Autorin: Nadine Erdmann
Reihe: Die Totenbändiger, Band 1
Genre: Fantasy
Verlag: Greenlight Press
Format: eBook
Seiten: 295
ISBN: 9783958343702
Erschienen: 10/2019
Preis: 0,99 €
Leseprobe
KlappentextStell dir vor, du lebst in einer Welt, in der Geister zum Alltag gehören. Jeder sieht sie und jeder weiß, wie gefährlich sie uns Menschen werden können. In dieser Welt gibt es Verlorene Orte, die man den Geistern überlassen musste, und Unheilige Zeiten, in denen die Toten besonders gefährlich sind.Camren Hunt ist ein Junge ohne Vergangenheit. Im vergangenen Unheiligen Jahr fand man ihn im Keller eines verlassenen Herrenhauses – umgeben von Leichen mit durchschnittenen Kehlen. Niemand weiß, was dort passiert ist, nicht einmal Camren selbst.
Jetzt, dreizehn Jahre später, schlagen sich die Menschen durch ein weiteres Unheiliges Jahr, in dem Geister und Wiedergänger noch gefährlicher sind als sonst. Plötzlich tauchen erneut Leichen mit durchschnittenen Kehlen auf …
"Die Totenbändiger" Reihe besteht aus vierundzwanzig Büchern und macht mit "Unheilige Zeiten" einen düsteren, spannungsvollen und vielversprechenden Anfang. London bekommt einen geisterhaften Anstrich der übelsten Sorte und beinahe etwas apokalyptisches, da der Unterschied zwischen der armen und reichen Bevölkerung groß ausfällt. Sich gegen Geister zu schützen ist eben teuer und wer das nicht kann, endet höchstwahrscheinlich selbst als Geist - ein endloser Kreislauf, dem sich nur die Totenbändiger entgegen stellen können. Sie wurden mit einem auffälligen Merkmal an ihrer Schläfe geboren und können die Todesenergie der Geister absorbieren. Eigentlich sollte man meinen, dass in einer Stadt, wo viele Gewalttaten vorkommen und die dadurch entstehenden Geister sich immer weiter ausbreiten, das Talent der Totenbändiger besonders gern gesehen ist, doch die Realität sieht anders aus, denn einige Menschen haben Angst davor, dass die Totenbändiger sich auch an ihnen zu schaffen machen, schließlich können sie auch die Energie der Lebenden aufsaugen. Was viele dabei gerne vergessen: Sie können auch Energie geben und dadurch Leben retten...
Sue Hunt ist so eine Lebensretterin. Sie ist Totenbändigerin und arbeitet als Wächterin im Krankenhaus, wo sie sich besonders um verstoßene Totenbändiger Babys kümmert, aber auch Menschenleben rettet, was ihr jedoch nicht gedankt wird. Zusammen mit ihrem Gatten Phil, der als Arzt auch ehrenamtlich in einer Notfallambulanz im sozialen Brennpunkt der Stadt arbeitet, hat sie zwei leibliche Kinder - Sky und Jules, beide Totenbändiger -, sowie drei adoptierte Totenbändiger Kinder, die von ihren Eltern verstoßen wurden, auch wenn das nur bei Ella und Gabriel klar ist, während man Camren mutterseelenallein aufgefunden hat. Auch Skys Freund Connor lebt bei ihnen. Tatkräftige Unterstützung in der Erziehung und dem Unterricht bekommen sie von Phils Mutter Edna, die extra ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben hat, um bei der Familie zu sein.
Für Camren war der Start ins Leben qualvoll, woran er glücklicherweise keine Erinnerungen hat und nur sein Retter, der Polizist Thaddeus, von dem Massaker erzählen kann, in dem der kleine Junge, damals vielleicht drei oder vier Jahre alt, gefunden wurde. Doch wenn man sich den Tatort ansieht, kann nur ein kranker Fanatiker dahinter stecken, der grausame Experimente an den Totenbändiger Kindern durchführt.
Das Klima zwischen den Menschen und Totenbändigern ist nicht einfach und während Sky, Gabriel und Connor im Spuk Squad bei der Polizei seit drei Jahren eingebunden sind und dort bei paranormalen Fällen mithelfen, war der Kampf, die anderen Kinder auf eine normale Schule zu schicken, nicht leicht. Wenn es nach Cam geht, könnte er auf das Experiment Schule gut und gerne verzichten, während Ella mit viel Freude und Elan an die Sache rangeht und auch Jules sich mit seiner lässigen Art und Kontaktbereitschaft nicht verstecken muss.
Erdmann baut diese Welt komplett durch interessante Fakten auf, wonach nicht einfach nur ein Unheiliges Jahr ist, sondern auch noch eine Unheilige Zeit, die nur an vier Tagen im Jahr alle dreizehn Jahre vorkommt. Doppelter Jackpot für die Geisterwelt, die in der Zeit noch grausamer ist, als sowieso schon. Es gibt verschiedene Stadien des Geisterseins, was mich richtig fasziniert hat und somit auch eigene Herangehensweisen für die Totenbändiger.
Doch nicht nur ein schneller Puls und Nervenkitzel sind Nebenwirkungen beim lesen, sondern auch die totale Tollheit, dass man sich Hals über Kopf in die Charaktere verliebt. Nichts neues für mich, das ist eigentlich der Erdmann-Standard, aber trotzdem bin ich immer wieder überrascht, wie leicht es ist, diesen Charakteren zu folgen, ihnen zuzujubeln, mit ihnen zu leiden und zu lachen.
Wirklich gut gefallen hat die unterschwellige Gefahr, denn noch längst ist nicht alles Grauen im ersten Buch offen gelegt und ich bin mir sicher, dass noch so einige Überraschungen in den nächsten Bänden folgen werden, worauf ich mich tierisch freue!
Ein Nadine Erdmann Buch bedeutet auch, dass die LGBTQ Community einen großen Raum einnimmt, sei es durch Beziehungen, offene Gedanken oder geführte Diskussionen, was mir persönlich sehr gut gefällt, da ich es ehrlich und wichtig finde. Ich weiß aber auch, dass nicht jeder so positiv darauf zu sprechen ist, also ist das Buch nicht für jedermann gedacht.
Es gibt viele Schreckmomente in "Unheilige Zeiten", die für Spannung und Anspannung sorgen, einige brutale und ungeschönte Szenen, dennoch schafft es so mancher Charakter durch lockeren Humor, durch Zuspruch, mit Freundschaft und Liebe auch für heitere Momente zu sorgen. Die Balance ist gut.
"Optimismus ist total out. Der wurde eh immer überbewertet. Realismus mit einem ordentlichen Schuss Zynismus – das ist das Must-have, wenn man mit dem Leben klarkommen will." - Gabriel
Foto © Greenlight Press
Inhalt & Zitate © Nadine Erdmann
Klappentext © Greenlight Press


Schönen guten Morgen!
AntwortenLöschenIch bin auf die Reihe hauptsächlich durch Bambinis Bücherzauber aufmerksam geworden, weil sie auf dem Blog so oft erwähnt und gelesen sowie gehört wird :)
Ich hab dann auch damit angefangen aber nach der ersten Staffel tatsächlich aufgehört. An sich fand ich es eine tolle Story mit vielen Ideen und spannenden Hintergründen - aber ich muss zugeben, dass mich die "Familie" bzw. die Mitglieder oder auch das Zusammenleben irgendwann etwas genervt hat. Sie waren alle zu "gut". Jeder hatte Verständnis, jeder konnte sich einfühlen, jeder war immer nur im Grunde gut, es gab mir hier einfach zu wenig Facetten. Was sich komisch anhört, da ja alle sehr unterschiedlich waren, aber das ist einfach mein Eindruck gewesen. Hier hätten für mich noch mehr Konflikte mit Biss dazugehört ;)
Aber es freut mich dass du von der Reihe auch so begeistert bist!
Liebste Grüße, Aleshanee
Hey Aleshanee :)
LöschenWas Du bemängelst, ist genau der Grund, wieso ich die Bücher dieser Autorin so gerne mag: Weil die Charaktere einfach so einfach zu begleiten sind, sich gegenseitig ohne Kompromisse unterstützen und eine selbst erwählte Familie oft einfach etwas schönes ist. Ich habe jetzt schon ein paar verschiedene Bücher von ihr gelesen und alle ähneln sich in diesem Punkt, was ich aber nicht schlimm finde, ich liebe jeden von ihnen.
Der Pfeffer wird durch die Story geliefert oder andere Nebencharaktere, die als düstere Grobiane daher kommen :D
Schade, dass Du die Reihe abgebrochen hast, aber es sind auch recht viele Bücher und ich bin immer noch nicht ganz sicher, ob ich sie alle direkt hintereinander lesen werde.
Hast Du nur aufgehört, weil Dir die Harmonie der Charaktere zu viel wahr, oder gibt es noch andere Gründe? :D
Liebe Grüße,
Tascha