[Rezension] "Blutmond im Mitternachtsblau" von Blake Kato (Traummädchen #1)


Autor: Blake Kato
Reihe: Traummädchen, Band 1
Genre: Urban Fantasy
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
Format: eBook
Seiten: 359
Erschienen: 10/2014
Preis: 2,99 € 
Leseprobe



Klappentext
Was wäre, wenn du deine eigenen Träume und die von anderen Menschen beeinflussen könntest?

Nora besitzt diese ungewöhnliche Gabe. Mit Hilfe ihrer Freunde spricht sie einen Wunschzauber, mit dem sie Kinuteros zu sich rufen, den Gott der Träume. Er erlangt Stück für Stück seine Kraft zurück und möchte in die reale Welt eindringen. Nun suchen Nora und ihre Begleiter einen Weg, dies zu verhindern.

Der Schattenmann möchte die reale Welt ebenfalls vor Kinuteros beschützen. Sein Unterfangen birgt dabei jedoch nicht nur für Nora viel Unheil.  


Blake Kato's Buchdebüt heißt "Blutmond im Mitternachtsblau" und erzählt die Geschichte von Nora, dem Traummädchen, dass sich ihre Träume und die anderer gestalten kann und die eine ungeahnte Macht in sich trägt. Sie ist alleine und einsam, weil sie ihre Eltern und ihre beste Freundin durch einen tragischen Unfall verloren hat und fühlt sich nur in ihrer Traumwelt wirklich wohl, weil sie dort ihrer Familie wieder näher sein kann.
Ein Gruppenprojekt in der Schule zwingt sie engeren Kontakt zu ihren Mitschülern zu suchen und so dauert es nicht lange bis sie Lucy, Aleks und Stephen näher kennenlernt.
Aus einem Wunsch heraus ihre Einsamkeit zu bezwingen, bittet Nora ihre neuen Freunde an einem Ritual teilzunehmen. Doch es kommt zu etwas viel schlimmerem: Sie hat eine sehr böse Macht entfesselt, die ganz besondere Pläne mit ihr hat.

Als der Autor mich anschrieb und die Leseprobe mich neugierig machen konnte, war ich zunächst von der Grundidee einer Traumwelt begeistert, die man nach belieben formen und gestalten kann. Und da so etwas nie einfach nur pur Gutes beinhaltet, war ich gespannt auf dieses Fantasyabenteuer, dass die Grenzen zwischen Realität und Traum verwischen würde.
Der Einstieg in das Buch weckte durch den Prolog dann endgültig mein Interesse. Sehr gefühlvoll und mysteriös geschrieben gelangte ich mit viel Schwung in eine Vorahnung, die dann leider aber immer mehr abrutschte statt spannend zu bleiben, was vorallen daran lag, dass die Übergänge zu drastisch waren, die Charaktere ohne große Hintergründe in die Story "geschmissen" wurden und dementsprechend recht sprunghaft rüberkamen.

Als erstes lernt der Leser Nora kennen. Ihre Traurigkeit verlieht der Geschichte einen Grundbaustein und man erfährt, dass sie ihre Eltern und Freundin tragisch verloren hat. Sie ist ganz alleine und verschanzt sich Zuhause, welches durch Kreuze an den Wänden - eins für jeden Tag in Einsamkeit - für sich selbst spricht. Der Leser erfährt, dass sie über die Gabe der Traumgestaltung verfügt und was ihr innigster Wunsch ist. Eine sympathische Person, die viel emotionale Tiefe besitzt.

Und ehe man das bisherige einschätzen kann, lernt man schon Aleks kennen, die wach wird, weil sie denkt es sei ein Einbrecher in ihrem Haus. Doch der vermeitliche Einbrecher entpuppt sich als blutender Mann, der Aleks wie ein kleines Kind behandelt. Er sucht nach einem Versteck und ist sehr seltsam, aber noch seltsamer waren Aleks Gedankengänge. Sie kennt ihn nicht, er steckt offensichtlich in Schwierigkeiten, aber dennoch findet sie ihn süß, stellt keine großen Fragen und lässt ihn einfach bei sich übernachten. Das Verhältnis zwischen den beiden ist ziemlich neckend und wirkte einfach nur kurios und unrealtisch. Was ist mit Panik? Neugier? Angst?

Und dann gibt es noch Lucy und Stephen, die auch einfach so in die Geschichte reingesteckt wurden. Über Stephen erfährt man ein klein wenig mehr und wieder kam mir das Wort "unkontrolliert" in den Sinn. 

Allgemein fand ich die ganzen zwischenmenschlichen Beziehungen zu unkontrolliert und überhastet. Es gab keine großen Einleitungen. Erst ist Nora komplett allein und dann von jetzt auf gleich durch einen "Zufall" umringt von drei Mitschülern, zu denen sie sofort ein Vertrauen aufbaut. Sie hocken regelrecht aufeinander, zueinander hingezogen wegen eines Rituals, bei dem keiner von ihnen merkt was sie da böses an die Oberfläche geholt haben.

Die Grundidee konnte mich überzeugen, aber leider wurde ich mit der kompletten Geschichte nicht so ganz warm. Als Leserin möchte ich mich in die Charaktere hineinversetzen können. Wissen, wieso sie gerade das tun, was sie tun und weshalb sie es tun, aber der Scheinwerfer lag eher darauf sie wie Schachfiguren zu präsentieren, obwohl genug emotionale Tiefe zur Verfügung stand. Ich hätte mir mehr eigene Gedanken gewünscht, das man in einem Abschnitt zum Beispiel dies und das erfährt und nicht, dass man in allen Abschnitten häppchenweise mit den Figuren vertraut gemacht wurde.
Es gab viele Enthüllungen und das Verwischen der Realität hat mir gefallen, allerdings konnte ich nicht gegen gedankliche Stolperfallen ankämpfen, da die Geschichte einfach zu sehr rumgehüpft ist. Der Lesefluss konnte nicht so gut fließen und ich musste das Buch sehr oft unterbrechen, weil die zwei parallelen Erzählungen vorallem zu Beginn im krassen Gegenlicht zueinander standen und ich von den sehr emotionalen Texten der Einsamkeit hin zu Noras innere und äußere Kämpfe nur schwer umschalten konnte.

Am tollsten fand ich die Geschichten der Einsamkeit und seiner Wegbegleiter, ebenso das Nachwort über die Gefühle. Blake Kato hat ein riesiges Talent Gefühle sprechen zu lassen und Worte für etwas zu finden, die sofort bildlich in meinem Kopf Gestalt annehmen konnten. Umso mehr finde ich es schade, dass er dies nicht direkt für seine Charaktere genutzt hat, denn dadurch wäre die komplette Geschichte ganz anders zu lesen gewesen. Am Ende fließen alle Punkte, die auf den ersten Blick noch unklar waren, zusammen und haben mich das Buch nochmal in einem anderen Licht sehen lassen, was mich sehr angesprochen hat.

Mir persönlich sind die Charaktere immer am wichtigsten und das sie in die Geschichte hineinpassen, das sie an ihren Erfahrungen und Aufgaben wachsen. Bei diesem Buch musste ich mich einfach mal anders ins Lesebecken werfen, was eher ungewohnt war, aber wenn ich ein wenig darüber nachdenke, dann kann ich dieses Buch mit drei guten Lesedelfinen bewerten. Grundidee stimmte, die Traumwelten und ihre Schlachten konnten mich faszinieren und die Gefühle wurden sehr stark und überzeugend in Szene gesetzt.

"Blutmond im Mitternachtsblau"
---weitere geplant---

VIELEN DANK FÜR DIE BEREITSTELLUNG DIESES REZENSIONSEXEMPLARES :)

Kommentare:

  1. Das Buch spricht mich jetzt nicht so an, aber deine Rezi war wieder einmal toll :)
    Liebst, Emme ♥

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  2. Mhm, ich glaube, das Buch ist nichts für mich....Aber schöne Rezi!

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  3. Interessante Rezension zu diesem Buch.

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Huhu Ihr Lieben Mitschwimmer :)

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