[Rezension] "Older" von Jennifer Hartmann



Autorin: Jennifer Hartmann
Genre: Romance
Verlag: Selfpublishing
Format: eBook
Seiten: 434 
ISBN: 979-8321809358
Erschienen: 04/2024
Preis: 4,70 €
Sprache: Englisch
Leseprobe



Klappentext
Before he discovered my age, he uncovered my heart.

Bruised and abused, and victim to a loveless household, I shimmered with new life the moment he found me drowning my sorrows in a lake beneath the stars.
A chance encounter. An unspoken connection.
I was smitten; he was curious.
But, as everyone knew, fate could be decidedly cruel.
He called me Halley, like the comet.
I called him Reed.
And my best friend?
Well…she called him Dad.

"Older" von Jennifer Hartmann ist ein fesselnder Liebesroman, der ganz im Motto von "Grenzen überwinden, sich selbst finden" steht und bei dem Liebe zu einem Heilprozess wird, der sich mühsam entwickelt, aber voll ins Herz schlägt, zum weinen und lachen bringt und mich als Leserin dazu gebracht hat, komplett die Kontrolle über meine Emotionen zu verlieren. 

Halley Fosters Leben ist voller Schmerz. Ihr Vater schlägt sie, ihre Mutter ist emotional abwesend und trinkt. Ohne Ziel im Leben versucht sie den Misshandlungen auszuweichen, strandet bei fremden Personen, auf deren Parties sie sich schmuggelt, um nicht zu Hause sein zu müssen. Als sie alleine in einem See sitzt, kommt ein Mann auf sie zu und fragt: "Are you lost?" 

Eine simple Frage wächst zu einer Unterhaltung mit viel Tiefe und Emotionen, denn der vierunddreißigjährige Reed Madsen weiß aus eigener Erfahrung und seinem früheren Beruf als Sanitäter, wann ein Mensch etwas Hilfe benötigt. Sie erzählt ihm, dass ihr Name von dem berühmten Kometen stammt und ihre Mutter es liebte Sterne zu beobachten, bevor sie nur noch Alkoholikerin war. Er erzählt von seiner Tochter, nach der er gerade sucht und seinem Studio, in dem er Selbsthilfeunterricht gibt. Es ist ein hin und her an Tiefe und nichtigen Fragen und Halley hält nicht mit ihrer Meinung zurück, dass Beziehungen voller Elend sind. Reed verabschiedet sich schließlich, doch er ist neugierig und kehrt zurück, möchte mehr über Halley erfahren und die beiden schaffen eine Verbindung, die zu etwas forschend körperlichen wird. Kurz bevor er sie mit zu sich nach Hause nehmen will, erfährt er durch einen Zufall, dass Halley ihn belogen hat. Sie ist nicht einundzwanzig, sondern siebzehn. Wortlos und geschockt verschwindet er. Als Halley ein paar Monate später schwer verprügelt bei ihrer einzigen Freundin Tara und dessen Mutter Schutz sucht und von ihnen aufgenommen wird, macht sie eine folgenschwere Entdeckung, denn den Mann, zu dem sie eine Verbindung aufgebaut, den sie belogen hat und an den sie immer wieder denken muss, ist ausgerechnet der Vater ihrer besten Freundin

"You don't know me well enough to like me."
"Yeah." I stared at him, held his gaze. "Maybe that's why I do."

Die Geschichte erzählt sich über einen Zeitraum von zehn Jahren – ein richtiger Slowburn! - und beginnt im Juni 1995, was einige Nostalgie in Form von Musik und Videospielen für mich als Kind der 90er mitgebracht hat. Ich habe gejuchzt und mich gefreut, grundsätzlich habe ich jede Seite dieses Buches geliebt und mich in die Geschichte verliebt, die traurig startet, aber dann Vollgas auf das Gute im Leben hält, zum Trotz aller Widrigkeiten, nur um dann dem Unausweichlichen gegenüberzustehen: Nicht alles kann immer perfekt sein. Und Hartmann, Gott, diese Autorin ist… Sie erzählt nicht einfach eine Geschichte, sondern lässt den Leser alles erleben. Jede Emotion, jedes Zucken des Herzmuskels oder der Lachmuskeln ist fühlbar. Dieses Buch ist wirklich eine Reise und sie hat sich in mein Herz gekrallt und stellenweise zerstört, nur um mich wieder aufzufangen und Hoffnungen zu machen. Es ist simpel: "Older" ist eine Liebegeschichte und sie hat jede Facette des Lebens zu bieten, wenn man mutig genug ist sich den Schmerzen zu stellen, um einen Heilungsprozess zu starten. 

Halley ist eine starke Protagonistin, die sich ihren Ängsten stellt und in Reed jemanden findet, der genau weiß, wie er ihr helfen muss, auch wenn er ihr die Lüge mit ihrem Alter nicht verzeihen kann. Seine Lebenserfahrung gibt er auf jeder möglichen Ebene an Halley weiter und auch seine Beziehung zu seiner Tochter Tara und Ex-Freundin Whitney, Taras Mutter, ist ausführlich ausgeleuchtet. Es war perfekt, anders kann ich es nicht sagen. Tara ist die perfekte Freundin, der Wirbelwind, mit einem guten Verhältnis zu ihrem Vater und mit einer freundschaftlichen Hingabe für Halley, die alle freundschaftlichen Maßstäbe sprengt. Als Leser fragt man sich also sofort, was passiert, wenn die Wahrheit über Halley und Reed rauskommt. Auch Whitney, die als Sozialarbeiterin arbeitet und Halley sofort in ihrem Haus aufnimmt, ist während der Geschichte eine wundervolle Bereicherung, so einen Menschen wünscht man sich einfach als emotionalen Support an seiner Seite. Sie ist fantastisch und auch im späteren Verlauf des Buches ein Anker, eine Schutzmauer, eine Inspiration. Generell könnte ich ewig über diese Charaktere schwärmen

Es gibt etliche Szenen, die ich mehrfach lesen musste, weil sie einfach besonders schön oder auch besonders traurig waren. Und ganz egal wie sehr man glaubt zu wissen, was einen erwartet, hat die Autorin einige Asse im Ärmel, die sie gekonnt einsetzt und alles auf den Kopf stellt. 

"Older" ist ein simpler Titel, der es auf den Punkt bringt. Ein Altersunterschied von siebzehn Jahren ist zwar vorhanden, aber nicht spürbar, weil Halley einfach nicht wie eine typisch heranwachsende Frau agiert. Ihre Seele ist voller Wunden, die sie zwangen schnell erwachsen zu werden, auch ihr Äußeres wird von den Charakteren des Öfteren als älter beschrieben. 

Die Art und Weise, wie sich Halley und Reed verbinden, ist einzigartig. Durch bedeutungsvolle Dialoge, Musik und nicht zu vergessen das Selbsthilfetraining, was sie einander nicht nur körperlich näher bringt, sondern auch Halleys Psyche offen legt. Und nicht nur die zwischenmenschliche Verbindung hat eine tiefe, ausdrucksvolle Seite, sondern auch die körperliche Verbindung der beiden ist unausweichlich. Einmal in dieser Spirale drin, kommt man nicht mehr raus. Aber das will man sowieso nicht, dafür ist es zu verlockend und mitreißend. 

Jennifer Hartmann hat mit "Older" ein Meisterwerk geschrieben. Fakt! 

Mein einziger Kritikpunkt sind manche Sprünge in der Geschichte, die kein Datum in der Überschrift haben und plötzlich heißt es, dass dies und das vor xxx Zeit passiert ist und obwohl sich manches dieser Ereignisse wie eine große Enthüllung anfühlt, wird es als Randnotiz abgemildert. 



Lieblingszitat:
When you’re always fearing the next moment, you tend to appreciate the good ones while you have them.

Die Autorin:
Jennifer Hartmann wohnt im Norden von Illinois mit ihrem persönlichen Liebeshelden und drei Kindern. Wenn sie nicht gerade gefühlvolle Liebesgeschichten schreibt, denkt sie wahrscheinlich über all die Möglichkeiten nach, wie sie die Herzen ihrer Fans brechen und wieder zusammensetzen kann. Sie liebt Sonnenuntergänge (denn der Morgen ist hart), Fahrradfahren, Reisen, Buffy the Vampire Slayer-Wiederholungen und die Tageszeit, in der Kaffee durch Wein ersetzt wird.

Quellen:
Foto © Jennifer Hartmann
Inhalt & Zitate © Jennifer Hartmann
Klappentext © Jennifer Hartmann

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