Breaking Dawn Come True - 2. Kapitel

Breaking Dawn Come True
2. Kapitel: Ein Ende kann auch ein Neuanfang sein

Kristens POV

Die kurze Hochstimmung während meines Telefonats mit Rob verflüchtigte sich mit jedem Schritt, den ich auf die Haustür zuging. Am liebsten hätte ich erst gar nicht geöffnet, aber es nutzte ja nichts. Michael wollte mit mir reden und ich sollte es besser ernst nehmen, denn noch nie hatte er von mir ein Gespräch verlangt – immer nur andersrum.
„Hi“, sagte ich zaghaft, als ich die Haustür öffnete.
„Hi“, antwortete er und trat an mir vorbei. Keine Umarmung. Kein Kuss. Das flaue Gefühl in meinem Bauch drückte stärker.
Abrupt drehte sich Michael um. „Ich rede nicht lange um den heißen Brei, Kristen.“ Seine Hände waren zu Fäusten geballt.
„Komm, wir setzen uns“, sagte ich, mit der Hand in Richtung Esszimmer weisend, in der Hoffnung noch ein wenig Zeit rauszuschlagen.
„Nicht nötig“, sagte Michael. „Ich mache es auch kurz.“ Er sah mich an. „Ich möchte mich von dir trennen, Kristen.“ Er sagte es ganz einfach, ohne sich zu verhaspeln, ohne nachdenken zu müssen, ohne Wärme. Seine Augen blickten mich nur entschlossen an.
„Wie lange denkst du schon darüber nach?“, hörte ich mich fragen. Irgendwie war das das einzige, was ich jetzt noch wissen musste.
„Eine Weile“, gab er zu. „Ich weiß, dass du diesen Briten liebst und ich habe keine Lust weiterhin von dir abgelehnt zu werden.“
„Aber ich lehne dich doch gar nicht ab“, sagte ich automatisch.
„Ach nein?“, fragte er bissig. „Wir hatten seit einem Jahr keinen Sex mehr und du denkst es sei alles in Ordnung?“
„Es war nichts in Ordnung, da brauche ich auch nichts schön zu reden“, erwiderte ich.
„Gut. Dann sind wir uns ja einig. Ich wünsche dir viel Spaß in Vancouver.“ Mit schnellen Schritten ging er zur Tür.
„Es tut mir Leid, Michael“, flüsterte ich gerade so laut, dass er es noch hören konnte. „Es tut mir leid, dass ich dir nicht mehr das geben konnte, was du verdienst.“
Er drehte sich zu mir um. „Werde einfach mit deinem Briten glücklich.“ Dann verschwand er.
Ich lehnte mich an die Wand. Endlich war es vorbei. Kein Theater mehr. Michael hatte sich von mir getrennt und mir, wie ich erst jetzt merkte, einen großen Gefallen getan. Er würde jetzt denken, dass er mich direkt in Robs Arme getrieben hätte, aber mir war es viel wichtiger, dass ich mich nicht mehr entscheiden musste.
Ich wusste, dass Rob und ich nie zusammen kommen würden – dafür waren wir beide zu sehr im Mittelpunkt der Presse und Rob fühlte sich nicht stark genug unter diesem Druck eine Beziehung zu führen und seiner Partnerin das selbe aufzuerlegen. Andererseits dachte er dabei ja auch an eine normale Freundin, die nichts mit dem Filmgeschäft zu tun hatte und nicht an mich. Vielleicht wäre es mit mir ja was anderes. Schließlich könnten wir diesen Druck zusammen tragen...
„Kristen“, brüllte ich mich selbst an. Rob wollte nichts von mir, dass hatten wir erst vor kurzem klar gestellt, also würde auch nie etwas zwischen uns laufen.
Und doch war er der Grund, warum ich Michael nicht mehr lieben konnte. Ich wollte Rob. Doch ich würde ihn nie bekommen.
Um mich auf andere Gedanken zu bringen ging ich in mein Zimmer und schaute nach, ob ich auch alles eingepackt hatte.
Auf dem Koffer sitzend und auf meine Mutter wartend, die mich zum Flughafen bringen wollte, dachte ich über meine Reaktion nach. Ich war erleichtert, dass ich Michael nicht mehr belügen musste, aber das war auch schon alles. Vermutlich hatten wir uns schon so auseinander gelebt, dass die eigentliche Trennung nicht mehr überraschend war.
Meine Mutter kam gehetzt hochgerannt. „Kristen? Wo bleibst du? Wir müssen zum Flughafen.“
Entsetzt schaute ich auf meine Uhr. Wir hatten doch noch fünf Stunden bis zum Abflug Zeit!
„Mom, gib mir mal bitte deine Uhr“, sagte ich und streckte meine Hand verlangend aus.
„Es ist 11 Uhr 15“, sagte sie und reichte mir die Uhr. Kommentarlos stellte ich die Uhr drei Stunden zurück und reichte sie ihr wieder. „9 Uhr 15?“, fragte sie erstaunt. Ich nickte nur.
„Wenn du schon durch Amerika reist, solltest du auch daran denken deine Uhr wieder der richtigen Zeitzone anzupassen.“ Ich zwinkerte.
„Dann haben wir ja noch Zeit“, sagte sie erleichtert. „Ich koche uns noch einen Kaffee, möchtest du auch?“
„Gerne, Mom“, sagte ich und stand auf um ihr in der Küche zu helfen.
Wir waren eine Weile still. Während meine Mutter die Zeitung aufschlug, überlegte ich, wie ich ihr klarmachen sollte, dass Michael sich getrennt hatte. Wie würde sie darauf reagieren? Sie mochte Michael sehr und sah in ihm den perfekten Schwiegersohn.
„Du, Mom“, begann ich etwas unsicher und schaute auf meine Füße.
„Ja, Schatz?“ Sie schaute nicht von der Zeitung auf.
„Michael war hier“, gab ich mir einen Ruck. Sie blickte immer noch nicht auf.
„Und?“
„Und er hat Schluß gemacht“, sagte ich schließlich. Besser war es, die Sache so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Meine Mutter überraschte mich mit einem sanften Blick.
„Geht es dir gut?“ Sie tätschelte meine Hand.
„Ja“, antwortete ich etwas verwirrt.
„Dann ist ja gut“, sagte sie schlicht und widmete sich wieder ihrem Zeitungsartikel.
„Na der Bericht muss ja monstermäßig spannend sein, wenn du so wenig Anteil daran nimmst, dass dein Traumschwiegersohn nicht mehr verfügbar ist.“
„Es gibt ja auch noch Robert“, sagte sie und nippte an ihrem Kaffee. Meine Tasse fiel klirrend zu Boden. Ich starrte meine Mutter nur an. „Das hast du doch selbst gesagt“, sagte sie und hielt mir die Zeitung unter die Nase. Mit zitternden Fingern nahm ich die Zeitung entgegen und brauchte gar nicht fragen welchen Artikel genau sie meinte. In großen Lettern stand geschrieben: „Ja, wir heiraten“ Daneben war ein Bild von Rob und mir, wie er den Ring an meiner Hand küsst. Ich stöhnte.
„Fotomontage?“, fragte meine Mutter gelassen. Das war ihre übliche Reaktion, wenn sie mich bei einer Bildbetrachtung, die angeblich mal wieder die „Robsten-Romanze“ bestätigte, beobachtete. Meist konnte ich das mit einem „Ja“ beantworten, doch diesmal nicht. Echt war das Bild aber auch nicht. Zumindest nicht so, wie die Presse es darstellte. Rob und ich hatten bei unserem letzten Treffen so viel Spaß gehabt und über die Dreharbeiten zu Breaking Dawn geplaudert, dass wir verschiedene Szenen geprobt hatten.
„Unglaublich“, empörte ich mich. „Muss die Presse denn jedes Mal denken, dass Breaking Dawn wahr wird, oder was? Vor einer Woche noch die Schlagzeile ich sei angeblich schwanger und jetzt das.“ Ich pfefferte das Klatschblatt wütend auf den Tisch. Als meine Mutter die Zeitung wieder nehmen wollte, riss ich sie ihr jedoch aus der Hand, stand auf und schmiss sie in den Müll.
„Hey, die wollte ich noch lesen“, sagte meine Mutter.
„Lies besser etwas, was mehr Gehirn hat“, erwiderte ich wütend und stampfte die Treppen hoch um meinen Koffer zu holen. Ich war so sauer, dass ich nicht darauf achtete, dass der Koffer immer wieder gegen die Wand stieß und schließlich aufsprang.
„Arrrgh“, schrie ich und stopfte alles, unordentlich und zerknittert, zurück in den Koffer.
„Komm Kristen, lass mich noch mal neu packen. So viel Zeit haben wir noch.“ Meine Mutter nahm alle Klamotten und faltete sie neu, bevor sie alles ordentlich einordnete. „Du solltest cooler werden“, sagte die schließlich, als sie das letzte paar Schuhe an die Seite quetschte. „Mittlerweile solltest du doch darüber lachen können, oder?“
Doch das konnte ich nicht. Ich war mir sicher, dass Michael diesen Artikel auch gelesen hatte und dass das wohl der Auslöser für ihn war die Beziehung zu beenden. Das Bild war echt und das konnte ich auch nicht abstreiten und ich war froh, dass Michael mir den Schlussstrich abgenommen hatte, aber ich wollte doch, dass er wusste, dass der Artikel nicht stimmte. Innerlich hoffte ich einfach, dass Michael und ich irgendwann wieder vernünftig miteinander reden konnten. Ohne meine Mutter weiter zu beachten schnappte ich mir das Handy und rief Michael an, doch es ging nur die Mailbox dran.
„Mist“, fluchte ich.
Meine Mutter legte mir einen Arm um die Schulter. „Komm, wir fahren zum Flughafen und unterwegs erzählst du mir alles, was Michael gesagt hat, ok?“ Ich nickte nur.
Unterwegs erzählte ich ihr alles und sie hörte, ohne mich auch nur einmal zu unterbrechen, aufmerksam zu. Das war nicht gerade ihre normale Reaktion.
„Du fühlst dich jetzt viel entspannter, oder?“, fragte sie mich. Ich nickte. „Dann war es der richtige Schritt. Ich habe mich sowieso immer gefragt, warum du nicht zuerst diesen Schritt gehst.“
„Ich weiß nicht“, sagte ich. Sie schaute mich stirnrunzelnd an. „Ich weiß es wirklich nicht, Mom“, sagte ich nun mit etwas mehr Nachdruck. Sie schüttelte den Kopf. „Was?“, fragte ich.
Sie schüttelte nur weiterhin ihren Kopf. „Du hast dich in deinen britischen Kollegen verliebt“, stellte sie fest.
„Mom“, sagte ich nur. „Das ist jetzt echt nicht der richtige Zeitpunkt.“
„Warum nicht?“, fragte sie feierlich. „Das weiß doch längst die halbe Welt, nur du stehst nicht dazu, aber es ist deine Sache mein Kind, da werde ich dir nicht weiter reinreden. Ihr werdet früher oder später noch zueinander finden.“
„Mom“, rief ich erzürnt.
„Ich bin ja schon ruhig“, lachte sie und fuhr auf den Flughafenparkplatz.

© 2009 by Blutmädchen


Zum 3. Kapitel

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