[Rezension] "Dreh dich nicht um" von Karin Slaughter (Grant County #3)

Autorin: Karin Slaughter
Originaltitel: A Faint Cold Fear
Reihe: Grant County, Band 3
Genre: Thriller
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seiten: 460
ISBN: 9783499236495
Erschienen: 05/2006
Preis: 9,95 € [D]
Leseprobe



Klappentext:
Es ist schon der dritte Tote in einer Woche. Am Grant College haben die Studenten offenbar ein makabres neues Hobby: Sterben. Aber Chief Jeffrey Tolliver und die Gerichtsmedizinerin Sara Linton werden den Verdacht nicht los, dass mit diesen Selbstmorden etwas nicht stimmt …

Folgeband! Achtung Spoilergefahr!!!

Nach den beiden Vorgängerbänden "Belladonna" und "Vergissmeinnicht" war das dritte Buch - "Dreh dich nicht um", ein merkwürdiges Leseerlebnis.
Die Grant County Serie von Karin Slaughter hat mich bisher sehr, sehr begeistert und ich habe angefangen Charaktere zu mögen und auch zu hassen, zu hinterfragen, warum sie eigentlich so handeln. "Dreh dich nicht um" hat es geschafft mich völlig zu verwirren. Und leider war das Buch auch nicht so spannungsvoll aufgebaut wie seine beiden Vorgänger.

Das Buch beginnt, wie ich es von Karin Slaughter gewöhnt bin: Nervenaufreibend! Slaughter lässt eigentlich immer zu Beginn direkt die Bombe platzen. Nach nur schätzungsweise fünfzehn Seiten ereignet sich etwas sehr schlimmes. In diesem Buch sterben Studenten. Es sieht auf den ersten Blick aus wie Selbstmord. Doch es weisen einige Hinweise darauf hin, dass diese Freitode stümperhaft inzeniert worden sind.
Als Sara Linton, die Patologin und Hauptfigur der Bücherserie, zu einem Tatort gerufen wird, erscheint sie in Begleitung ihrer hochschwangeren Schwester Tessa, die allerdings im Wagen bleiben soll.
Sara beginnt ganz normal ihre Arbeit. Es handelt sich um Andy Rosen, Sohn eines Wissenschaftlers am College und einer Therapeutin. Ein Abschiedsbrief - an seine Mutter - wird am Geländer gefunden, von dem er aus in den Tod gesprungen sein soll. Doch was hat die Kratzspur an seinem Rücken zu bedeuten?
Als schließlich Tessa wie vom Erdboden verschwindet, beginnt eine nervenaufreibende Suche. Bis Sara ihre Schwester blutverschmiert auf dem Waldboden findet...

Karin Slaughter ist eine Meisterin ihres Fachs. Daran besteht kein Zweifel. Und auch wenn mich dieses Buch persönlich jetzt nicht so begeistert hat wie die anderen beiden, wollte ich unbedingt wissen wie es weiterging. Die Geschichte mit der schwangeren Tessa war schon ein hartes Stück und auch die weiteren unerklärbaren Tode kann man viel diskutieren, aber was mich wirklich geschockt hat war Lena.
Lena Adams, ehemaliger Cop, arbeitet jetzt für die Campus-Polizei und muss sich mit einem megamachomäßigen Chef rumplagen. Sie hasst diesen Job, aber sie braucht das Geld, also beißt sie in den sauren Apfel. Lena war schon sehr früh einer der Charaktere, die eine enorme Stimme in den Büchern eingenommen hat. Das, was ihrer Zwillingsschwester passiert ist und dann schließlich ihre eigene Vergewaltigung. Ich habe Lena irgendwie gern gewonnen, weil sie sich nicht hat unterkriegen lassen, aber auf der anderen Seite dann auch mal sehr unvernünftig werden kann. Eine Person mit sehr vielen Ecken und Kanten, aber unglaublich stark.
Dass sie in diesem Buch eine "Beziehung" zu einem Ex-Skinhead aufbaut - zumal der Verdacht besteht die Toten könnten genau aus dem Grund getötet worden sein, weil sie jüdischer Abstammung waren - ist für mich - die sehr viel Sympathie für Lena hat - schwer zu verstehen.
Beziehung kann man es nicht nennen, da sie zunächst nichts von ihm wissen will und er nicht locker lässt. Er lockt sie mit Informationen, die sie benötigt um Jeffrey von ihrer Fährte abzubringen, denn er hat unerklärkliches Beweismaterial, was Lena mit einem Mord in Verbindung bringen könnte.
Jeffrey will sie konfrontieren, aber Ethan mischt sich ein und zeigt Jeff, dass er absolut keine Angst vor ihm hat.
Ethan ist meine absolute Hassfigur! Er tut so als wäre er lieb, dabei will er Macht und Kontrolle. Ganz zu schweigen von den vielen Nazi-Tattoos auf seinem Körper. Lena will Ethan wegstoßen, was er nicht zulässt. Bis er sie dann vergewaltigt und sie ihn deckt! Sie besorgt ihm sogar einen Anwalt.
Was ist das nur für eine kaputte Figur?
Wenn ich bisher Sympathien für Lena hatte, so ist diese Illusion in diesem Buch zerstört worden. Sie macht einfach zur falschen Zeit den Mund auf und wenn es wichtig ist und um alles geht, hält sie die Klappe...

Aber nochmal zurück zum Buch: Karin Slaughter sticht ihre Konkurrenz dadurch aus, dass am Ende so eine Überraschung lauert, die einen vom Hocker haut. Doch in diesem Buch war es schon früh klar, wer der Täter ist und auch wo sein Motiv liegt.
Teilweise zog sich die Geschichte, es gab so manche Wiederholung und es war einfach zu viel Lena drin.

Meine Meinung klingt negativer, als ich es eigentlich sagen will, aber es fällt mir schwer die richtigen Worte zu finden. Wie immer gab es einige echte Schocker, kaputte Charaktere, detaillierte Szenen, die es einem leicht machen sich in die Geschichte reinfallen zu lassen. Ich wurde defintiv von dem Sog des Grauens mitgerissen, aber Slaughter kann es halt besser. Deshalb bin ich ein klitzekleinesbisschen enttäuscht^^


"Vergissmeinnicht"
"Dreh dich nicht um"
"Schattenblume"
"Gottlos"
"Zerstört"

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