[Rezension] "Septemberblut" von Rebekka Pax (Julius Lawhead #1)


Autorin: Rebekka Pax
Reihe: Julius Lawhead, Band 1
Genre: Urban Fantasy, Vampire
Verlag: Ullstein
Format: Taschenbuch
Seiten: 511
ISBN: 978-3-548-28248-0
Erschienen: 12/2010
Preis: 8,95 € [D]
Leseprobe



Klappentext
Los Angeles: Nach dem Tod ihres Bruders gelangt die schöne Amber in Besitz eines magischen Messers. Sie weiß nicht, dass es in ihrer Hand zu einer tödlichen Gefahr für Vampire wird. Völlig ahnungslos gerät sie zwischen die Fronten eines erbitterten Kampfes zweier Vampir-Clans. Und sie verliebt sich unsterblich in Julius Lawhead, der selbst auf der Suche nach dem magischen Messer ist.

Rebekka Pax' "Septemberblut" ist ein Vampirroman, der die uralten Sitten und Riten der Vampire besonders stark ausdrückt. Als Leser solcher Romane weiß man, dass man es mit sehr alten Wesen zu tun bekommt und das sie viel über Geschichte erzählen können. Aber am meisten reizen mich dabei die verschiedenen Charaktereigenschaften, wie z.B. Folgsamkeit und Demut. Sie versuchen sich der neuen Welt anzupassen, aber ihre alten Moralvorstellungen können die Vampire nur schwer ablegen.
In diesem Roman bekommt Hierarchie eine sehr drastische, teilweise gewaltvolle und unversöhnliche Duftnote, denn hinter einer spannenden Story geht es sehr viel um Unterwerfung gegenüber dem Meister und Einhalten der Regeln.

Julius Lawhead ist seinem Meister Curtis streng und treu ergeben. Für ihn und seinen Clan ist er für die abtrünnigen Vampire zuständig, die das Abkommen des Rates gefährden und Menschen töten. Er jagt sie und streckt sie nieder, kennt keine Gnade. Als Vampir, der seine Art unbarmherzig ausrottet, ist er sehr bekannt und gefürchtet und bleibt deshalb lieber für sich alleine.
Als er auf die Spur eines Messers angesetzt wird, dass Vampire töten kann und über eine unendliche Macht verfügt, entdeckt er, dass der menschliche Träger Frederik in den Freitod gesprungen ist. Ein besonders brutaler Vampir namens Gordon will es haben um seine Rachepläne an Julius und Curtis weiter vorran treiben zu können.
Währenddessen entdeckt Frederiks Schwester Amber das Erbe ihres Bruders und die Macht des Messers drängt zu ihr.
Als Julius auf der Suche nach dem Messer zu Frederiks Beerdigung geht und dort Amber entdeckt, vergisst er für einen kurzen Moment, welchen Befehl er von seinem Meister erhalten hat...

Gleich zu Beginn wird man mit Spannung überladen. Ein Selbstmord und mitten drin ein Vampir, der andere Vampire jagt - auf der Suche nach einem mächtigen Messer.
Mord, Vampir, geheimnisvolle Macht - was will ich mehr?
Die Geschichte wird hauptsächlich von Julius Lawhead aus der Ich-Perspektive erzählt und gewährt Einblicke in die Vampirhierarchie, die mich zunächst eher erschrocken hat. Jeder hat seinen festen Platz und es gibt nur wenige Oberhäupter, die ziemlich voller Macht stecken. Sie dominieren und erteilen Aufträge, haben menschliche Diener, die für sie arbeiten und mit denen sie dennoch in Blut und Herz sehr verbunden sind. Die Stimmung ist wirklich familiär, aber kann auch schnell in Kontrolle und Zwang umschlagen. Viele Szenen drücken Unterwerfung aus.
Julius war für mich kein Charakter, mit dem ich mich sofort anfreunden konnte. Obwohl es klare Richtlinien gibt, scheint er sich nur an wenige zu halten. Das er meist unbewusst und gedankenlos die Regeln bricht, an die er sich Jahrhunderte zuvor gehalten hat, erschien mir irgendwie übertrieben.
Ein Freigeist auf eine Art, aber dennoch rebellisch veranlagt, ohne es wirklich bewusst zu steuern. Eine komische Mischung. Manchmal war ich fasziniert, manchmal konnte ich nur den Kopf schütteln.

Ein kleiner Teil des Buches wird aus der Erzählssicht über Amber erzählt, was nach der Ich-Perspektive irgendwie komisch rüberkam. Da Amber als Mensch einfach viel zu schnell in die Welt der Vampire gerissen wurde und ihr eigentlich nur sehr wenig Zeit eingeräumt wird sich daran zu gewöhnen, ist dieser Erzählstil wohl gut gewählt worden. Man erfährt zwar nicht genau Ambers Gedanken oder Gefühle, aber diese neue Welt kann man als Leser trotzdem gut durch ihre Augen kennen lernen.

Die Romanze in dieser Geschichte ist nicht weit ausgeholt, aber vom ersten Moment an sehr stark. Durch die Vampirmagie, mit der Julius Amber zu Beginn ruhig stellt, wurde mir sehr deutlich vermittelt, aber von freiem Willen gab es keine Spur mehr. Durch das Messer kommt ein wenig Eigendynamik in diese Beziehung und stellt die natürliche Ordnung ein wenig her, was Ambers Gefühle für mich glaubwürdiger gemacht haben. Sie vermischt Angst mit Lust und es wechselt oft hin und her.

Ich bin relativ flüssig durch die Geschichte gekommen. Der Erzählstil hat die Neugier stets aufrecht gehalten und spannend war das Buch von Anfang bis Ende. Es gab keine Verschnaufpause in diesem bevorstehenden Krieg zwischen Julius und Gordon. Einige Szenen waren blutrünstig und qualvoll, was die Spannung weiter angeheizt hat.
Doch wirklich warm geworden bin ich mit ihr nicht. Sie hat vieles, was ich mag, aber ich denke, weil ich keine nachvollziehbare Verbindung zu den Charakteren herstellen konnte, ist die Hauptgeschichte für mich weniger reizvoll gewesen. Ich habe sie gelesen und fand vieles auch spannend, manches grauenerregend, aber richtig gepackt hat mich "Septemberblut" nicht.

Für Fans von düsteren Vampirromanen, die raue Sitten, strenge Regeln, mächtige Protagonisten und blutige Szenen mögen ist das Buch wirklich zu empfehlen.

"Septemberblut"
"Flammenmond"


Kommentare:

  1. Ich hatte das Buch damals auch mal auf der Wunschliste, vor allem wegen des zweiten Covers. ^.^ Aber ich hatte dann 1-2 schlechte Bewertungen gesehen und dachte, neeeee, da gibts wohl besseres. Schade. Ich hätte mir gewünscht, dass die, die da damals schlecht bewertet haben einfach nicht so auf diese Art Geschichten abfahren. Aber du liest auch auch die Blackis und Co.

    Liebe Grüße
    Sarah

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    1. Hey Sarah :)

      Also mit den Blackis ist diese Geschichte nicht zu vergleichen. (Ich weiß, darauf wolltest Du nicht hinaus, aber trotzdem xD)
      Es ist einfach ein Buch gewesen, was man lesen konnte, was ein paar Spannungen hatte, aber mich einfach nicht gepackt hat. Ich habe es beendet, rezensiert und dann nicht mehr daran gedacht. Ein Buch sollte in Erinnerung bleiben und da fehlt hier irgendwie was. Eigentlich schade, denn die Grundhandlung ist wirklich spannend :/

      Liebe Grüße,
      Tascha

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  2. Hui, wohl nicht so der Burner. Ich kannte die Reihe vorher nicht, werde mal aber dennoch stöbern. Danke für die Rezi!

    Lg,
    Nazurka

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