[Rezension] "Böse Mädchen sterben nicht" von Kim Harrison (Madison Avery #3)

Autorin: Kim Harrison
Originaltitel: Something Deadly This Way Comes
Reihe: Madison Avery, Band 3
Verlag: Loewe | Format: Paperback
Seiten: 315 | ISBN: 9783785571989
Erschienen: 03/2012
Preis: 12,95 € [D]
Leseprobe 

Spannung: ♥♥♥♥♥ (5/5 + 3 Bonus)
Charaktere: ♥♥♥♥♥♥♥ (5/5 + 4 Bonus)
Lesespaß: ♥♥♥♥♥ (5/5 + 4 Bonus)



Folgeband! Achtung Spoilergefahr!!!
Inhalt:
Madison hat es nicht leicht, seit sie ihren neuen Job als Zeitwächterin angetreten hat. Wie soll sie die dickköpfigen Todesengel auch mal eben so davon überzeugen, nicht mehr die Sense zu schwingen, wenn sie doch seit Jahrtausenden darin Vollprofis sind? Als hätte sie damit nicht schon genug zu tun, findet Madison auch noch ihren Körper wieder. Das gefällt zwar ihrer Flamme Josh, versetzt die ihr anvertrauten Todesengel jedoch in große Panik. Hatte Madison doch geschworen, dass sie, sobald sie wieder lebendig wäre, ihren Job an den Nagel hängen würde. Kann sie die geflügelten Killer doch noch dazu bringen, nach ihrer Pfeife zu tanzen? Und würde ihr ohne ihren himmlischen Chefposten der himmliche Irrsinn nicht wahnsinnig fehlen?

Lieblingszitat:
Wäääh, wäääh!, dachte ich bei mir. Madison hat gemogelt! Laut sagte ich bloß: "Gut!"

Meine Meinung:
Kim Harrison beweist wieder einmal enorm großen Humor, gepaart mit dem Talent Himmel und Hölle durcheinander zu bringen, so dass man als Leser nicht mehr weiß was nun besser ist: Dunkel oder Licht?
In ihrem dritten Madison Avery Roman "Böse Mädchen sterben nicht" hat ihre gleichnamige Hauptprotagonistin nicht mehr viel zu lachen - zumindest auf den ersten Blick.

Madison Avery und ihre beiden Todesengel Barnabas und Nakita sind wieder auf einer Mission. Während Madison den Seraphim versuchen will den Freien Willen klar zu machen und ihrem Gegenspieler - dem weißen Zeitwächter Ron - ein Schnippchen zu schlagen, zanken sich Barnabas und Nakita immer noch. Es liegt ihnen einfach im Erbgut. Weiß gegen Dunkel, dabei stehen beide auf Madisons Seite und unterstützen sie. Barnabas glaubt immer mehr an Madisons Überzeugung, dass man eine menschliche Seele bekehren kann und sie auf den richtigen Pfad des Schicksals zu lenken, statt sie einfach zu sensen und die noch unbefleckte Seele zu retten. Auch Madisons Freund Josh ist mit von der Partie, auch wenn er menschlich ist. 
Während Madison quer durch's Land fliegt, getragen von ihren Todesengeln, muss ihr ehemaliger Schutzengel und treue Begleiterin Grace sich schwer ins Zeug legen um die göttliche Mission vor Madison's Vater geheim zu halten. Würde Grace die Uhren nicht vorstellen und Handyakkus leer saugen, würde Daddy Zuhause nach dem nächsten Telefonanruf einer Polizeiwache in einem anderen Bundesstaat nämlich einen Herzinfarkt bekommen. Madison, die einfach nur eine Seele retten will, wird nämlich genau von der beschuldigt ihr Haus in Brand gesteckt zu haben...

Kim Harrison hat wieder ein humorvolles, himmliches Buch geschrieben. Sie ist einfach eine unglaubliche Autorin, die flüssig, klug und fantasievol schreibt. Wie eine Feder bin ich durch dieses Buch geglitten, besonders weil die Unklarheiten, die ich bei Band eins und zwei hatte, nun etwas besser erklärt werden. Denn bei der verdrehten Welt Madison's ist es nicht leicht Gutes und Schlechtes voneinander zu trennen. Im Grunde steht Madison auf der Guten Seite, aber sie ist nunmal die schwarze Zeitwächterin und steht bei dem weißen Zeitwächter auf der Abschussliste. Sie verfolgen in etwa das selbe Ziel, nur mit unterschiedlichen Ausgängen. Beide Seiten sind so verbohrt, dass sie den gesunden Mittelweg einfach nicht finden. Madison macht einem Hoffnung, denn sie könnte es schaffen alle zu vereinen, aber vorerst wird es immer noch heißen: Schicksal oder freier Wille?

Ich habe mich in diesem Buch erneut in Madison verliebt. Sie hat die richtigen Ansichten und bekommt kaum die Chance sich zu beweisen. Sie ist der Boss, aber kann doch nicht tun was sie will. Ihre Ansichten sind erfrischend und haben mich oft zum nachdenken angeregt. Zu lesen welchen Stellenwert die Seele hat, lässt einen über die eigene nachdenken und ich muss sagen, dass Harrison den Nagel gut auf den Kopf getroffen hat! So eine Person wie Madison Avery fehlt der wirklichen Welt!!!

Was ich hingegen etwas irritierend fand, war die Beziehung zwischen Madison und Josh. Sie sind seit kindesbeinen an befreundet und in Band eins hat man schon die romantischen Gefühle gespürt, die sich langsam entwickelt haben. In Band zwei war er dann auf einmal komplett mit von der Partie, aber es wurde nie darauf hingewiesen, dass sie eine gefestigte Partnerschaft haben. Und nun in Band drei werden ungezwungen Küsse ausgetaucht. Den Sprung hab ich wohl nicht ganz mitbekommen. ^^

Zusammenfassend hat mir dieses Buch genauso gut gefallen, wie alle anderen Bücher, die ich je von Kim Harrison gelesen habe, aber es sticht nicht heraus. Es war unterhaltsam und Harrison-typisch erfrsichend, aber ein wenig mehr Action hätte dem Buch gut gestanden.

Fazit: 
Wer Kim Harrison nicht kennt, hat die Welt verpennt!!! Die Bücher rund um Madison Avery muss man einfach gelesen haben. Sie öffnen einem die Augen und machen deutlich wofür Menschen eigentlich stehen sollten und wie verrückt sie ihr Leben selbst gestalten und kaputt machen können.
Mich hat es wirklich nachdenklich gemacht, aber auch erfreut. Ich stehe voll und ganz hinter Madison!

Bisher erschienen:
"Totgeküsste leben länger"
"Der Tod trägt Turnschuhe"

Die Autorin:
Kim Harrison, geboren im Mittleren Westen der USA, wurde schon des Öfteren als Hexe bezeichnet, ist aber – soweit sie sich erinnern kann – noch nie einem Vampir begegnet. Sie hegt eine Vorliebe für Friedhöfe, Midnight Jazz und schwarze Kleidung und ist bei Neumond nicht auffindbar.
Böse Mädchen sterben nicht ist der dritte Band ihrer Madison-Avery-Reihe.
 Kim Harrison's Homepage


Quellen:
Foto © Nalla 
Inhalts- & Autorenbeschreibung: Heyne

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