[Abgebrochen] "Haunting Adeline" von H. D. Carlton (Cat and Mouse Duet #1)


Autorin: H.D. Carlton
Reihe: Cat and Mouse Duet, Band 1
Genre: Dark Romance, Stalker Romance
Format: eBook
Seiten: 608
ISBN: 978-1957635002
Erschienen: 08/2021
Preis: 4,58 €
Sprache: englisch
Leseprobe

 

Klappentext
The Manipulator

I can manipulate the emotions of anyone who lets me.
I will make you hurt, make you cry, make you laugh and sigh.
But my words don't affect him. Especially not when I plead for him to leave.
He's always there, watching and waiting.
And I can never look away.
Not when I want him to come closer.

The Shadow

I didn't mean to fall in love.
But now that I have, I can't stay away.
I'm mesmerized by her smile, by her eyes, and the way she moves.
The way she undresses...
I'll keep watching and waiting. Until I can make her mine.
And once she is, I'll never let her go.
Not even when she begs me to.
Dieses Buch enthält expliziten, graphischen Inhalt, der erst ab 18 Jahren gelesen werden sollte. Meine Rezension greift diese Themen auf, weshalb Triggergefahr besteht. Welche Themen in dem Buch behandelt werden, erfährt man meist auf den jeweiligen Verlagsseiten oder, wenn ihr die Leseprobe öffnet, direkt zu Beginn des Buches.

Ich glaube über "Haunting Adeline" von H. D. Carlton wurde in der Bücherwelt schon das meiste erzählt und es ist unmöglich an diesem Buch vorbeizukommen, ohne selbst einmal reingeschaut zu haben, also wollte ich mir auch eine Meinung bilden. Und sehr kurz gesagt: Ich verstehe den Hype nicht...

Kurz für die Leute, die erfolgreich an diesem Buch vorbei gekommen sind: Es ist eine Stalker Romance, die sich um die Autorin Adeline Reily dreht, die in das alte Haus ihrer Oma einzieht, in deren Vergangenheit ein paar Geister auftauchen, denen Adeline unbedingt auf den Grund gehen will. Alte Briefe ihrer Urgroßoma enthüllen, dass sie einen Stalker hatte, doch nichts ist, wie es auf den ersten Blick erscheint. In Adelines Haus tauchen plötzlich lauter einzelne Rosen auf und sie erkennt, dass sie - genau wie ihre Urgroßoma - einen Stalker hat, der sich unbemerkt in ihr Haus schleichen kann und klare Ansprüche an sie stellt. Als sie eines Abends mit ihrer Freundin ausgeht, um sich einen netten Mann für eine Nacht zu suchen, wird ihr schnell klar, dass ihr Stalker es bitter ernst meint und sie nicht teilen wird... 

Das Dark Romance Genre ist längst ein großer Bestandteil der heutigen Lesekultur und auch wenn ich nichts gegen diese Art der Geschichten einzuwenden habe, müssen sie für mich dann auch in allen Punkten, die mir persönlich wichtig sind, stimmig sein. Zum Beispiel bin ich kein Fan von purem Smut. Es braucht Charaktere, die in ihren Eigenschaften überzeugen können, ganz egal ob sie positiv oder negativ sind. Je schlimmer ein Charakter, umso schöner und erfüllender der Weg der "Veränderung". Der Handlungsort darf in seinen Beschreibungen nicht zu kurz kommen. Außerdem ist es mir wichtig, dass es nicht direkt mit Sex beginnt, sondern sich langsam aufbaut und auf die Charaktere angepasst ist. 

Bei "Haunting Adeline" ist das einzig gute die Kulisse, den Adeline Reily lebt in dem alten Haus ihrer Großmutter, in dem viel Familiengeschichte und auch Tragik steckt. Als Leser kann man sich sehr gut an diesen Ort versetzen, denn die Autorin setzt ihn gezielt in Szene und kreiert etwas unheimliches. Genau die richtige Stimmung für so eine Geschichte. Aber was hilft die beste Optik, wenn das Innere einfach nicht überzeugen kann. Mir ist es völlig egal, dass die weibliche Hauptprotagonistin so schön ist, dass ihr die ganze Männerwelt sofort zu Füßen liegt, wenn sie mir einfach nur "hohl" vorkommt. Und das meine ich nicht zwingend im dummen Sinne, sondern eher nach dem Motto, dass sie nichts wirklich zu bieten hat. Sie ist Autorin, hat also Fantasie, aber davon erfährt der Leser nichts. Sie ist introvertiert, hat aber kein Problem ein aktives Sexleben zu haben. Der einzige Zweck, den Adeline in meinen Augen darstellt, ist als Spielball der Handlung von einer unmöglichen Situation in eine andere zu geraten, wobei sie wegen ihrer Attraktivität nicht nur in den Fokus ihres Stalkers gerät, sondern gefühlt jede gefährliche männliche Person in diesem Buch auf sie aufmerksam wird. Das ist so verdammt unglaubwürdig, aber damit könnte ich umgehen, wenn diese "Zufälle" besser gestaltet worden wären und nicht mit neonfarbenen Pfeilen regelrecht darauf aufmerksam machen, dass es eben kein Zufall ist. Wir Leser sind doch nicht doof... Natürlich müssen solche "Zufälle" geschehen, damit die Handlung voranschreitet, aber wir wollen dabei auch den Funken einer Überraschung erhalten. 

Das diese absolut nichtssagende, weibliche Hauptprotagonistin eine beste Freundin mit deutlichem Mundwerk und ausgeprägten Sexleben hat, die aus Addie wenigstens ein klein wenig herauskitzelt - auch wenn es nur Trash Talk, Sex Talk und sonst irgendwie nix ist - war für mich persönlich kein tolles Highlight, aber immerhin dachte ich, dass wenigstens eine Freundin vorhanden ist, die für sie in ihren dunklen Stunden da ist. Na ja, zu Dayas Verteidigung: Dafür muss Addie auch erst einmal verstehen, wann sie in so einer Lage ist. Denn Daya ist definitiv eine gute Freundin. Aber eben auf einem anderen Niveau. Es hat mich wahnsinnig gemacht... 

Und was könnte besser zu einer nichtssagenden Frau passen, als ein Mann, der zu viel zu sagen hat, aber lieber seine Taten für sich sprechen lässt, die sich schließlich als so verdreht und wenig nachvollziehbar entpuppen, dass man weiterliest, weil man hofft doch noch irgendwo einen Sinn zu entdecken... Aber komplette Fehlanzeige und deshalb habe ich das Buch nach siebzig Prozent abgebrochen. Auch, weil ich genug Spoiler mitbekommen habe, die mir nicht gefallen haben und wo sich das weiterlesen für mich dann einfach nicht gelohnt hat.

Adeline ist nur hübsche Deko, die in eine Männerwelt gesaugt wird. Zade ist ein extrem gutaussehender Typ (Überraschung!), dessen Narben von seinen Erfolgen erzählen und der mich mit seiner persönlichen Geschichte sofort für sich begeistern konnte, bis er Addie wirklich gegenübersteht und selbst die Grenze überschreitet, für die er andere Männer verfolgt und tötet. Es hat mich einfach so unglaublich wütend gemacht, dass hier ein Mann erschaffen wurde, der die Fehler der Welt sehen kann, sogar dagegen vorgeht und dann selbst ein ganz schlimmer ist. 

Man könnte als Leser fast den Eindruck bekommen, dass die Lebensgeschichten der Charaktere - die zwar vorkamen, aber nicht wirklich tiefer erläutert wurden - deshalb so kurz kamen, damit genug Platz für wilden, ungeschönten und traumatisierenden Sex blieb. 

"Haunting Adeline" war für mich ein absoluter Flop, was mir schon nach den ersten Kapiteln klar war, aber trotzdem bin ich dran geblieben, weil ich dachte, dass das Rätsel um Urgroßoma Gigi interessant war und auch Zades Job hatte genügend aufregende Facetten zu bieten. Aber der Sexanteil war einfach zu groß, wogegen eigentlich nichts einzuwenden wäre, aber als demisexuelle Person (Sex ohne emotionale Bindung ist nicht möglich) brauch ich da einfach mehr Tiefgründigkeit. 

Die Autorin empfiehlt vor diesem Buch "Satans Affair" zu lesen.

Die Autorin:
H.D. Carlton ist internationale und USA Today Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Partner, zwei Hunden und einer Katze in Ohio. Wenn sie nicht gerade in den Tränen ihrer Leser badet, schaut sie sich paranormale Shows an und wünscht sich, sie wäre eine Meerjungfrau. Ihre Lieblingscharaktere gehören zur moralisch grauen Sorte. 

"Haunting Adeline"
"Hunting Adeline"

"Satan's Affair"
"Where's Molly"


Quellen:
Foto © H.D. Carlton

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