"Bis(s) zum Abendrot" von Stephenie Meyer
Band 3 aus der Twilight Reihe
Erschienen 2008 im Carlsen Verlag
Film:
"Eclipse - Bis(s) zum Abendrot", erschienen 2010
119 Minuten | FSK 12
Bevor ich diese Buchverfilmungskategorie weiter voran bringen konnte, musste ich mir natürlich nicht nur den Film angucken, sondern auch noch einmal das Buch lesen, um mich wieder zu erinnern. Auch beim Lesedurchgang im Jahr 2023 bleibt meine Meinung zu "Bis(s) zum Abendrot" unverändert und ich sehe viele dieser Entwicklungen kritisch. Nach dem ich bisher Stephenie Meyer für ihre authentische Darstellung der irrationalen Teenager Liebe bewundert habe, hat sie durch die Art und Weise, wie sie unbedingt auch Jacob seine Liebesgeschichte geben wollte, viel zu viel erzwungen. Schon damals, als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe, war ich enttäuscht, dass etwas so einfaches wie diese wunderbare Freundschaft so gekünstelt dramatisiert werden musste und erst der Film hat mir ein wenig geholfen besser mit diesem Liebes-Dreieck umzugehen. Wenn man sonst sagt, dass das Buch meist die Nase vor der Verfilmung hat, weiß ich mit Sicherheit, dass meine Liebe für diese Bücher wohl (zumindest bis zum erscheinen des vierten Bandes) immer noch stark eingeschränkt wäre, wenn ich nicht durch den Film und die bessere Darstellung dieses "Problem-Themas" eine andere Sicht bekommen hätte. In diesem Fall brauchte ich Film und Buch um das Ganze zu sehen.
Darum geht's
"Bella?"Das war Edwards Stimme hinter mir. Als ich mich umdrehte, sprang er leichtfüßig die Verandatreppe hinauf, die Haare vom Rennen zerzaust. Sofort nahm er mich in die Arme und küsste mich, genau wie vorhin auf dem Parkplatz.Der Kuss erschreckte mich. Edward wirkte so nervös, so angespannt, als er seine Lippen auf meine presste - als hätte er Angst, dass uns nicht mehr genug Zeit bliebe.
Kurzmeinung zum Buch
Die Bücher
Bellas und Edwards Liebesgeschichte entwickelt sich weiter, besonders jetzt, wo die Entscheidung fest steht, dass sie ein Vampir wird. Dieser dritte Teil der Twilight Saga ist eindeutig Stephenie Meyers Versuch Bella noch einmal ihre Alternative zu diesem Leben aufzuzeigen - was eigentlich auch wichtig für eine Entwicklung ist. Manchmal müssen gewisse Dinge passieren, damit man nicht später seine Entscheidung bereut. Für mich war die Freundschaft zwischen Bella und Jacob immer etwas besonderes und ungezwungenes und dabei hätte man es belassen können, statt etwas erschaffen zu wollen, was am Ende wie erzwungen aussieht. Für eine Weile war die Geschichte von Twilight für mich völlig verändert und ich konnte nicht über das hinwegsehen, was durch Manipulation erzwungen wurde und wie die Charaktere schließlich damit umgegangen sind. Durch den enormen Fokus auf die Liebesbeziehungen blieb die Spannung deutlich auf der Strecke und die Gefahr, die eigentlich da sein sollte, war einfach nicht greifbar genug und viel zu schnell abgehandelt.
Der Film
Was das Buch nicht konnte, hat der Film mit einer leichten Selbstverständlichkeit geschafft: Spannung aufgebaut, die Gefahr deutlich gemacht und damit bei mir für ausreichend Gänsehaut gesorgt. Der Handlungsstrang in Eclipse ist ganz anders gewählt und da zeigt sich erneut, dass die Ich-Perspektive in Büchern einiges auf der Strecke lässt, was die Filmemacher sich leicht zu eigen machen können. Als Zuschauer blickt man sofort hinter die Fassade und bekommt einen guten Showdown geboten. In den Büchern war die Übergriffigkeit, Bellas Märtyrer-Verhalten und das manipulative Spiel mit den Gefühlen der Charaktere für mich nicht auszuhalten und ich war enttäuscht, wie Stephenie Meyer versucht hat unbedingt etwas passend zu machen, was vorher schon etwas besonderes war. Deshalb war ich erleichtert, dass der Film dieses Verhalten ein wenig abgemildert und glaubhafter gemacht hat. Die Thematik war da, wurde aber besser umgesetzt - wahrscheinlich ein weiterer Vorteil, dass man von Bellas Gedanken nicht so abhängig sein musste, wie es nun mal das Buch war, wo nur ihre Gedanken zählen.
Optisch ist auch Eclipse nicht mit seinen Vorgängern zu vergleichen. In New Moon war besonders Rosalie ein wenig "zu viel" und nun war sie viel natürlicher.
Buch gegen Film: Der Gewinner!
Das Buch hat damals einen bitteren Geschmack bei mir hinterlassen und mir die Geschichte ziemlich verändert präsentiert. Nachdem ich "Bis(s) zum Abendrot" beendet hatte, gab es irgendwie keinen Weg zurück zu dem davor, wo ich die Freundschaft zwischen Bella und Jacob geliebt habe und sich das lesen so selbstverständlich anfühlte. Der Film hat mich irgendwie wieder in die richtige Spur gebracht, wo der Fokus zwar auch auf dem Liebes-Dreieck lag, aber nicht die komplette Handlung bestimmt hat. Für mich hat der Film deshalb ganz eindeutig die Nase vorn, da das Buch wenig von der Gefahr gezeigt hat und als es endlich spannend wurde, die Geschichte auch schon wieder vorbei war. Der Film zeigt die Vorbereitungsphase der Schlacht, gibt Einblicke in das Verhalten der Volturi und auch die Schlacht selbst ist ziemlich gut gemacht. Trotz der veränderten Erzählweise gibt es nichts, worauf man an Handlung aus dem Buch verzichten musste. Es gibt wieder genügend Zitate, die übernommen wurden und nichts musste verändert werden.



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