[Rezension] "Days of Blood and Starlight" von Laini Taylor (Zwischen den Welten #2)


Autorin: Laini Taylor
Originaltitel: Days of Blood and Starlight
Reihe: Zwischen den Welten, Band 2
Genre: Urban Fantasy
Verlag: Fischer
Format: Hardcover
Seiten: 615
ISBN: 9783841421371
Erschienen: 09/2013
Preis: 16,99 € [D]
Leseprobe | Hörbuch


Wo würdest du dich verstecken, wenn die ganze Welt nach dir sucht?
Was würdest Du tun, wenn deine große Liebe plötzlich deine Familie auf dem Gewissen hat?
Wie würdest du entscheiden, wem du trauen kannst, und wem nicht?
Der Traum vom Frieden, den Karou und Akiva einst teilten, ist vorbei. Wenn aus Liebe Hass wird, kann uns nur noch die Hoffnung retten…

Folgeband! Achtung Spoilergefahr!!!
Karous Welt ist zusammengebrochen: Ihre große Liebe, der Seraph Akiva, ist für den Tod ihrer Familie verantwortlich. Jetzt hat sie nur noch ein Ziel: den jahrtausendealten Krieg zwischen den Chimären, zu denen sie selbst gehört, und den Seraphim zu beenden. Gemeinsam mit ihrem einstigen Feind Thiago -dem Weißen Wolf- zieht Karou sich in die Wüste Marokkos zurück, um dort eine neue Armee zu bilden. Eine Armee aus Monstern. Und wenn es nach Karou geht, wird zumindest die letzte Vertraute, die ihr geblieben ist, ihre beste Freundin Zuzana, aus alledem herausgehalten werden. Wer Zuzana kennt weiß allerdings, dass sie sich nicht gerne bremsen lässt…
Akiva dagegen will sich unbedingt von seiner Schuld befreien. Er hatte nur im Irrtum gehandelt, dachte Karou wäre tot, und wollte sie rächen. Um seine Tat zu sühnen, plant er deshalb einen gefährlichen Verrat an seinen eigenen Leuten.
Aber wird Akivas Plan aufgehen? Und kann Karou ihre Trauer überwinden, und Akiva jemals verzeihen?
Lieblingszitat
"Wir kommen mit, und gestorben wird nur am anderen Ende unserer Schwerter."
Im Februar wären es zwei Jahre her, dass ich mein erstes Laini Taylor Buch verschlungen habe und zu meinem Glück war es ein einzigartiges, grandios, phänomenales, hammergeiles usw. usf. Leseabenteuer namens "Daughter of Smoke and Bone". Dieses Buch strahlte förmlich diese Faszination aus und nach der letzten Seite war es schmerzhaft, solange auf die Fortsetzung warten zu müssen.
Jetzt ist diese Wartezeit rum! Band zwei "Days of Blood and Starlight" ist rasend schnell zu Ende gewesen und auch wenn ich ein paar Dinge wirklich schrecklich zu lesen fand, hingen meine Gedanken mit schwindenden Seiten nur noch in der Endlosschleife... Bitte lass es nicht enden, bitte lass es nicht enden... Denkste! Null erbarmen, nur der Gedanke das es wieder lange dauert, bis die Fortsetzung erscheint und dieser Nachhall... schmerzlich süße Folter und der Drang wieder die erste Seite aufzuschlagen und diese Geschichte noch einmal zu erleben...

Erleben. Genau das ist das Wort, wie man Taylor's Zwischen den Welten Büchern gut beschreiben kann. Die Autorin hat zwei Welten geschaffen: Eine Welt wie wir sie kennen, portraitiert von der tschechischen Hauptstadt Prag - wunderschön durch Worte in Szene gesetzt - die dann von den Sandburgen Marrokos abgelöst wurde. Und eine andere Welt, wo es Chimären und Seraphim gibt - die miteinander im Krieg liegen und alles dafür tun sich gegenseitig auszulöschen.
"Days of Blood and Starlight" ist ein erneut gut gewählter Titel, der Blut verspricht, aber auch Hoffnung. Allein schon durch die Hauptprotagonistin Karou, dessen Name genau das bedeutet: Hoffnung.

Das Buch beginnt - oh Laini, ich liebe Dich dafür -  mit Karous menschlicher bester Freundin Zuzana und dessen Freund Mik. Sie stehen auf den Straßen Prags und müssen zusehen wie Karous Ex-Freund Kazimir sich im Rampenlicht präsentiert. Denn seit Karous öffentlichen Kampf gegen die Engel Akiva, Liraz und Hazael ist die Menschheit ganz verrückt nach diesem blauhaarigen Mädchen, dass fliegen kann und plötzlich verschwand. Überall auf der Welt wird in Museen eingebrochen und immer wieder ist die Rede von einem blauhaarigen Dämon. Jeder fragt sich, was die Einbrüche sollen, denn auf den ersten Blick wurde nie etwas gestohlen, doch als ein kleiner Hinweis darauf deutet, dass die Diebin es auf Zähne abgesehen haben soll, überprüft jedes Musuem noch einmal genau und tatsächlich - von vielen Tieren, besonders exotischen Exemplaren - fehlen die Zähne.
Zuzana kennt Karous Skizzenbücher über die Monster, aber wieso Zähne?
Während sie ihrer Freundin Emails schreibt, kämpft Karou für das Schicksal ihrer Rasse. Denn sie ist eigentlich kein Mensch. Jetzt schon, da ihre Seele in einem menschlichen Körper wiedererweckt wurde, aber vorher war sie eine Chimäre, eine Kirin. Bis sie wegen ihrer Liebe von ihrem Volk geköpft wurde. Denn ausgerechnet ihrem Feind, einem Seraphim schenkte sie ihr Herz. Gemeinsam träumten sie von einer besseren Welt, ohne Krieg, Blutvergießen und Zerstörung. Doch all das war einmal, denn Karou weiß nun Bescheid. Akiva ist für soviel Leid ihres Volkes verantwortlich.
Ihr einziger Job ist es nun, den Job ihres Ziehvaters Brimstone zu übernehmen: Die Widererweckung der im Kampf getöteten Chimären. Und das unter der Anweisung des Kriegsführers, der schon einmal ihren Tod forderte. Und wozu? Um eine tödliche Schlacht zu führen, die eigentlich unmöglich zu gewinnen ist...

Karou ist immer noch der absolute Hammer. Doch in diesem Teil ist sie nicht einfach mehr ein blauhaariges Mädchen, das in der Welt Zähne einsammelt und wenig von gar nichts weiß. Sie hat viel über sich erfahren, wo sie herkommt, wie sie widererweckt wurde und wen sie einmal geliebt hat, von was sie geträumt hat und wie ihr Volk sich gegen sich gewandt hat. Die Karou des zweiten Buches trägt viel Schmerz mit sich herum und eine Schuld, an die sie immer wieder erinnert wird. Wäre sie nicht gewesen, wäre der Krieg zwischen den Chimären und Seraphim so eskaliert? Sie gibt sich die Schuld ihr Volk verraten zu haben und arbeitet deshalb freiwillig für ihren eigenen Mörder.
Karou ist immer noch die Hauptperson, doch Taylor hat dieses Buch aus sehr vielen Perspektiven geschrieben und manchmal erst Ergebnisse offenbart und dann sehr verschlungen die Handlungen erzählt. Das hat das Tempo aus der Geschichte rausgenommen und war oft iritierend. Sie konnte damit aber gleichzeitig auch ziemliche Spannungen aufbauen, da man nicht wirklich wissen konnte was jetzt wirklich Sache ist.

Dieses Buch ist der absolute Oberhammer, keine Frage!
ABER! Und das ist ein richtig fettes ABER: Der Krieg wird in all seinen hässlichen Farben erzählt und durch Details die üblichen Bilder heraufbeschworen, das mir wirklich nicht nur die Spuke wegblieb, sondern vorallem die Frage aufkam, ob so eine Beschreibung in ein Jugendbuch gehört, das ab 14 Jahren empfohlen wird. Es fließt viel Blut und grausame Verstümmlungen werden gut beschrieben. Und es gab fast eine Vergewaltigung, die aus Sicht des Opfers erzählt wurde, wo die Autorin sich auch ein paar Details hätte verkneifen können. Ich persönlich fand diese Szene sehr ausschlaggebend für den weiteren Verlauf und es ist bestimmt auch schwer als Autor bei sowas die Balance zu wahren. Meinen Geschmack hat Taylor getroffen, aber auch wenn es nur eine kurze Szene war, hat sie in einem Jugendbuch dieser Altersklasse wenig zu suchen. 

Laini Taylor hat mich wieder absolut mitgerissen. Die Geschichte hat starke Überzeugungskraft, ist animalisch und gleichzeitig witzig - dank Zuzana, ich liebe sie einfach!!! Romantik sucht man hier zwar vergebens, aber die Rückblicke in vergangene Gedanken reichten schon um der düsteren, hoffnungslosen Athmosphäre ein wenig Glanz und Lebenskraft zurückzugeben.


"Days of Blood and Starlight"

1 Kommentar:

  1. Hallo,

    danke für deinen Kommi - musste jetzt auch deine Rezi zum Buch mal durchlesen. Deine Begeisterung merkt man und die teile ich auch mit dir, ich freu mich schon auf das nächste Buch von Laini Taylor.

    Du hast übrigens eine Leserin mehr (und hoffentlich ärgert blogspot uns nun nicht mehr) :D

    LG Sarah

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