Breaking Dawn Come True - 19. Kapitel

Breaking Dawn Come True
19. Kapitel: Zweifel

Robs POV

Wie ein wildgewordener Irrer jagte ich die Treppenstufen hoch, spürte gar nicht, wie meine Füße auf den Boden donnerten, konnte aber den dumpfen Aufprall hören. Meine Ohren empfingen jedes Signal. In meinem Kopf schrie jemand. Meine Sinne waren voll auf Empfang ausgefahren. Wahrscheinlich hätte ich selbst die Mäuse über den Boden trippeln gehört, wenn es hier welche gegeben hätte.
Kurz vor meiner Zimmertür bremste ich ab, kramte nach der Schlüsselkarte und brauchte vier Anläufe, bis ich endlich die richtige Seite durch den Kartenschlitz gezogen hatte.
Mir war schlecht und ich fürchtete, mich übergeben zu müssen. Kristens Geständnis war mir mehr als ich dachte, auf den Magen geschlagen. Es war so absurd, so unmöglich und es wollte und wollte nicht in meinen Verstand eindringen. Ich schirmte ihn ab, versuchte das Gift rauszuhalten, aber es gelang mir nicht.
Kristen war von Michael schwanger.
Dieser Hundesohn! Alle möglichen Schimpfwörter sprudelten aus meinem Mund, ich schrie sie laut raus und achtete dabei nicht auf empfindliche Zimmernachbarn – denn wo kein Zeuge, da kein Kläger. Ich war allein auf dieser Etage!
Und nicht nur auf der Etage. Ich war komplett allein. Verlassen. Ich fühlte mich betrogen, obwohl ich wusste, dass es Schwachsinn war. Michael kam vor mir! Aber Kristen hatte mir nichts von dem Kind erzählt, hatte so getan als existierte es nicht. Sie hatte mich angelogen! Ich konnte es kaum glauben. Das war das letzte, was ich ihr zugetraut hatte.
All meine Vertrauenssäulen fielen in sich zusammen.
Ich kam mir vor wie der letzte Idiot! Wollte Kristen mich wirklich für so blöd verkaufen? Wie weit war sie eigentlich? Seit wann wusste sie davon? Wusste Michael davon?
Wahrscheinlich... Seine Großspurigkeit bekam mit einem Mal eine ganz andere Bedeutung! Dieser Mistkerl! Er wusste, dass sie ihm noch gehörte – das hatte er deutlich zum Ausdruck gebracht.
Rob, reiß dich zusammen, mahnte mich eine innere Stimme, die mich zusammenzucken ließ. Woher willst du wissen, dass das Kind nicht vielleicht von dir ist?
Nein, ausgeschlossen, dass konnte nicht sein. Ich hatte nicht viel Ahnung, aber ich wusste, dass man eine Schwangerschaft erst nach maximal zwei Wochen feststellen konnte – und wir waren nicht einmal drei Tage in Vancouver! Das Kind konnte also nicht von mir sein.
Auch wenn ich mich bei dem Gedanken ertappte: Was wäre wenn...
Michael war der Vater! Alles andere kam nicht in Frage. Kristen war kein leichtes Mädchen, dass jedes Wochenende die Kerle reihenweise abschleppte – selbst wenn sie es zeitlich gekonnt hätte.
Aber Moment...
Eiskalte Schauer liefen über meinen Rücken. Kristen hatte mich noch in einem anderen Punkt angelogen!
„Es lief schon seit gut einem Jahr nichts mehr zwischen uns. Also sexuell.“
Das hatte Kristen gesagt, verdammt! Wollte sie mich jetzt ganz auf den Arm nehmen? Was war gelogen? Was war wahr? Konnte ich mir gerade selbst noch trauen?
Es gab nur einen Weg! Ich musste die Dinge selbst in die Hand nehmen.
Ich schnappte mir mein Handy und überflog die Kontakte. Hoffentlich hatte ich die Nummer noch... Ja, Michael Angarano. Ich hatte seine Nummer noch. Hoffentlich war sie noch aktuell.
Ich wählte, bemühte mich die Füße still zu halten und das Telefon nicht zu zerquetschen.
„Angarano.“
Dieser Penner ging tatsächlich dran. Entweder hatte er meine Nummer längst gelöscht und wusste nicht, dass ich es war, oder er hatte längst mit meinem Anruf gerechnet und vielleicht sogar bei einem Gläschen Sekt und Käsehäppchen darauf gewartet. Nach seinem heutigen Auftritt, traute ich ihm alles zu.
„Rob hier“, zischte ich wütend in den Hörer. „Es geht mich ja eigentlich nichts an, was vor meiner Zeit mit dir und Kristen war, aber erklär mir eins. Wie kann sie schwanger sein, wenn ihr es seit einem Jahr gar nicht mehr getrieben habt?“
Es war befreiend es auszusprechen, dieser Sprachlosigkeit zu lauschen und seine verdutzte Miene fast genau vor Augen zu sehen.
Plötzlich lachte er laut los. „Hast du deinen Höhlentaucher mal gefragt, ob er Schuld daran ist?“
„Weich mir nicht aus, Angarano!“
„Tu ich nicht, Pattinson. Frag doch deine kleine Freundin.“ Er legte auf.
„Du verfickter Hundesohn“, schrie ich in das Telefon, aber es gab niemanden, der diese Beleidigung entgegen nehmen konnte. Die Leitung war tot und ich stand da wie ein angestochener Stier – dem Wahnsinn nahe.
Wahnsinn. Das war das richtige Wort für meine Aktion. Ich hatte Kristen keine Chance gegeben mir alles zu erklären, stattdessen hatte ich die Dinge einfach alleine zu Ende gesponnen und steigerte mich gerade in etwas rein, was mir ganz und gar nicht gut tat!
Zum ersten Mal fragte ich mich gerade, wie es Kristen wohl ging. Was machte sie gerade durch? Und wenn Michael wirklich nichts von der Schwangerschaft wusste, dann hatte ich Kristen nicht gerade geholfen.
Ich war ein Idiot, aber es war zu spät um Reue zu zeigen. Es war zu spät, um rückgängig zu machen, dass ich mich gerade total lächerlich gemacht hatte. Aber es war noch nicht zu spät um mit Kristen persönlich zu reden. Hätte ich das mal vor meiner dämlichen Aktion getan!
Langsam zwang ich mich dazu wieder ein paar Gänge runterzuschalten. So aufgebracht wie ich war, konnte ich Kristen nicht gegenüber treten.
Ich liebte sie und die Vorstellung, dass sie von einem anderen Mann ein Kind erwartete, machte mich fertig. Noch fühlte ich mich unreif um ein eigenes Kind haben zu wollen, aber ich sehnte mich danach der Glückliche an Kristens Seite zu sein. Mir wurden immer mehr Dinge klar...
Ich liebte Kristen mehr als alles andere.
Wäre es mein Kind, ich würde es akzeptieren und mich wahnsinnig darüber freuen.
Wenn Michael der Vater war, dann war unsere ganze Beziehung gefährdet. Nicht, weil ich sofort Schluss machen würde, sondern weil ich nie mehr wissen könnte, ob Kristen ehrlich zu mir war. Der Gedanke, sie könnte sich mit ihrem Kind und Michael einen schönen Familientag machen, ließ mich verrückt spielen.
Ein Kind verbindet...

Kristens POV

Meine Beine hatten mich nicht mehr tragen wollen, dabei war es gerade jetzt verdammt wichtig gewesen.
Vertan war die Chance, Rob alles erklären zu können. Wahrscheinlich hasste er mich jetzt.
Ashley und Nikki neben mir spendeten mir Trost und versprachen beide noch einmal mit Rob zu reden. Ich hörte ihnen nicht zu, konzentrierte mich nur auf diesen verdammten Moment, zu Hause im Badezimmer, diesen Test in der Hand. Es war so verschwommen, weil ich mich einfach nicht daran erinnern wollte.
Mein Handy riss mich aus meinen nebligen Erinnerungen und ich reichte es an Nikki weiter, da ich einfach nicht die Kraft hatte mit Jemandem zu reden.
„Es ist Michael“, sagte Nikki schließlich. Rasch drehte ich den Kopf rum, zu rasch, wie ein Knacken im Nacken mir klar machte.
„Er will wissen, ob du wirklich schwanger bist.“
Nikki sah mich überrascht an.
„Gib ihn mir“, sagte ich schon fast tonlos und streckte meine Finger mechanisch nach dem Handy aus.. Nikki überreichte es mir und ich nahm es beinahe schon ängstlich entgegen. „Hallo?“
„Hey Kris.“ Mikes Stimme klang locker und unbeschwert. „Dein Brite hat mich gerade angerufen und mich gefragt, wie es sein könnte, dass du von mir Schwanger wärst, weil ja seit langer Zeit nichts mehr zwischen uns lief. Kannst du deinen Fiffi mal an die Leine legen und ihm sagen, er soll mich gefälligst nie mehr anrufen? Der Kerl hat doch keine Ahnung was bei uns lief, er war schließlich nicht dabei!“
Mikes Worte hallten wie ein Sirenengesang in meinem Kopf wieder.
„…seit langer Zeit nichts mehr zwischen uns lief.“
Der Hörer rutschte mir aus der Hand. Mein Herz raste wie wild und meine Sicht verschwamm vor meinen Augen.
Hatte ich mir diesen positiven Schwangerschaftstest etwa nur eingebildet?
„Hey, Kris“, rief Michael in den Hörer.
Nikki nahm das Handy hoch und legte ohne ein weiteres Wort auf.
„Was ist los, Kris?“, fragte Ashley und streichelte über meine Wange. „Was hat Michael gesagt?“
„Ich weiß gar nicht mehr wo ich stehe“, flüsterte ich. „Was ist hier los? Was passiert mit mir?“

© 2010 by Blutmädchen


Zum 20. Kapitel

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