[Rezension] "Schattenblume" von Karin Slaughter (Grant County #4)

Autorin: Karin Slaughter
Originaltitel: Indelible
Reihe: Grant County, Band 4
Verlag: rororo | Format: Taschenbuch
Seiten: 477 | ISBN: 9783499240737
Erschienen: 06/2007
Preis: 9,90 € [D]
Leseprobe

Spannung: ♥♥♥♥♥ (5/5 + 3 Bonus)
Charaktere: ♥♥♥♥♥(5/5 + 2 Bonus)
Lesespaß: ♥♥♥♥♥ (5/5 + 3 Bonus)



Folgeband! Achtung Spoilergefahr!!!

Inhalt:
Ein Geiseldrama hält ganz Heartsdale in Atem. Bei dem Überfall auf die Polizeistation wurden ein Polizist erschossen und Chief Jeffrey Tolliver schwer verwundet. Zudem befindet sich eine Schulklasse im Gebäude. Kinderärztin und Rechtsmedizinerin Sara Linton setzt alles daran, die Kinder zu beruhigen und ihrem geliebten Jeffrey das Leben zu retten. Ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

Meine Meinung:
Karin Slaughter ist im Thriller-Genre eine absolut angesagte Autorin und das kann ich nach gerade mal drei gelesenen Büchern definitiv bestätigen! Da mir ihr Schreibstil sehr gut gefiel, war es auch kein Katze im Sack-Kauf, als ich mir ihre Bücher komplett geholt habe. Eine Schande war nur, dass ich sie viel zu lange in der hintersten Ecke stehen hatte und erst jetzt den vierten Teil der Reihe rund um die Kinderärztin und Gerichtsmedizinerin Sara Linton aus Heartsdale, Georgia, und ihrem Ex-Mann, dem Polizisten Jeffrey Tolliver gelesen habe. Doch auch diesmal war ich völlig in einer anderen, gnadenlos Welt, auf Aufklärungsmission mit Dr. Linton.

Heartsdale ist ein kleines Kaff in Georgia. Hier kennt jeder jeden und Gerüchte verbreiten sich natürlich wie ein Lauffeuer. Doch als es zu einer Geiselnahme auf der Polizeistation kommt, wird die Stadt zur Geisterstadt. Mehrere Polizisten wurden gnadenlos niedergemetzelt und zu allem übel gab es zu dieser Zeit auch noch eine Führung für ein paar Kinder, die nun zwei skrupellosen Männern ausgeliefert sind.
Mittendrin ist Sara Linton, die eigentlich nur um ihre Beziehung zu Jeffrey Tolliver, dem Polizeichef, kömpfen wollte, doch nun muss sie um sein Leben kämpfen...

Sara Linton war vom ersten Buch an eine Protagonistin, die man nur beneiden kann. Sie ist Kinderärztin und arbeitet nebenberuflich als Gerichtsmedizinerin. Sie ist beliebt und hoch angesehen, schön und intelligent, weiß, was Richtig und was Falsch ist und kämpft auch Schlachten, die ausweglos erscheinen. Sie hat eine Vergewaltigung überstanden und eine komplizierte Beziehung zu ihrem Ex-Mann, der solange um sie gekämpft hat.
So zu sein wie Sara, würden sich viele Frauen wünschen, weil sie sich einfach nicht unterkriegen lässt. Bei ihr sieht alles so leicht aus, auch wenn sie stark zu kämpfen hat. Sie ist auf jeden Fall eine sehr herausragende Protagonistin, in die ich mich schnell reindenken konnte. Eine tolle Frau.
Jeffrey Tolliver ist auch ein wahnsinniger und bemerkenswerter Mann. Er hatte eine scheiß Kindheit mit einem Vater der im Knast gelandet ist und einer Mutter, die im Alkohol ihren Trost suchte. Nur der damalige Polizeichef Hoss Hollister hat es geschafft diesen Jungen auf die richtige Bahn zu bringen.
In den bisherigen Bänden kam Jeffrey immer als extrem selbstsicher rüber, so sehr, dass man glauben konnte er würde vor gar nichts zurückschrecken. Aber das macht ihn aus, denn wenn er eine Überzeugung hat, dann ist er so unerbittlich, bis er geschafft hat zu bekommen, was er wollte. Seine Beziehung zu Sara spielt in den Büchern immer wieder eine starke Rolle und man bekommt Einblicke in seine Vergangenheit, wo er hinter jedem Rock her war. Und doch will er nur Sara...
Eine weitere verzwickte Protagonistin ist Lena Adams, die erste weibliche Polizistin, die Jeffrey eingestellt hat. Sie hat eine ziemliche Menge Scheiß hinter sich und im letzten Buch hat sie es wirklich geschafft alle Sympathiepunkte, die sie bei mir gewonnen hatte, wieder zu verspielen. Sie ist verkorkst, aber dann merkt man manchmal auch, wie sehr es sie selbst ankotzt, dass sie doch die Kurve kriegt. Bei ihr weiß man einfach nie, wo man dran ist und das macht es ganz besonders spannend. Sie könnte jeden Moment hochgehen wie eine tickende Zeitbombe, oder aber jede Menge Leben retten.
Ansonsten kommen in diesem Buch Charaktere vor, in dessen Leben man einen guten Einblick bekommt und die weit mehr sind als nur Nebenfiguren. Jeffreys bester Freund Robert ist das beste Beispiel: Er sah so verdammt unscheinbar aus und hat sich dann als jemand dargestellt, wo mein Kopf absolut nicht mehr mitkam. Slaughter hat Charakteren verzwickte Geschichten gegeben und weil sie dem Leser jeden Charakter sehr nahe bringt, könnte man meinen, sie haben schon längst ihr Eigenleben erschaffen und wollen aus diesem ganzen Schlamassel raus, den ihnen Slaughter eingebrockt hat.

Die Geschichte selbst ist natürlich wieder Slaughter-Like pur! Ein Thriller zum Fingernägel kauen spannend! Es beginnt zunächst ganz harmlos mit zwei Menschen, die zwei verschiedene Sachen wollen und doch einander. Dann bricht die Hölle los und Blut und Gedärme spritzen in alle Richtungen, vor Kinderaugen und hilflosen Polizisten. Zwei Männer, die es sich in den Kopf gesetzt haben, die komplette Polizeistation dem Erdboden gleichzumachen leiten eine Geschichte ein, die eine Vergangenheit zum fürchten offenbart. Karin Slaughter schreibt abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit und switscht dabei gekonnt zwischen den Aussichten von drinnen, wo die Geiseln gefangen gehalten werden und draußen, wo die Polizei den Einsatz vorbereitet.
Als der erste Sprung in die Vergangenheit kam, begann alles an dem Tag, wo Jeffrey Sara in seine Heimatstadt Sylacauga mitnimmt. Es sollte ein Ausflug zum Strand werden, doch irgendwie zog es Jeffrey dorthin. Sara liegt wegen ihrer Beziehung zu Jeffrey mit ihrem Vater in Streit und auch ihre Mutter findet ihren Umgang nicht so passend, während Tessa, Sara's Schwester sie lieber darüber ausquetscht, ob Jeffrey wirklich so ein Schürzenjäger ist.
Slaughter nimmt sich sehr viel Zeit um die Anfangsphase ihrer Beziehung zu erzählen und mir persönlich hat es sehr gut gefallen, denn die Beiden kennen sich noch nicht so lange und gehen gemeinsam durch eine Hölle, wo sich immer mehr Abgründe auftun. Sara würde am liebsten weglaufen, aber ihr Herz will Jeffrey eine Chance geben. Emotionen pur.

Fazit:
Slaughter hat mit "Schattenblume" ein gute Mischung zwischen Liebe, Furcht, Tod und purem Nervenkitzel geschaffen, dass ich das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen konnte. Das sie sehr viel erzählt und sich auch diesen Freiraum dafür nimmt, könnte manchen Lesern nicht gefallen, weil man wirklich hingehalten wird. Man will wissen, wie das Drama bei der Geiselnahme jetzt weitergeht und dazwischen stehen gefühlte fünfzig Seiten Rückblick, durch die man sich erst wälzen muss. Beim lesen selbst habe ich mich wirklich stark zurücknehmen müssen, dass ich nicht weiterblättere und es hat sich gelohnt! All das, was man aus den vergangenen Tagen erfahren hat, war wichtig und hat die Charktere richtig gezeigt. Man kann als Leser nie sagen, man kenne einen Charakter auswendig, aber Slaughter hat soviel erzählt, dass man sehr nahe ran kommt. Ihr Stil, Gefühle und Situationen zum Ausdruck zu bringen, hat mich manchmal glauben lassen alles könne real sein.
Mir hat es einfach unglaublich gut gefallen. :)

Bisher erschienen:
"Belladona"
"Vergissmeinnicht"
"Dreh dich nicht um"

Fortsetzung:
"Gottlos"
"Zerstört"

Die Autorin:
Karin Slaughter, Jahrgang 1971, stammt aus Atlanta, Georgia. 2003 erschien ihr Debütroman Belladonna, der sie sofort an die Spitze der internationalen Bestsellerlisten und auf den Thriller-Olymp katapultierte. Ihre »Grant County«-Romane um Rechtsmedizinerin Sara Linton und Polizeichef Jeffrey Tolliver sind inzwischen in 30 Sprachen übersetzt und weltweit mehr als 20 Millionen mal gelesen worden.  
Karin Slaughter's Homepage

Quellen:
Foto: © Nalla
Inhalts- & Autorenbeschreibung: rowohlt.de

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