[Hörbuch-Rezension] "Ausgefressen" von Moritz Matthies

Autorin: Moritz Matthies
Sprecher: Christoph Maria Herbst
Verlag: argon Hörbuch
Laufzeit: 320 Minuten
ISBN: 978-3-8398-1134-4
Erschienen: 02/2012
Preis: 19,95 € [D]
Hörprobe



Wenn Erdmännchen ermitteln – der größte Spaß, den die Polizei erlaubt

Inhalt:
"Gestatten? Mein Name ist Ray. Seit ich denken kann, will ich Privatdetektiv werden. Im Grunde, das wird jedem einleuchten, gibt es keinen Job, für den ein Erdmännchen besser geeignet ist. Überwachen und Observieren gehören quasi zu unserer genetischen Grundausstattung. Gleiches gilt für Spuren lesen und Herumschnüffeln. Ich bin der geborene Schnüffler. Nur dass meine Fähigkeiten hier im Zoo völlig verkannt werden. Besser gesagt: wurden. Denn heute ist Phil aufgetaucht. Und so, wie es aussieht, braucht er unsere Hilfe."
Die Erde unter dem Berliner Zoo gleicht einem Schweizer Käse. Denn Erdmännchen Ray und sein Clan ermitteln in einem Vermisstenfall – an der Seite von Phil, Privatdetektiv, der nach genügend Schluck aus seinem Flachmann Erdmännisch versteht.


Die ersten Sätze:
"Es ist Liebe", sage ich.
"Elsa?" Rufus bekommt Schnappatmung. "Biologisch gesehen ist das sexuell  hybrid."
"Rufus. Kannst du nicht reden wie alle anderen Erdmännchen?"
"Gut. Du bist pervers!"
"Nein", erwidere ich ungerührt. "Es ist Liebe."

Meine Meinung:

Als ich das erste Mal "Ausgefressen" von Moritz Matthies entdeckte, erinnerte mich das Cover sofort an "Hummeldumm", wovon ich ja mehr als begeistert gewesen war.
Als ich mir dann die kurze Inhaltsangabe durchlas, war es um mich geschehen und ich wollte dieses Buch unbedingt haben!
Da ich noch drei Audible Gutscheine hatte, die dringend verbraucht werden wollten, habe ich dort nach diesem Buch gesucht und habe keine Sekunde gezögert den Download-Button zu betätigen. Grund: Das Hörbuch wird von Christoph Maria Herbst gelesen, dessen Stimme und Talent ich absolut liebe und verehre. Nach den ersten paar Minuten lauschen war es dann ganz um mich geschehen.

In "Ausgefressen" – dessen Buchtitel irgendwie gar nicht zu der Geschichte passt – hat Erdmännchen Ray große Pläne. Sein Pa ist schon sehr alt und bald soll der neue Clanchef ernannt werden. Wenn Ray Hoffnung hätte, dann würde er sich mehr ins Zeug legen, aber sein Bruder Rocky, der Knallharte und Coole macht garantiert das Rennen. Denn im Gegensatz zu Rockys Muskeln und dem Verstand seines anderen Bruders Rufus, hat Ray nicht besonders viel Gutes vorzuweisen.
Als eines Tages ein Mann vor dem Erdmännchengehege steht, können es sich Ray und Rufus natürlich nicht nehmen lassen den Besucher zu beleidigen. Erdmännchensport und Freizeitersatz gleichermaßen. Doch der Besucher reagiert anders, als es die Brüder bisher kennen. Er fragt: "Was hast Du da gerade eben gesagt?"

Eine neue Geschichte ist geboren. Phil ist Privatdetektiv und auf der Suche nach dem verschwundenen Vater einer Klientin, die sehr einflussreich ist. Als er merkt, dass die Erdmännchen ihn verstehen, heuert er sie an, die Augen und Ohren offen zu halten, doch Ray will eine Belohnung dafür. Lebendfutter!
Als Phil einen Tag später mit der versprochenen Beute zurückkommt, haben die Erdmännchen keine besonders tollen Informationen, aber Ray hat eine Idee. Graben kann ein Erdmännchen am besten und wenn man dann noch ein tolles Smartphone als Belohnung bekommt, gräbt es auch mal gerne nach Leichen.
Was daraufhin passiert lässt Mensch und Tier Hand in Hand zusammenarbeiten und sorgt für das ein und andere spannende Erlebnis.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich göttlich amüsiert habe! Das liebeskranke Erdmännchen Ray, seiner Chinchilla-Dame Elsa verfallen. Das einzig lesende Erdmännchen Rufus mit der Lispelstimme. Der mehr Muskel-als-Hirn-Beschenkte Rocky, der Jahre braucht um einen klaren Satz rauszubekommen und gegen die Kanalratten mit Handgranaten vorgeht. Die absolut nicht nachdenkende Erdmännchen-Dame Roxane, die immer Kichern muss und in Wirklichkeit gar nichts versteht. Und die anderen süßen Erdmännchenkinder, die sich beim Leichenbuddeln einen Wettkampf liefern.
Moritz Matthies hat eine verdammt lustige Geschichte geschrieben, die durch Christoph Maria Herbst unvergleichlich interpretiert wurde und mir Wangenkrämpfe vom ganzen Grinsen beschert hat.
Denn wenn Herbst eines kann, dann ist es seine Stimme so einzusetzen, dass es lustig wird. Jeder Charakter in diesem Buch hat seine eigene unverwechselbare Stimme. Ob lispelnd oder mit Akzent – nichts scheint für Herbst schwierig. Ihm zuzuhören hat was tröstliches und ich konnte mich richtig in die Geschichte fallen lassen. Es war mehr als unterhaltsam und sehr spannend. Ich meine, ein Erdmännchen als Privatdetektiv? Das muss doch einfach zum lachen sein.

Eigentlich bin ich ja kein großer Hörbuch-Fan, aber dieses Hörbuch war wirklich großartig. Die Story hat mich angesprochen, war klug und flüssig erzählt und Ray und sein Bruder Rufus waren mir die liebsten Charaktere! Ray ist ein kleiner Spaßvogel, der nicht viel von den Flamigos hält und die Nashorndame Ursula gerne aufs Korn nimmt, die dann ganz verzweifelt nach ihrem „Juuustuus, nun tu doch endlich was“ ruft. Scheiße, ich habe mich absolut nicht mehr eingekriegt!
Rufus hingegen übertrifft jeden mit seiner Intelligenz und war so dreist ein Smartphone für die Grabungsarbeiten zu verlangen, weswegen der Erdmännchenclan nun über ein eigenes Heimkino verfügt.

Was soll ich sagen? Das Buch ist einfach klasse! Erdmännchen Ray und Mensch Phil erleben viel miteinander. Vorallem lustiges. Schließlich will sich ein Erdmännchen nicht jeden Tag vor einen Bus werfen oder muss es mit fauchenden Kaffeemaschinen und stinkendem Hochprozentigem aufnehmen.


Fazit:

Christoph Maria Herbst macht ein besonderes Buch zu einem absoluten Knaller und ich kann Fans von lustigen Tiergeschichten und Krimifällen nur empfehlen es zu lesen. Besser noch, Ihr hört es Euch an, denn es lohnt sich wirklich.

Lieblingszitat:

"Männlich. Drei Tage tot. Seine Finger riechen immer noch nach Döner." 
(Rufus)

Der Autor:
Moritz Matthies ist ein Pseudonym.

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