[Rezension] "Stummer Zorn" von Charlaine Harris


Autorin: Charlaine Harris
Originaltitel: A Secret Rage
Genre: Thriller (???...)
Verlag: Feder&Schwert
Format: Taschenbuch
Seiten: 218
ISBN: 978-3-86762-068-0
Erschienen: 2010
Preis: 10,95 € [D]
Leseprobe



Klappentext:
Nickie Callahan hat ihr Leben im Griff. Nach einer erfolgreichen – aber kurzen – Karriere als Model in New York City freut sie sich auf ein entspanntes Leben im verschlafenen Collegestädtchen Knolls in Tennessee. Dort wohnt sie bei ihrer besten Freundin und hat vor, zukünftig als Schriftstellerin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Aber die Frauen von Knolls sind in Gefahr: Ein Serienvergewaltiger geht um. Als Nickie in die Reihe brutaler Gewaltverbrechen verwickelt wird, die seinen Weg säumen, muß sie die Suche nach Gerechtigkeit selbst in die Hand nehmen.
Optisch ist dieses Buch absolut fantastisch! Ein wahnsinnig gutes Cover mit einem Titel, der sehr viel verspricht. Ich hatte den Eindruck, das ich hier sehr starken Charakteren begegnen könnte, aber das war irgendwie weit gefehlt.

Ich liebe Charlaine Harris, aber dieses Buch war ein absoluter Reinfall. Aus den Sookie Stackhouse Büchern weiß ich, dass sie es liebt den kompletten Tag in kurze Sätze zusammen zu fassen, sehr ausschweifend und charakterbezogen. Man erfährt quasi alles über die Personen: Wann sie aufstehen, welche Gewohnheiten sie haben, was sie gerne machen und was sie hassen.
Aber in einem "Thriller" hat so etwas nichts zu suchen. Zumindest nicht in diesem Ausmaß...

Gleich zu Beginn wird mir der Einstieg in die Ich-Erzählerin Nickie Callahan sehr erschwert. Sie ist siebenundzwanzig Jahre alt, Model in New York und ziemlich deprimiert, dass ihre Karriere vorbei ist. Als ihre Agentin ihr eröffnet, dass keine der großen Agenturen mehr Interesse an ihrem Gesicht hätte, ist sie viel mehr mit ihrem eigenen Elend beschäftigt, als der Frauenleiche vor ihrer Haustür großartig Beachtung zu schenken. Suizid. Sie hatte es wenigstens hinter sich, ist alles, was Nickie dazu denkt. Nicht gerade symapthisch. Ein eitles Model, dass keinen Anstoß an dem Tod eines Fremden nimmt? Viel zu egoistisch und somit wurde ich absolut null mit ihr warm.
Erst durch ein Telefongespräch mit ihrer besten Freundin Mimi, wurde sie für mich durchschaubarer. Sie will wieder zurück in ihre Heimat Knolls, Tennessee, zurück ans College.
Dass dort ein Vergewaltiger sein Unwesen treibt, macht Nickie schließlich mehr zu schaffen, als die Frau in New York, weil sie diese Opfer namentlich kennt.

Mehr gibt es zu dem Inhalt auch nicht wirklich zu sagen. Nach siebzig recht aufwendigen und langweiligen Seiten, wo man Charaktere kennen lernt, werden erstmal zwei Monate übersprungen und dann erst passiert das große Unglück. Es ist jedoch so fix erzählt und emotional nüchtern zusammengefasst, dass die Wiederholungen ziemlich nervenaufreibend waren.

Dem Titel "Stummer Zorn" wird die Geschichte absolut nicht gerecht, auch wenn die Hauptprotagonistin etwa nach der Mitte des Buches von sich selbst denkt voller Hass zu sein und sich vorstellt, was sie mit ihrem Peiniger alles anstellen würde. Es kam absolut nicht glaubhaft bei mir an. Eher so, als wenn es ein notwendiges Nebenprodukt von etwas ist. Nach dem Motto, weil das passiert ist muss das und das nun auch passieren...
Auch das Leben ihrer Mutter, was stellenweise als Gedanke oder Telefongespräch in die Geschichte mit einbezogen wurde, konnte in meinen Augen wenig zur eigentlichen Handlung beitragen. Es sollte wohl einfach nur unterstreichen, wie beschissen Nickies Leben früher war und hervorheben, was sie danach noch daraus gemacht hat. 

Die ganzen ausschweifenden Erzählungen vom aufstehen, dem Campusalltag bis zum zu Bett gehen, verleihen der Geschichte etwas lasches und nehmen jegliche Spannung raus, die die sehr kurz erzählten Straftaten zu stark in den Schatten stellen.
Bei diesem Buch habe ich mich sehr stark von dem Cover blenden lassen, wirklich schade.

Nach der Hälfte des Buches konnte mich die Geschichte immer noch nicht fesseln. Sie war stumpf und eintönig und blieb es auch bis zum Ende. Der große Showdown war viel zu schnell vorbei und die Nachrunde, in der die Charaktere über das Erlebte reden habe ich einfach übersprungen.

Und wer jetzt noch sagt: "Ach komm, die 218 Seiten lassen sich doch bestimmt schnell lesen", dem soll gesagt sein: die Schrift ist seeeeeeeeeehr klein, die Seiten recht vollgeschrieben und wenn einen die Story nunmal absolut nicht fesselt, dann können auch fünfzig Seiten niemals enden wollen... :/
Auch der Preis von 10,95 € finde ich ziemlich "heftig", wenn man überlegt, für wieviel man ein Taschenbuch in diesem Format schon bekommen kann... 


Das Cover und der Titel sind das aufregenste an dem ganzen Buch. Die Geschichte nimmt nicht an Fahrt auf, es gibt keine wirklich überzeugende kriminelle Aura, die einen packen kann. Die Charaktere sind wenig überzeugend, klischeehaft und wenig nachvollziehbar.
Für mich war es ein mühsahmes Leseerlebnis, was nichtmal einen ganzen Stern verdient hätte :(
Dieses Buch in dem Genre Thriller einzureihen, ist in in meinen Augen eine Schande für alle anderen Bücher dieses Genre.
Meiner Meinung nach geht es einfach nur darum, eine Geschichte über eine Frau zu lesen, die ihren Traumjob in ihrer Nicht-Lieblingsstadt verliert um in ihre alte Heimat zurückkehren zu können, wo sie Opfer einer Straftat wird. Eigentlich erzählt Harris hier nur, wie ein Frau "überlebt" und wie sie trotz schwieriger Umstände wieder ins Leben findet.
Ansich ja eine gute Idee, aber die Umsetzung war einfach grausam. Harris kann das besser, dass weiß ich.



Quellen:
Foto: © Nalla
Inhalts- & Autorenbeschreibung: Feder&Schwert

Kommentare:

  1. DAS hört sich ja alles andere als überzeugt an. Ich muss sagen, dass ich noch nicht mal das Cover sonderlich schön finde :/
    Aber naja, dann weiß ich ja, was ich nicht lesen muss.
    Liebst, Emme ♥

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  2. Hey Emme :)
    Ich würde nicht sagen, dass das Buch besser nie jemand lesen sollte, aber für mich war es halt einfach schlecht. Dafür gibts keine geschönten Worte x.x
    Wenn Dir aber das schon das Cover nicht zusagt, dann ist das Buch wohl wirklich nichts für Dich^^
    Liebe Grüße,
    Nalla

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