[Rezension] "House of Nightmares" von Nadine Erdmann (Cyberworld 2.0)



Autorin: Nadine Erdmann
Reihe: Cyberworld 2.0
Verlag: Greenlight Press 
Genre: Jugendbuch, Cybergame-Thriller
Format: eBook
Seiten: ca. 300
Erschienen:02/2015
Preis: 3,45 €
Leseprobe






Klappentext
Dunnington schenkte seinem Sohn ein beruhigendes Lächeln. »Ich habe einen unanfechtbaren Vertrag mit ihm ausgehandelt. Er wird kein Wort über dich verlieren. Zu niemandem. Sonst würde er viel zu viel aufs Spiel setzen.«

Um Neds Geheimnis zu wahren und seinem Sohn den Medienwirbel zu ersparen, plant Edward Dunnington die bahnbrechende Erfindung der Bioroboter mit Hilfe eines einflussreichen Geschäftspartners der Öffentlichkeit zu präsentieren. Aber kann man Angus McLean wirklich trauen? Warum wacht der alte Lord plötzlich nicht mehr auf? Sein Körper scheint unversehrt, sein Bewusstsein ist jedoch verschwunden …

In der Einsamkeit der schottischen Highlands müssen Jemma, Jamie, Zack, Ned und Will nicht nur der verschrobenen Adelsfamilie auf den Zahn fühlen. Um herauszufinden, was passiert ist, wagen sie sich auch ins 'House of Nightmares' – und dort wartet das Böse … heimtückisch und grausam … Besonders, wenn man sich nicht an die Spielregeln hält …
 
FOLGEBAND! ACHTUNG: SPOILERGEFAHR!!!
Endlich war es soweit: Band zwei der Cyberworld Reihe wurde für Februar angekündigt und nach meiner Begeisterung für Band eins "Mindripper" war ich mega gespannt auf "House of Nightmares".
Den Titel- und Covercheck hat das Buch direkt bestanden und weil ich mit Nadine Erdmann's Talent für schwungvolle Dialoge und abenteuerliche Protagonisten ein wenig vertraut war, war auch die Erwartung an die Fortsetzung enorm. Sie wurden spielend leicht übertroffen!
Altes Cover

Am meisten war ich auf die Entwicklung der Protagonisten gespannt. Jamie, Jemma und Zack haben sich einen festen Platz in meinem Herzen gesichert, weil sie wirklich einzigartig sind. Witzig, klug, loyal, bodenständig und stehen füreinander ein. Sie sind emotional sehr ausdrucksstark und für mich waren sie mit die besten Protagonisten, die ich je in Büchern begleiten durfte.
Wie auch im ersten Band, nimmt "House of Nightmares" erst spät die volle Fahrt auf. Zu Beginn begleitet man die Charaktere und erfährt wie sich ihre Beziehungen entwickelt haben.
Man spürt direkt, dass sie reifer geworden sind, weshalb es mir wieder sehr leicht fiel der längeren Einleitung in die Geschichte zu folgen. Will und Ned, die man ebenfalls aus dem ersten Teil kennt, sind auch mit an Bord und erweitern den Charme und Wohlfühlfaktor der Gruppe.

Die Zukunft im Jahr 2038, in der die Protagonisten leben, ist voller Haushaltsroboter und neuer Cybererlebnisse. Besonders die Cyberwelt, in der man seinen eigenen Avatar in Spielen, Bars und sonstigen Einrichtungen, steuern kann, ist ein Erlebnis wert. Mithilfe sogenannter Cyberspecs (ähnlich wie Headsets) fährt sich der Körper in einen Ruhemodus und die Personen können eine gewisse Zeit Abenteuer hautnah erleben.
Edward Dunnington, der Kopf des Ganzen, ist aber noch einen weiteren Schritt gegangen und hat lebensechte Bioroboter entworfen, in die man das Bewusstsein eines sterbenden Menschen einverleiben und somit neues Leben schenken kann.
Dieses Angebot möchte auch ein schottischer Adeliger namens Angus McLean annehmen und so begleiten die fünf Freunde Dunnington nach Schottland. Für Jemma und Jamie ist diese Reise stark mit ihrer verstorbenen Mutter verknüpft - was die emotionale Tiefe der Charaktere noch deutlicher gemacht hat - und Ned, der als erster Mensch seinen eigenen Körper gegen einen Bioroboter austauschte, ist sichtlich nervös, weil er sich den ganzen Fragen des Lords aussetzen muss.
Was sie bei ihrer Anreise erwartet, ist eine Familie aus dem Lehrbuch eines wahrgewordenen Albtraums! Der Großvater ein selbstherrlicher Tyrann mit sehr komischen Wertevorstellungen und unter ihm sein Sohn mit Familie, die man als labil, gefährlich und gierig treffend beschreiben kann.
Die schönen Ausflüge in die schottischen Highlands trösten jedoch ein wenig über das Familiendrama hinweg und nicht zu vergessen: Das neue Spiel House of Nightmares, was die Freunde noch ziemlich auf Trapp halten wird.

Für mich persönlich wurde jede Wunschvorstellung mehr als übertroffen:
Entwicklung der Protagonisten, erfrischende und emotional aufwühlende Dialoge, glaubhafte Darstellungen - Check!
Nachvollziehbare Grundhandlung - Check!
Düstere, gänsehauterregende und angstvolle Momente - Check!
Eine dramatische Wendung und unerwarte Aufklärung - Check!

Nadine Erdmann hat im ersten Buch der Cyberworld Bücher bewiesen, wie sehr sie familäre und freundschaftliche Bindungen mit dem gewissen Nervenkitzel verbinden kann. Wenn man die Charaktere erstmal liebt, dann fiebert man noch stärker mit ihnen mit und House of Nightmares bietet genug Grauen und düstere Hintergrundgeschichte, dass ich regelrecht gierig nach dem nächsten Kapitel war.

Es ist sehr leicht zu vergessen, dass die Charaktere nur einen Avatar in einem Spiel steuern. Alles ist noch echter, noch dramatischer und noch gruseliger. Und durch die neusten Spieleentwicklungen (Schmerzempfinden, Gerüche, etc.) hat man ein noch intensiveres Spieleerlebnis. Das Spiel "House of Nightmares" ist mit dem "Mindripper" nicht zu vergleichen. Es steht auf einem ganz anderen Level. Erdmann beschreibt die Szenen so schaurig genial, dass ich wirklich glauben konnte selbst dabei zu sein.
"Wenn er schlafen würde, würde ich sagen, er hat einen Albtraum."
"Aber er schläft nicht!"
"Wenn der Horror in einem Cybergame so beängstigend ist, dass ein Spieler sich sogar gegen die Bewegungsblocker der Cybertechnik auflehnt, um ihm zu entkommen, geht dieses Spiel ganz eindeutig zu weit."
Aber das Cybergame ist nur ein Teil, der das Buch zu etwas besonderem macht. In erster Linie sind es für mich die Charaktere gewesen, die mir beim lesen am besten gefallen haben. Es gibt viele witzige Dialoge, aber auch viele nachdenkliche Phasen. Jemma's Beziehung zu Will und auch Zack's und Jamie's haben ihre Höhen und Tiefen, die ich gerne begleitet habe.
Auch die Ausflüge in die Cyberwelt, bei der Jamie - sonst an Krücken gefesselt und ständig auf seine Gesundheit bedacht - richtig loslassen kann und sich mit Freuden in die Gefahr stürzt, haben der Geschichte haufenweise Sympathiepunkte berscherrt.

Einmal mit dem lesen begonnt, ist man direkt infiziert. Wer sich von diesen fabelhaften Charakteren nicht aus seinen eigenen Gedanken ziehen lassen kann, bei dem muss etwas kaputt sein x)

Nach dem spannungsgeladenen Auftakt mit "Mindripper" in die Cyberwelt, hätte ich nicht erwartet, dass Nadine Erdmann in "House of Nightmares" das Tempo nochmal steigern, und ich die Protagonisten noch mehr lieben kann. Aber alles ist möglich und sogar noch mehr, denn die Handlung und Entwicklung ist bestimmt nicht nur für Gaming-Fans anspruchsvoll. An dieser Reihe kann jeder Leser seine Freude haben, der etwas neues, richtig abgefahrenes erleben will und dabei aufgeschlossene, starke und liebenwerte Figuren kennen lernen möchte.
Ein wenig Thriller, eine Portion Drama und - ich sag es nochmal - einzigartige Protagonisten, die der Geschichte ihren Stempel aufdrücken und den Leser tief in ihre Gefühle und Gedanken blicken lassen, aber sich trotzdem noch einen Funken geheimnisvoll bewahren.
Wenn Ihr die Reihe noch nicht kennt, wird es auf jeden Fall Zeit! 

"House of Nightmares"

VIELEN DANK FÜR DIE BEREITSTELLUNG DIESES REZENSIONSEXEMPLARS, NADINE :)

Kommentare:

  1. Wow, das hast du ja super schnell runter gelesen. Ich kannte das Buch bislang noch nicht, werde aber jetzt mal auf amazon stöbern, danke für's aufmerksam machen!
    Liebe Grüße,
    Nazurka

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  2. Hey Nazurka,

    Schau Dir auf jeden Fall Band 1 an. Die Reihe lohnt sich wirklich sehr! ♥
    Man merkt gar nicht, wie schnell die zeit beim lesen vergeht ;)

    Liebe Grüße,
    Tascha

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  3. ich kann dir bei allem wirklich nur zustimmen :-) ich hab das Buch auch erst vor ein paar Tagen zu Ende gelesen und bin ebenso begeistert wie du. Ein richtig tolles Buch <3

    Liebste Grüße
    Ivy

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