[Rezension] "Romeo für immer" von Stacey Jay


Autorin: Stacey Jay
Originaltitel: Romeo Redeemed
Genre: Romantic Fantasy
Verlag: Egmont-INK
Format: Gebunden
Seiten: 393
ISBN: 9783863960223
Erschienen: 10/2012
Preis: 17,99 € [D]
Leseprobe


 
Klappentext:
Als Söldner der Apokalyse hatte Romeo nur ein Ziel: die Liebe zwischen zwei Menschen zu zerstören. Doch die Mächte des Bösen haben ihn verstoßen, und er hat nur eine einzige Möglichkeit, sich selbst und seinen dem Niedergang geweihten Körper zu erlösen: Er muss auf die Seite der Botschafter des Lichts, der einstigen Feinde, wechseln und eine Reise in die Vergangenheit antreten. Dort wird er Ariel Dragland wiederbegegnen, die Julias Seele beherbergt und die er getötet hat. Romeo ergreift die Chance auf einen Neuanfang und setzt nun alles daran, ihr Herz zu erobern. Was er jedoch noch nicht weiß: Ariel hält das Schicksal der ganzen Welt in den Händen, denn in ihr kämpfen die Mächte des Bösen und des Guten einen erbitterten Kampf. Wird er Ariel und ihre gemeinsame Liebe retten können?



 Folgeband! Achtung Spoilergefahr!!!

"Aber was ich fühle, spielt keine Rolle. Tatsächlich bin ich abstoßend alt."
"Romeo für immer" ist die Fortsetzung zu Stacey Jays's "Julia für immer". Im ersten Band nahm die Autorin ihre Leser mit auf eine völlig andere Geschichte von Romeo und Julia, den Protagonistin der tragischsten Liebesgeschichte aus den Federn von Shakespeare.
Sie erzählte von Botschaftern des Lichts und Söldnern des Bösen, die schon seit Jahrhunderten um die Seelen der Menschen kämpften. Auf der Seite des Lichts musste sich Julia beweisen, nachdem ihre große Liebe Romeo sie betrogen und getötet hat. Dieser steht unter den Mächten der Söldner und kämpfte schon im ersten Band gegen Julia - mit einem erstaunlichen und verblüffenden Ende.
Stacey Jay konnte mich mit ihrem ersten Buch schon ziemlich fesseln und ich war so erschlagen von der gesamten Wirkung, dass ich mit großen Erwartungen an die Fortsetzung herangegangen bin. "Romeo für immer" hat mich nicht enttäuscht, war aber auch nicht so, wie ich erwartet hatte...

Romeo und Julia von Shakespeare kenne ich nicht und ich konnte mich auch nie an diese Geschichte heranwagen. Doch was Stacey Jay da für eine Geschichte geschrieben hat, war der reinste Irrsinn gepaart mit fantastischen Liebeselementen und viel Licht und Dunkelheit.
Inhaltlich war es ein einziger Knoten von Wahrheiten, Trugbildern, Träumen und Dramatik, die man nur Stück für Stück aufriffeln konnte und wenn ich dachte es endlich alles verstanden zu haben, kamen wieder neue fantastische und unglaubliche Elemente zum Vorschein, dass ich ziemliche Angst hatte den roten Faden zu verlieren.

Romeo ist die Hauptfigur dieser Geschichte und zu Beginn nur ein verwesendes Nichts, der sich mit den Konsequenzen seiner Taten auf eine unendliche Art auseinandersetzen muss. Er ist gefangen in einem Zerrbild seiner selbst mit einem geschundenen Körper, der all die Gräueltaten der vergangenen Jahrhunderte aufweist. Sogar Söldner ergreifen vor ihm die Flucht.
Als das Licht auftaucht, erkennt Romeo in ihr die Botschafterin, Julias Amme, und bekommt von ihr eine einmalige Chance. Wenn er es schafft, ein Mädchen dazu zubringen, sich in ihn zu verlieben, darf er seine Dienste in die des Lichtes stellen. Romeo ergreift seine Chance um auch für Julia Buße zu tun und landet genau in dem Körper, den er schon einmal benutzen musste, mit dem Unterschied, dass der Junge, Dylan Stroud, diesmal noch lebt. Zeit und Raum haben sich so verschoben, dass er unmittelbar vor dem Ereignis des Autounfalls in diesen Körper kam. Jetzt muss er seine Kraft für die Seite des Lichtes einsetzen und Ariel Dragland, die Frau auf dem Beifahrersitz, von der er weiß, dass sie ihm ins Steuer greifen wird, dazu bringen sich in ihn zu verlieben.

Von Anfang an war ich wieder in den Fängen von Jay's unglaublichen Erzählungen und Dialogen gefangen. Romeo bekommt eine Chance und man erlebt richtig mit, wie er all die Dinge mit seinen Sinnen aufsaugt. Da konnte es sogar amüsant sein ein einfaches Abendessen zu lesen. Wobei einfach kein normales Wort mehr ist, wenn man spürt wie sehr Romeo sich ins Zeug legt. Er muss Ariel für sich gewinnen, aber das ist natürlich leichter gesagt als getan, denn obwohl sie von Dylan angetan ist, hat er sie so sehr verletzt, dass sie ihn töten wollte - und sich gleich mit. Denn sie fühlt sich fehl am Platz. Ihre Narben von einem Küchenunfall in der Kindheit lassen sie schüchtern werden, ihre Mitschülerin nennen sie einen Freak und die Wette, die Dylan mit seinen Kumpels am Laufen hatte - nämlich sie ins Bett zu kriegen - hat ihr den letzten Rest genommen, der sie an die Liebe hat glauben lassen.
Ariel weiß nicht, wer da wirklich vor ihr steht, aber seine Versuche es wieder gut zu machen nimmt sie ihm, wenn auch nicht zu 100 %, ab.
Je mehr Romeo sich aber bemüht und dabei wirklich alles tut um sie zu überzeugen, desto mehr habe ich Ariel's Charakter hinterfragt, denn für mich ergaben ihre Gedanken keinen Sinn. Und auch im weiteren Verlauf des Buches konnte ich irgendwie mit ihr nicht warm werden. Sie trägt irgendetwas in sich drin, tief verborgen, von dem sie selbst nicht genau weiß was es ist.
Jay hat Ariel's Geschichte immer weiter gelüftet im Grunde zwei Ariel's in dieses Buch hineingeschrieben. Eine, die sich selbst kennt und eine, die der Leser kennenlernt. Es ist schwer Ariel zu definieren und besonders am Ende kam ich absolut nicht mehr mit.

Die Geschichte ist stellenweise sehr verwirrend und Spannung baut sich auch nicht so wirklich auf. Dafür sind die Elemente der Liebe umso erdrückender, denn sie fordern ihren Sieg. Es kommen viele Dinge ans Tageslicht und einige Qualen und auch wenn man als Leser daran gewöhnt ist, dass Bücher meist ein Happy End haben, weiß man, dass dieses sich eins erkämpfen wird, koste es was es wolle. Dementsprechend kam das Ende recht rasch und mit einer erneuten Verschiebung der Zeit, dass ich gar nicht mehr wirklich weiß, was da passiert ist. Geschweigedenn wieso die Charaktere jetzt so leben, wie sie es tun. Jay hat sich nicht so wirklich die Zeit genommen um das Ende genauer zu beschreiben. Ein magisches Wunder - wo bleibt da also Sinn für etwas Logik?

Dieses Buch im gesamten zu bewerten, fällt mir sehr schwer. Die Grundidee, Romeo und Ariel's Geschichte, die vielen Dinge, die man erfahren hat und die besonderen Abgründe einzelnder Handlungsstränge haben mir wirklich sehr gut gefallen. Doch die Entwicklung war irgendwie so an den Haaren herbeigezogen. Das Ende zu schnell und wenig nachvollziehbar. Der Lesespaß hatte mich oft in seinen Krallen und ich habe mitgefiebert, gelitten und über die Dinge geflucht, die einem Happy End im Weg standen, aber leider gibt es einfach mehr offene Fragen, die es bei einer nun abgeschlossenen Geschichte nicht geben sollte. Wenn ich all das abziehen würde, würde ich dem Buch drei Sterne geben, aber weil es einfach eine magische, anziehende Geschichte war - besonders wegen Romeo's facettenreichen Charakter - vergebe ich vier gute Sterne.

Wem "Julia für immer" gefallen hat und wer Fan von dunkler Magie, einzigartigen Liebesgeschichten und Dramatik ist, den wird auch "Romeo für immer" tief in seinen Bann ziehen.


"Romeo für immer" 

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