[Rezension] "Herz verspielt" von Simone Elkeles (Band 1)


Autorin: Simone Elkeles
Originatitel: Wild Cards
Reihe: Herz verspielt, Band 1
Genre: Jugendbuch, Liebesroman
Verlag: cbt
Format: eBook
Seiten: 400 Seiten
ISBN: 978-3-641-12902-6
Erschienen: 05/2014
Preis: 9,99 €
Leseprobe



Klappentext
Als ihr Freund sie betrügt, indem er als Quarterback beim Erzrivalen anheuert, sieht die Football-Spielerin Ashtyn rot. Wenn sie die Meisterschaft nicht gewinnt, kann sie sich ihr Sportstipendium abschminken und wird in diesem elenden Nest in Illinois verschimmeln! Eine Idee muss her, um diese Schmach für das Team auszubügeln. Schnell hat Ashtyn einen genialen Plan ... Einziger Nachteil: Sie müsste diesen Bad Boy Derek einweihen. Einen Typen, der Ärger magisch anzieht. Sie weiß, es ist ein Spiel mit dem Feuer. Aber hat sie eine andere Wahl?
"Herz verspielt" von Simone Elkeles ist ein neuer Trilogie-Auftakt, bei dem drei abgeschlossene Geschichte über zwei gegensätzliche Personen erzählt werden, die sich wieder einmal recht quer stellen, wenn es um das Eingestehen der eigenen Gefühle geht.
Von Elkeles kennt man dieses System schon aus ihren anderen drei Reihen, die ich auch alle gelesen habe und bin deshalb mit wenigen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Die letzten Bücher konnten mich nämlich leider nicht ganz so überzeugen, waren stellenweise wegen dem ständigen selben Charaktermuster sogar ein wenig nervig.

In "Herz verspielt" verteilt die Autorin jedoch klasse und glaubhafte individuelle Rollen. Im Mittelpunkt dabei stehen Ashtyn, die als erstes Mädchen im Fremont Football-Highschoolteam von ihren Kameraden zum Captain ernannt worden ist und Derek, der von einer Privatschule in San Diego wegen einer Schweine-Streichaktion geflogen ist und von seiner Stiefmutter Brandi nach Chicago geschleppt wird.
Dass Brandi Ashtyn's ältere Schwester ist und sie Derek bei ihrer ersten Begegnung für einen Streichelegenden Idioten aus dem verfeindeten Footballteam Fairfield hält und ihn deshalb mit einer Mistgabel fast aufspießt, ist ein recht unterhaltsamer Auftakt, bei dem sofort die bösen Funken zwischen den Protagonisten sprühen. Die Stimmung ist elektrisierend und bleibt es auch im weiteren Verlauf.

"Ich habe dieses spezielle Leiden, musst du wissen. Ich leide nämlich an der Unfähigkeit, mich herumkommandieren zu lassen."

Derek ist als Bad Boy für mich allerdings nicht so ganz überzeugend. Er liebt Streiche spielen, fliegt auch von der Schule, aber alle Dinge, die er tut, tragen eine viel zu glaubhafte Entschuldigung, sodass er es auf das meiste nicht mal angelegt hat. Sein Vater ist bei der Navy und seine Mutter verstorben und nach außen gibt er sich ziemlich cool, während er Brandi's Sohn Julian vergöttert und was Essen betrifft ein großer Gesundheitsfanatiker ist. Und doch ist er rau, muskelgestählt, mit einem lässigen Grinsen und der typischen texanischen Aussprache, der immer in Bewegung bleibt.
Ashtyn nimmt auch keine typische Mädchenrolle ein. Sie spielt Football, lebt mit ihrem griesgrämigen Vater zusammen, die Mutter ist abgehauen und sie brezelt sich für ihren Freund und Teamkollegen, den Quarterback Landon, auf.
Das zwischen den Beiden absolut nicht alles klar ist, wird dann ziemlich klischeehaft dargestellt. Der Starquarterback aus gutem Hause, dem alles wie selbstverständlich zufliegt und der eigentlich der neue Captain hätte werden müssen. Bei Landon wird Ashtyn spürbar anders, was mich richtig gestört hat. Es ist wirklich mehr als klischeehaft! Und dann gibt es die Ashtyn, die mit Derek einen kleinen Privatkrieg führt, wer wen schneller und intensiver auf die Palme bringt.

"Du hast dir gewünscht, dass ich dich fordere und mit dir streite. Ich bin bereit, das Spiel fortzusetzen, wenn du es bist, abgesehen von dem Teil mit dem Küssen und Anfassen. Denk nur, wie viel Zeit wir auf dem Weg nach Texas haben werden, um zu streiten und uns gegenseitig in den Wahnsinn zu treiben."

Die Dialoge sind manchmal recht bissig, einschmeichelnd, herausfordernd und humorvoll, mit einer gewissen Portion Pfeffer. Ashtyn und Derek schenken sich nichts, was ich nicht mal schlecht fand.
Mir persönlich ging diese "Anziehung" zwischen den Beiden aber eindeutig zu schnell. Schon nach wenigen Kapiteln war klar, dass sie sich gegen diese Gedanken wehren, denn Ashtyn will etwas festes, romantisches, während Derek überhaupt nicht an Beziehungen interessiert ist. Deshalb zieht sich das anziehen und abstoßen über das gesamte Buch und auch wenn es spannende Zwischenspiele gab, die Protagonisten mich unterhalten konnten und Derek's Vergangenheit dann die Geschichte explodieren lässt, konnte ich mich nur schwer auf dieses Buch einlassen. Vorallem gegen Ende fehlte mir der glaubwürdige Bezug zur Hauptgeschichte.

"Herz verspielt" ist eine freche, herausfordernde, teilweise klischeehafte Buchromanze, die man wohl auch zwischen durch lesen kann. Trotz der vierhundert Seiten gleitet man mit den einnehmenden Protagonisten durch die Geschichte und auch wenn zwischendurch viel Pfeffer gestreut wird und Salz in die Wunden kommen, ist es eine viel zu stark wechselnde Geschichte, die gegen Ende für mich nicht mit genug Glaubwürdigkeit überzeugen konnte.
Ashtyn und Derek sind einzelnd betrachtet richtig tolle Charaktere, aber sobald sie gemeinsame Szenen hatten, konnte ich mir den ein oder anderen Augenverdreher nicht verkneifen.
Elkeles' anziehen-abstoßen-Muster wurde für mich persönlich einfach zu extrem ausgedehnt und die Geschichte, die der Klappentext verspricht, kommt ziemlich weit im hinteren Teil ohne zu Beginn irgendwelche Hinweise in diese Richtung zu geben. 

Lieblingszitat:  
Sie küssen sich, aber ich habe schon mehr weitaus mehr Leidenschaft gesehen, wenn Falkor sich die Eier leckt. 

 "Herz verspielt, Band 1"
"Herz verspielt, Band 2" [erscheint 10/2015]
---Band drei ist noch nicht erschienen---

GELESEN MIT


Kommentare:

  1. Huhu Tascha,
    eine schöne Rezi hast du wieder mal geschrieben. Das Buch an sich spricht mich leider so gar nicht an, aber Geschmäcker sind ja Gott sei Dank verschieden :)

    Viele liebe Grüße
    Nelly

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  2. Ich habe von Simone Elkeles die ersten beiden Teile ihrer ersten Trilogie gelesen. Was du mit den immer gleichen Charaktermustern ansprichst kann ich aufgrund der Leseerfahrung der beiden Bücher nur bestätigen. Aber deine Rezension macht wirklich Mut, dass sie es geschafft hat, dieses Muster hier aufzubrechen. Ich werde es auf jeden Fall auf meine Wunschliste packen, denn nichtsdestotrotz ist ihr Schreibstil bislang immer sehr angenehm gewesen. :)

    Ich wünsche dir frohe Ostern und liebste Grüße! <3

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    1. Ja, da hast Du absolut recht. Elkeles' Schreibstil ist mehr als ansprechend, aber in "Herz verspielt" fand ich ihn ein klein wenig fader... :/

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Huhu Ihr Lieben Mitschwimmer :)

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