[Rezension] "MAY BEE" von Tomas Maidan

Autor: Tomas Maidan
Reihe: Im Kessel, Band 3
Genre: Krimi
Verlag: neobooks Selfpublishing
Format: eBook
Seiten: 264
ISBN: 978-3734782299
Erschienen: 04/2015
Preis: 1,49 €
Leseprobe

Auch als Taschenbuch erhältlich


Klappentext
Mays Leben ist verzwickt: Erst haut ihr Kater ab, dann rettet sie den falschen Mann - und zu allem Unglück arbeitet sie auch noch bei der Polizei von Kujai. Ein Paralleluniversum voller Hektik, Irrsinn, Korruption. Und sie bekommt die saure Gurke unter den klebrigen Fällen: Sie muss Konsul Bolaire finden - draußen auf Schloss Taubenschlag. Man sagt, dort würde eine Drogenbaronin ihre Pillen an die Bienen verfüttern. Mysteriös. May bricht mit ihrer Freundin Tuh auf, einer durchgeknallten Kioskbesitzerin, die mit der Laune einer rollenden Zitrone den Fall zum bunten Trip macht. Hinter Mauern aus Honig und zwischen magischen Pilzen entdecken die beiden Entsetzliches.  

Dies ist Band drei einer Reihe, kann aber auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. 


Der Klappentext verrät es schon ein wenig: In "MAY BEE" wird es abenteuerlich skuril! Man taucht als Leser in eine Welt ein, über die man ziemlich viel munkeln kann. Der Handlungsort Kujai-City ist eine Mischung zwischen Fantasie und typischem Großstadtgetümmel. Die Hauptprotagonistin May sagt hier herrsche kühle Hektik, grauer Wahnsinn, urbane Idiotie und die Innenstadt würde einem Hochsicherheitstrakt gleichen. Eindringlinge hätten es schwer hier rein zu kommen. Außerdem gibt es einen Tempel, in dem noch Gladiatorenkämpfe stattfinden. Es wird also von allem etwas geboten.

In dieser bunten Welt lebt May, die gerade schwer mit sich zu kämpfen hat. Ihr geliebter Kater Lou ist weggelaufen und an ein Liebesleben braucht sie gar nicht erst zu denken. Die angehende Polizeihauptkommissarin wird auch in ihrem Job sehr stark gefordert und muss sich mit hochnäsigen, arbeitsscheuen und vorallem korrupten Kollegen herumärgern. Und dann wird ihr noch der unangenehmste Fall aufs Auge gedrückt, den man sich vorstellen kann. Sie soll den verhassten Konsul Fredrick Bolaire, von dem keiner mehr denkt, dass er noch lebt, draußen auf Schloss Taubenschlag finden. Es heißt an diesem Ort lebt eine Drogenbaronin, mit der nicht zu spaßen ist.
Ein Einsatzteam zusammenzustellen gestaltet sich sehr schwierig und statt Hilfe bekommt sie von ihren Kollegen nur kritische Blicke und Verfahrensandrohungen, also beschließt sie kurzerhand mit ihrer besten Freundin Tuh - einer mehr als schrillen Kioskbesitzerin - alleine aufzubrechen und sich dem Fall anzunehmen. Es beginnt eine wahnwitzige, unterhaltsame und gefährliche Reise ins Unbekannte - ein Höllentrip, der humorvollen Sorte.

Der Einstieg fiel mir nicht ganz so leicht, da ich mir die Umgebung kaum vorstellen konnte. Eine korrupte Stadt und mitten drin eine Frau, die irgendwie nicht so ganz dort hinein passt und manchmal recht teilnahmslos und unerschrocken wirkt. Sie wird harsch kritisiert und geht auf nichts davon wirklich ein - dabei ist all diese Kritik nur Schall und Rauch! Da ist es kein Wunder, dass ihre beste Freundin eine schrille Persönlichkeit ist, die von Gesetzen weniger hält und der stets etwas anderes einfällt, um aufzufallen. Tuh ist die Kioskbesitzerin der Grünen Nixe und May's liebste Anlaufstelle, wenn sie wieder eine Auszeit von der Idiotie braucht.
Tuh lebt laut, schrill, skuril und sobald sie den Mund aufmacht wirft sie mit schnoderriger Liebenswürdigkeit und Leichtigkeit um sich, das man automatisch grinsen muss. Sie bringt es ungeschönt, aber unglaublich witzig auf den Punkt und ist völlig gechillt. Ich mochte sie sofort. Durch Tuh wacht auch May auf und der erste teilnahmslose Eindruck zerstreut sich sofort.
Eigentlich besaß Tuhs Anblick bereits einen gewissen Unterhaltungswert, fand May. Genau das richtige gegen Stress. Andere Leute lasen Zeitung, May guckte sich Tuh an. Immer was Neues.
Der Autor hat eine Welt erschaffen, die voller verrückter Dinge ist. Es gibt viele tierische Vergleiche, bei denen man schmunzeln kann. Die Ausdrucksweise von Maidan denkt um viele Ecken und weiß immer zu verblüffen. Dieser Krimiroman ist gespickt mit Fantasie, Wortwitz und die Protagonisten treffen auf eine drogenverzerrte Realität, bei der einem schonmal die Luft wegbleiben kann.
Ich mochte May und Tuh sehr gerne. Die Dialoge der beiden hatten auch in ernsten Situationen großen Unterhaltungswert und waren für mich die Highlights des Buches.
Das Tempo ist recht abwechslungsreich, mitreißend und manchmal verdammt rasant. 

In diesem Honigkessel steckt auch ein kleiner Schuss Liebe, der recht dünn und unaufdringlich erzählt wird und so manches Mal für Verwirrung sorgt, was vorallem an dem Protagonisten Jo liegt. Er ist schüchtern, irgendwie ängstlich und der Baronin untergeordnet. Seit dem ersten Auftauchten spukt er in May's Kopf herum ohne groß die Haupthandlung zu stören. Ich finde Tomas Maidan hat einen ganz guten Ausgleich zwischen verrückten Elementen und kriminellen Handlungen geschaffen, in den sich auch so eine Schwärmerei gut eingefügt hat.

"MAY BEE" ist eine unterhaltsame, saukomische, psychedelische Krimijagd mit vielen Gurkenvergleichen, Zitronengesichtern und einer ordentlichen Portion klebrigem Honig.
Der Einstieg ist vielleicht ein wenig unsanft, aber trotzdem unterhaltsam voller verrückter Protagonistin. Besonders Tuh konnte mir mit ihrer lapidaren Art gefallen. Mit May und Tuh wird es auf keinen Fall langweilig.

Lieblingszitat:
"May, es geht im Leben darum, zu den Zitronen zu gehören, und nicht zu den Gurken. Man hat immer genau zwei Möglichkeiten. Rechts oder links, Mops oder Maus, Biene oder Bulle, Zitrone oder Gurke, Draufhauen oder Ausweichen. Da muss man sich entscheiden."
~ Tuh

"Im Kessel"
"Taubenschlag"
"MAY BEE"

VIELEN DANK FÜR DIE BEREITSTELLUNG DES REZENSIONSEXEMPLARES, TOMAS MAIDAN :)

Titelbild ©: Tomas Maidan
Klappentext ©: Tomas Maidan 
Zitate ©: Tomas Maidan 
Rezension ©: nallasbuecherkiste.blogspot.com

Kommentare:

  1. Eine tolle Rezi! Mir hat "MAY BEE" auch sehr gut gefallen :) Band 1 und 2 waren zwar ganz anders, fand ich aber auch nicht schlecht.

    Liebe Grüße,
    Lady Moonlight

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  2. Du klingst so begeistert xD Ganz unberechtigt ist die Kritik an May nicht - tw. wird ihre Kompetenz bemängelt und die ist tatsächlich... sie kann besser Männer vor Lastern retten als ihre Vorgesetzten anbrüllen :-)

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