[Rezension] "Die Nacht der Magie" von Ilona Andrews (Stadt der Finsternis #1)

Autorenduo: Ilona Andrews
Originaltitel: Magic Bites
Reihe: Stadt der Finsternis, Band 1
Genre: Urban Fantasy
Verlag: Egmont-LYX
Format: Paperback
Seiten: 286
ISBN: 978-3-8025-8214-1
Erschienen: 03/2009
Preis: 12,95 €
Leseprobe


Klappentext
Kate Daniels verdient ihr Geld damit, übersinnliche Phänomene zu bekämpfen. Bewaffnet mit ihrem Schwert "Slayer" und ihren magischen Fähigkeiten macht sie auf den Straßen Atlantas Jagd auf Vampire und andere finstere Kreaturen. Ihr Leben nimmt jedoch eine unerwartete Wendung, als ihr Freund Greg ermordet wird. Bei der Suche nach dem Täter stößt Kate auf Ungereimtheiten: Neben Gregs Leiche wird ein geköpfter Vampir gefunden, und alles deutet darauf hin, dass bei der Tat nekromantische Magie im Spiel war. Hat womöglich der geheimnisvolle Curran, der Anführer der Gestaltwandler, etwas mit dem Ganzen zu tun? 
Ilona Andrews ist das Pseudonym eines amerikanischen Autorenehepaares und für mich eine weitere Autorenpremiere, die mir sehr ans Herz gelegt wurde. Der Klappentext verspricht Magie, Gestaltwandler und Vampir in einem Buch - wie sollte ich da also widerstehen können? ;)

Der Einstieg war jedoch ein klein wenig ungewohnt und ich hatte das Gefühl einen Folgeband in der Hand zu halten. Der Handlungsort Atlanta, in dem die Ich-Erzählerin Kate Daniels als Söldnerin arbeitet und magische Verbrechen bekämpft, ist definitiv keine normale Menschenstadt. Die Magie hat Atlanta ziemlich gut im Griff und lässt sich gut mit Ebbe und Flut vergleichen. Mal ist sie stark, legt Telefonanlangen lahm und frisst sich zerstörerisch durch hohe Gebäude und mal dümpelt sie friedlich existierend vor sich hin.
Durch diese Magie ist die Welt der Menschen sehr stark an das Paranormale gekoppelt und so gibt es die Paranormal Acitivity Division, einen Orden der Ritter und eine Söldnergilde.
Das gesamte Weltbild dieses Buches ist sehr faszinierend, aber auch irgendwie kompliziert, denn wirklich viel erfährt man nicht darüber.
Auch die Kreaturen in Stadt der Finsternis unterscheiden sich von allem, was ich bisher gelesen haben, denn die Magie drückt Gestaltwandlern, Vampiren und Menschen gleichermaßen ihren ganz persönlichen Stempel auf. Von all den drei Fantasyelementen steht die Magie somit im Hauptmittelpunkt. Die Gestaltwandler folgen an zweiter Stelle und decken mit sehr verschiedenen Tieren und auffälligen Merkmalen große Charakterpaletten ab. Die Vampire sind die schlimmste Rasse des Buches, denn sie verfügen weder über eine Seele und sind hochgradig gefährlich und agressiv, wenn man sie nicht kontrolliert. Sie werden von anderen je nach Zweck gesteuert und bewegen sich auf allen vieren vor - vorzugsweise an Häuserwänden und Decken. Sehr gruselig und mächtig, was sich Andrews hier ausgedacht hat.

Auch die Hauptprotagonistin ist kein normaler Mensch - irgendwie. In ihrer Vergangenheit ist etwas tief begrabenes, dem man als Leser natürlich gerne auf die Spur kommen möchte, aber ganz so einfach wird es dann doch nicht. Kate ist eine Person mit sehr großer Klappe, die keine Herausforderung scheut und ziemlich schlagfertig ist. Sie weiß mit Waffen umzugehen und ihre Wunden zu versorgen. Auch ihre nicht vorhandene Diplomatie macht sie irgendwie sympathisch.
Besonders faszinierend fand ich die Stärke der Magie und das Wörter eine so enorme Macht besitzen. Hier werden dem Leser einige energiegeladene Szenen vorgesetzt, die Spaß machen zu lesen.

Die Dynamik des Gestaltenwandlerrudels und besonders der gefährlich wirkende Anführer Curran konnte mir gefallen, denn bei ihm weiß man nie ob er gleich knurrt oder lächelt. Gefährlich und doch humorvoll - eine interessante Mischung. Seine Kraft ist auch nicht zu verachten. Curran hat definitiv das gewisse Etwas, was Büchern einen speziellen Reiz verleiht. Wenn man Macht, Dramatik und Sex in einen Mixer werfen würde, wäre so jemand für Curran bestimmt das Ergebnis.
Die Momente, in denen Kate und Curran aufeinandertreffen waren immer höchst intensiv, bedrohlich und doch mit einer Spur schwarzem Humor unterlegt, der das ganze erste spannend gemacht hat. Die Dialoge sind spitze.

Und trotzallem bin ich von "Die Nacht der Magie" nicht wirklich zu hundert Prozent überzeugt. Ein wenig mehr Details über die Magie, die Enstehung des Ganzen und vorallem wie Kate an ihre Kräfte gelangt ist, hätten mir gefallen. So war der "Identifizierungsprozess" mit dem Buch viel schwieriger. Hinzu kommt das fehlen von Handlungsübergängen. Manchmal war mir die Erzählung ein wenig zu steril. Von A nach B, das passiert, das passiert, sie landen dort, fertig. Erst das Finale hatte ein wenig mehr an Spannung und undurchdringlicher Action zu bieten, die mich überzeugen konnte.
Auch Kate's Date mit einem Doktor namens Crest ging mir zu schnell. Denn beim ersten Date unterhalten sie sich normal, ungezwungen und man merkt wie sehr sie sich kennen lernen möchten. Beim zweiten Date werden dann urplötzlich mit einem Schlag alle Defizite klar und er wird ein Verdächtiger. Curran strolcht auch ein wenig in der Handlung herum, wo man sich als Leser alles mögliche denken kann.

Ein weiterer kleiner Negativpunkt ist für mich die Buchgestaltung selbst. Unter dreihundert Seiten, dafür aber mit ziemlich dickem, ungriffigem Papier - sowas finde ich unnötig und preistreibend. 

Der erste Band der Stadt der Finsternis Reihe hält sich über die meiste Zeit relativ geheimnisvoll und man bekommt viele Andeutungen vorgesetzt, die natürlich Lust machen die Reihe weiter kennen zu lernen. Die Charaktere Kate und Curran sind für mich hauptantreibende Motoren, die der Geschichte ein wenig Drama und schwarzem Humor gleichzeitig verpassen, was sich sehr unterhaltsam lesen lässt.
Die Vorstellung der magischen Welt hat viele Details vermissen lassen, aber trotzdem ist es ein sehr spannender Faktor, dessen Macht gnadenlos und unberechenbar ist.
Im Schreibstil fehlte mir ein wenig der Übergang in die nächste Szene und so kam es schonmal vor, dass in der einen Zeile noch ein Dialog stattfindet und in der nächsten schon das Auto davon rast.
Doch die Charaktere trösten über all diese Makel hinweg und nehmen einen sehr für sich ein. Besonders der Herr der Gestaltwandler Curran hat es mir dabei angetan.
Ilona Andrews hat mit "Die Nacht der Magie" ein Powerbuch geschrieben, das trotz seiner Makel mitreißend ist.  

"Die Nacht der Magie"
"Die dunkle Flut"
"Duell der Schatten"
"Magisches Blut"
"Ruf der Toten"
"Geheime Macht"
"Tödliches Bündnis"

Quellen
Umschlaggestaltung: HildenDesign, München
Umschlagillustration: HildenDesign
Motiv ©: Patricia Malina
Klappentext ©: Egmont-LYX
Zitat ©: Ilona Andrews
Rezension ©: nallasbuecherkiste.blogspot.de

Kommentare:

  1. Hey die Reihe hatte ich auch schonmal ins Auge gefasst :D
    Ich würde sie auch gerne lesen.
    Das Cover ist ja bei meinem ersten Coverzwilling dabei :D
    Ich habe dich übrigens beim Liebster Award getaggt ;D
    http://booksandtheirwolrd.blogspot.de/2015/05/liebster-award.html

    Ich weiß zwar nicht ob du unter 200 Leser hast aber ich wollte die gerne taggen :D

    Deine Rezi ist toll geschrieben ;D Aber das mit dem Papier ist ja mal mege grrr -_- xD

    Liebe Grüße
    Maddy

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  2. Ich liebe diese Reihe und sie wird immer besser und stärker! Und ist teilweise so lustig! Ich freue mich auf den neuen Teil im Sommer! LG

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  3. Hallo,

    ich kann Verena nur zustimmen, die Serie ist toll und wird noch stärker!

    LG Desiree

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  4. Hallo :)
    die Reihe steht auf meiner Wunschliste. Klingt ganz interessant :D

    Liebe Grüße

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  5. Huhu,

    bin gerade am re-read der Reihe udn sie ist selsbt beim zweiten mal noch genauso gut ^^ und ich lache ja immer noch über die selben Dinge und Fieber mit ^^. Super Reihe!! Und CUrran sit so toll ♥♥♥

    Tintengrüße von der Ruby

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Huhu Ihr Lieben Mitschwimmer :)

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Tascha