Einmal im Leben Liebe statt Schmerz - 28. Kapitel

Einmal im Leben Liebe statt Schmerz
28. Kapitel: Nichts als Ärger

Sinas POV

Als Rob mein Krankenzimmer betreten hatte fiel mir direkt einiges an Veränderungen an ihm auf. Das Pflaster an seiner Augenbraue erschauderte mich aber weniger als der eiskalte Blick in seinen Augen. Ich fragte mich nicht ob er sich geprügelt hatte. Ich fragte nach dem mit wem? Wenn Jannik diese Platzwunde zu verantworten hatte, würde er mich aber richtig kennen lernen.
Rob setzte sich wortlos zu mir und nahm meine Hand. Ashley und Kristen mussten ihn eingeweiht haben, dass ich Bescheid wusste, denn er wartete auf meine Reaktion.
„Wie schlimm ist es?“, fragte ich auch wenn die Antwort glasklar auf der Hand lag.
Rob runzelte die Stirn und seine Miene verzehrte sich in einem kurzen Moment des Schmerzes. Er nahm meine Hand zwischen seine beiden Hände und ich merkte sofort warum er gerade der einzige war, der mir Trost spenden konnte. Seine Zuversicht brauchte ich. Auch wenn ich mir sicher war, dass es so etwas wie Zuversicht bei uns im Moment nicht geben würde. Die Illusion war aber schön, also hielt ich daran fest.
„Ich will dir nichts vormachen“, sagte Rob endlich. „Meine Schwester hat ganze Arbeit geleistet.“
„Kristen meinte du würdest einen Bestechungsversuch starten. Hast du schon mit dem Fotografen geredet?“ Ich konnte den leichten Vorwurf nicht aus meiner Stimme vertreiben. Er merkte es sofort und seine Miene flehte um Verständnis.
„Versteh mich bitte, Sina“, bat er und rückte näher zu mir. „Du bist zu wertvoll. Nicht nur für mich, sondern auch für deinen Vater und der dreht ja jetzt schon am Rad. Er gibt mir die Schuld und das zu recht.“ Sein Kopf sank nach unten.
Ich wurde wütend. „Rob“, schrie ich, etwas lauter als beabsichtigt. Sofort drehte ich einen Ton runter. „Du trägst an all dem keine Schuld. Es ist ganz allein meine Schuld, weil ich hierher nach Kanada gekommen bin. Ich wollte Ablenkung und habe die Hölle meines Lebens gefunden. Außer du…“, endete ich und zwang ihn mich anzusehen. „Du bist das Beste was mir passieren konnte.“
Er lächelte nicht. „Verdammt, Robert“, stöhnte ich. „Wer konnte denn schon wissen, dass es ausgerechnet mein Ex ist auf den deine Schwester trifft? Da muss eine unbekannte Macht hinter stecken, denn das gibt es im realen Leben nicht. Beide waren nicht in ihren Heimatländern und dann stellt sich noch diese bizarre Familienkonstellation heraus. Dann noch meine Schwangerschaft. Sag bitte nicht, dass wir das hätten verhindern können! Denn das stimmt nicht und das weißt du auch!“
„Stimmt“, versuchte er zu lächeln. „Meine Schwester hatte schon immer ihren eigenen komischen Kopf.“
„Schön zu erleben, dass ihr doch Geschwister seit, denn du hast auch deinen eigenen komischen Kopf“, kicherte ich.
Ich fühlte mich komisch. Ich wollte ihn unbedingt von seinen trüben Gedanken ablenken, alleine schon aus purem Egoismus um selbst abgelenkt zu werden, aber die Probleme würden nicht warten bis wir uns von dem ersten Schock erholt hatten.
„Ich kann nicht glauben, dass sie mir das angetan hat“, seufzte er.
Zu diesem Thema würde es wohl nie eine Ablenkung geben…
„Ach, Rob“, seufzte ich ebenfalls und lehnte meinen Kopf an seine Schulter. „Victoria ist eine erwachsene Frau mit einem eigenen Leben und eigenen Gefühlen. Strenggenommen kannst du es ihr nicht einmal übel nehmen, dass sie in dem Moment nur an sich gedacht hat.“
Er ließ diese Aussage unkommentiert und ich wusste, dass er es nur tat, weil er keinen Stress mit mir wollte. Rob war definitiv anderer Meinung und er fühlte sich verraten. Wahrscheinlich hatte er das ganze Ausmaß viel besser auf dem Schirm als ich. Daher fragte ich: „Was wird jetzt passieren?“
„Du wirst dich ab jetzt nur noch in deinem Hotelzimmer verstecken können, die Gardinen durch schwarze Rollos ersetzen müssen und mit keiner Menschenseele mehr reden können.“
„Und jetzt im ernst?“, grinste ich.
„Na okay, du kannst dich natürlich auch in meinem Hotelzimmer verstecken.“
„Boah, Rob“, lachte ich. „Jetzt lass mal bitte den Spaß weg und rede Klartext.“
„So spaßig war das jetzt gar nicht“, erwiderte er grimmig und völlig ernst.
Wie stellte er sich das vor? Ich hatte ein Leben! Eines, was ich gerne an der frischen Luft leben wollte, vielen Dank der Nachfrage!
„Sina“, lenkte er ein. „Du hast eine grausame Vergangenheit hinter dir – “
„Und eine glorreiche Zukunft vor mir – “
„Und bist schwanger – “
„Und deine Freundin – “
„Jannik hat einen Anspruch auf das Kind, nicht ich und das ist – “
„Du spinnst wenn du mir jetzt sagen willst, dass ich es noch mal mit ihm probieren sollte.“ Meine Haltung wurde grimmig und trotzig.
Rob lachte. „Sag mir nicht, dass ich diese Signale sende?“
„Doch“, rief ich. „Du tust gerade so als sollte ich zurück fliegen und mit Jannik auf Friede, Freude, Familie tun. Vergiss es! Da würde deine Schwester gar nicht mitspielen!“
„Und ich auch nicht“, erwiderte er vehement.
„Gut“, sagte ich dennoch leicht beleidigt. Keine Ahnung wie ich das hatte raushören können. „Was wolltest du dann sagen?“
Seine Umarmung wurde inniger. „Du musst dich entscheiden. Stehst du zu mir und zu dem wer du bist?“
„Natürlich“, sagte ich wie aus der Pistole geschossen.
„Sei nicht so voreilig. Es geht hier um einiges.“
„Ja. Um dich und mich.“
„Nein. Nicht nur, Sina.“ Rob sah mich so eindringlich an, dass ich Angst bekam. „Wenn du mich so nimmst wie ich bin, dann nur mit einem Haufen Paparazzi am Hintern. Verstehst du was ich meine?“
Ich nickte. Die Paparazzi waren eigentlich nur das kleinere Übel. Das, was sie an Gerüchten und vor allem an Wahrheiten verbreiten konnten machte mir Angst. Rob hatte schon viel unter den Medien leiden müssen und er wollte mir eine faire Chance geben meinen Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen. Doch dafür war es zu spät. Bald würden alle Menschen, die es interessierte wissen, dass es mich gab. Und welchen Platz ich in Robs Welt hatte.
Dieser eine Paparazzi wusste schon zu viel als das ich mich jetzt noch hätte zurück ziehen können.
„Ich kann nicht zurück.“
„Es gibt immer einen Weg“, sagte er leise.
„Aber dann ohne dich?“ Ich spürte die Träne in meinem Auge und wischte sie weg bevor er sie sehen konnte.
„Ja“, flüsterte er.
„Aber ich will dich! Und wenn ich dich nur mit dem ganzen Tumult haben kann, dann nehme ich dich eben so. Es ist mir egal. Ich habe mich nicht so schnell auf etwas neues eingelassen, als das ich es jetzt alles wegschmeißen könnte.“
„Weißt du, dass Vicky genau darauf aus war?“ Ich schüttelte verständnislos den Kopf. Rob erklärte es mir. „Vicky dachte, wenn du aus meinem Leben verschwinden würdest könnte sie ihre Familie und Beziehung unter einen Hut bekommen ohne Angst haben zu müssen, dass du ihr doch noch Jannik wegnimmst.“
„Aber ich will ihn nicht mehr!“
„Erklär das meiner Schwester“, sagte er bitter.
„Das sollte ich echt mal tun.“ Ich nahm mir vor zunächst mit Jannik zu reden, denn sein zufriedener Gesichtsausdruck während Victorias und meiner Auseinandersetzung ging mir nicht aus dem Kopf – und danach würde ich direkt mit ihr selbst reden. Dieser Wahnsinn musste gestoppt werden bevor er ausbrechen konnte!
„Und wie geht es jetzt weiter?“, fragte ich. „Was soll ich jetzt machen?“
Rob schaute zu Boden und grübelte einen Moment. „Wir haben zwei Möglichkeiten“, sagte er schließlich. „Entweder wir dementieren – was einigen Trouble mehr ans Set bringen würde, weil sich jeder überzeugen will, dass wir die Wahrheit gesagt haben, oder aber wir geben eine Pressekonferenz in der wir zumindest einräumen ein Paar zu sein.“
Darüber dachte ich wohl eine Sekunde zu lange nach, denn er fügte schnell hinzu. „Und wenn du meine ehrliche Meinung wissen willst, dann finde ich Variante Eins am besten.“
Ich schwieg. Er wollte mich nur schützen, aber mir wurde eiskalt bei dem Gedanken wovor er mich beschützen wollte. Ohne Rob wollte ich nicht sein, aber mit ihm würde mein Leben sich kolossal ändern.
Als wenn es das nicht jetzt schon komplett anders wäre, dachte ich bitter.
„Ich will die Pressekonferenz“, kam es plötzlich aus mir raus. Eine Entscheidung musste her und es nutzte nichts stundenlang darüber nachzudenken ob es die Richtige war. Rob wollte mich, was hatte ich also groß zu befürchten? Natürlich musste ich das auch noch mal mit meinem Vater abklären, aber ich hatte meine Gründe und ich war erwachsen. Es war meine Entscheidung!
Rob schien das selbe zu denken. „Dein Vater wird damit nicht einverstanden sein.“
“Ist mir egal“, erwiderte ich trotzig. „Ich bin erwachsen. Es ist mein Leben.“ Ich sah ihn zärtlich an und strich mit meinem Finger über seine Wange. „Unser Leben“, ergänzte ich und küsste ihn.
Als die Zimmertür mit einem lauten Knall aufflog sprangen wir reflexartig auseinander, aber als ich sah, dass es nur Kristen war entspannte ich mich. Rob allerdings nicht. Und Kristens Blick verriet auch warum.
Wir waren bereits in den Medien...
“Ich habe euch einen brandaktuellen Bericht frisch aus dem Internet ausgedruckt. Er ist seit fünf Minuten online.“
Sie reichte Rob den Zettel und er las ihn mit einem Stirnrunzeln. Ich selbst wollte es nicht wissen, aber meine Neugier war stärker.
“Was steht drin?“
Rob las laut vor. „Twilight Star Robert Pattinson von seiner heimlichen Freundin betrogen?“
Ich schloss die Augen. „Les bitte komplett vor.“
Er schüttelte den Kopf. „Hier steht nur, dass ich scheinbar eine heimliche Freundin habe, die schwanger ist und das ein anderer sich als Vater verantwortet. Es war so klar, dass dieser Heini das nur so interpretieren konnte. Verfluchter Mist.“
„Willst du das klarstellen?“, fragte Kristen schlicht und in ihrer Miene trat ein kleiner Ausdruck der Zufriedenheit.
“Auf jeden Fall. Wir berufen direkt eine Pressekonferenz ein!“
„Aber – “, versuchte ich zu protestieren.
„Nichts aber. Meine Freundin ist keine Schlampe! Und das soll klar gestellt werden!“
„Richtig so“, stimmte Kristen begeistert zu. „Ich rufe die anderen zusammen, damit sie die Konferenz vorbereiten können.“
„Warte“, schrie ich panisch. „Wir müssen zunächst mit Paps darüber reden. Er hat ein Recht dazu seine Meinung kund zu tun!“
Robert zögerte nicht und griff nach seinem Handy. Ehe ich ein weiteres Wort sagen konnte sagte er: „Komm bitte sofort zu Sina. Wir haben was zu klären.“ Dann legte er auf und sah mich an. „Wir werden das klar stellen.“ Ich nickte, auch wenn ich mich nicht zuversichtlich fühlte.
Es dauerte keine fünf Minuten bis Paps kam. Rob zeigte ihm den Artikel und Paps reagierte genauso sauer wie Rob.
“So nicht, Presseleute“, fauchte er. Dann sah er mich an. „Ich habe es dir ja gesagt, Sina. Warum konntest du nicht aufpassen?“
“Aber es war nicht meine Schuld“, verteidigte ich mich. „Glaubst du ich habe das gewollt?“
„Wer weiß?“, schnaubte er. Ich schluckte schwer. Das war die Hölle. Mein Vater war auf hundertachtzig und er gab mir eine Mitschuld, die ich in gewisser Weise nicht mal leugnen konnte. Hätte ich mich nicht auf den Bummel mit Kristen und Ashley eingelassen wären wir Victoria und Jannik nicht begegnet. Hieß das im Unkehrschluss ich müsste mich wirklich den Rest meines Lebens verkriechen?
„Chris, hör auf“, fluchte Rob. „Wir haben andere Sorgen, aber keine, die wir nicht wieder in den Griff bekommen! Wir geben eine Richtigstellung raus.“
„Bitte was?“ Jetzt geriet mein Vater noch mehr in Rage. „Ihr wolltet eine Pressemitteilung rausgeben? Und was soll da drin stehen? Dass du der Vater bist, oder was? Alles andere würde mein Kind zerstören!“
Es fiel mir schwer mich auf den Inhalt dieses Satzes zu konzentrieren. Ich war doch kein Kind mehr!
Doch Rob schien sich nicht aus der Ruhe bringen lassen zu wollen. „Das einzige, was die Welt erfahren wird ist, dass Sina meine Freundin ist und wie wir uns kennen gelernt haben, mehr nicht. Von der Schwangerschaft muss niemand erfahren. Das muss Sina ja selbst erst mal zu hundert Prozent begreifen.“
Rob nahm mich in den Arm und an seine Brust gelegt packte mich eine Erschöpfung, die mich sofort zwang die Augen zu schließen.
„Rob?“, flüsterte ich. „Bitte versprich mir, dass ihr euch nie mehr anschreien werdet.“
Einen Moment war es still, dann sagte Paps. „Wir versprechen es.“
Erschöpft ließ ich mich in die Kissen sinken. Eine lange Diskussion... Und wofür?
Jetzt hieß es abwarten und Ex-Freunde jagen... Denn Jannik hatte mir auch noch Rede und Antwort zu stehen, dieser Bastard!

© 2011 by Kuss.der.Verzweiflung

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