Autorin: Rebecca Yarros
Originaltitel: Iron Flame
Reihe: Flammengeküsst, Band 2
Genre: Romantic Fantasy
Verlag: dtv
Format: Hardcover
Seiten: 960
ISBN: 978-3-423-28383-0
Erschienen: 12/2023
Preis: 32,00 €
Leseprobe
KlappentextViolet muss entscheiden, ob sie ans tödliche Basgiath War College zurückkehren will … und inwieweit sie Xaden vertrauen kann.
Alle hatten erwartet, dass Violet Sorrengail während ihres ersten Jahres am Basgiath War College sterben würde – Violet eingeschlossen. Doch sie hat überlebt.
Das richtige Training beginnt erst jetzt und Violet fragt sich, wie sie das überstehen soll. Die Herausforderungen sind zermürbend, extrem brutal und dafür gedacht, die Schmerzgrenze der Reiter ins Unermessliche zu treiben, aber das größte Problem ist der neue Vizekommandeur, der Violet brechen will – es sei denn, sie hintergeht den Mann, den sie liebt.
Auch wenn Violets Körper schwächer und fragiler ist, hat sie immer noch ihren Verstand – und ihren eisernen Willen. Und die wichtigste Lektion, die sie bisher gelernt hat, scheinen alle anderen zu vergessen: Drachenreiter machen ihre eigenen Regeln ...
FOLGEBAND! ACHTUNG SPOILERGEFAHR!!!
Nach der absoluten Begeisterung, die "Fourth Wing" von Rebecca Yarros bei mir hinterlassen hat, war ich froh die Fortsetzung "Iron Flame" direkt als nächstes aus dem Regal ziehen zu können, denn diese magische Welt voller Drachen und düsterer Legenden, die nicht nur starke Hauptprotagonisten hat, sondern auch die Nebencharaktere im richtigen Licht glänzen lässt, macht absolut süchtig! Obwohl das Buch zweihundert Seiten mehr hat als der Auftakt der Flammengeküsst Reihe, gab es meiner Meinung nach viel weniger Geschichte zu erleben, vieles verlief nach dem selben Muster, es gab wenige Überraschungen, aber wenn, dann haben sie mit der vollen Emotionspallette zugeschlagen. Es war ein gewisses Auf und Ab an Spannungen und Nichtigkeiten - genau wie die Beziehung zwischen Violet und Xaden...
Nach dem Bombeneinschlag eines Cliffhangers in "Fourth Wing", war "Iron Flame" direkt Pflichtlektüre, denn jetzt geht es endlich los! Violets Wiedervereinigung mit ihrem totgeglaubten Bruder und die Entdeckung, dass Xadens Heimat Aretia doch nicht komplett zerstört wurde, sondern im geheimen wieder aufgebaut wird und er seit Jahren an einer Revolution beteiligt ist, haben für ein paar tolle Überraschungen gesorgt. Und auch Violets kleiner goldener Drache Andarna sorgt für viel Aufregung. Generell muss ich sagen: Dieses zweite Buch gehört komplett Andarna, sie hat echt gerockt, gezickt und es hat unendlich viel Spaß gemacht ihrer Entwicklung zu folgen.
Leider konnte mich dieses Buch aber nicht so fesseln, wie der erste Band, obwohl ich dank des tollen, lockeren Schreibstils der Autorin sehr gut durch die Seiten gekommen bin. Einige Male war es etwas ermüdend, wenn die Kämpfe fast immer nach dem selben Muster abgelaufen sind, obwohl jeder Kampf genauso zelebriert wurde, als sei es der finale Kampf - was für mich dann den wirklich finalen Kampf etwas abgestumpft hat. Violet, die durch ihre gewaltige Macht ganze Schlachten entscheiden könnte, muss immer noch lernen ihre Fähigkeiten richtig zu kontrollieren. Immer wieder darüber zu lesen, wozu sie fähig sein könnte, ist auf Dauer etwas nervig, wenn immer mehr Zeit vergeht und nichts wirklich passiert. Violet ist zwar die typische Heldin, die von ihren Feinden ständig unterschätzt wird, und tatsächlich hat sie genug Wissen und Mut, um Lösungen zu finden, aber irgendwie wird es nicht mehr so glaubwürdig dargestellt, wie im ersten Buch. Sonst verehrt man die Helden für ihre Selbstaufopferungsgabe, aber Yarros hat es für meinen Geschmack etwas zu sehr damit übertrieben.
Die Liebesgeschichte konnte mich auch nicht komplett überzeugen, auch wenn die tollsten und kitschigsten Dialoge bei mir für einige Seufzer gesorgt haben. Violet und Xaden sind beide sehr mächtig und tragen viel Verantwortung und während Xadens Geschichte aus einem anderen Blickwinkel erzählt wird und man so einiges über ihn erfährt (was für so manche Schnappatmung sorgt), hat Violet ein großes Problem ihm noch zu vertrauen. Das hält die beiden aber nicht davon ab, dass es körperlich heiß hergeht und ihre Gefühle roh und leidenschaftlich aus ihnen heraus brechen.
In einer militärischen Fantasy Welt wie dieser, wo Drachen und Magie etwas selbstverständliches sind, kann jeder Kampf der letzte sein und das bringt die Autorin auch so rüber. Trotzdem wirken manche Szenen etwas zu übereilt und enden viel zu schnell, während sich andere zu lang ziehen. Die Balance fehlt ein wenig.
Was genauso geblieben ist, wie im ersten Buch, sind die Drachen. Besonders Tairn hat seinen grummeligen Beschützer-Charme noch weiter ausgebaut und Andarna ist nochmal eine komplett andere Sache durch die Entwicklung, die sie erlebt. Das Band zwischen Violet und ihren beiden Drachen ist einfach wundervoll und alleine darüber könnte ich tausend Seiten lesen, ohne das es langweilig werden würde.
Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, ist die Art und Weise, wie aus Feinden Verbündete heranwachsen müssen und doch genug Zündstoff übrig bleibt, damit es nicht zu einfach wird. Was den Schlachten an Balance fehlt, hat die Autorin in diesem Handlungsstrang zu hundert Prozent richtig gemacht.
Es kommen einige neue Nebencharaktere vor, die sich perfekt in die Geschichte einfügen und ich bin froh, dass Yarros ihnen immer noch ausreichend Platz lässt, sich zu entwickeln, auch wenn Violet und Xaden diesmal deutlich mehr im Fokus stehen und oft genug die ganze Bühne für sich selbst beanspruchen.
"Iron Flame" war zwar an manchen Stellen etwas zu vorhersehbar und konnte nicht mit jeder Schlacht bei mir punkten, trotzdem gibt es genug Handlungen, die sich für den dritten Teil warm laufen und auf die es sich lohnt zu warten. Was als knallharte, lebensgefährliche Ausbildung für die Vorbereitung auf einen Krieg rund um Territorien und Ressourcen begann, wurde zu einer Suche nach der Wahrheit, denn statt auf die wirkliche Welt vorbereitet zu werden, wurden die wahren Gefahren zu Legenden degradiert, die sich nun zu voller Macht erheben und übermächtig erscheinen. Um sich dieser Herausforderung zu stellen, müssen alte Feindschaften begraben werden um gemeinsam die Welt zu beschützen.
Das Buch endet nicht mit so einem fiesen Cliffhanger, wie "Fourth Wing", trotzdem spürt man als Leser, dass der schwerste Kampf erst noch kommt. Yarros hat viele - recht offensichtliche - Andeutungen gemacht, wie es im nächsten Teil weitergehen könnte, irgendwie scheint plötzlich alles möglich zu sein und ich weiß, dass ich "Onyx Storm", welches im Januar 2025 erscheinen soll, nicht ohne viel Nervennahrung überstehen werde.
Lieblingszitat:
Denn Liebe ist im Grunde nichts anderes als Hoffnung. Hoffnung auf ein Morgen. Hoffnung auf das, was sein könnte. Hoffnung, dass die Person, der man sein ganzes Sein anvertraut hat, es hegen und beschützen wird. Und Hoffnung? Diesem Zeug kann man schwerer den Garaus machen als einem Drachen.
Die Autorin:
Rebecca Yarros ist eine mehrfach ausgezeichnete "New York Times"-, "Wall Street Journal"- und "USA Today"-Bestsellerautorin und dazu eine schokoladen- und kaffeeabhängige, hoffnungslose Romantikerin. Die Mutter von sechs Kindern lebt mit ihrer Familie und einem veritablen Kleinzoo von Haustieren in Colorado.
"Iron Flame"
"Onyx Storm" (erscheint 01/2025)
Foto © Lesedelfin
Inhalt & Zitate © Rebecca Yarros & dtv Verlag
Übersetzung: Michelle Gyo & Michaela Kolodziejcok


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