[Buchverfilmung] Saphirblau von Kerstin Gier


Buch:
"Saphirblau" von Cornelia Funke
Band 2 aus der Edelstein Trilogie
Erschienen 2010 im Arena Verlag

Film:
"Saphirblau", erschienen 2014
116 Minuten 
FSK 6






In jeder Buchreihe gibt es manche Teile, die man nicht so gerne mag und für mich war der zweite Teil der Edelstein Trilogie "Saphirblau" von Kerstin Gier genau so ein Buch. Ich habe mich schwer getan mit dem ständigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Zum Glück gibt es in Verfilmungen die Möglichkeit, manche Dinge anders oder vielleicht sogar besser darzustellen...  

Darum geht's

Gideon und Gwendolyn sind bis über beide Ohren verliebt. Doch Liebe unter Zeitreisende birgt ungeahnte Tücken. Gut, dass Gwendolyn jede Menge Ratgeber an ihrer Seite weiß, sei es nun ihre beste Freundin Leslie oder Geisterfreund James. Nur Xemerius, ein leicht anhänglicher Wasserspeier, sorgt eher für Turbulenzen, als dass er hilft. Und als Gideon und Gwendolyn ein weiteres Mal in die Fänge des Grafen von St. Germain geraten, wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt ...

Kurzmeinung zum Buch

Kerstin Gier nimmt ihre Leser mit auf eine Reise, die in meinen Augen viel überflüssiges zu bieten hat. Es ist, als würde man im ganzen Buch nur darauf vorbereitet werden, wie schwer so ein Leben als Zeitreisende sein kann. Immer wieder Vergangenheit, Zukunft, Vergangenheit, Zukunft.

Das Buch

Nach dem Klappentext hatte ich definitiv ein anderes Buch erwartet, denn ganz ehrlich: Die große Liebe habe ich jetzt nicht gefühlt, dafür aber die verwirrenden Anfänge, in denen Gwendolyn niemandem wirklich trauen kann, offensichtlich auch nicht ihren eigenen Gefühlen für Gideon. Dafür erschafft Kerstin Gier eine perfekte Kulisse der Unsicherheiten, holt Charlotte mit ins Boot und bietet dem Graf eine Bühne, als sei Gwendolyn nur seine Marionette. Es ist definitiv frustrierend sich zum ersten Mal zu verlieben, während das eigene Schicksal fremdgesteuert wird und überall Verrat und Geheimnisse lauern. 

All das, was ich da gerade beschrieben habe, habe ich allerdings beim lesen nicht komplett fühlen können, dafür drehte sich mir der Schädel zu sehr, weil ich auf jede Falle, jede Lüge gelauert habe und Gwendolyns als Person einfach etwas untergegangen ist. Xemerius, der kleine Wasserspeierdämon, war für mich das einzige Highlight des Buches, der mit Witz, Charme und großem Unterhaltungswert, die Geschichte aufgepeppt hat. 

Der Film

Nachdem "Rubinrot" bereits viel mehr Material aus den Büchern vorweg gezeigt hat, war ich gespannt, an welchem Punkt "Saphirblau" anfangen würde und war erneut positiv überrascht, wie fließend der Übergang stattfand, schließlich geht es im Buch auch ohne großen Zeitsprung weiter. 

Für mich persönlich war der zweite Band eher schwach, da ich die ganze versprochene Liebesgeschichte vom Klappentext nicht so fühlen konnte, dafür hat der Film sogar noch einen drauf gelegt und Gwendolyn und Gideon auf ein neues Level gehoben. Auch das größte Geheimnis der Edelstein Trilogie wurde im zweiten Film gelüftet (obwohl es erst im dritten Band dazu kommt) und weiter ausgeschmückt, was für einen Zuschauer, der die Bücher nicht kennt, wahrscheinlich reizvoll war. Für mich persönlich hat es etwas die Spannung rausgenommen. 


Buch gegen Film: Der Gewinner!

Diese Runde geht ganz klar an den Film, denn das Buch konnte mich schon nach dem ersten Lesedurchgang nicht so ganz fesseln mit all seinen Verwirrungen. Trotz des Wasserspeierdämons Xemerius, den ich im Buch mehr als alles andere geliebt habe und der im Film definitiv zu harmlos rüberkam, fehlte mir Gwendolyn als Persönlichkeit viel zu sehr. Im Buch sind ihre Gedanken immer sehr aufgeweckt und abwertend und als würde sie sich nichts gefallen lassen, doch am Ende steht sie mehr wie eine Schachfigur einfach nur rum, während alle Figuren sie herumschieben und in Position bringen. Im Film bietet sie selbst dem Grafen mehrfach die Stirn. Auch die frei inszenierten Szenen, wie die Kampfszene zwischen Gideon und Gwendolyn, die der Florentinischen Allianz die Stirn bieten, hatte mit der dazugehörigen Musik etwas so ultrakomisches, das ich einfach nur lachen musste. Die Macher des Films haben sich ein paar Freiheiten rausgenommen, wie auch Gwendolyns Gesangseinlage, dessen erwählter Song "Time Warp" mit der herausfordernden, sexy Performance, deutlicheren Eindruck bei mir hinterlassen haben als die vergleichsweise blasse Buchszene. Chronologisch gab es auch ein paar veränderte Blickwinkel, aber es blieb stimmig. Und auch "Saphirblau" sprengt die zwei Stunden Spieldauer, in dem einige Dinge aus dem dritten Buch vorweggegriffen werden, was nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Manche Überraschung hätte man sich ruhig für den dritten Teil aufbewahren können. 

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