Breaking Dawn Come True - 3. Kapitel

Breaking Dawn Come True
3. Kapitel: Klein Rob vs. Groß Rob

Robs POV

Der Flug von London nach Vancouver war für mich nicht wie jeder andere Flug. Aus irgendeinem Grund war ich schrecklich nervös und freute mich wie ein Wahnsinniger das Filmteam wiederzusehen - besonders Kristen.
Um mich ein wenig abzulenken steckte ich mir die Kopfhörer ins Ohr und stellte die Musik an. Es half natürlich nichts. Die ganze Zeit schwirrte mir Kristens SMS im Kopf herum und der Teufel, der es sich auf meiner rechten Schulter bequem gemacht hatte, fragte sich schon ob Michael endlich Schluss gemacht hatte. Der Engel auf meiner linken Schulter empörte sich und beschimpfte mich. Ich lächelte in mich hinein. Es wäre so schön, Kristen nicht nur als gute Freundin, sondern auch als Partnerin zu haben. Sie hatte mich - ohne sich dessen ganz bewusst zu sein - im Griff. Seit unserer ersten Begegnung gab es ein starkes Band zwischen uns und nach jedem Zeitungsartikel, dass wir ein Paar seien, ertappte ich mich dabei, wie ich mir die Vorstellung gestattete, dass es wahr wäre.
Am liebsten war mir aber immer wieder Kristens Gesichtsaudruck, wenn sie wieder so einen Artikel in den Händen hielt. Den Drang, sie einfach zu küssen, konnte ich immer nur mit Mühe unterdrücken.
Gedankenverloren wühlte ich in meiner Tasche und kramte meinen Terminkalender hervor. Ich hatte völlig vergessen, dass ich auch Fotos darin aufbewahrte und hob sie schnell auf, bevor irgendein anderer Passagier sie zu fassen bekam. Es waren Fotos von Kristen, die ich heimlich geknipst hatte. Meine Lieblingsfotos. Auf einem saß sie mit dem Eclipse Drehbuch neben Taylor und ging mit ihm gerade die Kussszene durch. Irgendwie guckte Kristen genervt und ich bildete mir ein, dass sie vielleicht lieber Edward, als Jacob - und somit mich - küssen würde. Auf einem anderen hatte sie ihre Gittare in der Hand, mein Shirt an und ihre nackten Beine waren übereinandergeschlagen, weil ich sie nach einem neckischem Satz unter die Dusche gezogen hatte. An diesen Tag erinnerte ich mich mit Freuden zurück. Kristen war mit Nikki shoppen gewesen und kam danach bei mir vorbei um mir ihre Ausbeute zu zeigen. Ich sagte ihr, dass sie genauso gut einen Kartoffelsack anziehen könnte und weiter kam ich nicht, denn Kristen hatte den Satz nicht als Kompliment aufgefasst. Sie erwiderte, dass sie einen Hai auch reizender fände als mich und dieses Lächeln auf ihrem Gesicht... Einfach umwerfend. Sie hatte mich in der Hand, aber an diesem Tag wollte ich sie nicht so einfach davon kommen lassen. Ich zerrte sie ins Badezimmer und zog sie in die Dusche, stellte das kalte Wasser an und sprang raus, aber Kristen hielt mich fest und zog mich auch unter den eisigen Wasserstrahl. Ich konnte mich umziehen, da ich ja meine ganzen Klamotten schon auf mein Zimmer gebracht bekommen hatte, aber Kristen nicht, da ihr Koffer noch unterwegs war. Ich erinnerte mich wie erleichtert sie war Klamotten gekauft zu haben, sonst müsste sie ja nackt über den Flur laufen. Doch ich hatte anderes im Sinn, schnappte mir ihren Tüten und warf sie in die Dusche. Ich wollte Kristen einmal in meinen Klamotten sehen. Es war ein egoistischer Gedanke, aber ich wollte es unbedingt. Die Vorstellung sie in meinen Sachen zu sehen hatte mich schon länger gepackt. Sie war komischerweise gar nicht sauer auf mich, ging schnurstracks zu meinem Schrank und probierte ein paar Klamotten - vor meinen Augen! Sie stand nackt da und es machte ihr nichts aus? Bis heute habe ich das nicht verstanden. Bei der Erinnerung an diesen Anblick spürte ich die Erregung in meiner Hose anschwellen. Gott, war das peinlich. Schnell konzentrierte ich mich auf ihre Hand, die auf den Saiten der Gittare lagen und meine Ohren erinnerten sich an die wunderschöne Musik, die direkt aus Kristens Herzen zu kommen schien.
Ich schloss meine Augen und nahm mir vor Kristen heute Abend eine Gitarre in die Hand zu drücken und sie zu bitten noch einmal diesen Song zu spielen. Eigentlich war es egal was sie spielte - ich wollte sie einfach nur spielen hören.
Das Zelt in meiner Hose fiel endlich wieder in sich zusammen und ich widmete mich den anderen beiden Fotos. Auf dem einen lehnte sie über den Billardtisch und machte einen Stoß. Ihre Brüste lagen auf dem Tisch und ihr großzügiger Ausschnitt ließ mehr als erkennen wie es darunter aussah. Ich stöhnte lachend. Die Männlichkeit konnte man nun mal nicht einfach unterdrücken. Schnell wandte ich mich dem letzten Bild zu. Diesmal saß Kristen im Schneidersitz auf dem Boden, sie trug einen Rollkragenpullover und Bluejeans und ihre braunen Haare fielen in sanften Wellen über ihre Schulter. Ihre Augen blickten auf ein Foto von uns beiden. So wie sie das Foto betrachtete, explodierten in mir kleine Feuer der Zuneigung.
Ich lehnte mich in den Sitz zurück und dachte über die Fotos nach. Es waren nicht meine Lieblingsfotos, weil Kristen besonders schön darauf aussah - was sie immer tat - sondern weil der Hintergrund, der Tag an dem es gemacht wurde und in welcher Situation, für mich besonders war. Sollte ich Kristen diese Bilder zeigen? Würde ich mich vielleicht damit verraten, dass ich mehr für sie empfand? Also besser nicht. Sie würde mich vielleicht noch für einen Stalker halten. Ich verstaute die Bilder wieder in dem Kalender und steckte den Kalender zurück in den Rucksack, lehnte mich wieder zurück und schlief für den Rest des Fluges schnell ein.
Eine freundliche Stewardess machte mich schließlich wach um mir zu sagen, dass ich mich nun auch anschnallen sollte.
Die Aufregung kehrte mit einem Schlag zurück. Bald würde ich Kristen sehen und ich würde sie endlich umarmen können.
Als das Flugzeug auf dem Boden aufsetze, und die Passagiere applaudierend klatschten, schnallte ich mich schon ab und stand auf, wohl wissend, dass es noch einen Moment dauern würde aus dem Flugzeug zu kommen. Und direkt schoss mir wieder eine Erinnerung in den Kopf. David Slade, Taylor Lautner, Kristen und ich waren auf dem Weg nach Deutschland, zur Eclipse Premiere. Mit Kristen zusammen waren die langen Flugstrecken immer angenehmer. Das Flugzeug stand schon längst, aber wir konnten noch nicht aussteigen und Kristen hatte ihren Kopf an meine Schulter gelegt und war tatsächlich eingeschlafen. Als ich sie anstupste und fragte ob ich sie jetzt aus dem Flugzeug tragen solte, lächelte sie im Schlaf und sagte Ja.
Ich lächelte. Sie hatte mich so süß und verschlafen angeguckt.
Endlich konnten wir aussteigen. Ich bemühte mich nicht loszustürmen. Reiß dich zusammen, mahnte ich mich. Ich würde Kristen noch früh genug sehen.
Ich lief durch das Flughafengebäude und wurde direkt von Jason Zincon und David Eplate begrüßt, die mich immer in Vancouver abgeholt hatten.
„Hey“, begrüßte ich die beiden.
„Hey Rob“, begrüßte mich Jason und hielt mir die Hand hin. Ich schlug ein. Wir waren, seit die beiden meine persönlichen Abholgorillas waren, gute Freunde geworden und ich freute mich immer wieder Jasons Zahnspangengrinsen zu sehen. Wir hatten uns oft gegen Kristen verbündet und sie geärgert. „Wie war der Flug?“
„Amüsant“, sagte ich grinsend. „Ich habe fast nur geschlafen und die Zeit, in der ich wach war habe ich nur an Schweinskram gedacht, den ich dir besser nicht erzähle, sonst wirst du noch rot.“
„Kristen?“, fragte David mit einem höhnischen Grinsen. Ich beachtete ihn nicht.
„Bin ich heute mit euch alleine, oder warten wir noch auf jemanden?“, wandte ich mich an Jason.
Er nickte. „Ashley Greene und Jackson Rathbone sind bereits gelandet und warten im Auto. Ist auch besser so. Dieses geturtel hält man keine zwei Minuten aus.“ Er verdrehte die Augen. Ich sah ihn überrascht an.
„Ash und Jackson sind ein Paar?”, fragte ich, nicht zwingend über diese Neuigkeit überrascht, sondern eher darüber, dass es ausgerechnet jetzt und so plötzlich kam.
„Ja“, nickte David. „Sie sind heute gemeinsam aus New York gekommen. Wenn du mich fragst – “
„Dich fragt aber keine, Dave“, sagte Jason und packte mich am Arm. „Komm Rob, wir sollten langsam los bevor hier noch ein ganzer Hühnerstall steht und uns aufhält.“
Ich ließ mich mitziehen und betrachtete David. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er etwas sagen wollte, was nichts mit Ashley und Jackson zu tun hatte.
„Ist Kristen schon hier?“, fragte ich Jason.
„Nein“, sagte er. „Noch nicht, ihr Flug hat zwei Stunden Verspätung.“ Dann sah er mich schelmisch an. „Ist die Sehnsucht so groß?“
Mir lag schon die Erwiderung, er solle sich um seinen eigenen Kram kümmern, auf der Zunge, wurde in dem Moment aber von einem Büschel schwarzer Haare nahe an den Erstickungstod geführt.
„Rob, Rob“, quietschte mir eine weibliche Stimme ins Ohr. „Schön dich wiederzusehen.“ Dann hatte ich endlich wieder freie Sicht und blickte in das Gesicht einer strahlenden Ashley Greene. Hinter ihr stand Jackson und grinste mich an.
„Hey ihr zwei“, sagte ich. „Wie ich höre seit ihr zusammen angekommen?“
Ashley ging zu Jackson, der ihr seinen Arm um die Schulter legte und beide strahlten. „Ja“, sagte Ash. „Ihr bekommt es ja nicht hin, also haben wir uns die Pole Position geholt.“
„Wen meinst du mit ‚Ihr’?“, fragte ich.
Ashley sah mich ungläubig an, schaute dann zu David, den ich kurz den Kopf schütteln und wild gestikulieren sah, und sagte dann: „Na du und Kristen. Die Wetten laufen schon lange und alle die auf euch gesetzt haben sind nun um hundert Dollar ärmer.“
Ich glaubte mich verhört zu haben. Das alle dachten Kristen und ich würden doch irgendwann zusammen kommen wunderte mich nicht, aber das wir nun wie Rennpferde behandelt wurden störte mich dann doch ziemlich.
„Außer Kellan, Ash“, sagte Jackson plötzlich. „Er meinte wir würden zuerst zusammen kommen.“ Ashley quiekte vergnügt.
Jason räusperte sich vernehmlich. „Wir sollten mal langsam los.“
Wir machten uns auf den Weg in unser Hotel des Vertrauens, dass schon seit dem Beginn der Twilight Saga fast schon so was wie ein zweites Zuhause für mich geworden war.
Vor dem Eingang blieb der Wagen stehen und wir stiegen aus. Zwei Pagen kamen schon um unser Gepäck entgegen zu nehmen.
„Herzlich Willkommen“, sagte die freundliche Rezeptzionist. „Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in unserem Hause und hoffe Sie finden alles nach ihrer Zufriedenheit vor.“
Wir checkten ein und nahmen dann den Fahrstuhl. Unsere Crew hatte eine ganze Etage für sich gebucht, wer welches Zimmer bekam war nicht klar festgehalten. Wer zuerst kommt malt zuerst, hieß es. Mir war auch völlig egal in welchem Zimmer ich übernachtete, da ich tagsüber ja eh meist unterwegs sein würde. Ich nahm die Karte, die Jason mir reichte – es war die Nummer Vier – und ging auf die zweite Tür auf der linken Seite zu.
Der Anblick des großen Bettes, dessen Anblick einlandend nach einem ruhigen Stündchen aussah, war das Beste, was ich seit den Fotos im Flugzeug gesehen hatte. Sofort ließ ich mich darauf niedersinken und schloss für einen Moment die Augen. Endlich in Vancouver. Übermorgen würden wir mit den Dreharbeiten beginnen. Das Magenflattern kehrte, nicht gerade überraschend, zurück und ich zog den Rucksack zu mir heran. Ich kramte das Drehbuch hervor und suchte nach einer bestimmten Stelle. Als ich sie fand, glitten meine Finger über den Satz „und dann beugt Edward sich zu Bella und gibt ihr einen langen Kuss“. Das war der Moment wo ich mich am meisten drauf freute. Es war die erste Drehszene, in der ich Kristen wieder küssen durfte.
Plötzlich klopfte es an die Tür. Wiederwillig stand ich auf und öffnete dem Eindringling meiner Träume die Tür. Ein breitgrinsender Kellan stand da und blickte mich an.
„Hey Rob, ich habe gerade gehört das du auch da bist. Cool.“ Wir umarmten uns kurz.
„Hi Kell“, begrüßte ich ihn. „Komm doch rein.“
„Nein, nein“, sagte er grinsend. „Kommst du mit runter? Jay und Dave sind gerade zum Flughafen gefahren und holen Kristen ab. Ihr Flieger ist doch pünktlich, sie hat schon angerufen und gefragt wo die beiden denn sind und ob man sie vergessen hätte. Die Beiden haben auf den falschen Flug geguckt.“ Er lachte.
Ich stimmte mit ein und stellte mir Kristen am Flughafen vor, wie sie mit den Füßen auf und ab wippte und konnte ihr Zähneknirschen fast schon deutlich hören. Ich kannte sie so gut, hatte mir all ihre Reaktionen so gut eingeprägt, dass ich es mir ganz gut vorstellen konnte.
„Bist du noch anwesend, Alter?“, fragte Kellan und zog mich zurück in die Gegenwart.
„Ja klar“, antwortete ich. „Aber ich komme später runter. Ich wollte vorher noch meinen Koffer auspacken, die Sachen verknittern sonst noch mehr.“
„Gut“, sagte er und drehte mir den Rücken zu. „Wir sehen uns dann später.“
„Ja, bis später“, rief ich ihm noch nach, schloss die Tür und ging ins Bad.
Das mit dem Koffer auspacken war eine Lüge gewesen. Als Kellan mir erzählte, dass Kristen am Flughafen wartete, hatte ich mir dummerweise vorgestellt, wie ich ihr die Wartezeit versüßen würde und mein kleiner Freund hatte sofort sein Zelt aufgebaut.
Irgendwann sollte ich echt mal anfangen weniger über diesen Schweinskram nachzudenken. Mein letztes Mal war einfach zu lange her und ich sehnte mich nach einem warmen, weiblichen Körper, der mir gut tat und den ich mal wieder so richtig verwöhnen konnte. Dabei dachte ich sofort immer an Kristen und wie sie damals nackt an meinem Kleiderschrank gestanden hatte. Sie war perfekt.
Ich grummelte, zog mich aus und stellte mich unter die Dusche. Ich wollte nicht mehr an Kristen denken, zumindest nicht so. Sie hatte in meiner Fantasie schon oft genug herhalten müssen und ich fühlte mich nicht gerade gut dabei, sie so zu hintergehen. Meine Hand fand automatisch ihren Weg in meinen Intimbereich und ich hielt sie nicht auf. Ich musste mir dringend Erleichterung beschaffen, bevor Kristen mich umarmte. Dieses Monster musste genügend befriedigt sein, damit es später nicht noch auf dumme Gedanken kam. Der kleine Teufel auf meiner Schulter kicherte vergnügt...

© 2009 by Blutmädchen


Zum 4. Kapitel

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