[Rezension] "Unverstanden" von Karin Slaughter


Autorin: Karin Slaughter
Originaltitel:Martin Misunderstood
Genre: Thriller
Verlag: blanvalet
Format: Taschenbuch
Seiten: 176
ISBN: 9783442372812
Erschienen: 04/2009
Preis: 6,95 € [D]
Leseprobe



Klappentext:
Zeitlebens wurde Martin Reed immer wieder das Opfer übler Intrigen. Zwar wird er als Chefbuchhalter in seiner Firma geschätzt, doch sein Dasein ist ziemlich trostlos – noch immer wohnt er bei seiner bösartigen Mutter und hofft vage auf irgendeine Art von Ausweg. Eines Tages wird die grausam zugerichtete Leiche einer Frau aufgefunden. Und alle Indizien weisen auf Martin als Täter, zumal er kein Alibi angeben kann – oder will ... Als dann noch eine zweite Frauenleiche entdeckt wird, die einer Kollegin, wird es richtig eng für Martin. Ist er tatsächlich der wahnsinnige Frauenmörder – oder nur ein fatal unverstandener Mann?



Martin Reed ist ein Loser. Durchschnittsmensch wäre leider untertrieben, denn er lebt bei seiner sechzigjährigen Mutter, die ihm deutlich das Gefühl gibt, wie sehr sein Anblick sie zum würgen bringt. Sie will ihm immer wieder etwas andichten, ob es die Alkohlsucht oder das Schwulsein ist - vor nichts macht sie halt um sich selbst einer Gruppe anschließen zu können, wo sie über ihren armen, armen Sohn reden kann, der ja nichts in seinem Leben auf die Reihe kriegt.
Martin hat sich daran gewöhnt von seiner untergeordneten Mitarbeiterin "Teiggesicht" und "Trottel" genannt zu werden. Sein Job ist das einzige, was er gutes vorweisen kann. Als Buchhalter bei Southern Toilet Supply - einem Toilettenpapierhersteller - hat er einen sicheren Job und ist gut in dem was er tut, auch wenn das gewisse Kollegen egal ist. Sie triezen ihn, kleben ihm Vibratoren auf den Bürotisch und rufen ihm in einer Tour Schmähungen zu. Selbst vor Sachbeschädigung macht die Stadt keinen Halt und irgendeiner hat "Schlappschwanz" in seinen Autolack geritzt.
Doch dann ändert sich etwas schlagartig, als seine Kollegin tot aufgefunden wird. Sie wurde geschlagen und mehrfach mit dem Auto überrollt. Als die Polizei bei ihm auftaucht, reicht nur eine nebensächliche, wohl platzierte Bemerkung eines Kollegen über Blut und Haaren an Martins Auto, dass er direkt unter Mordverdacht steht...
Martin hat genug Krimis gelesen und weiß, dass er es nicht war, aber auch, dass ihm das herzlich wenig bringen wird...


"Unverstanden" oder wie es im Original heißt "Martin Misunderstood" - dessen Titel ich persönlich bevorzuge - ist ein kleiner Thriller für Zwischendurch mit regulären 163 Seiten und einer kleinen Leseprobe aus Karin Slaughter's anderem Buch "Zerstört".
Weil ich schon ein paar ihrer Bücher gelesen habe, wusste ich, dass sie ihren Charakteren viel Platz einräumt und sehr ins Detail ihrer persönlichen Geschichte geht. Umso irritierter war ich, als ich dieses dünne Buch in der Hand hielt und mich fragen musste, was am Ende fehlen würde, denn bei soviel Informationsfluss braucht man doch mehr Seiten?
Deswegen war ich richtig erleichtert, als ich mit dem lesen begonnen habe und es dieses bekannte leichte lesen war wie immer. Viel Details, viel Persönlichkeit, aber ein Ende, das mir Kopfschmerzen bereitet hat...

"Unverstanden" ist ein Buch, was mir wirklich Kopfschmerzen bereitet hat. Da es wenig Seiten hat, war ich auf alles vorbeireitet. Irgendwas musste ja fehlen, aber Slaughter hat nicht nur eine sehr kuriose Geschichte geschrieben, sondern auch eine ohne großen Ausweg.
Martin ist ein Verlierertyp der härtesten Sorte. Sein Aussehen, sein Auftreten - mit allen ist Slaughter bis an die Grenze gegangen. Dabei ist er eigentlich intelligent genug.
Während die Seiten immer weniger werden, wird es wirklich immer unglaublicher. Dass man einen Menschen so verachtet um ihm einen Mord anzuhängen ist das eine, aber es gibt keine Person, die nicht irgendwas positives über Martin sagen kann. Dass die Menschen auch noch an das glauben, was sie da sagen, verschlägt einem echt die Sprache.
Slaughter hat Martin am Ende aber einen gewissen Frieden geschenkt, denn trotz seiner Lage - oder vielleicht gerade deswegen - wird er auf eine besondere Weise beachtet und eine Person entwickelt Gefühle für ihn, womit man nicht unbedingt gerechnet hätte. Auch wenn es sich angedeutet hat, hätte ich generell nicht mit diesem Ende gerechnet. Es wird niederschmetternd, aber auch frei und friedlich.

Wenn Slaughter mit diesem Buch eines bewiesen hat, dann das man wirklich in die dümmsten Situationen geraten kann, wo eine unerwartete Situation einem direkt den Strick enger um den Hals legen kann, ohne das es eigentlich groß in Verbindung steht.
Martin war am Anfang ein Loser, aber aus ihm ist was geworden - eine große Lüge, die aber aus ihm einen anderen Menschen gemacht hat.

Meine Bewertung war wieder extrem schwierig. Einerseits habe ich mich wieder in die Erzählung fallen lassen können und es hat mir großen Lesespaß bereitet. Allerdings finde ich die Handlung stellenweise unglaubwürdig und besonders das Ende kann ich nicht nachvollziehen. Drei Sterne kamen mir als erstes in den Sinn, wegen Martins Veränderung, aber das wirkt zu krass. Also gibt es für dieses Buch vier Sterne. Einfach weil es Slaughter ist, die mich wieder richtig aus den Latschen gekippt hat!

1 Kommentar:

  1. Hey Ho,
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    LG Sarah & Nazurka

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