Breaking Dawn Come True - 24. Kapitel

Breaking Dawn Come True
24. Kapitel: Chris' Einfluss?

Kristens POV

m nächsten Morgen packten wir unsere Sachen – Chris kletterte am zerzausten aus seinem Einmannzelt, während Ash und Jackson wie der frische Frühling persönlich wirkten – und verließen den Wald der Klarstellungen. So hatte Chris ihn genannt, als er merkte, dass sein Klartext bei uns angekommen zu sein schien. Besonders Rob und mich hatte er im Blickfeld und er schien eher weniger darüber amüsiert zu sein, dass wir uns so nah waren. Ich verstand es nicht, aber in dem Moment war es mir auch egal. Das einzige was ihn zu interessieren hatte war unsere Professionalität – und die besaßen wir genug, also hatte er kein Recht so grimmig zu gucken. Wir würden die Dreharbeiten nicht länger behindern.
„Er hat wahrscheinlich einfach nur schlecht geschlafen“, flüsterte Rob mir ins Ohr. „So ganz alleine, während er um sich herum glückliche Paare hat.“ Rob zog mich noch etwas enger an sich. Wahrscheinlich hätte ich über seine Aussage lächeln sollen, aber mir war nicht ganz wohl. Chris’ innerer Tornado hatte neue Nahrung bekommen und es war nur eine Frage der Zeit bis er ausbrechen würde.
Ich schaute Rob vielsagend an, packte meinen Rucksack in den Kofferraum und kletterte in den Van.
„Es war so schön“, juchzte Ashley vor mir und drehte sich zu mir um. „Ach, Kris, ihr seit ein herrliches Paar. Aber das wussten wir ja schon immer.“
Vorne auf dem Fahrersitz murmelte Chris undeutlich etwas vor sich hin und ich bekam ein flaues Gefühl im Bauch...

„Endlich wieder Zivilisation“, sagte Kellan, als wir unser Hotel erreichten. Es kam mir unendlich lange vor das ich hier gewesen war und ich hatte das dringende Bedürfnis nach einem weichen, warmen und samtigen Bett. Den anderen ging es wohl genauso. Alle blickten die Treppe hoch und dann wieder zum Fahrstuhl, worauf sich Ash und Jackson als erste in Bewegung setzten.
„Wo wollt ihr hin?“, fragte Chris erstaunt. Er schien urplötzlich wieder der alte zu sein – ich traute ihm nicht. Woher kam nur dieses alberne Misstrauen?
„Ihr habt euch jetzt erholt und da werdet ihr mir sicher zustimmen, dass wir jetzt auch weiterdrehen können, oder?“ Er sah uns herausfordernd an.
„Klar“, erwiderte ich. Einen Moment lang hatte ich das Gefühl, dass ich es ihm schuldig war. Chris sah mich überrascht an. Wahrscheinlich hatte er mit mehr Widerstand gerechnet.
„Ok“, seufzte Chris. „Rob, Kristen, ich will euch vorher in meinem Zimmer sprechen. Ashley, sag den anderen Bescheid, dass wir da sind. Sie sollen den Dreh vorbereiten.“
„Mach ich“, sagte Ashley und verschwand. Jackson blieb bei uns. Wahrscheinlich hatte er Chris’ Stimmung nun auch wahrgenommen und verstand, was ihn störte.
Chris marschierte in Richtung Fahrstuhl und winkte uns zu sich. Rob zögerte, sah mich an, aber ich signalisierte ihm, dass wir keine andere Wahl hatten. Also trabten wir nebeneinander her, auf Abstand bedacht, zum Fahrstuhl. Chris drückte die zwei und ich hatte das Gefühl die längste Fahrstuhlfahrt meines Lebens stünde mir bevor.

„Setz euch“, sagte Chris und deutete auf zwei gemütliche Sessel. Er selbst ließ sich auf einer Couch nieder und streckte die Füße aus. Er sah uns abwechselnd an. „Ich weiß, dass es mich privat nichts angeht, was ihr miteinander habt – auch wenn es mich brennend interessiert.“ Er lachte und ein kleiner Funke seines alten Selbst kehrte in seine Augen zurück. „Aber ihr versteht sicher, dass ich mir Gedanken mache.“ Er legte eine kurze Pause ein. Rob ergriff meine Hand. Beschützend? Oder war es eine klare Aussage? Getreu dem Motto „Wir beide oder keiner.“ Aber wieso?
„Seit ich den Regisseurjob für Breaking Dawn übernommen habe, flattern mir ständig Briefe entgegen, die sich nur mit einer Frage beschäftigen: Sind Robert und Kristen ein Paar? Ihr versteht sicher, dass es mich nervt.“

„Uns geht es nicht besser“, erwiderte Rob. „Wir müssen diese Frage auch ständig beantworten und werden verfolgt, können keinen Schritt gehen ohne vom Blitzlicht geblendet zu werden. Weißt du wie nervend das ist?“ Rob sah Chris durchdringend an. Oh mein Gott, sie sollten sich nicht streiten. Nicht wegen so einem Thema.
Chris’ Blick wurde milder. „Euch trifft es am schlimmsten, keine Frage, aber ihr müsst euch langsam entscheiden, wie ihr damit umgehen wollt. Wenn diese Dreharbeiten hier im Kasten sind, dann kommt bald die erste Premiere. Pressetermine, Fotoshootings und dann folgen die Dreharbeiten für den zweiten Film. Ihr könnt euch nicht verstecken, ihr müsst professionell sein, aber warum macht ihr es euch nicht leichter? Wenn alle Welt weiß, dass ihr ein Paar seit, dann wird sich dieser ganze Rummel sicher legen.“
„Wohl eher nicht“, zischte Rob und die Feindseligkeit war immer noch zu spüren. „Das würde die Masse nur noch mehr anstacheln.“
„Gott, Rob“, lachte Chris plötzlich auf. „Du tust ja gerade so, als müsstest du der Welt erklären, dass du wirklich ein Vampir bist. Als hättest du Angst von einem fackeltragenden Mob gejagt zu werden, der dir einen Pfahl durchs Herz stoßen will.“
Ich musste unwillkürlich grinsen. Rob schien es nicht witzig zu finden.
„Und wie soll es dann weitergehen?“, fragte er geradeheraus. „Dann kommen die nächsten Gerüchte. Ist Kristen schwanger? Wo werden sie heiraten? Ich will als Robert Pattinson wahrgenommen werden und nicht ständig, als müsste ich Edwards Leben führen. Und eins glaube mir, Chris, dann bist du mein persönlicher Aro.“

Wütend und schnaubend, ohne mir einen letzten Blick zuzuwerfen, fegte Rob aus dem Zimmer. Ich starrte ihm mit leerem Blick hinterher, verstand ihn zwar, aber nicht sein Verhalten.
Ein Blick zu Chris – der nachdenklich die Finger aneinander gelegt hatte und auf die Tür schaute, durch die Rob gegangen war - machte mir klar, dass ich mich nun für meinen Freund stark machen musste. Jetzt lag es an mir, Chris davon zu überzeugen uns einfach in Ruhe zu lassen und seinen Job bestmöglich zu machen.
„Habe ich etwas falsches gesagt?“, fragte er mich frei heraus.
Ich überlegte, wog meine Worte sorgfältig ab. „Eigentlich schon, weil du keiner von uns bist. Du weißt nicht, wie wir uns rumgeplagt haben bis wir endlich doch zusammen waren. Du ahnst nicht, was es für ein Weg war, bis wir uns einander öffnen konnten.“ Eine Träne lief an meiner Wange hinab, ich konnte sie nicht aufhalten. „Weißt du wie schlimm es ist jemanden zu lieben, aber zu wissen, dass es besser für ihn ist, wenn man es niemals zeigt? Dass man einen Mensch damit an den Pranger stellen und ihn den Rest seines Lebens zur Zielscheibe machen kann?“
“Wer macht wen zur Zielscheibe“, fragte Chris neugierig.
„Rob denkt, dass er mich den weiblichen Fans ausliefert. Er hat Angst, dass mich alle anfangen könnten zu hassen, dass sie zu eifersüchtig werden und das Breaking Dawn ein absoluter Reinfall wird.“
„Ach so ist das“, murmelte Chris. Er schaute auf seine Fingerkuppen. „Und was ist mit der Schwangerschaft? Ich hatte bisher keine Gelegenheit diese Frage zu stellen. Ehrlich gesagt habe ich darauf gewartet, dass du selbst zu mir kommst.“
Jetzt war es an mir scharf nachzudenken und ein zischen zu unterdrücken. Ich hatte mein peinliches – und verdammt überflüssiges Outing – dass ich Rob liebte, mit ihm zusammen und schwanger war an dem Abend im Restaurant völlig vergessen. Meine Körper hatte es noch nicht ganz verdaut, wie ich jetzt an meinem Herzrasen wieder feststellte, aber es hatte sich geklärt. Mir war ein schrecklicher Fehler unterlaufen, der mich fast die Liebe meines Lebens gekostet hatte und der Vorläufer für weitere Missverständnisse war. Dabei war mir völlig entfallen, dass Chris gar nichts von meinem Arztbesuch und dem zweiten negativen Schwangerschaftstest wusste.
„Ich bin nicht schwanger“, flüsterte ich beinahe. „Es war ein Fehler, irgendwie habe ich vor lauter Stress wohl Gespenster gesehen.“
Chris’ Blick wurde väterlicher. „Ach so. Rob weiß es aber, oder?“
“Klar.“
„Dann ist ja gut.“
Ich wusste nicht, was dieses Gespräch bringen sollte, ganz zu schweigen davon wo es hinführen sollte.
„Ich glaube, ich suche Rob und versuche ihn zu beruhigen.“
„Ja, mach das“, antwortete Chris. „Sag ihm, dass es mir leid tun ihn verletzt zu haben. Wenn er dazu bereit ist, bring ihn bitte wieder zu mir und wir reden noch einmal in Ruhe darüber – “
„Ich bezweifle, dass es was bringt“, erwiderte ich fast schon sarkastisch. Ich musste meine eigene unverständliche Wut jetzt unterdrücken. Wir wollten Chris zeigen, dass wir erwachsen waren und Professionell – so jedoch nicht.
„Warum?“ Er sah mich an, aber ich konnte seinen Blick nicht deuten. Es lag Verständnis darin, aber auch Widerwillen.
„Chris“, ich sprach flehend. „Bitte verstehe uns. Wir waren uns beide immer im Klaren darüber, dass wir einen Job haben, der uns nun mal dazu fordert öffentliche Präsenz zu zeigen, aber wir haben dennoch ein Recht auf ein Privatleben. Keiner kann uns vorschreiben ob und wann wir zu unserer Beziehung stehen und schon gar nicht irgendwelche Pressefutzis, die nur an ihren eigenen Gewinn denken. Wir werden irgendwann diesen Schritt gehen, aber bitte zwing uns nicht dazu. Wir haben uns noch nicht lange und wollen diese Zweisamkeit noch länger genießen. Ich musste Rob so oft teilen und jetzt gehört er mir, nicht mehr der Presse. Nur dann, wenn wir beide es wollen.“
„Kluge Worte, Kristen“, lobte Chris. „Und ich bin froh, dass ihr euch habt. Jetzt rede mit ihm und lass uns diesen Kram hier vergessen. Ich wollte euch nicht zu nahe treten.“
Fast tat es mir schon leid. Chris war schließlich nicht mein Feind. Er war kein Reporter, dem ich den Tod wünschen konnte.
Ich nickte zum Abschied und verschwand aus seinem Zimmer.


„Hey Kellan, hast du Rob gesehen?“, fragte ich, als ich Kellan mit einer Cola an der Bar traf.
„Nein“, murmelte er. Ich merkte direkt, dass ihn irgendetwas bedrückte.
„Was ist los, Kell?“, fragte ich und setzte mich einen Moment neben ihn.
„Nix“, antwortete er ein wenig zu mechanisch.
„Das glaub ich dir nicht“, grinste ich. „Du sitzt hier wie ein Häufchen Elend und trinkst Cola, statt Bier. Es sieht offensichtlich so aus als hättest du das falsche Kummer-weg-Getränk bestellt.“
Ein leichtes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus. „Du hast recht, wie immer.“ Er schob die Cola von sich, stand auf und knuddelte mich kurz. „Ich sollte mich nicht verstecken. Ich bin doch stark wie ein Bär, ich komm schon klar.“
Ich verdrehte die Augen. „Nun sag schon was los ist.“
Einen Moment zögerte er, dann sprudelten die Worte „Ich glaube Nikki nimmt mich nur, weil ich als einziger noch übrig bin“ aus ihm heraus. Ich konnte nicht anders und lachte laut los.
„Entschuldige“, lachte ich. „Aber das ist echt das dämlichste was ich je gehört habe. Und jetzt zack nach oben zu deiner Frau.“ Ich tätschelte ihm ein letztes Mal die Schulter und ging grinsend zum Fahrstuhl. „Als einziger übrig“, murmelte ich lachend vor mir hin, drehte mich noch einmal zu Kellan um und machte eine fordernde Handgeste, dass er seinen Hintern zum Fahrstuhl bewegen sollte.
„Dir scheint es gut zu gehen“, sagte Kellan, nun etwas gelöster. „Du strahlst so.“
Ich grinste. „Also nach dem was ich jetzt gerade von dir gehört habe, ehrlich Kellan, da kann man nur lachen. Das ist einfach so absurd.“
„Mag sein“, stimmte er zu. „Aber hast du nicht auch manchmal das Gefühl, dass Breaking Dawn wahr wird. Ashley und Jackson, Rob und du und jetzt Nikki und ich. Hätte ich Peters Frau und dessen drei zuckersüße Töchter nicht kennen gelernt, wäre ich mir sicher, dass es zwischen ihm und Elizabeth bald auch funken würde. Als wäre das Buch zum Leben erweckt worden.“
„Das ist ja noch bekloppter als das, was du mir gerade über Nikki gesagt hast, Kellan.“ Jetzt lachte ich nicht mehr. „Wenn es haargenau so wäre wie im Buch, dann müssten Rob und ich uns nicht verstecken.“
Kellan lachte laut auf. „Hey, so habe ich es ja noch gar nicht gesehen. Die Fans sind die Volturi.“ Er fand seinen eigenen Witz wohl verdammt lustig, aber mir war das Thema zu ernst als das ich darüber hätte lachen können.
In der zweiten Etage stieg ich aus und ließ Kellan ohne einen weiteren Kommentar zurück. Er schien es nicht zu bemerken, wahrscheinlich war er in Gedanken längst bei Nikki. Ich freute mich für die beiden, aber jetzt musste ich mich wieder um mich selbst und meine Beziehung kümmern. Ich musste Rob finden und mit ihm reden.
Ich betrat unser Zimmer und war froh ihn wirklich auf dem Bett sitzend vorzufinden.
„Hey“, sagte ich, als ich mich neben ihn setzte. Er war immer noch geladen, seine Fäuste waren geballt, aber er schien einen Entschluss gefasst zu haben.
„Chris hat Recht“, sagte er, noch ehe ich etwas sagen konnte.
Ich wollte ihm sagen, wie unrecht Chris hat und das es ganz allein in unserer Entscheidung liegt – dass nur wir alleine für uns verantwortlich sind und wir das Recht haben unsere Privatsphäre zu schützen.
„Warum?“, fragte ich erschrocken.
Rob zögerte nicht, seine Worte schienen nur auf den Abschuss gewartet zu haben.
„Wie lange wollen wir weglaufen, Kris?“ Er schaute mich mit einem Blick an, bei dem es mir eiskalt wurde. „Wir laufen nicht vor den Fans oder der Presse weg, wir laufen vor unserer eigenen Courage weg! Wir sind Profis, verdammt und ich liebe dich wie verrückt. Ich will nicht immer vor meiner eigenen Angst fliehen.“
Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Mein Reflex schützte mich meine wahre Meinung zu sagen, denn im tiefsten meines Herzens wusste ich, dass Rob Recht hatte und offenkundig litt er an seiner eigenen ausgesprochenen Wahrheit. Das einzige, was ich jetzt tun konnte – und wollte – war ihn unterstützen.
Er hatte für uns beide eine Entscheidung gefällt und auch wenn ich mich schwer damit tat, so war ich dankbar, dass ich sie nicht treffen musste.
„Okay“, sagte ich langsam. „Dann lass es uns tun.“
Robs Entschlossenheit bröckelte, aber er hielt meinem Blick stand. Eine Träne lief meine Wange hinab und er streichelte sie weg.
„Du hast absolut Recht. Wir sollten uns nicht länger unterdrücken lassen. Damit machen wir uns nur selbst kaputt.“
„Danke, mein Engel. Ich liebe dich.“ Er küsste mich sanft.
„Und ich liebe dich. Und die Welt wird es erfahren.“
Ich schloss einen Moment die Augen und ließ mich fallen.
Die Erschöpfung ließ von mir ab und machte wilder Entschlossenheit platz.
Niemals mehr würde ich eine Entscheidung ändern...


© 2010 by
Blutmädchen

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Huhu Ihr Lieben Mitschwimmer :)

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Klickernde Grüße,
Tascha