[Rezension] "Der Seelenbrecher" von Sebastian Fitzek


Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer Knaur
Format: Taschenbuch
Genre: Thriller
Seiten: 352
ISBN: 978-3-426-63792-0
Erschienen: 01/2008
Preis: 7,95 € [D]
Leseprobe | Hörbuch




Sie wurden nicht vergewaltigt. Nicht gefoltert. Nicht getötet.
Ihnen geschah viel Schlimmeres...

Klappentext:

Drei Frauen – alle jung, schön und lebenslustig – verschwinden spurlos. Nur eine Woche in den Fängen des Psychopathen, den die Presse den »Seelenbrecher« nennt, genügt: Als die Frauen wieder auftauchen, sind sie psychisch gebrochen – wie lebendig in ihrem Körper begraben. Kurz vor Weihnachten wird der Seelenbrecher wieder aktiv, ausgerechnet in einer psychiatrischen Luxusklinik. Ärzte und Patienten müssen entsetzt feststellen, dass man den Täter unerkannt eingeliefert hat, kurz bevor die Klinik durch einen Schneesturm völlig von der Außenwelt abgeschnitten wurde. In der Nacht des Grauens, die nun folgt, zeigt der Seelenbrecher, dass es kein Entkommen gibt …




Caspar, so nennen ihn die Leute. Er selbst weiß nicht mehr wer er ist, was er mal beruflich gemacht hat oder wie er sich diese Amnesie zuzog. In einer privaten Luxusklinik für psychisch Kranke versucht man ihn scheibchenweise an seine Identität zu erinnern. Der Klinikleiter Dr. Raßfeld will dabei die Polizei und Presse raushalten, weil seiner Meinung nach der Erinnerungsprozess von innen erfolgen muss. Dr. Sophia Dorn hingegen setzt sich etwas über diese Vorschriften hinweg und zeigt ihm ein Foto eines kleinen Mädchens, dass man bei ihm fand. Nach und nach blitzen Bilder vor seinen Augen auf und ihm wird klar, dass er vielleicht eine Tochter haben kann, der es sehr schlecht geht und die genau jetzt auf ihn wartet.  Er beschließt heimlich die Klinik zu verlassen und sich auf die Suche nach Antworten zu begeben.
Doch eine Nacht vor dem großen Schneesturm, der die Teufelsberg Klinik von allen abschneidet, und noch vor Caspars Weggang, will ihm der Mitpatient Linus, ehemaliger Musiker und schwer Kommunikationsgeschädigt, etwas zeigen. Vor der Klinik liegt ein umgekippter Krankenwagen und etwas flüssiges breitet sich unter dem einzigen Fortbewegungsmittel aus, welches sie durch den Schneesturm bringen könnte. Benzin. Jemand möchte nicht, dass sie von diesem Ort wegkommen.
Als Caspar sich umschaut, sieht er, dass ein Mann eingeliefert wird. Ihm steckt ein Messer im Hals.

Wieder auf seine Pläne konzentriert, muss er nun überlegen, was er mit seinem Fluchtplan anstellt. Und wieder ist es Linus, der ihn mitten in der Nacht aus seinen Albträumen zerrt und panisch "Sophilpatiöten" ruft. Als Caspar ihm folgt, sieht er einen Mann mit einem Halsverband aus dem Zimmer flüchten. Doch noch ehe er all das realisieren kann, wird er auf ein Geräusch im Badezimmer aufmerksam. Dort liegt Sophie halb nackt in einer Badewanne. Sie ist nicht ansprechbar und trotz ihrer unkontrollierten Zuckungen wirkt sie, als wäre sie tot. Und dann findet er in ihrer Hand einen Zettel. Ein Rätsel, wie es nur jemand hinterlässt, von dem die Nachrichten die letzte Zeit voll waren. Dem Seelenbrecher. Seine Ärztin, die ihm noch etwas ganz wichtiges vor seiner Abreise mitteilen wollte, scheint das vierte Opfer des Seelenbrechers geworden zu sein.

Doch der Spuk fängt erst richtig an, denn bald wird ihm klar, dass sie dem Seelenbrecher nahezu ausgeliefert sind.

Fitzek hat sich nun wirklich und absolut als mein Lieblingsthrillerautor etablliert. Auch mit "Der Seelenbrecher" schafft er es mich alles andere vergessen und nur mit den absolut notwendigsten Pausen durchlesen zu lassen.
Mit Zeitstempeln wie "71 Tage vor der Angst" war das lesen wirklich wie ein Herantasten an den Höhepunkt, nur das in diesem Psychothriller selbst die kleinsten Szenen wichtig wurden und Angst verbreiten konnten. Bei Fitzek - wenn man schon ein paar Bücher gelesen hat - weiß man, dass nichts unwichtig ist und am Ende des Buches meist nochmal darauf hingewiesen wird.

Zu Beginn liest man eine schreckliche Erfahrung eines weiblichen Opfers, die etwas unsagbar schlimmes erlebt. Doch die Überschrift ist mehr als verwirrend: Seite 1 ff. der Patientenakte Nr. 131071/VL. Es ist weder stichwortartig, noch aus der Sicht eines Arztes geschrieben, sondern ganz klar als Geschichte. Im nächsten Kapitel bekommt man wieder einen ganz anderen Eindruck, denn jetzt scheint die eigentliche Geschichte zu kommen, die viele Jahre später stattfindet. Dort sitzen Studenten, die sich für ein Experiment gemeldet haben. Sie sollen genau diese Patientenakte lesen. Was der Sinn dieses Experiments ist, weiß keiner von ihnen und der Professor ist zwar nett und freundlich, gibt ihnen auch die Chance auszusteigen, aber dennoch merkt man, dass es nicht einfach irgendeine x-beliebige Sache ist.
Sobald die Studenten weiterlesen, geht auch die Patientenakte weiter und wird erst wieder an einer sehr spannenden Stelle unterbrochen, bei denen die Studenten sich das erste Mal eine kleine Pause gönnen. Der Professor macht jedoch deutlich, dass sie ganz schnell weiterlesen sollten.
Irgendwie war ich ja dankbar dafür, weil klar war, dass die Patientenakte vorerst der spannendste Teil des Buches sein würde. Auch optisch hat er sich durch eine andere Schriftart von der eigentlichen Erzählung abgehoben.

Fitzek hat seine Dialoge wieder richtig gut in Szene gesetzt und an den unheimlichen Stellen den Leser natürlich wieder zappeln lassen. Der Weg zur Wahrheit war ein ziemliches Rätsel, aber durch die überzeugenden Charaktere, die in ständiger Todesangst leben, einfach perfekt erzählt.

Im Mittelpunkt steht natürlich Caspar und als er und seine Verbündeten dem ganzen Wahnsinn zu entfliehen versuchen, kehrt sein Gedächtnis Stück für Stück zurück, was mir wirklich Angst gemacht hat. Er kam mir nämlich sympathisch rüber. Obwohl man sehr wenig über ihn wusste, waren seine Entscheidungen für mich die Messelatte seinen Charakter beurteilen zu können. Und doch ist da was, wovor man sich wirklich fürchten kann.

Und wieder diese ganzen Wendungen... Ich werde es wohl nie müde zu sagen, dass Fitzek der Meister des Wahns ist, bei dem man wirklich erst ganz zum Schluss alles verstehen kann.

Für mich ist "Der Seelenbrecher" vom Gesamtbild ein fantastisches Buch, was erschreckendes zutage fördert und bei dem ich richtig Lust hatte solange zulesen, bis mir das Gesamtbild endlich klar ist.
Es ist niemals das, was man zuerst denkt und auch dieser Thriller ist wieder eine Reise durch den dunkelsten Abgrund menschlicher Gedanken.



Quellen:
Foto © Nalla 
Inhalts- & Autorenbeschreibung: Droemer Knaur

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