Breaking Dawn Come True - 13. Kapitel

Breaking Dawn Come True
13. Kapitel: Und doch ein hin und her...

Kristens POV

Oh mein Gott. Das war peinlich. Der schrecklichste Tag in meinem Leben! Warum musste ich auch damit anfangen und mit Edding auf Robs Hals schreiben? Ich hätte doch wissen müssen, dass er sich dafür rächen würde.
An seinem Grinsen konnte ich erkennen, wie viel Freude er an meinem Gesichtsausdruck hatte. Doch im Gegensatz zu ihm hatte man mich schon einmal mit Edding beschmiert und ich wusste wie schwer so etwas zu entfernen war. Mein Hals tat mir jetzt schon weh.
„Entspann dich, Kris“, murmelte Rob mir zu und ich verdrehte meine Augen. Wie konnte er jetzt nur so guter Laune sein? „Du wolltest doch, dass jeder weiß zu wem ich gehöre. Jetzt bekommst du einen Vorgeschmack darauf und du bist nicht zufrieden. Kann man dich überhaupt zufrieden stellen?“
„Ja“, fauchte ich fast schon zurück. „Aber nicht so. Dir scheint das ja gar nicht peinlich zu sein.“ Rob blieb plötzlich stehen, nahm meine Hand und zog mich ganz eng an sich. Erschrocken sprang ich zurück. Wir waren in der Öffentlichkeit! Irgendein hirnloser Niemand – auch Paparazzi genannt – könnte uns sehen und das Blitzlichtgewitter auf uns eröffnen. „Spinnst du?“, fauchte ich. Doch Robs Grinsen wurde immer breiter und zog mich immer mehr in seinen Bann. „Mistkerl“, kicherte ich schließlich.
„Gewöhn dich dran“, hauchte er in mein Ohr. „Wenn du meine Freundin sein willst, adoptierst du gleichzeitig einen ganzen Schar Paparazzi dazu. Sag nicht, dass ich dich nicht gewarnt hätte.“ Er sah mich an, die Augenbrauen hochgezogen.
„Okay, okay“, gab ich mich schließlich geschlagen. „Und trotzdem dachte ich wir würden denen nicht direkt vor der Linse rumtanzen. Dann hätten wir deinen Klatschblattartikel ja auch behalten können.“
„Ich kann Bobby gerne anrufen und ihn bitten – “
„Oh nein“, unterbrach ich Rob schnell.
Ein lautes „Hey“ hinter uns ließ Rob und mich völlig zusammenschrecken. Lieber Himmel, als hätte man uns bei was verbotenem erwischt. Rob lachte laut auf und grinste mich spitzbübisch an. Sein Blick sprach Bände.
Doch es war nur Chris, der auf uns zugerannt kam.
„Schön, dass ihr eure Hintern auch mal langsam runtergesellt.“ Er schäumte vor Wut. „Heute geht alles schief – warum musstest ihr euch auch noch einreihen?“
Rob sah mich etwas erstaunt an. „Was läuft denn schief?“, fragte er Chris.
Chris schnaubte wütend. „Uns geht der halbe Drehtag verloren, weil so ein paar Idioten die ganze Stromzufuhr gekappt haben.“
„Was?“, fragten Rob und ich wie im Chor.
„Ja“, sagte Chris. „Wenn ich den, der dafür verantwortlich ist in die Finger kriege, dem gnade Gott. Unsere Zeit ist sowieso schon sehr knapp. Deshalb sollten wir auch keine weitere mehr verschwenden. Ab mit euch in die Maske.“
Plötzlich runzelte Chris die Stirn. Ich hatte meine Haare gerade zu einem Pferdeschwanz zusammen gebunden und erst als ich Robs aufgerissene Augen sah, die mir unmissverständlich meinen Fehler ins Gesicht spuckten, sagte Chris auch schon: „Na hoffentlich hat es wenigstens Spaß gemacht.“ Dann trabte er mit schweren Füßen davon.
Ich rieb über die Stelle, an der Robs Knutschfleck verräterisch schimmerte und fluchte unterdrückt. „Hoffentlich hast du recht und Jeanne hat etwas da, womit wir das wieder abbekommen. Ich will nicht auch noch meinen Teil dazu beisteuern, dass Chris sauer ist.“
Rob sah mich lange und mit einem fast begierigen Lächeln an. Er verflocht unsere Hände ineinander und sagte: „An so einem wunderschönen Tag sollten wir uns nicht von der ganzen Problematik um uns herum runterziehen lassen.“
Ich strahlte ihn an. „Was ist denn so wunderschön?“, fragte ich.
Er tat so als müsste er einen Augenblick darüber nachdenken. „Hm“, machte er endlich. „Du hast mich. Ist das kein Grund zum Feiern?“
„Und wen hast du?“, verlangte ich gespielt schmollend zu wissen.
„Du hast mich. Das reicht für uns beide“, wich er mir lachend aus. Ich knuffte ihm unbarmherzig in die Seite.
Ich war wirklich der glücklichste Mensch des Tages. Nicht nur, weil Chris den Platz des schlechtgelauntesten Menschen für sich selbst beanspruchte und mir nichts anderes mehr übrig blieb als den Gegenpart zu übernehmen, sondern weil ich mir der Ernsthaftigkeit zwischen Rob und mir sehr bewusst war. Es gab kein Hin und her mehr. Endlich! Und ich hatte solche Angst gehabt, ich Angsthase!
„Sollen wir oder will sich der Angsthase lieber wieder ins Bett zurückziehen?“, hörte ich Robs Stimme fragen.
Ich prustete los, weil wir – wenn auch wegen verschiedener Themen – den selben Gedanken teilten.
„Nein“, sagte ich. „Der Angsthase ist bereit. Lass uns gehen.“

„Himmel, Kind, was hast du dir eigentlich dabei gedacht?“ Die Visagistin Jeanne Van Phue besah sich die Stelle und schaute mich dann mit hochgezogenen Brauen an. „Den Knutschfleck kann man ja noch abdecken, aber Edding? Sag mir, schlaues Kind, wie soll ich das machen?“ Jeanne schaute zu Rob, dessen Kunstwerk sie noch nicht erblickt hatte, was mich dann doch etwas wunderte, aber ich sagte nichts. Noch hatte Jeanne nicht eins und eins zusammenaddiert und ich hoffte inständig, sie würde, wenn sie es doch sah, sagen die Lösung wäre eins, denn erst dann könnte ich mich bedächtig und entspannt zurück lehnen und bräuchte mir nicht mehr das Hirn zu zermatern, ob ich jetzt schon zu Rob stehen, oder es als kleinen Gag unter Freunden abtun sollte.
„Kristen meinte sie hätte schon Erfahrung damit“, sagte Rob hinter mir. „Sie sollte eigentlich wissen, wie man so etwas entfernt.“
Jeanne schüttelte den Kopf. „Man kann es mit Spiritus machen, aber die Haut ist danach gerötet und empfindlich.“
„Ich weiß“, stöhnte ich und erinnerte mich an den schmerzvollen Moment. „Aber wenn es nicht anders geht“, murmelte ich kleinlaut. „Tu, was auch immer du tun musst, Jeanne“, sagte ich tapfer und biss mir jetzt schon auf die Lippe.
Jeanne seufzte. „Okay, dann machen wir das eben so. In der Zeit, wo ich Rob schminke, kann sich deine Haut etwas erholen und dann kann ich den Knutschfleck überschminken. Wie kommst du eigentlich daran? Ist Michael schon hier?“ Jeanne lächelte. Mir rutschte das Herz in die Hose. Natürlich wusste noch keiner, dass ich nicht mehr mit Michael zusammen war, aber war jetzt der richtige Zeitpunkt um Jeanne zu schockieren? Sie mochte Michael aus irgend einem Grund. Bei den Twilight-Dreharbeiten war Michael oft dabei gewesen, wenn ich in die Maske musste und hatte mit Jeanne Witze gemacht.
Rob hinter mir erinnerte sich offensichtlich auch, denn ich hörte ihn mit den Zähnen knirschen.
„Ich bin nicht mehr mit ihm zusammen“, gestand ich schließlich. Ich wollte Jeanne nicht anlügen.
Sie sah mich mit geweiteten Augen an. „Das tut mir leid, mein Kind. Was ist denn passiert?“
Ich habe mich in einen anderen Mann verliebt, wollte ich gerade sagen, als Jeannes Blick zu Rob ging und ihn eindringlich musterte. Und, unglaublicher Weise, wurden ihre Augen noch größer. Sie ging um mich rum, trat auf Rob zu und drehte sein Kinn zur Seite um einen besseren Blick auf seinen Hals zu bekommen.
„Du hast ja auch einen Knutschfleck und was ist das?“ Sie strich über meine Unterschrift. „Das ist doch dein Kürzel, oder Kristen?“ Unglaublich, dachte ich einen kurzen Moment. Den Knutschfleck nahm sie eher war, als das schwarze Gekritzel? Wahrscheinlich wollte sie mir eine längere Nachdenkzeit geben, damit ich mir im Klaren werden konnte ob ich sie anlog oder bei der Wahrheit blieb. Sie drehte sich langsam zu mir um und ihr Blick wechselte zwischen Rob und mir hin und her. Rob sah mich fast schon fordernd an und in dem Moment hasste ich es, dass er mir die alleinige Entscheidung auferlegte. Was eine Qual.
Als ich die Trennung von Michael gestand, hatte ich gar keine Ausrede für den Knutschfleck mehr. Jetzt bekam Robs Zähneknirschen noch eine andere Bedeutung. Ich Vollidiot!
„Wir haben ein bisschen rumgealbert. Kristen meinte sie könnte fester zubeißen als Edward.“ Robs Stimme klang ruhig, völlig unbeeindruckt, als wenn er das, was er gesagt hatte, wirklich glaubte. Ich warf ihm einen dankbaren Blick zu. Er sah mich mit einer Spur Resignation und Traurigkeit an. Ich formte meinen Mund zu einem Kuss, aber Rob sah schnell weg.
Toll, jetzt hatte ich ihn auch noch gekränkt!
Ich sollte mich besser langsam mal entscheiden was ich wollte. Der Moment mit Rob alleine, hatte mir eine klare Vorstellung gegeben, aber mit all den Menschen um mich herum, denen wir so oft klar machen mussten, dass die Gerüchte nicht der Wahrheit entsprachen, war mein Mut schnell verpufft. Keiner würde uns verurteilen und doch hatte ich große Angst – wie mir jetzt erst klar wurde – dass man uns kein Wort glauben würde.
Zumindest sollte es nicht einfach so gesagt werden. Ich wollte den perfekten Moment abwarten.
Wahrscheinlich würde man die Veränderung zwischen Rob und mir aber schneller merken als mir lieb war. Mist, ich brauchte dringend mein Manuskript um zu gucken, wann die erste Kussszene war. Ich brauchte Vorbereitung um mich für den Kuss zu wappnen. Ich brauchte Training, damit ich in Rob Edward sah und nicht den Mann, den ich liebte. Wie peinlich wäre das, wenn wir in unserer Küsserei die „Cut, Cut Rufe“ nicht hören würden? Gar nicht auszudenken. [AN: Wenn Ihr Euch an den OneShot erinnert, dann sollte man doch meinen, dass Küssen harmlos ist, oder? ^^]
Jeanne riss mich wieder aus meinen Gedanken. Sie lachte laut auf und erschreckte mich fast zu Tode. „Ihr seit echt ein herrliches Pärchen“, kicherte sie. „Manchmal verstehe ich echt nicht, warum ihr nicht wirklich zusammen seit.“
Jetzt lachte Rob auf. Hart. Es klang in meinen Ohren nach einem verdammt schlechten Zeichen und mein Herz flatterte. „Vermutlich weil wir beide zu feige sind um es uns einzugestehen.“
Ich spürte, dass er stur meinem Blick auswich. Welch Ironie in diesem Gespräch lag... Abscheulich! Zum heulen...
Ich versuchte Rob auf mich aufmerksam zu machen, doch der Fußboden schien interessanter zu sein.
Jeanne räusperte sich. „Nun gut. Lassen wir das. Sehen wir zu, dass ihr eure Bemalungen loswerdet. Ich bin gleich zurück.“ Dann verschwand sie um Spiritus zu besorgen.
Ich nutzte die Chance. „Rob, bitte sieh mich an“, bat ich und nur langsam schaute er auf. Er sah mir nicht direkt in die Augen, nur an mir vorbei.
„Wie stellst du dir das vor, Kristen?“, fragte er.
„Lass mir bitte ein wenig Zeit um das selbst erst einmal zu verstehen“, flehte ich. „Dann können wir uns den anderen stellen.“ Endlich sah er mich an. Ich stand auf und ging auf ihn zu. Meine Finger glitten über seine Wange. „Ich liebe dich“, flüsterte ich. „Und das ist keine Kleinigkeit. Es ist eine großartige Nachricht, die ich auch genau so mitteilen möchte. Nicht hier am Set, wo Bella und Edward Oberwasser haben.“
Rob sah mich feixend an. „Aber Bella und Edward haben uns doch erst zusammen gebracht.“
Ich ließ mich auf seinen Schoß gleiten und er schlang die Arme um mich.
„Die beiden werden immer etwas besonderes sein, aber soll ich dir was sagen?“
„Was denn?“
Ich küsste ihn sanft. „Dich würde ich tausendfach lieber nehmen als Edward!“
Rob erwiderte meinen Kuss.
Dann ertönte hinter uns lautes Gelächter...

© 2010 by Blutmädchen


Zum 14. Kapitel

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