[Rezension] "Ashes, Ashes" von Jo Treggiari (Ashes, Ashes #1)

Autorin: Jo Treggiari
Reihe: Ashes, Ashes, Band 1
Genre: Dystopie
Verlag: arsEdition
Format: Hardcover
Seiten: 375
ISBN: 978-3-7607-8471-7
Erschienen: 06/2011
Preis: 14,99 €
Leseprobe


Klappentext

Die Welt, wie wir sie kannten, existiert nicht mehr …

Tödliche Epidemien, Tsunamis und Klimakatastrophen – die sechzehnjährige Lucy hat das Ende der Welt kommen und gehen gesehen. Als eine der wenigen Überlebenden eines alles vernichtenden Virus versucht sie sich in den zum Dschungel gewordenen Ruinen von New York durchzuschlagen. Doch Lucys Welt ist voller Bedrohungen: gefährliche Diebe und skrupellose Plünderer streifen umher. Als eine Horde wilder Hunde sie jagt, gelangt sie ans Ende ihrer Kräfte. Doch wie aus dem Nichts taucht Aidan auf – ein Junge, der ihr hilft, der tödlichen Meute zu entkommen und sie überredet, sich seiner Gruppe von Überlebenden anzuschließen.
Aber auch diese kleine Gemeinschaft wird bedroht. Und langsam beginnt Lucy zu ahnen, dass sie selbst das Ziel der nächtlichen Überfälle ist. Etwas an ihr scheint anders zu sein …
Doch was ist Lucys Geheimnis, das für die letzten überlebenden Menschen Bedrohung und Erlösung zugleich ist? 


Meine letzte gelesene Dystopie ist schon ein Weilchen her, aber allein schon die Umschlaggestaltung hat mir bei "Ashes, Ashes" so gut gefallen, dass ich das Buch sehr gerne lesen wollte. Für mich eine weitere Autorenpremiere und natürlich erhofft man sich, dass der Schreibstil fesselnd ist und die Geschichte packend. Der Klappentext konnte mich überzeugen. Das Buch selbst so leider gar nicht. 

Der Einstieg ist richtig dystopien-like. Nichts wird beschönigt und die sechszehnjährige Hauptprotagonistin Lucy steht alleine in mitten in der zerstörten Stadt New York City, wo nur das Überleben zählt.
In Jo Treggiari's Welt herrscht die meiste Zeit Regenwetter und die Umweltkatastrophen waren nur ein Teil der schlimmen Vorboten. Die ausgebrochene Epidemie hat die Weltbevölkerung auf weniger als einen Prozent ausgelöscht. Lucy ist eine Überlebende und erinnert sich an die ganzen medizinischen Tests in der Schule und wie ihre Eltern gestorben sind. Auch ihre Geschwister Rob und Madie sind gestorben. Und auch wenn sie sich nie wirklich als vollständigen Teil der Familie gesehen hat, vermisst sie jeden gemeinsamen Moment - egal wie gemein sie manchmal zu ihr waren. Ihr Einzelgängerdasein in der Schule hilft ihr nun aber, denn sie ist von niemandem abhängig und es schlichtweg gewohnt allein zu sein.

Was Lucy den Leser über die übrig gebliebenen Menschen verrät ist zunächst sehr dürftig und weitere Informationshappen bekommt man über das ganze Buch verteilt. Sie sind Wilde, Plünderer, Sweeper oder S'ans. Lucy weiß auch nur das, was man aus den Nachrichten kennt und was sie selbst glaubt beobachtet zu haben. Die S'ans sind die infizierten, bei denen man sich anstecken kann und die Sweeper - wo Lucy eine Weile gelebt hat - scheinen sehr merkwürdige Ärzte zu sein.
Ich muss gestehen es ist verwirrend, weil Lucy ja selbst nicht weiß, was richtig ist. Da sie aber über eine gute Intuition verfügt, kann man sich schon auf ihre eigene Meinung verlassen.

Die Beschreibungen der eingefallenen und zerbombten Stadt haben mir gut gefallen und der Schreibstil der Autorin war vom ersten Moment an sehr fließend, weshalb ich in ziemlich gutem Tempo durch die Geschichte gekommen bin. Aber das war's auch schon. Es passiert einfach so gar nichts - dieser erste Band ist eine enorme Einleitung für eine immer noch nicht erschienene Fortsetzung und nach vier Jahren glaube ich auch nicht, dass es nochmal eine geben wird. 

Natürlich darf in so einer Welt auch der nette Junge von nebenan nicht fehlen. Diesen Platz nimmt der siebzehnjährige Aidan ein, der Lucy vor einer wilden Horde Hunde rettet. Da Lucy bisher immer nur alleine war, misstraut sie ihm natürlich, aber er lächelt ununterbrochen. Für mich war dieses aufeinandertreffen deutlich zu perfekt. Sie friert, ihre Klamotten sind nass und natürlich riecht sie stark, aber er sitzt völlig entspannt und mit bloßem Oberkörper auf diesem Baum und grinst! Ja ne... Is klar?!
Auch die Entwicklung dieser Beziehung geschieht so drastisch und schnell, dass ich nichts mit ihr anfangen konnte.
Aidan selbst, als Person, hat mir schon gut gefallen. Er hat nach außen hin eine lockere Art, aber innen drin wühlt es ziemlich. Es ist mir schwer gefallen ihn zu durchschauen.

Treggiari peppt ihre Geschichte mit weiteren Nebencharakteren auf, die mir nur bedingt gefallen haben. Das gute ist, dass sie in so eine Dystopie reinpassen. Direktes Mundwerk, irgendwie herausfordernd und erst im schlimmsten Moment wirklich einsichtig.

Die komplette Geschichte gibt nicht wirklich viel an Aktionen her. Mir kamen fast alle Handlungen, in denen die Protagonisten unterwegs waren, eher so vor, als würde man eine spannungsvolle Melodie in einem Film hören, wo man automatisch denkt, dass gleich was schlimmes passiert, und sich die Leute dann doch nur vor ihrem eigenen Schatten erschrecken.
Und als dann etwas passiert, wurde die Szene so kurz wie möglich gefasst und von Sie wollen uns was böses - Oder doch nicht?! Gedanken abgewechselt. Mir kam das sehr vorhersehbar rüber. Es gab absolut null Überraschungen. Der Leser weiß gleich zu Beginn der Geschichte, dass Lucy anders ist.

Mich persönlich konnte "Ashes, Ashes" überhaupt nicht überzeugen. Vorhersehbare Handlungen, kaum Aktionen, zu schnelle Beziehungsentwicklungen (vorallem wenn man an Lucys selbstständigen Charakter denkt) und die große Überraschung - der Wendepunkt der Geschichte - wurde auch ziemlich früh und offensichtlich erzählt.
Das einzig positive an diesem Buch ist der Erzählstil. Die Autorin schreibt sehr fließend und so gleitet man zügig durch die Seiten. Ich habe kaum gemerkt, dass sich eigentlich gar nichts tut - erst am Ende.
Das erste Kapitel mit all seinen zerstörerischen Beschreibungen war für mich das Highlight des Buches.

"Ashes, Ashes"
---noch keine Folgebände erschienen---

Titelbild ©: Steve Stone
Covergestaltung: Romy Pohl
Klappentext ©: arsEdition
Rezension ©: nallasbuecherkiste.blogspot.com

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