blick auf die Ereignisse bekommen.
Die Filme
Die Handlung des Buches wurde auf zwei Filme aufgeteilt und auch wenn ich es erst blöd fand, weil man dann so lange auf die Fortsetzung warten muss, war es der absolut richtige Weg der Geschichte von Bella und Edward gerecht zu werden. Sie waren sehr farbenprächtig und optisch wirklich schön anzusehen. Der Fokus liegt auf der Familie und wie viele verschiedenen Arten es davon geben kann. Das Buch ist aus Bellas Sicht (und kurz aus Jacobs Sicht) geschrieben, aber zum ersten Mal hatte ich bei dem Film nicht das Gefühl, dass Bella im Fokus steht. Dafür kommen zu viele Charaktere vor, die einiges zu bieten haben und natürlich ist der Film da etwas freier in seiner Gestaltung, als wenn man bloß auf Bellas Buch-Gedanken hören würde. Der erste Teil beginnt mit der Hochzeit und endet mit einer sich verändernden Bella, was Teil eins und zwei des Buches erzählt. Der zweite Film widmet sich ausschließlich dem dritten Teil des Buches. Wie zuvor in den anderen Filmen musste in Breaking Dawn nichts großartiges weglassen werden, aber es gab eine gewaltige Veränderung für die Erzählweise rund um den Kampf gegen die Volturi, was wohl hauptsächlich darauf abzielen sollte für mehr Action zu sorgen. Als ich den Film das erste Mal gesehen habe, kam dieser Schock sehr deutlich bei mir an.
Buch gegen Film: Der Gewinner!
Es gab ein paar zusätzliche Szenen, die die Filme etwas schöner ausschmücken konnten, besonders was die Hochzeit angeht. Von allen Twilight Filmen hat Breaking Dawn ein paar mehr Änderungen hinzugefügt, um die Geschichte zu erzählen, aber es hat recht gut gepasst. Die Hochzeitsreden gehören einfach dazu, aber im Buch kamen sie nicht vor. Weitere Änderungen wie Edwards Ausbruch Bella gegenüber oder das man auf den Dialog zwischen ihm und Jacob verzichtet hat, auf welche Weise Jacob Bella von dem Wahnsinn abbringen sollte. Diese Stelle hat mich schon im Buch wahnsinnig gemacht. Auch der Kampf zwischen den Vampiren und Werwölfen, zu dem es im Buch nicht kommt und dem sehr stark veränderten Aufeinandertreffen zwischen den Cullens und ihren Zeugen und den Volturi. Dafür wurden die vielen neuen Vampire alle zufriedenstellend vorgestellt und nicht als bloße Randerscheinungen behandelt. Sehr schade, dass es Garrets Rede über Aro nicht in den Film geschafft hat und auch Alice' Freude, wenn Jacob vorbei kam und ihre Kopfschmerzen dadurch gelindert wurden, hätte ich gerne verfilmt gesehen.
Für mich sind die Filme deutlich besser als das Buch. Allein die optische Darstellung von Bellas Verwandlung war ziemlich gut gemacht. Stephenie Meyer konnte gut beschreiben, wie ein Vampir im Vergleich zum Menschen die Welt sieht und das wurde auch im Film gut dargestellt. Bellas Selbstbeherrschung hätte allerdings ruhig mehr thematisiert werden können.
Was der Film absolut nicht gut hinbekommen hat, war das CGI Baby. Das gruselt mich heute noch, wenn ich es sehe. Was hat man sich denn bitte dabei gedacht? Bellas Körper, der sich verändert hat, wurde schließlich auch auf gruselige Weise perfekt gestaltet, da hätte man sich für Renesmee ruhig mehr Mühe geben können...
Breaking Dawn war ein gutes Finale und für mich hat der Film deutlich mehr Spannung zu bieten als das Buch - was ich einfach den Szenen zuschreibe, die es eigentlich nicht hätte geben sollen, die das Gesamtbild aber abgerundet haben. Die Entscheidung welche Variante ich bevorzuge, ist mir somit recht leicht gefallen.
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