[Rezension] "Silber - Das erste Buch der Träume" von Kerstin Gier (SIlber #1)


Autorin: Kerstin Gier
Reihe: Silber, Band 1
Genre: Jugendbuch, Fantasy
Verlag: Fischer
Format: Hardcover
Seiten: 411
ISBN: 978-3-8414-2105-0
Erschienen: 06/2013
Preis: 18,99 €
Leseprobe

Klappentext
Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet.
Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett.
Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen …



Nach der Edelstein Trilogie - die mich teils begeistern konnte und teils enttäuscht hat - war ich nicht sicher, was ich von dem Hype um die neueste Trilogie Silber von Kerstin Gier erwarten sollte.
Es gab wieder so viele überschwängliche Rezensionen und das Buch wurde hochgelobt - also in etwa wie bei den anderen Büchern. Doch genauso wenig wie Liv auf ein gutes Rätsel verzichten würde, würde ich mir ein Buch entgehen lassen, dass inhaltlich und optisch so ansprechend ist und von meinen favorisierten Buchbloggerinnen für lesenswert befunden wurde!
Und was soll ich sagen? Sie hatten absolut recht. <3

Natürlich steht das Cover als absolutes Highlight im Mittelpunkt und ich habe es vor Lesebeginn ausgiebig unter die Lupe genommen. Schließlich gab es viel zu entdecken, was einen in der Geschichte erwarten würde und ganz davon abgesehen ist es wunderschön gestaltet.
Auch im Buch selbst gab es manche Seiten, die Blumenranken an den Seiten hatten. Ganz interessant ^^

Aber auch inhaltlich möchte ich am liebsten ein Lobeslied schmettern, wobei die Betonung da ganz bewusst auf schmettern liegt, weil ich null singen kann!

Gleich zu Beginn der Geschichte wird klar, dass man es nicht mit der üblichen Charakterpalette zu tun hat. Die fünfzehnjährige Liv und ihre Schwester Mia wirken weder schüchtern, noch schnell peinlich berührt und vorallem sind die Typen-Immun! Soll heißen: Verliebtheit ist nichts für sie. Mia stürzt sich lieber in Detektivarbeit und Liv liebt Rätsel. Multikulturell angehaucht (Deutsch-Amerikanische Wurzeln) und mit einer Mutter gesegnet, die sie ziemlich rücksichtslos durch die halbe Welt schleppt, sind die beiden Umzugsexperten und haben gelernt sich wenig emotionalen Ballast oder größere Habseligkeiten anzuschaffen. Einzig ihre Mischlingshündin Buttercup und ihr langjähriges Kindermädchen Lotti sind feste Bestandteile in ihrem Leben.
Das London nur eine weitere Zwischenstation werden würde, darauf waren Liv und Mia irgendwie vorbereitet. Auf den Zwischenfall namens Ernest jedoch nicht und ehe sie sichs versehen leben sie samt Lotti und Buttercup mit ihrer Mutter bei deren neuen Freund und seinen Zwillingskindern Florence und Grayson.

Zunächst dachte ich heiterer könnte es gar nicht mehr werden, schließlich ist so ein Patchworkfamilienzusammenschluß ja nicht gerade bekannt dafür für gute Laune zu sorgen, aber da drehte die Ich-Erzählerin Liv schon wieder neu auf und eroberte endgültig mein Herz!
Sie hat sowas herrlich sarkastisches an sich, ebenso wie ihre Schwester. Ihr Faible für Rätsel und Geheimniskrämereien zeichnen sie aus und wenn andere skeptisch oder ernst werden, ja vielleicht sogar weglaufen würden, grinst Liv nur und stellt sich den Herrausforderungen. Je anstrengender umso besser. Sätze wie "Das ist zu gefährlich" oder "Halte dich lieber daraus" sind für sie regelrechte Einladungen. Hinzu kommt, dass sie den ernsten Themen einen Hauch Spott entgegenbringt, den sie aber auf eine liebenswürdige und keinesfalls herablassende Art zeigt. Sie will einfach nur tief graben und sich in Geheimnissen wälzen.

Dementsprechen steht der "Liebes-Kitsch" in diesem Buch auch nicht im Mittelpunkt, was ich mehr als erfrischend fand. Man konnte mit den Charakteren in aller Ruhe den Träumen folgen und herausfinden um was es eigentlich geht, ohne dieses klassische "Ich-habe-mich-verliebt-und-mir-darf-jetzt-nichts-peinliches-passieren-weil-er-ja-nur-das-beste-von-mir-denken-soll"-Gehampel.
Natürlich kommt es doch irgendwann, dass sie sich für einen Typen interessiert, aber Gier stellt es recht weit nach hinten, natürlich mit den Handlungen super verknüpft und keinen Moment zu spät. Man hat also was davon, aber wird nicht gleich mit Kitsch erschlagen.
Klar mag ich auch kitschige Liebesgeschichte, keine Frage, aber in diesem Buch ist soviel mystisches, rätselhaftes, das schon soviel Aufmerksamkeit fordert, dass ich mich nur darauf konzentrieren wollte!
Die magische Welt der Träume hat es mir sehr angetan und ich habe mir schon den zweiten Band gesichert, als ich noch die Hälfte des ersten Bandes vor mir hatte. Es ist schließlich Wochenende, da muss man zuschnappen, solange es geht. Und auch wenn das Buch keinen üblichen Cliffhanger hat, geht es gerade erst los!

Ich bin völlig hin und weg! Das Cover hat nicht zuviel versprochen. In Kerstin Gier's Traumwelt gab es soviel zu entdecken. Schönes und gruseliges gleichermaßen mit einem richtigen Rätselabenteuer für die mehr als sympathische Hauptprotagonistin, die sich durch ihr unübliches, erfrischendes und teils frech-selbstbewusstes Auftreten sofort einen Platz in der Ehrenloge meines Herzens gepachtet hat.
An sich ist es eine abgeschlossene Geschichte, aber eine Aussage hat es auf der letzten Seite geschafft mir eine Gänsehaut zu bescherren, sodass man ziemlich sicher weiß, dass noch absolut nichts vorbei ist. Es ist schließlich eine Trilogie, gott sei Dank!
Kerstin Gier hat eine wunderbare Person hervorgezaubert und mich mit ihren detailreichen, wunderschönen Erzählungen richtig gepackt! Ich war am Ende genauso wild darauf das ganze endlich zu begreifen, wie Liv.
Dieses Buch hat mir wundervolle Lesestunden geschenkt und ich hoffe sehr, dass es auch verfilmt wird. Die ganzen wundervollen Vorstellungen in meinem Kopf sollen nicht nur da bleiben, dafür sind sie einfach zu fantastisch. Am meisten wäre ich auf diese bissige Türklinke gespannt ;)


 
  "Silber - Das erste Buch der Träume" 
"Silber - Das zweite Buch der Träume"
---Band drei ist noch nicht erschienen---

Kommentare:

  1. Siehst du mal. Ich habe ja gesagt es sei besser als die Edelstein-Trilogie. :D

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    1. DAS ist eine UNTERTREIBUNG!!! <3 <3 <3 <3

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  2. Ich fand die Edelsteintrilogie besser. Meiner Meinung nach ist "Silber" ziemlich oberflächlich.

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