Last night... I dreamt of you - 2. Kapitel

Last night... I dreamt of you
2. Kapitel: Forgotten

Chelseas POV

„Entschuldigung“, hauchte ich und rannte plötzlich los. Die junge Schwarzhaarige hinter mir rief mir noch etwas hinterher, aber ich wollte nicht wissen was sie mir sagte – oder versuchte zu sagen.
Der Tag hatte schon so komisch begonnen. Mit einem Traum, der mich nicht mehr nur beschäftigte, sondern auch verfolgte. Was sollte dieser kranke Mist mit meinem neuen Lehrer? Ich kannte ihn nicht! Warum sollte ich dann also von ihm geträumt haben? Es war absurd. Und dann noch diese nichtserklärenden Gedankenblitze? Eigentlich war ich immer stolz gewesen etwas ganz spontan und schnell erklären zu können – manchmal nannte man mich deshalb auch Gedankenblitz – aber dies hier war was anderes.
Edward. Die Eckzähne.
Und jetzt Alice.
Ich spürte immer noch ihren Blick auf mir, aber als ich mich umdrehte um einen letzten Blick auf sie zu werfen, war sie verschwunden. Erschrocken blieb ich stehen und prallte ruckartig mit etwas zusammen, was meine Aufmerksamkeit sofort wieder nach vorne richten ließ.
„Oh.“ Ich wich zurück und schrie überrascht auf. Sie stand vor mir.
Verdammt noch mal, was ging hier ab? Wie konnte sie so schnell vor mir stehen?
„Du bist Chelsea“, stellte sie ganz nüchtern fest als würden wir uns schon ewig kennen. Sie bot mir ihre Hand dar, aber ich konnte sie nicht schütteln, hatte Angst eine weitere Kette unkontrollierbarer Zwischenfälle auszulösen.
„Du musst total verwirrt sein“, fuhr sie fort und betrachtete mich mit ihrem goldenen Blick, in dem mehr als Wissen steckte. „Ich weiß wer du bist und du weißt wer ich bin“, sagte sie.
„Du bist Alice Cullen“, sagte ich automatisch. „Die Schwester von Edward, meinem Lehrer und – “
Oh Gott, bitte, nein. Wo kam der Gedanke her?
„Ja“, erwiderte Alice. „Deinem Partner.“ Sie sah mich prüfend an, wahrscheinlich weil sie endlich merkte wie nahe ich einem Ohnmachtsanfall war. Sie zückte ihr Handy und ihre Finger flogen über die Ziffern. Noch keinen Atemzug später sagte sie: „Ich habe sie gefunden, wie ich es euch prophezeit habe.“ Eine kurze Pause entstand und Alice fing an zu lächeln. „Ja, Jazz, sie ist es wirklich. Es ist Chelsea, aber sie hat keine Ahnung wer sie ist.“
Und ob ich die hatte, fauchte ich innerlich, doch unfähig meine Zähne auseinander zu bekommen.
Ich bin Chelsea Tanner, siebzehn Jahre alt und gehe auf die Highschool, habe einen Zwillingsbruder namens Christian und einen geliebten Jack Russel Terrier namens Xena.
Mit einem Mal war es mir wichtig meine Identität zu bewahren und sagte diesen Satz immer wieder aufs neue, hatte Angst man würde mir etwas versuchen wegzunehmen.
„Ja, ich zerre Edward gleich da raus und dann bringen wir auch Chelsea mit.“ Es entstand eine weitere Pause. „Sie muss es erfahren, Jazz. Sag das bitte auch Carlisle. Er soll alles vorbereiten.“ Dann legte sie auf. Und schaute mich an, als hätte ich gar nicht mitbekommen, dass sie telefoniert und dabei über mich gesprochen hätte.
„So, Chelsea“, sagte sie. „Du wirst einiges erfahren müssen und ich bitte dich mit mir mitzukommen.“
Ich schüttelte nur den Kopf. Man würde mich nirgendwo hinbringen. Nirgendwo!
„Aber Chelsea.“ Alice’ Tonfall wurde sachlich und gleichzeitig traurig. „Du führst ein fremdes Leben. Willst du dein altes etwa nicht zurück?“
“Das reicht“, platzte eine männliche – und unverkennbare – Stimme dazwischen. „Alice! Schluss!“
Edward Cullen kam aus dem Klassenzimmer, unter dem Arm ein paar Blätter, und schaute Alice zornfunkelnd an. „Du wirst das nicht tun, Alice! Du wirst es ihr und uns nicht antun.“
„Aber, Edward“, antwortete Alice. „Ich weiß, dass es das beste für euch beide ist. Vergiss die Vergangenheit.“
„Nein.“ Seine Stimme klang unnachgiebig. „Chelsea hat eine Entscheidung getroffen.“
Und was für eine! Aber Hallo, ich würde hier bleiben und nirgendwo mit den beiden hingehen. Nicht mal auf einen Kaffee.
„Und ich werde den Teufel tun ihr dieses Leben kaputt zu machen.“
Auch wenn ich keine Ahnung hatte wovon hier die Rede war, aber, Danke!
„Wie kannst du das zulassen, Edward?“, fauchte Alice. Sie wurde wütend. „Sie wollte dich niemals verlassen.“
„Das hat sie aber“, fauchte er zurück. Dann sah er mich an. Ich hörte nur noch Alice’ Schrei, dass er das nicht tun und damit aufhören sollte, als auch schon alles schwarz wurde.
Ich fiel und fiel und... fiel...

„Verdammt, Chelsea, wo hast du bloß gesteckt?“ Meine Freundin – einzige Freundin – Sandy, rannte auf mich zu. Irgendwie war ich überrascht sie zu sehen. Denn etwas stimmte hier ganz und gar nicht. Ich wusste es, konnte aber nicht sagen, was nicht stimmte.
„Hey, du Schlafmütze, warum kommst du erst jetzt?“
„Erst jetzt?“, fragte ich völlig verwirrt.
Sandy guckte mich ungläubig an. „Man, Chelly, wo bist du bloß wieder?“
„Hier bei dir, auf dem – “ Ich blickte mich hilfesuchend um. „Schulflur“, beendete ich den Satz und die Verdutztheit kehrte sofort zurück.
„Ja“, erwiderte Sandy. „Und siehst du diese Tür?“ Sie zeigte auf eine Tür zu unserer rechten. „Dass ist unser Schulraum. Wo warst du in den ersten beiden Stunden? Du hast voll den heißen Typen verpasst.“ Die Wut wich einem Lächeln und sie erzählte freudestrahlend von einem neuen Lehrer, den sie ab heute hatten und das er ein gutaussehender Busche war.
„Na und?“, entgegnete ich nur und rieb mir die Stirn. Ich bekam sonst nie aus heiterem Himmel Kopfschmerzen. „Ist doch egal wer das Fach unterrichtet, es bleibt scheiße.“
„Mit dir ist heute auch nichts anzufangen“, seufzte Sandy frustriert und wandte sich ab.
„Wie immer“, murmelte ich vor mich hin.

Der restliche Schultag verlief wie immer, bis auf eine Ausnahme. Das Geschnatter war größer, das Getuschel geheimnisvoller und die Schüler alle noch aufgeregter. Und es gab nur ein Thema: Der neue Lehrer.
Bisher hatte ich ihn nicht zu Gesicht bekommen, aber es war mir auch egal. Ich wollte einfach nur nach Hause.
Als es dann endlich mal zum Schulende klingelte, verließ ich den Klassenraum direkt hinter Sandy, die sich erst gar nicht die Mühe machte auf mich zu warten. Es war auch besser so. Ich wollte alleine sein und so schnell wie möglich nach Hause. Ich schaute auf den Busfahrplan, denn das würde heute schneller gehen, als wenn ich den Weg nach Hause liefe.
Doch ich hatte größeres Glück. Christians Volvo hielt direkt vor mir.
„Na, Chelly“, lächelte er. „Wie war die Schule?“
Ich öffnete erleichtert die Autotür, ließ mich auf den Sitz plumpsen und umarmte meinen Bruder. Ganz fest. Ich brauchte ihn gerade.
„Hey, ist alles in Ordnung?“, fragte er besorgt und gab mir einen Kuss auf die Stirn.
„Ja“, antwortete ich automatisch. „Lass uns einfach nach Hause fahren. Ich habe Kopfschmerzen und bin müde.“
Christian lächelte ein wenig. „Na ja, du hattest einen heißen Traum. Ist klar, dass du dich da nicht erholen konntest“, feixte er.
„Einen heißen Traum?“, fragte ich perplex. „Was für einen Traum?“
Mein Bruder schaute mich etwas verwirrt an. „Du hattest einen heißen Sex-Traum, erinnerst du dich nicht?“
Ich schüttelte den Kopf. Unbegaben flackerte in mir auf. Und dann dachte ich an Sandys Bemerkung.
„Wann habe ich heute morgen das Haus verlassen?“, fragte ich.
„Ganz normal wie immer“, antwortete Christian. „Ist wirklich alles in Ordnung?“
Ich blickte aus dem Fenster und sagte nichts.
Nichts war in Ordnung. Ich war heute morgen aufgestanden und in die Schule gegangen ohne mich daran erinnern zu können?

Edwards POV

Ich hatte von Anfang an gewusst, dass das eine scheiß Schnapsidee war. Ich konnte sie nicht zurückerobern. Diese Zeit war vorbei und nur ihr Unterbewusstsein schien sich daran erinnern zu können. Genau so, wie sie es mir gesagt hatte.
„Ich werde niemals mehr an dich denken, dich niemals mehr lieben! Ich hasse dich.“
Chelseas Satz traf mich auch nach dieser langen Zeit immer noch genau da, wo es wehtat. Sie hatte mich verlassen und nicht nur mir, sondern auch sich selbst das Leben genommen. Ich hatte noch nie an Wiedergeburt geglaubt, bis Alice vor drei Wochen an meiner Zimmertür klopfte und mir sagte, worum ich die ganze Zeit gebetet hatte. Ich war in die Kirche gegangen – ich, ein verdammter Vampir, ein Monster, ein Untoter – hatte heiligen Boden betreten und um Gnade gefleht.
Wenn ich meine Liebe nicht zurückbekäme, dann sollte doch wenigstens Chelsea wieder leben.
Und das tat sie. Ich hatte sie selbst gesehen, auch wenn sie ganz anders aussah. Sie hatte zugenommen, aber das tat ihrer Schönheit keinen Abbruch.
Ich war überglücklich und sah mich schon kniend vor ihr um Verzeihung betteln, als mir klar wurde, dass das alles andere als leicht werden würde. Sie hatte ein neues Leben bekommen. Und sie konnte sich nicht an mich erinnern.
Verdammt.
Ich wollte sie zurück, aber wenn das schon nicht ginge, würde ich gerne in ihrer Nähe sein wollen. Alice sagte mir, dass sie auf der Highschool wäre und das genau dort gerade ein Lehrerposten frei geworden wäre. Es war eine verrückte Idee, aber ich hatte danach gegriffen wie ein Ertrinkender nach einer Rettungsleine.
Und was hatte ich davon?
Nun wusste ich, dass eine unterbewusste Erinnerung in ihr war. Ich hatte es in ihren Gedanken gelesen. Und unsere alte Verbindung schien nach wie vor zu funktionieren, denn sie hatte meine Antwort auf eine Frage direkt aus meinem Kopf bekommen. Dagegen konnte ich mich auch damals nicht wehren. Sie stellte gedanklich eine Frage, die über mich handelte und ich lieferte ihr direkt die Antwort.
Das schlimmste aber war dieser Traum, den sie in der Nacht zuvor gehabt hatte und wieder einmal mehr wünschte ich meine spezielle Gabe zur Hölle. Ich hatte alles mitangesehen. Unsere Liebesnacht. Und die Erinnerung daran hatte mich ebenfalls mit aller Wucht getroffen.
Es hatte geschmerzt. Aber noch schlimmer war die Erkenntnis über ihre Unwissenheit. Sie versuchte zu verstehen und unter dieser Schicht verbarg sich noch eine andere.
Verlangen.
Sie wollte den Mann aus ihren Träumen, verzehrte sich nach ihm. Und doch hatte sie keine Ahnung. Ihr Verlangen war stärker geworden als sie mich gesehen hatte.
Aber sie wusste von nichts und das war traurig – hatte mir die Augen geöffnet.
Ganz egal mit welchen Augen mich meine Schülerin Chelsea Tanner anschaute – sie hatte keine Ahnung. Und sie war auch nicht mehr meine geliebte Frau... Sie war nicht mehr Chelsea Cullen.
Als ich Alice’ Gedanken gehört hatte und die Szene zwischen ihr und Chelsea auf dem Flur durch Wände mitverfolgte wurde mir klar, dass es so nicht funktionieren konnte. Es bestand die Möglichkeit Chelsea ihre Erinnerung wiederzugeben, aber das würde ich nicht zulassen. Es war zu gefährlich. Es könnte sie zerstören.
Und dieses Mal musste ich an Chelsea denken und nicht an mich. Deshalb hatte ich ihr die Erinnerung an den Traum und unsere erste Begegnung genommen.
Aber ich würde nicht auf ihre Nähe verzichten.
Verstohlen schaute ich sie an, beobachtete sie aus sicherer Entfernung, die kein menschliches Auge hätte überbrücken können. Als sie zu einem Mann ins Auto stieg, wurde mir eisig kalt. Obwohl ich wusste, dass es sich nur um ihren Bruder handeln konnte...
Den sie ebenfalls mit in den Tod gerissen hatte...

© 2011 by Blutmädchen

1 Kommentar:

  1. also das war ein krasses chap. keine ahnung was ich davon halten soll. meine vermutung hat sich bestätigta ber wie geht das? chelsea hatte eine gemeinsame vergangenheit mit edward und hat ihn verlassen und sich das leben genommen hab ich das richtig verstanden? ich blick gerade nich durch und hoffe du schreibst schnell weiter^^

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