Autorin: Lisa Jackson
Originaltitel: Absolute Fear
Reihe: New Orleans, Band 4
Verlag: Knaur
Format: Paperback
Seiten: 592
ISBN: 9783426637487
Erschienen: 01.01.2009
Preis: 14,95 € [D]
Leseprobe
KlappentextEve Renner will sich in einer abgelegenen Hütte im Wald mit ihrem alten Freund Roy treffen, von dem sie einen sonderbaren Anruf bekommen hat. Dort angekommen, findet sie seine grausam entstellte Leiche. Auf Roys Stirn hat der Mörder eine Zahl tätowiert und die Wände mit Blut beschmiert. Völlig schockiert ruft Eve um Hilfe, doch das Letzte, was sie sieht, bevor ihr schwarz vor Augen wird, ist ihr Liebhaber Cole Dennis, der eine Waffe auf sie richtet...
Ehrlich gesagt hatte ich nach "Shiver" ein
wenig Angst erneut in den Strudel des Bekannten zu geraten. Ein
Thriller muss schocken, überraschen, darf nicht so offensichtlich sein.
Leider setzt die Autorin nicht nur gemeinsame Charaktereigenschaften
zwischen den Detectives ein und gibt ihnen fast ähnliche
Liebesgeschichten, sondern zeigt den Täter jeden Buches auf die exakt
gleiche Weise: fanatisch religiös, auf Rache sinnend, immer nach der
weiblichen Hauptfigur lechzend und sich selbst für seine sexuellen
Fantasien verachtend. Wenn man bereits ein paar Bücher der Rache Reihe
kennt, werden weitere Handlungen und wie sich Charaktere verhalten,
etwas zu vorhersehbar, was den Spaß am lesen deutlich einschränkt.
Zum Glück war es mit "Cry" deutlich
anders. Ok, nicht alles, aber schon zu Beginn des Buches ist die
Athmosphäre eine ganz andere und zeigt dem Leser neue Perspektiven in
die Geschichte einzutauchen.
Schnell scheint festzustehen, dass Eve
Renners Verlobter Cole Dennis sie erschießen wollte. Nach einem Streit,
in dem es darum ging, dass Eves alter Jugendfreund Roy Kajak sie mitten
in der Nacht in eine abgelegene Hütte im Sumpf bestellt, weil er Beweise hätte,
zögert sie nicht sich sofort auf den Weg zu machen. Sie belügt Cole um
den wahren Grund von Roys Anruf. Als sie in der Hütte ankommt, findet
sie Roy tot vor, mit durchgeschnittener Kehle. Noch während sie den
Notruf wählen will, sieht sie im Spiegel ein vertrautes Gesicht mit
einer Waffe, die direkt auf sie schießt.
Wo bliebe aber der
Nervenkitzel, wenn es so einfach wäre? Nein, es ist alles andere als
einfach, denn während Cole als ehemaliger Strafverteidiger noch härter
von der Polizei unter die Lupe genommen wird und Eves Zeugenaussage
durch ihre schwere Kopfverletzung zu Gedächtnislücken führt, erfährt der
Leser wie sehr es den Täter quält, dass seine Eve ihm diesmal entkommen
ist. Im Grunde erzählt "Cry" also zwei Geschichten, die ineinander fließen.
Jackson
hat mich diesmal wirklich dran gekriegt. Ich habe erschrocken die Augen
aufgerissen, einige Zeilen erneut gelesen, weil ich nicht glauben
wollte, was ich da gerade erfahren habe und gerade wenn ich dachte es
verstanden zu haben, gab es eine neue Wendung, die noch unglaublicher
war. "Cry" bietet einfach alles: Vertrautheit zu bekannten
Charakteren - Bentz, Montoya, sogar Bentz' Tochter Kristi - die
ebenfalls neue Dinge erfahren, die sie mit diesem Fall in einen ganz
speziellen Zusammenhang bringen, weitere Geheimnisse aus der Our Lady of Virtues,
ein familiäreres Lesegefühl durch wiederkehrende Charaktere wie Abby
Chastain, die nun mit Montoya verlobt ist. Manche Charaktere mag man,
andere machen es einem schwer sie zu mögen und zu Kristi Bentz habe ich
ein ganz schwieriges Verhältnis: Sie ist stur, aber auch tough, wenn sie
sich etwas in den Kopf gesetzt hat, sind ihr die Konsequenzen völlig
egal und auch nach ihren bisherigen traumatischen Erfahrungen verstehe
ich nicht, wieso sie so ist wie sie ist.
Dieses Buch zu lesen war ein einziger Nervenkitzel und auch wenn ich manchmal leicht die Augen verdreht habe, weil Charakter A mal wieder nicht von Charakter B angezogen werden will, ja sogar wütend darüber wird, es zu Streit kommt und plötzlich die sexuelle Spannung gewinnt und alles vergessen zu sein scheint, konnte ich es in einem Ruck mit wenig Pausen lesen. Nichts war wirklich offensichtlich, auch wenn man merkt, dass Jackson ihre Charaktere gerne auf ähnliche Weise agieren lässt. Für mich ist "Cry" ein Lesevergnügen gewesen, dass man auch lesen kann, wenn man die anderen Bücher nicht kennt.
"Cry" ist ein spannender Thriller, den man als Fan dieses Genres unbedingt lesen muss.
Foto © Lesedelfin
Inhalt: © Knaur & Lisa Jackson
Übersetzung: Elisabeth Hartmann

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