Breaking Dawn Come True - 15. Kapitel

Breaking Dawn Come True
15. Kapitel: Jetzt schlägt's dreizehn!

Robs POV

Dreistigkeit war dreist. Noch dreister jedoch war es sich darüber zu freuen, dass man dreist war.
In diesem Augenblick war ich der glücklichste Mann auf der Welt.
Und das obwohl, A, der Ex meiner neuen Freundin aufgetaucht war und ich ihn statt mit einem Faustschlag mit Worten begrüßen musste, die ruhig noch etwas deftiger hätten ausfallen können und B, dass ich bald meinen Wetteinsatz bekommen würde, da heute endlich die Dreharbeiten zu Breaking Dawn Teil Eins beginnen würden und auch direkt heute zwei Kussszenen gedreht werden mussten.
Als Chris uns die überarbeitete Version unseres offiziellen Skripts in die Hand gedrückt hatte, mit den Änderungen wegen des Stromausfalls, hatte ich die zehn Seiten schnell durchgeblättert und laut aufgelacht, als ich sage und schreibe zwei Stellen entdeckte, in denen Kristen sich bewähren musste. Da sollte noch mal einer sagen Bella und Edward wären enthaltsam...
Morgen würden es sogar fünf Stellen sein und wenn ich mehr Glück als Verstand hatte, dann würden Kristens Klamotten spätestens morgen Abend auf den Boden unseres Hotelzimmers fliegen. So ein Kuss war ja auch nicht schon nach der ersten Klappe fertig. Es würde zig Versuche geben, dass wusste ich nicht nur aus Erfahrung, sondern weil ich wusste, wie sehr ich mich zusammenreißen müsste. Es würde mir verdammt schwer fallen ernst zu bleiben und mich in Edwards Rolle reinzudenken.
Ich sah das ganze jetzt schon vor mir. Ich mit einem Dauergrinsen, Kristen mit in den Hüften gestemmten Händen und einem wütenden Funkeln in den Augen, aber leicht angespannten Mundwinkel, damit der Lacher sich nicht durch ihre zwanghaft zugepressten Lippen entlud.
Das würde ein Spaß werden...
„Warum grinst du die ganze Zeit vor dich hin?“, hörte ich Ashleys zarte Stimme fragen. Kristen neben mir stöhnte auf und biss sich auf die Lippen – garantiert um den hämischen und besonders verräterischen Kommentar, der ihr schon auf der Zunge lag, runterzuschlucken. Breit lächelnd knuffte ich ihr in die Seite.
„Ey“, empörte sie sich. „Mensch, Robert, lass das“, fauchte sie und als sie mich anschaute sah ich, dass das wütende Funkeln was ich mir für die Kussszene ausgemalt hatte, jetzt schon in ihren Augen brodelte. Und wie es brodelte. Den Grund erkannte ich ziemlich schnell, als ich auf Kristens Hand blickte, die das Skript zwischen den Fingern zerdrückten als hätte es ihr ein persönliches Unrecht zugefügt. Was garantiert auch so war, wie ich still dachte.
„Euer stiller Austausch ist mir echt manchmal unheimlich“, grinste Ashley und verdrehte die Augen als sie zu Jackson rüberging.
Als sie außer Hörweite war, fragte ich: „Gefallen dir deine Chance nicht? Sei doch froh, dass du gleich zwei davon hast. Andere würden sich wünschen vor mir strippen zu dürfen.“ Ich lachte auf. Was für ein dreister Kerl ich heute war...
Kristen schnaubte, schlug mir mit ihrem zusammen gedrehten Skript auf den Kopf und rauschte in Richtung Toilettenabteilung.
„Das muss zur Abwechslung bestimmt mal ein gutes Gefühl sein, wenn ein Mädchen vor einem weg- statt hinterherläuft.“ Die kratzige Stimme konnte nur zu einem gehören. Ich kannte sie nicht auswendig, aber das Zucken in meiner Handfläche und das Ballen meiner Faust war Erklärung genug. Mein Körper wollte sich das zurückholen, was ihm verwehrt worden war.
„Halt die Klappe, Angarano“, zischte ich.
„Hey, schlechten Sex gehabt? Also bei mir war sie immer gut. Vielleicht liegt’s ja an dir.“ Ich drehte mich mit einem Ruck zu ihm um. „Hey Kris“, sagte er und winkte jemanden hinter meinem Rücken. Ich drehte meinen Kopf ein wenig und da passierte es.
Knochen trafen auf Knochen und ich verlor den Boden unter den Füßen. „Das war dafür, dass du dir meine Freundin gekrallt hast.“
Ich betastete die Stelle, an der seine Faust mich getroffen hatte und besah mir meine Finger. Ich blutete zum Glück nicht, aber eine leichte Verfärbung würde es trotzdem bekommen. Na toll...
Aber ich lachte. „Du bist so ein Vollidiot“, sagte ich und stand vom Boden auf. „Kein Wunder, dass Kristen dich eingetauscht hat. Dabei hat sie nie ein schlechtes Wort über dich verloren.“
Michael sah mich wütend an, drehte mir dann den Rücken zu und marschierte davon, die Händen in den Hosentaschen zur Faust geballt.
Kellan tauchte neben mir auf. „Alles klar bei dir?“
„Ja, ja“, antwortete ich schnell. „Alles in Ordnung.“
Kellan schaute Michael hinterher. „Ich versteh das nicht. Bist du jetzt doch mit Kristen zusammen oder was labert der da für einen Müll?“
Scheiße. Kellan hatte gehört, was Michael gesagt hatte. Und bestimmt noch ein paar mehr. Flüchtig sah ich mich um und bemerkte, dass Nikki betont wegschaute. Sie wusste davon, hatte aber nichts gesagt.
Wenn ich jetzt lügen würde, hätte also nicht nur Kristen ihre Schwierigkeiten mit ihrer Beichte. Ich wusste zwar, dass Nikki nach wie vor verschwiegen bleiben würde, aber ich wollte es ihr nicht länger zumuten. Ich war es ihr irgendwie einfach noch schuldig, dass sie nicht weiter für mich lügen musste.
„Ja“, sagte ich leise zu Kellan, die anderen hörten es nicht, dafür sprach ich zu leise. „Aber schrei es jetzt nicht laut heraus. Kristen soll die Möglichkeit bekommen es selbst zu sagen wenn sie bereit dazu ist.“
„Warum tust du es nicht?“, fragte er.
„Weil ich unsere kleine Wette nicht verlieren werde und das unser Wetteinsatz ist“, grinste ich.
Kellan lachte. „Ach so, okay, dann bin ich ja mal gespannt.“
Ich grinste in mich hinein. Gespannt war ich auch – auf Kristens Stripptees.

Eine halbe Stunde später kam Kristen endlich aus ihrem Toilettenhäuschen gekrochen und ignorierte mich gekonnt. Erst als ich meine Hand um ihre Taille legte und sie kurz an mich zog, zuckte sie zusammen und sah mich an.
Ihr schien schon eine fiese Erwiderung auf der Zunge zu liegen, als sie ihre Hand auf meinen Kiefer legte. Ich zuckte zurück.
„Was hast du denn gemacht?“, fragte sie geschockt.
Ich entschied mich für die Wahrheit. „Dein Ex sorgt für einige Turbulenzen.“
„Bitte was?“, keuchte sie auf. „Das kann nicht sein. Michael würde nie – “
Jetzt war es an mir aufzukeuchen. „Soll ich etwa deiner Meinung nach Bekanntschaft mit einer Tür gemacht haben, oder was denkst du?“
Kristen hob abwehrend die Hände. „Nein“, sagte sie sofort. „Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass Mike – “
„Mike?“, unterbrach ich sie scharf.
„Ach Robert bitte“, flehte sie. „Jetzt hör auf mit diesen Eifersüchteleien.“
Ich starrte sie nur überrascht an. „Ich und Eifersucht? Er hat mir doch eins auf die Zwölf gegeben.“
„Die Zwölf ist mittig oben, nicht links unten“, erwiderte sie und ihr Stimmte triefte vor Sarkasmus.
Langsam wurde mir das echt zu blöd. Sie verteidigte ihn nicht, ließ mich aber trotzdem dastehen wie den letzten Deppen.
„Okay“, sagte ich gereizt. „Ich will mich nicht mit dir streiten. Besser ist, wenn ich mir jetzt einen Kühlakku besorge und dir einen Kaffee.“
„Wenn du auch einen mittrinkst.“
„Ich muss noch was erledigen“, antwortete ich ausweichend. Ich sah mich schnell um, keiner schaute, und gab ihr einen Kuss auf den Mund. Sie versuchte den Kuss etwas in die Länge zu ziehen, doch ich entzog mich ihr grinsend.
„Das wird noch ein spannender Drehtag“, zog ich sie auf.
Kristen ließ nicht locker. „Ich muss mich vorher genügend an dir satt küssen, damit ich beim Drehen nicht über dich herfalle.“ Sie zwinkerte mir zu.
Vergessen war die winzige Auseinandersetzung, die mir doch etwas ausgemacht hatte, denn wenn Kristen ihn in Schutz nahm war das kein schönes Gefühl. Sie hatte zwar nicht gehört was er zu mir gesagt hatte und zum Glück hatte sie auch nichts davon mitbekommen, wie er mich körperlich attackiert hatte, aber ich wollte es ihr auch nicht sagen, nur damit ich vielleicht bei ihr in einem besseren Licht stehen würde. Ich hatte nichts davon und wenn es nach mir ginge würde ich schnell vergessen, dass Michael hier aufgetaucht war.
Und ich hatte Kristen doch an meiner Seite – wofür sollte ich mich also unbeliebt machen? Michael machte auf mich auch nicht den Eindruck, dass er um seine Ex-Freundin kämpfen wollte – ihm ging es einfach nur darum seinen Frust loszuwerden, da war ich mir sicher.
Kristen stupste mich an. „Wolltest du mir nicht einen Kaffee besorgen?“
Ich lachte. „Schon unterwegs.“
Schnellen Schrittes ging ich zu unserem Verpflegungsposten und lief prompt Jeanne in die Arme. Ich wünschte ich könnte ihr für den Rest des Tages aus dem Weg gehen, aber bei einer Maskenbildner, die zum Inventar gehörte war das ein etwas schwieriges Unterfangen.
Ich wollte nicht daran denken, dass sie Michael erst hierher gebracht hatte…
„Rob“, sagte sie freundlich. „Du trägst immer noch das Autogramm. Das sollten wir mal langsam ändern, oder meinst du nicht?“ Sie zwinkerte.
Shit, dachte ich. Das müsste mittlerweile jeder gesehen haben. Warum hatte mich dann keiner darauf angesprochen? Oh man, ich Idiot!
„Gerne“, seufzte ich. „Am besten hier und jetzt. Hast du das Zeug dabei?“
„Klar.“ Jeanne nickte und deutete dann auf einen Hocker. „Schwing dein hübsches Popöchen hierher.“
Ich nickte gehorsam und ließ mich auf den Hocker gleiten, während Jeanne etwas aus einer roten Flasche auf einen Lappen verteilte.
Sie schmierte mir das Zeug auf die Haut und es brannte, aber es war auszuhalten. Ich wusste gar nicht wo Kristens Problem war.
„Es tut mir leid, dass ich dich und Kristen in diese unangenehme Situation gebracht habe“, sagte Jeanne und die Entschuldigung klang in jedem Wort mit.
„Schon okay“, sagte ich schnell um uns beiden diese Peinlichkeit zu ersparen. Ich wollte nicht über Kristen und mich reden und schon gar nicht über diesen Angarano. „Wie Kristen schon sagte, du wusstest es ja nicht, also kann man dir auch keinen Vorwurf machen.“
Jeanne seufzte. „Ich habe ihn gebeten mich vorher anzurufen, wenn er noch mal hierher kommen möchte.“
Im Stillen hoffte ich, dass das niemals mehr der Fall sein würde, sagte aber nichts.
„Michael hasst dich nicht, Rob“, sagte sie schließlich zögernd. „Er brauch einfach noch die Zeit sich an die Trennung zu gewöhnen.“ Ich nickte, schwieg aber. Jeanne schien mein Schweigen richtig zu deuten – nämlich, dass ich keine Lust hatte über Kristens Ex zu reden – und verschwand mit einem kurzen Kopfnicken.
Ich schloss die Augen und rieb mit dem Handrücken über meine Stirn. Gut fühlen fühlte sich anders an…
Die Tür ging erneut auf und Kristen kam herein. Sie sah mich schmunzelnd an.
„Musst du Kräfte sammeln, damit du heute standhaft bleibst?“
Ich stand auf und ging auf sie zu. „Nein. Jeanne hat mich von deiner Kritzelei befreit.“
„Kunst.“
„Kritzelei.“
„Kunst“, sagte sie nachdrücklicher.
„Du hast Recht, ich hab meine Ruhe.“
„Schuft.“
„Aber ein liebenswürdiger Schuft.“
„Okay“, grinste sie. „Aber ich gewinne unsere Wette.“ Sie zwinkerte. In dem Moment kam Jeanne wieder zurück. In den Händen hielt sie ihren Wunderkoffer, wie er unter uns Schauspielern gerne genannt wurde. In ihrem Blick lag eine leichte Hast und sie war angespannter.
„Sucht euch einen gemütlichen Stuhl. Ihr seit fällig.“
Kristen stöhnte. „Aber ich bin zuerst dran.“
„Vordränglerin“, zischte ich grinsend.
„Gut“, sagte Jeanne und suchte sich ihr Arbeitsmaterial zusammen.
Während Kristen geschminkt und frisiert wurde befasste ich mich mit meinem Text und ging alles noch einmal durch. Heute würde die Zeit zu knapp werden, hoffentlich klappte auch alles, damit Chris nicht noch weiter genervt sein würde, sonst würde das traditionelle gemeinsame Essen ein totales Desaster werden. Meist wurde über die Pannen gelästert, aber das Gemecker von Chris wollte sich bestimmt keiner antun.
Nach einer halben Stunde war Kristen endlich fertig und Jeanne kam mit ihrem Make Up Schwämmchen auf mich zugesteuert. Ich ließ die Tortur wie immer ganz ruhig über mich ergehen, auch wenn mich Kristens amüsierte Blicke etwas ablenkten und nervös machten. Sie schien rechtzeitig wieder Selbstvertrauen geschöpft zu haben. Gar nicht gut… Ich konnte nicht zurücklächeln und war Jeanne dankbar, dass sie mir gerade die Lippen pinselte und mir somit das Sprechen offiziell verboten hatte.
„Wir sehen uns dann bei deiner Niederlage, Rob“, grinste Kristen und warf mir eine Kusshand zu ehe sie aus dem Zimmer ging.
„Niederlage?“, fragte Jeanne überrascht.
Ich warf ihr einen vielsagenden Blick zu und sie grinste. „Okay, was auch immer es ist, ich wünsche dir viel Glück.“
Na warte, knurrte ich ihr in Gedanken hinterher. Heute würde ich mein ganzes Repertoire an Verführungskünsten aus der Zauberkiste holen und ob sie mir dann noch widerstehen konnte? Ich glaubte es nicht. Und hoffte, dass sie mich ausnahmsweise einmal nicht überraschte.
Und wegrennen konnte sie auch nicht.
Langsam erhob ich mich, streckte mich ein letztes Mal und ging mit einem leichten Lächeln auf den Lippen wieder zurück ans Set.

Das Set war, als ich zurückkam, auch endlich als ein solches zu erkennen. Die komplette Kulisse stand. Bellas roter Chevy stand mitten vor einem Greenscreen und die Türen standen offen.
Das war die erste Szene: Bella und Edward kommen bei Bella zu Hause an und diskutieren darüber, wie sie Charlie schonend von der Verlobung erzählen sollen. Und dann käme die erste Kussszene.
Doch, Stop, da war ja eine Planänderung. Erst würde Kristen alleine drehen, mit ihrem Handy im Auto. Das Telefonat mit Seth Clearwater. Das war unfair, so hatte Kristen ein paar Minuten Vorteil sich wieder in ihre Rolle einzubringen.
Alle begaben sich auf Position und ich gesellte mich zu Billy und Peter. „Endlich wird es wieder ernst“, sagte Peter grinsend. „Kristen muss aber auch immer mit dem ersten Take anfangen.“
„Ja, sie hat immer die Nase vorn“, bestätigte ich und sah Kristen bei ihrer Vorbereitung zu.
Für mich selbst war es immer von Vorteil gewesen, wenn sie bereits eingespielt war, denn ihre Ruhe ging automatisch auf mich über und das machte es für uns beide leichter.

Es brauchte vierzehn Anläufe, bis die erste Szene endlich im Kasten war. Eine Eins und eine Vier. In Zahlen: 14! Kristen war unkonzentriert, verhaspelte sich immer wieder, sagte sogar einmal Edward statt Seth, was mich ziemlich zum Grinsen brachte. Sie schien sich jetzt schon auf Edward konzentrieren zu wollen, damit die Küsse für sie leichter werden würden.
Mit einem langen Gesicht und übler Laune ließ sie sich auf den Stuhl neben mir fallen, warf den Kopf zurück und knackte mit den Fingerknöcheln.
„Was ein Horrortag.“
Ich lachte. „Wie schön, dass dieser Tag wenigstens für einen von uns gut enden wird.“
Kristen sah mich nicht an als sie erschöpft fragte: „Warum?“
„Weil du mir heute Abend deinen Körper in vollem Umfang präsentieren darfst.“
Kristen schüttelte den Kopf. „Du spinnst. Aber ich freue mich darauf, dich heute Abend eine fröhliche Rede halten zu sehen.“
„Okay, lass uns das beenden und warten ab.“
Sie nickte.
„Alle auf Position für Szene Zwei“, klang es aus einem Megaphon und wir erhoben uns.
Kristen sah mich prüfend an als sie sich auf den Fahrersitz setzte. Schnell schlüpfte ich auf den Beifahrersitz.
Chris war immer noch in einer merkwürdigen Laune und rauschte durch die Gegend wie ein Affe auf Ecstasy und rief jedem Kameramann etwas in Hochgeschwindigkeitstempo zu, die sich nur gegenseitig fragend anschauten.
„Kamera. Ton. Action.“
Ich konzentrierte mich, zupfte ein letztes Mal an meinem Ärmel und schaute dann zu Kristen rüber, die gerade tat als würde sie den Motor abstellen.
„Wovor hast du Angst, Bella?“
„Dass Charlie ausrastet. Und das letzte was ich will, ist dich im Krankenhaus aufsuchen zu müssen.“
„Ich bin ein Vampir. Ich bin kugelsicher.“
Sie verdrehte die Augen und stieg aus, ich tat es ihr nach und schlug die Tür sanft zu. Sie trat vor mich und sah auf meine Schuhe. Ich lächelte – hoffentlich war der Kamerahauptpunkt gerade nicht auf mich gerichtet – und hob ihr Kinn mit meinem Finger ein wenig an. Ihre braunen Augen, die der Schönheit ihrer Grünen nicht mal im Ansatz nahe kamen, fixierten mich scheu. Sie war ganz Bella. Ich lachte laut los.
„Cut“, rief Chris und ich drehte mich weg, ehe ich mir von Kristen eine Ohrfeige einhandelte. Zugetraut hätte ich es ihr, denn sie wusste bestimmt warum ich gelacht hatte.
„Mistkerl“, hörte ich sie leicht verärgert grummeln und grinste in mich hinein. Das würde noch ein interessanter Drehtag werden.
Fünf Takes später war die Szene immer noch nicht im Kasten. Entweder verhaspelte ich mich, oder Kristen prustete grundlos los. Chris wirkte etwas verärgert und ich bildete mir ein das Wort „Kindergarten“ gehört zu haben. Meine Verführungsversuche konnte ich bisher noch nicht anbringen und ich entschied mich spontan es am besten ganz zu lassen. Wenn dann wollte ich fair gewinnen.
„Wir machen eine Pause“, rief er in die Runde und alle seufzten im ersten Moment auf. Es war eine Einstimmigkeit, die einen zum schmunzeln anregte, aber alle verstummten als Chris’ böser Blick jeden einzelnen durchdrang.
„Rob“, zischte Kristen und zerrte mich ein wenig von den anderen weg, aber sie bekam nicht die Chance verbal auf mich einzuhacken, da Jeanne direkt zu uns kam und unser Make Up kontrollierte.
Als sie wieder davon wuselte, rief Chris auch schon wieder alle an die Arbeit. Wir verdrehten im Chor die Augen und grinsten über unseren einstimmigen Gedanken.
Alle waren auf ihrer Position und ich wiederholte meinen Text erneut. Und endlich klappte es. Die erste Berührungshürde war überwunden und meine Hände umschlossen Kristens Gesicht. Ich zog sie näher an mich heran und näherte meine Lippen ihren. Doch ich tat nichts weiter, ließ sie kommen, denn hier ging es um unsere Wette, die ich gewinnen wollte.
„Aus“, rief Chris dazwischen. „Seit ihr etwa zu Eis erstarrt?“
„Oh, oh“, flüsterte Kristen mir zu. „Jetzt wird er richtig sauer. Wir sollten mal zusehen, dass wir das hinter uns bringen.“
„Dann solltest du auch mal den ersten Schritt machen“, stichelte ich sie an.
„Du machst den ersten Schritt“, sagte sie etwas lauter.
Ich blickte zu Chris, der wie ein wütender Stier aussah und sich durchs Haar fuhr. „Kommpromis“, schlug ich vor. „Wir verschieben das auf Morgen. Nicht das Chris uns noch an den Hals geht.“
Kristen überlegte kurz. „Einverstanden.“
Und plötzlich küsste sich mich mitten auf den Mund. Als ich sie verwirrt anblickte lachte sie. „Ich wollte nur mal eben gucken ob ich es noch drauf habe.“
Das Team kicherte, während ich mich noch von dem kleinen Überfall erholte.
Das würde Rache geben…

© 2010 by Blutmädchen


Zum 16. Kapitel

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Tascha