[Rezension] "Purpurmond" von Heike Eva Schmidt


Autorin: Heike Eva Schmidt
Genre: Urban Fantasy, Hexen
Verlag: PAN
Format: Hardcover
Seiten: 347
ISBN: 978-3-426-28366-0
Erschienen: 03/2012
Preis: 14,99 €
Leseprobe



Klappentext
Als die 17-jährige Cat einen alten Kupferreif um den Hals legt, wird sie ohne Vorwarnung in die Vergangenheit gerissen und findet sich im Bamberg des 17. Jahrhunderts wieder, genau zur Zeit der Hexenverbrennungen. Bei ihren Versuchen, einen Weg zurück in ihre Zeit zu finden, lernt sie die sympathische Dorothea und deren attraktiven Bruder Jakob kennen. Zwar gelingt es Cat, wieder in die Gegenwart zu gelangen, aber Dorothea und vor allem Jakob gehen ihr nicht aus dem Kopf. Auch lässt sich der Halsreif nicht lösen und zieht sich immer enger zusammen – Cat droht zu ersticken! Auf ihm liegt ein Fluch und Cat erkennt, dass sie ihr Leben nur retten kann, wenn sie zurück ins 17. Jahrhundert reist und eine bestimmte Hexe vor dem Scheiterhaufen bewahrt …



Für mich war "Purpurmond" das erste Buch von Heike Eva Schmidt. Der Klappentext ließ sich gut lesen, das Cover war wundervoll gestaltet und Hexen standen im Mittelpunkt - drei gute Kaufgründe :)

Etwas über dreihundert Seiten lang, erstreckt sich dem Leser hier eine eher schaurige, denn romantische Geschichte. Cat ist siebzehn und als sie auf einer Feier im ehemaligen Drudenhaus - wo im 17. Jahrhundert Hexen gefoltert und ermordet wurden - von ihrer verhassten Klassenkameradin eingesperrt wird, beginnt eine unbekannte Reise, bei der Cat wegen eines verfluchten Halsbands plötzlich im Jahr 1670 landet. Das Aufeindertreffen dieser Jahrhunderte könnte für den Leser nicht spannender gestaltet sein und durch Cat, die einfach frech und klug dahergelaufen kommt, ist das ganze ziemlich humorvoll und amüsant.
Doch die Autorin will es weniger amüsant, sondern eher blutig. Vielleicht prallen da auch wieder die unterschiedlichen Zeiten aufeinander, schließlich musste man im 17. Jahrhundert nur als Hexe bezeichnet werden - durch Banalitäten ausgelöst - und schon wurde man auf dem Scheiterhaufen verbrannt! Wie Schmidt das alles darstellt, durch die eigene Sprache extrem verdeutlicht, hat es mir wirklich großen Spaß gemacht den Schurken dieser Zeit hinter Cat's Rücken die Stirn zu bieten.
Mutig ist sie auf jeden Fall und schnell anpassungsfähig, auch wenn ihr viele "Fluch-Aussetzer" passieren und sie von einem Fettnäpfchen ins nächste stolpert, weshalb sie von den Bambergern ziemlich komisch beäugt wird.
Dorothea ist ebenfalls siebzehn, aber sprachlich und von der Lebenseinstellung spürt man die riesige Kluft zwischen den Mädchen. 1670 war es mehr als üblich, dass Frauen schon mit 14 verheiratet waren, aber Dorothea strebt danach wie ihre Mutter Heilerin zu werden. Außerdem ist sie in den Sohn des oberen Richters verliebt, der für all die Hexenverbrennungen höchstselbst verantwortlich ist. Und in dem Moment, wo er das Interesse seines Sohnes Daniel registriert, ist Dorothea vor dem Werben des alten Mannes nicht mehr sicher. Skrupellos und eiskalt wird er beschrieben und ich konnte nicht anders, als ihm ein schlimmes Ende zu wünschen.

Die Autorin hat hier eine Geschichte geschaffen, die sich wundervoll lesen ließ. Es gab soviel magisches zu entdecken, eine verzweifelt romantische Seite, weil die Liebesbeziehungen zu der Zeit einfach anders waren und natürlich mehr als beeindruckende Charaktere. Cat ist eine ziemliche Unruhestifterin, die ihren Wirbel für das Gute einsetzt und die viele lockere Sprüche drauf hat. Ihre lustigen Darstellungen, wenn sie 1670 mit 2012 zu vergleichen versucht, haben bei mir ziemliche Lachanfälle bewirkt, vorallem als Fußballfan, wo es dann hieß: "So musste es sein, wenn sich Fans von Bayern München und Borussia Dortmund gegenüberstanden."
Cat's Humor ist einfach erste Sahne, ich hab mich sofort in sie verliebt! Auch Dorothea und ihr Bruder Jakob konnten mich durch ihre Entwicklung (von ängstlich zu kämpferisch) begeistern.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es für mich eines der besten Hexen-Fantasy-Büchern war, die ich je gelesen habe. Neu und alt wurden gut miteinander vermischt und die Autorin hat mich mit ihren detaillierten Ausdrücken sehr gut an die Handlung rangeführt. Alles war verständlich und die Frage, wo das enden soll - schließlich sind Zeitreisen eine Sache für sich - hat die Autorin perfekt gemeistert.
"Purpurmond" erzählt eine abgeschlossene Geschichte mit viel Tiefe und Charme.

Kommentare:

  1. Da kann ich dir voll zustimmen, ich hab das auch geliebt und vor allem hab ich das in der Sonne gelesen - durchgelesen an einem Stück - und hatte danach einen fetten Sonnenbrand xD Heißt, das Buch bleibt mir im Gedächtnis.

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    1. xDD Ich kann total nachempfinden, was Du da beschreibst.
      Es gibt nicht viele Bücher, die so eine Wirkung haben ....

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  2. Huhu! :)
    Das Buch kannte ich noch gar nicht, werd ich mir auf jeden Fall notieren. :)
    LG Nina

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    1. Freut mich, dass meine Rezi Dich dazu bewegen konnte^^ Es ist wirklich ein tolles Buch. Lesen, lesen, lesen! :)

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Huhu Ihr Lieben Mitschwimmer :)

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