Breaking Dawn Come True - 4. Kapitel

Breaking Dawn Come True
4. Kapitel: Zwei Leute - ein Zimmer

Robs POV

Frisch geduscht und völlig entspannt pfeifend zog ich mich an und machte mich auf den Weg in die Hotelbar. Kristen sollte mittlerweile angekommen sein. Mein kleiner Freund war zum Glück so erschöpft, dass ich vorerst meine Ruhe und Kristen für mich ganz alleine haben würde. Na ja, dass würde wohl nur eine Traumvorstellung bleiben, denn das ganze Team war da und erst spät Abends würden wir uns vielleicht alleine unterhalten können. Ich wollte wissen, wie das Gespräch mit Michael verlaufen war. Der kleine Teufel auf meiner Schulter auch, aber ich beachtete ihn nicht. Heute würde ich der perfekte Gentleman sein und mich benehmen. Meinen Spaß hatte ich schließlich schon gehabt...

Ich entschied mich gegen den Fahrstuhl und für die Treppe. Ein bisschen Sport konnte nicht schaden, schließlich musste ich fit bleiben. Unten angekommen – ich hatte die Treppen mitgezählt, es waren fünfundachtzig!, erblickte ich auch schon Kellan und Kristen am Empfangstresen. Kristens angenehme Stimme war lachend zu vernehmen.
„Du nennst mich Kristen und sagst ich würde deine Schwägerin werden. Bella wird aber Emmetts Schwägerin. Ich wollte dich nur noch mal an die Realität erinnern.“
Kellan wieder. Ich gluckste und trat an die beiden heran. „Na, Kellan, wieder voll in Emmetts Rolle?“, fragte ich. Da drehte Kristen sich zu mir um und fiel mir direkt um den Hals. Ihre Hand fand wie automatisch ihren Weg in mein Haar und zauste es. Ich liebte es und schloss kurz die Augen.
„Ach, Rob, nu freu dich doch. Du heiratest doch“, sagte Kellan belustigt. Kristen löste sich langsam von mir und ich spürte den Drang sie einfach wieder an mich zu ziehen.
„Na wir haben ja zum Glück noch Zeit. Die Hochzeit ist ja nicht die erste Szene. Und darüber werde ich auch erst richtig nachdenken, wenn ich Kris den Ring anstecke“, erwiderte ich grinsend und blickte Kristen an. In ihren Augen lag etwas, was sofort wieder neue Erinnerungen in mir weckte. Heute schien der Tag der Erinnerungen zu sein. „Soll ich dir mal ein Geheimnis verraten, Kris?“
„Klar“, sagte sie und schaute mich leicht verunsichert an.
„Ich musste mich so zusammenreißen um nicht loszulachen, als Edward Bella den Heiratsantrag gemacht hat, denn da ging es nach Drehbuch und da konntest du nicht Nein sagen.“ Mein Grinsen wurde immer breiter. „Anders, als ich dir scherzhaft schon mal einen Heiratsantrag gemacht habe und du – selbstverständlicher Weise – abgelehnt hast“, fügte ich hinzu. Der Antrag war natürlich nicht ernst gemeint gewesen, obwohl ich mir immer wieder ausmalte, wie es gewesen wäre, wenn sie Ja gesagt hätte. Wäre aus Spaß vielleicht doch ernst geworden?
„Ja, ich erinnere mich“, sagte Kristen und schaute mich feixend an. In ihrem Blick lag etwas unverschämtes. Sie schien sich an etwas lustiges zu erinnern und ich brauchte nicht großartig fragen, an was sie dachte. Ich wusste es auch. Als ich lachend zugab, dass der Antrag nicht ernst gemeint war, hatte Kristen ihr volles Colaglas in meinem Gesicht entleert und war dann aus dem Raum gerauscht.
„Gut, dass du mich daran erinnerst, jetzt weiß ich, was ich bei der Szene nicht vergessen darf“, sagte ich kichernd.
„Was denn?“, fragte sie verdutzt. Beinahe wäre ich auf ihren treuen Hundeblick reingefallen...
„Gucken, ob ja kein Colaglas in der Nähe steht“, sagte ich und umarmte sie wieder. „Und jetzt pack deine Klamotten aufs Zimmer, wir haben Hunger und wollen endlich was essen. Dir ist schon klar, dass du die Letzte bist, oder?“ Ich konnte es einfach nicht lassen. Kristens Gesichtsausdruck war es mehr als wert. Sie sah mich geradezu geschockt an.
„Was? Wieso? Ashley und Jackson wollten doch erst morgen kommen“, sagte sie außer sich.
„Nein, die beiden Turteltauben sind schon heute angekommen, gemeinsam mit mir.“ Jetzt war ich aber mal gespannt. Wie würde Kristens Reaktion aussehen, wenn sie erfuhr, dass Ashley und Jackson zueinander gefunden hatten? Und vor allem: Wie würde sie darauf reagieren, wenn sie erfuhr, dass Wetten abgeschlossen worden waren, wer von uns zuerst zusammen kam?
Ihre Augen wurden immer größer. „Turteltauben? Soll das heißen die beiden –“
„sind zusammen? Ganz genau. Jetzt haben sie es öffentlich gemacht. Alle anderen waren genauso überrascht, wie du. Jeder dachte bei uns beiden klappt es als erstes.“
Kellan, den ich völlig vergessen hatte, schaltete sich plötzlich ein. „Nicht alle, Rob“, grinste er frech. „Ich habe auf Ash und Jack gesetzt.“
„Guter Junge“, erwiderte ich. „So bist du nicht um hundert Dollar ärmer – “
„sondern um siebenhundert Dollar reicher“, ergänzte er und strahlte.
„Herzlichen Glückwunsch“, sagte ich. „Dann kannst du uns ja noch einen ausgeben.“
Kellan winkte ab. „Ne, du, ich geb’ doch nicht alles direkt wieder aus. So wie ihr saufen könnt.“
Endlich schien Kristen ihre Sprache wieder gefunden zu haben. „Ihr habt gewettet?“, fragte sie empört. „Ihr seit echt solche Riesenochsen. Liebe kann man nicht erzwingen. Das ist echt so unfair von euch.“ Ich schaute sie verwundert an, aber Kristen stürmte schon zum Aufzug.
„Was ist denn mit der los?“, wollte Kellan wissen, doch ich wusste es selbst nicht. „Frauen“, seufzte er. „Kommst du mit in die Bar? Die kriegt sich bestimmt wieder ein.“
„Nein, Kell, ich seh’ mal nach ihr. Wir kommen dann später nach.“ Er nickte und verschwand dann Richtung Bar.
Ich nahm wieder die Treppe und lief in den dritten Stock. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich gar nicht wusste in welchem Zimmer sie war. Ich griff in meine Hosentasche um mein Handy hervorzuholen – Jason oder David, einer von den beiden Zimmerverteilern, sollte mir ja sagen können in welchem Zimmer Kristen war – doch meine Tasche war leer. Ich fluchte. Mein Handy war noch in meiner Hose, die im Badezimmer lag.
Ich trat in Nummer Vier ein und sah als erstes zwei Koffer, die mitten im Zimmer standen. Was war denn hier los? Wem gehörten denn die Koffer?
Dann hörte ich ein leises Schluchzen aus dem Badezimmer und mir wurde etwas mulmig. Irgendwer, der hier nicht hingehörte, war im Begriff sich in meinem Zimmer breit zu machen. So was mochte ich ja. Ich ging zu den Koffern und stutze. Auf dem Schild stand der Name „Kristen Stewart“. Was hatte das zu bedeuten?
Leise ging ich zur Badezimmertür. War Kristen etwa da drin? Ich nahm meinen Mut zusammen.
„Hallo?", rief ich. „Ist da jemand?“
Die Tür ging auf und sofort schoss eine Gestalt mit erhobenen Fäusten auf mich zu.
„Raus hier, Verschwinde aus meinem Zimmer“, brüllte eine weibliche Stimme. Es war Kristen. Ihr Haar war leicht zersaust und ihre Augen leicht blutunterlaufen. Sie hatte geweint.
„Ich bin es, Rob“, schrie ich ihr entgegen, bevor sie wie eine Furie auf mich losgehen konnte. „Kristen?“, fragte ich, um mich zu vergewissern, dass sie mich auch verstanden hatte.
Sie blinzelte überrascht. „Wie kommst du in mein Zimmer?“, fragte sie verwirrt.
Ich lachte. „Dein Zimmer? Andersrum wird ein Schuh draus, liebe Kris.“
„Aber – “ begann sie verwirrt und zog ihr Handtuch fester. „Ich habe die Karte. Das hier ist mein Zimmer.“ Sie schritt an mir vorbei und fing an in ihrer Handtasche zu wühlen. „Hier.“ Sie drückte mir eine Zimmerkarte in die Hand. Eine kleine schwarze Vier war darauf gedruckt. Ich zog meine Karte hervor und reichte sie Kristen, die die Zahl mit offenem Mund anstarrte.
„Man hat uns die selben Zimmerkarten gegeben“, murmelte sie. „Aber wem gehört das Zimmer denn nun?“ Sie blickte mich fragend an.
„Mir“, sagte ich gelassen und flatzte mich aufs Bett. „Hast du dich nicht über die Koffer gewundert?“ Ich konnte nicht glauben, dass ihr das nicht aufgefallen sein sollte.
„Nein“, antwortete sie. „Ich bin direkt ins Bad.“
Ich lachte. „Und die Klamotten, die im Bad liegen hast du auch nicht gesehen?“
Sie blickte verlegen zu Boden. „Doch“, gab sie zu. „Aber ich dachte die Putzfrau hätte sie vergessen wegzuräumen.“
Ich schüttelte den Kopf. „Kris, Kris, Kris, wo bist du nur heute mit deinen Gedanken?“
Sie antwortete nicht, was mich wieder daran erinnerte, warum ich mit ihr sprechen wollte. „Warum bist du gerade einfach so weggerannt?“, fragte ich und beobachtete sie genau. Sie ließ sich auf den Hocker nieder und winkelte die Beine an.
„Hast du mitgewettet?“, fragte sie plötzlich und aus heiterem Himmel.
„Nein“, sagte ich ernst. „Ich habe auch erst heute davon erfahren. Außerdem solltest du wissen, wenn ich mitgewettet hätte, denn ich hätte dich ja manipulieren und zu meiner Komplizin machen können.“
„Gut“, sagte sie, ohne auf meinen Witz einzugehen, und stand auf. „Dann sollten wir jetzt klären, wem Zimmer Nummer Vier gehört. Jason kann was erleben, oder David, je nach dem welchem Deppen wir diesen Umstand zu verdanken haben. Sind die heute nur noch blöd? Erst vergessen sie mich am Flughafen und jetzt das.“
„Zur Not teilen wir uns einfach das Zimmer“, sagte ich locker. „Oder ist dir diese Vorstellung so unangenehm?“ Sie sagte nichts, stand nur da und malte mit ihren Füßen Muster in den Teppich. „Was ist mit dir los?“, fragte ich erneut und ging auf sie zu. Merkwürdigerweise wich sie vor mir zurück.
„Komm“, sagte sie ausweichend und ging zur Tür. „Wir haben was zu klären.“ Sie wollte gerade die Tür öffnen, als ich meine Arme um ihre Taille legte und sie an mich zog. Erst wehrte sie sich mit Händen und Füßen, doch dann krallte sie ihre Finger in mein Hemd und presste sich an mich. Sie schluchzte. Sacht streichelte ich ihren Rücken und versuchte sie zu beruhigen. Ich wollte sie zu keiner Erklärung drängen. Kristen würde schon selbst mit der Sprache rausrücken, wenn sie die nötige Kraft dazu hatte.
Endlich hob sie ihren Kopf und sah mich an. „Danke, Rob“, sagte sie und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Danke, dass ich mich immer auf dich verlassen kann.“
„Dazu sind Freunde doch da“, sagte ich schlicht und lächelte sie an.
„Lass uns jetzt die Sache mit dem Zimmer klären, ok?“
„Ok“, sagte ich, nahm ihre Hand und wir gingen aus dem Zimmer. Im Fahrstuhl drückte sie noch einmal feste meine Hand und zog sie dann zurück. Fragend schaute ich sie an, aber sie schüttelte nur den Kopf.

Es stellte sich heraus, dass unser Regisseur, um das Arbeitsklima noch mehr zu stärken, Doppelzimmer verteilt hatte. Jeder zog bei seiner Ankunft eine Karte, die es zweimal gab. So erfuhr man erst später, mit wem man sich das Zimmer teilen musste. Grundsätzlich war das ja keine schlechte Idee, aber man hätte uns ruhig vorher darüber informieren können, bevor wir uns gegenseitig abschlachteten, in der Annahme ein Dieb sei in unseren Zimmern. Darüber hatte wohl keiner nachgedacht. Sauhaufen..
Wie es der Zufall also wollte musste ich mir mit Kristen ein Zimmer teilen und damit nicht genug, nein, wir mussten uns sogar ein Bett teilen. Aber als echter Gentleman würde ich ihr das Bett alleine überlassen und auf dem Sofa schlafen.
Und das war nicht nur für sie angenehmer, sondern auch für mich. Die Vorstellung neben ihr zu schlafen ließ meinen Kleinen wieder munterer werden...

© 2009 by Blutmädchen

Zum 5. Kapitel

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