Früher war alles besser - dieser Satz wird wahrscheinlich niemals ganz an Bedeutung verlieren. Ob es dabei z.B. um unsere Freizeitgestaltung in der Kindheit, abseits von jeglichen Handys oder Spielekonsolen geht, oder die Warnehmung, dass die Schulzeit doch irgendwie besser war, als das Erwachsenen sein (auch wenn wir das damals schwachsinnig fanden!), oder, oder, oder... Die Möglichkeiten, was wirklich alles besser war, sind endlos, aber aktuell hat sich ein Thema an die Spitze geschlichen, bei dem ich niemals gedacht hätte mich so extrem damit auseinander setzen zu müssen.
DSGVO - Die Datenschutz-Grundverordnung
Was ist das ganze?
Woher kommt es?
Und wieso muss ich kleiner Blogger mich damit auseinandersetzen?
Das sind wohl die Fragen, die wir uns dieser Tage alle stellen, denn Fakt ist: Am 25. Mai 2018 ist Stichtag, bis dahin hatten alle Internetnutzer, die einen Blog, eine Webseite oder einen Webshop betreiben, Zeit, ihre Plattform an das neue Datengesetz anzupassen.
Mein aktueller Stand? Ein rauchender Kopf, meine Augen sind Fragezeichen und das alles wächst mir doch ein wenig über den Kopf.
Meine aktuelle Motivation: Keine Panik, das wird schon!
Ich muss gestehen, dass ich bereits bei meinen Angaben gemäß § 5 TMG, ein paar Bauchschmerzen hatte. Wieso muss jeder meinen vollständigen Namen wissen und um den ganzen dann noch die Krone aufzusetzen: wieso muss jeder wissen, wo ich wohne? Als jemand, der viel in Foren und Online Games unterwegs ist und auch mal verrückte Leute "treffe", denen ich nicht einmal meinen Vornamen nennen möchte, war das wirklich ein Eingriff in meine Privatsphäre.
Dann hieß es: "Wenn du das so siehst, solltest du deinen Blog lieber direkt löschen."
Meinen Blog löschen, den ich - über mehrer Plattformen verteilt - nun bereits seit neun Jahren führe? (Mal mehr, mal weniger itensiv?) Das fühlte sich ebenfalls nicht richtig an. Also habe ich ein paar Schutzmaßnahmen getroffen, damit mein Name sich nicht sofort automatisch mit meiner Adresse finden lässt, habe Links zu meinem Blog aus Netzwerken entfernt etc...
Ich bin ja schließlich bereit für Kompromisse.
Seit immer mehr Blogs ihre Deaktivierung zum 25.05. ankündigen, schrillen natürlich auch bei mir die Alarmglocken, denn auch wenn das Datenschutzgesetz bereits seit zwei Jahren in Kraft gesetzt ist, hat man immer noch Zeit sich anzupassen.
Doch diese Anpassung gestaltet sich schwierig und führt mich über gefühlt tausende Blogs, die dankenswerterweise ihre Erfahrungen versuchen zu teilen, Ratschläge geben und die Panikmache verhindern wollen.
Mein größtes Problem bei der Umsetzung ist einfach genannt: Ich habe keine Ahnung, was dieses Fachsalat Chinesisch AKA Datenschutzverordnung eigentlich in den einzelnen Punkten ganz genau heißt. Mir kommt es vor als müsste ich Programmier sein, der Jurist ist und beides mit Bestnoten bestanden hat.
Schließlich möchte ich verstehen, was ich hier mache, aber mir wird immer mehr klar, dass ich das wohl niemals ganz kann.
Und da wären wir beim nächsten Problem: Wenn ich keine Ahnung habe, brauche ich Hilfe. Wo finde ich seriöse Hilfe, die sich dafür nicht teuer bezahlen lässt?
Es gibt so viele wundervolle Blogger und Bloggerinnen da draußen, die ihr Wissen verbreiten und Hilfestellungen geben und das ist wunderbar, allerdings bin ich auch schon über kostenpflichtige Seiten gestoßen wie Onlinekurse, bei denen man erklärt bekommt, was die DSVGO ist, und auch Anwälte bieten an, dass sie den Blog überprüfen.
Ich bin durchaus bereit ein wenig Geld zu investieren, wenn es mir sinnvoll erscheint, doch so ganz erschließt es sich mir nicht.
Ich nutze Blogspot. Ich nutze die einzelnen Design-Tools um meinen Blog zu strukturieren und verzichte, soweit ich es selbst zu 100% nachziehen kann, auf jegliche Werbung oder Speicherung der Daten.
Und genau da mache ich wieder einen Denkfehler. Schließlich steckt hinter dem System, das ich nutze, zigtausend weitere Systeme, Dienste, etc. die sich mir gar nicht erschließen (bzw. jetzt erst so langsam bewusst werden.)
Ich persönlich brauche Eure Daten nicht. Weder IP, noch Bilder, noch sonst was. Doch angeblich speichere ich sie automatisch. Also bin ich in der Pflicht mich abzusichern und Euch eine Plattform zu bieten, bei der ich auf Datennutzung aufmerksam mache. (Das ist doch echt alles verrückter Käse!)
Datenschutz ist wichtig, das ist gar keine Frage, doch wie wir Internetnutzer von Unternehmen darauf aufmerksam gemacht werden, ist meist so verschachtelt erzählt, dass man vielleicht gerade einmal die Hälfte versteht. Ich bemühe mich nach bestem Gewissen meinen Blog der DSGVO anzupassen und nehme das schon ernst. Google+ habe ich z.B. komplett von meinem Blog entfernt.
Blogspot hat noch nicht alle Dienste so angepasst, dass sie gesetzeskonform anwendbar sind, deshalb werde ich mich wohl den Leuten anschließen, die ihren Blog vorrübergehend auf privat setzen, bis sich das ganze Thema etwas klarer darstellt und Lösungen gefunden werden.
Ich kann nur mit dem arbeiten, was man mir zur Verfügung stellt.
Solltet Ihr auch noch Probleme haben, könnt Ihr Euch hier mal schlaulesen. Für mich war es schon recht hilfreich.
Wenn Ihr noch Tipps habt, dürft Ihr mir die gerne dalassen ^^
Liebe Grüße,
Tascha
7 Kommentare:
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Hallo,
AntwortenLöschendanke Du sprichst mir aus der Seele. Für mich ist mein kleiner Blog auch nur ein Hobby. Ich verdiene damit kein Geld und sehe mich daher auch nicht als Unternehmer. Es geht hier nur um die Meinungsfreiheit und der Austausch mit Gleichgesinnten.
Ich bin auch dabei meine Seite anzupassen und dann erstmal abzuwarten was so passiert. Wo kein Kläger, da kein Richter. Die Frage ist doch wer kommt zu Schaden, wenn man einen Blog besucht und dort Daten gespeichert werden? Kann man nicht nur verklagt werden, wenn auch ein Schaden entsteht? Ist das zu naiv gedacht?
Keine Ahnung.
Wünsche Dir jedenfalls alles Gute und auch weiterhin Spaß am Bloggen.
Viele Grüße
Andrea
Hallo Andrea,
LöschenGenau so denken wahrscheinlich 90% aller Bücherblogger: Es ist ein Hobby. Irgendwann haben wir uns alle mal hingesetzt und das gemacht. Aber da sogar Blogs, die einfach nur so eine Art Tagebuch führen, ein vollständiges Impressum gemäß §5 angeben müssen, leben wir wohl in einer ziemlich verkorksten Welt. Im Internet sind einfach viele Abzocker unterwegs und die von denen zu trennen, die einfach nur ihren Spaß haben möchten, scheint man nicht umsetzen zu können. Also wird einfach mal eine Grundeinigung aus dem Hut gezaubert. So empfinde ich das zumindest. Das Blöde ist, dass ich nun wieder überall neu aufgefordert werden den neuen AGB's zuzustimmen und ganz ehrlich? Ich bin skeptischer als vorher... Irgendwo ist immer ein Haken und ich weiß die meiste Zeit eh nie wo Daten von mir gespeichert werden. (Dazu muss ich meine Naiviät gestehen, denn ich denke nicht interessant genug zu sein, aber wenn man überlegt was Leute damit verdienen... Na ja... Ich glaube eine gesunde Warnehmung werde ich wohl nicht so einfach von jetzt auf gleich entwickeln können...)
Wo kein Kläger, da kein Richter, finde ich gefährlich. Nicht, weil wir jetzt sofort alle panisch rumrennen sollten und uns vor den Behörden fürchten müssen (die werden genug zu tun haben um sich mit uns kleinen Bloggern rumzuplagen), sondern weil nur ein blöder Mensch reicht, der dich nicht leiden kann und sich denkt "Komm, den zeig ich jetzt mal an" Ob das Wirkung hat oder wie lange sowas dauert weiß ich nicht, aber leider gibt es von solchen Leuten genug. (Ich hatte sowas fast, als ich noch kein richtiges Impressum hatte... Menschen sind einfach nett)
Ich kann nur nicht verstehen, wieso Google bzw. Blogspot es noch nicht so bearbeitet hat, dass wir ganz normal weiter damit arbeiten können... Irgendwie ist das völlig unlogisch.
Na ja, wir werden mal sehen wie es weitergeht. Die letzten Jahre hatte ich nicht viel Freude am lesen/bloggen, aber wie das eben mit allem so ist, kommt es ausgerechnet jetzt wieder xD
Ich danke Dir für Deine Meinung und wünsche auch Dir noch viel Spaß. Lass Dich nicht verunsichern :)
Liebe Grüße,
Tascha
Huhu Tascha,
AntwortenLöschenwahre Worte. Von mir aus dürfen alle gerne ihre daten behalten, mich interessieren sie nicht :D. Google leider schon. Auch ich kämpfe und ringe mit der DSGVO. Immer wenn ich denke, ich habe nun alles nötige am Blog bearbeitet und getan, kommt noch etwas Neues hinzu :,(.
Ich bin mir wirklich unsicher, ob ich nicht einfach zu Wordpress umziehen sollte, aber noch sind ja ein paar Tägelchen Zeit. Vielleicht hast du ja gesehen, dass ich ebenfalls erst mal in den Privat-Modus wechseln werde, falls sich nichts tun sollte </3.
Ich drück uns allen mal die Daumen ♥.
LG Conny
Hey Conny,
LöschenMomentan ziehen viele zu Wordpress um, aber wenn ich dann auf meinen jetzigen Blog gucke und sehe was ich alles machen müsste... Nein danke. Nicht wegen etwas, das Blogspot eigentlich längst bearbeitet haben sollte. Das ist mir wirklich suspekt. Wollen die ihre Blogger etwa nicht behalten?
Am Ende sind wir alle im Privatmodus :/ Das ergibt doch auch keinen Sinn. Irgendwas müssen wir doch tun können?
Daumen drücken bis er abfällt, ich bin dabei! (:
Irgendwie, irgendwann wird das schon... Hoffentlich.
Liebe Grüße,
Tascha
Huhu :),
Löschenja, ich würde auch am liebsten bei Blogspot bleiben, weil ich mir hier einen schönen Blog aufgebaut habe und nicht wieder bei 0 beginnen möchte wegen der Unfähigkeit Weniger. Ich frage mich auch, ob ihnen die Blogger aus der EU so wenig bedeuten? Sind wir entbehrungswürdig?
Außer privat sehe ich gerade keine andere Wahl, denn ich muss mich noch au8f Prüfungen konzentrieren und will Entscheidungen abwarten :/. Dennoch macht mich das auch unglücklich... seuftz.
♥
Ganz genau: Wir haben uns was aufgebaut und auch wenn es immer heißt, dass man das woanders auch könnte, stimme ich dem nicht zu. Ich habe mich mal mit Wordpress auseinander gesetzt und wenn ich meinen Blog mit meinem eigenen Design und allen Feinheiten genau so behalten will, muss ich dafür bezahlen, anders als ich es aktuell mache. Das ist nicht fair...
LöschenDeshalb verzichte ich auf einen Wechsel.
Was jetzt allerdings noch von Google kommen soll, weiß ich selbst nicht. Es gibt noch Baustellen, aber wenn man sich bis jetzt noch nicht darum gekümmert hat, dann wird man das auch wahrscheintlich nicht mehr tun. (Oder?)
Google sitzt mit Hauptsitz in Amerika und denkt sich bestimmt mit den europäischen Gesetzen nicht wirklich umgehen zu müssen oder eben nur an der Oberfläche zu kratzen.
Konzentrier Dich auf Deine Prüfung, das ist tausendmal wichtiger :) Ich wünsche Dir ganz viel Glück dafür <3
Fair ist es wirklich nicht ... :(. Ich würde auch gerne auf einen Wechsel verzichten, aber ohne AV Vertrag werde ich wechseln. Ohne geht es nicht. Oder ohne Statement von Google, dass wir keinen brauchen.
LöschenGoogle plant ja noch irgendwas mit den Kommentaren, da stand mal was in diesem "Frühjahrsputz" und ich hoffe es gibt dann auch die Möglichkeit die Kommentare nach DSGVO zu gestalten. Ich glaube tatsächlich, das manches noch kommt. Aber der AV Vertrag wäre mir erst mal lieber. Dazu kam aber noch kein Wort von Google.
Ich würde ja gerne, aber es beschäftigt mich schon enorm. Der Blog ist mein Baby und gerade habe ich mein Baby in sein Bettchen gelegt - und es muss jetzt seeeehr lange schlafen :,(.