[Rezension] "Letztendlich sind wir dem Universum egal" von David Levithan


Autor: David Levithan
Originaltitel: Every Day
Band: 1
Genre: Jugendbuch
Verlag: Fischer
Format: Hardcover
Seiten: 394
ISBN: 978-3-8414-2219-4
Erschienen: /2014
Preis: 16,95 €
Leseprobe




Klappentext
"Jeden Tag bin ich jemand anders. Ich bin ich - so viel weiß ich - und zugleich jemand anders. Das war schon immer so."

Jeden Morgen wacht A in einem anderen Körper auf, in einem anderen Leben. Nie weiß er vorher, wer er heute ist. A hat sich an dieses Leben gewöhnt und er hat Regeln aufgestellt: Lass dich niemals zu sehr darauf ein. Falle nicht auf. Hinterlasse keine Spuren. Doch dann verliebt A sich unsterblich in Rhiannon. Mit ihr will er sein Leben verbringen, für sie ist er bereit, alles zu riskieren – aber kann sie jemanden lieben, dessen Schicksal es ist, jeden Tag ein anderer zu sein?



Einmal im Leben jemand anders sein. Ein anderes Leben führen. Sehen, dass auch andere - vermeidlich perfekte Menschen - ein schweres Leben haben können. All die verschiedenen Erfahrungen in sich aufsaugen.
Wer hat sich das nicht schon einmal gewünscht?
In dem Buch "Letztendlich sind wir dem Universum egal" macht A genau diese Erfahrungen. Immer und immer wieder, er hat gar keine andere Wahl. Denn seit er denken kann, wacht er jeden Morgen im Körper eines anderen Teenagers auf.

Der Einstieg in "Letztendlich sind wir dem Universum egal" war anders als ich es sonst von Büchern kenne. Die Hauptperson kennen zu lernen schien mir wichtiger zu sein, als auf die Ereignisse zu warten, denn eigentlich ist A - wie er sich selbst nennt - die wirkliche Handlung des Buches. Mit ihm erlebt der Leser ein ganz besonders faszinierendes Erlebnis, denn niemand weiß wer A wirklich ist. Männlich oder weiblich? Gibt es eine Familie? Und existiert A überhaupt? Dieser Charakter ist nicht in dem Sinne greifbar, dass man benennen könnte was man an ihm mag. Keine äußerlichen Merkmale, an denen man sich als Leser gewöhnen kann, dafür aber eine Weisheit, die von all den Erfahrungen erzählt, die A in seinem Leben gemacht hat. Als stiller Beobachter glaubt er bereits alles gesehen zu haben und deshalb jedes Verhaltensmuster eines Menschen vorausahnen zu können. Ich gebe zu, dass ich mir A als Jungen vorgestellt habe, da der Autor mit einem Tag im Leben eines prolligen Highschool Schülers namens Justin begonnen hat.

Alles was daraufhin folgt, sind Tage, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und doch bleibt eine Konstante: Rhiannon, Justin's Freundin.
Normalerweise lebt A die Leben der Jugendlichen, die er für einen Tag lang sein muss, einfach vor sich hin. Manchmal aktiv, wenn ihm die Umgebung und Situation nicht zu sehr überanstrengt. Aber manchmal schottet er sich auch ab und wartet einfach, bis er einschläft und am nächsten Morgen als jemand anderes erwacht. Rhiannon verändert seine komplette Existenz. A weiß, wie Justin mit ihr umgeht, denn er kann auf alle seine Erinnerungen zurückgreifen. Rhiannon hat was besseres verdient und sie fasziniert ihn. A will ihr nahe sein, egal in welchem Körper. Für ihn zählen die Teenager nicht mehr, die er für einen Tag sein muss, denn nur noch eine Person ist für ihn von Bedeutung - und um ihr nahe sein zu können, würde A alles tun.

"Letztendlich sind wir dem Universum egal" war ein mitreißendes Buch, was meine Fantasie sehr stark angekurbelt hat. Levithan schreibt mit einer Mischung aus purer Ernsthaftigkeit und sehr viel Emotion, was bei mir zu Schwankungen geführt hat, ob ich A nun mag bzw. verstehen kann oder ob er mir unsympathisch ist. Manchmal dachte ich, dass ihn jemand stoppen muss, ein Freund oder Familienmitglied, dass ihm sagt "so kannst du das nicht machen". Doch da ist niemand. Alles was man als Leser sieht, ist die Welt aus A's Perspektive. Manchmal fühlte ich mich manipuliert, weil ich selbst dachte, die Situation hätte man auch anders lösen können, doch A's Hartnäckigkeit überrollte mich und natürlich wollte ich - um es ganz kitschig zu sagen - dass er das Mädchen bekommt und glücklich wird.


A lebt viele Leben, er ist an keinen eigenen Körper, Erinnerungen oder Geschichten gebunden und völlig allein. Was für uns unvorstellbar klingt, wird in diesem Buch auf eine berührende Weise erzählt und man begleitet A auf einer für ihn völlig neuen Erfahrungsreise, als sich genau diese festen Punkte seines "Lebens" ändern und er ein Mädchen kennen lernt, dass er nicht einfach über Nacht vergessen möchte.
"Letztendlich sind wir dem Universum egal" kann man vielseitig interpretieren, für mich war es aber vorallem ein Buch über die Erfüllung des eigenen Seins. Wer ist man und wer möchte man sein? 


"Letztendlich sind wir dem Universum egal"
"Letztendlich geht es nur um dich"
  
Quellen
Übersetzung: Martina Tichy
Umschlaggestaltung
©: www.buerosued.de
Abbildung
©: www.buerosued.de
Klappentext
©: David Levithan / Fischer Verlag
Rezension
©: nallasbuecherkiste.blogspot.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Wenn Du auf meinem Blog kommentierst, werden die von Dir eingegebenen Formulardaten (und unter Umständen auch weitere personenbezogene Daten, wie z. B. Deine IP-Adresse) an Google Server übermittelt. Mehr Infos dazu findest Du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.

Mit dem Absenden Deines Kommentares bestätigst Du, dass Du die oben genannten Erklärungen gelesen und akzeptiert hast.

Vielen Dank für Deinen Kommentar :)