Breaking Dawn Come True - 11. Kapitel

Breaking Dawn Come True
11. Kapitel: Pianoklänge und Nudeln mit Lachs

Robs POV

Ich fühlte mich nie zuvor so bereit einen Menschen von mir zu überzeugen. Etliche Castings, mehrere Rollen, aber niemals hätte ich das, was ich nun vorhatte, lernen oder einstudieren können. Kristen würde heute den wahren englischen Gentlemen erleben – mit Haut und Haaren!
Es war alles mit dem Hotelkoch abgesprochen: Um punkt 19 Uhr sollte das kleine Liebesmenu serviert werden, bestehend aus Bandnudeln mit Lachs und Mousse au Chocolate als Dessert.
Es fehlte nur noch Kristen zum Glück. Und was das anging hatte ich Nikki auf meiner Seite. Diese Frau verdiente meinen großen Respekt! Kurz nachdem sie aus meinem Zimmer gestürmt war, hatte ich sie erneut aufgesucht – auch wenn ich wusste, dass es nicht unbedingt die feine englische Art war – um sie um ihre Hilfe zu bitten. Nikki sollte Kristen in die Suite, die ich extra dafür angemietet hatte, locken und ich würde sie mit einem Stück auf dem Klavier empfangen.
Die Vorbereitungen waren mir schneller und leichter von der Hand gegangen, als ich gedacht hatte – Nikki hatte definitiv ihren Anteil daran.
Geduld war jedoch nicht meine Stärke. Eine kleine Sache fehlte noch. Mein bester Freund Bob, dessen Cousin bei einem kleinen Boulevardblatt arbeitete, hatte mir versprochen um 16: 30 Uhr da zu sein. Mit dem frischen Sonderdruck, um den ich ihn gebeten hatte.
Ich ging in die Hotellobby und sah auch endlich Bob auf mich zukommen. „Hey, Rob“, begrüßte er mich lachend. „Alles klar vor dem großen Coming Out?“ Er zwinkerte.
Ich lächelte. „Wenn du es auch bist, mein Freund.“
„Aber sicher doch“, sagte Bob grinsend. „Ich komme gerade frisch aus der Druckerei. Hier.“ Er zog etwas aus seiner Tasche und reichte mir einen großen Umschlag. Darin war eine Klarsichtsfolie und der kleine Artikel, inklusive Foto brachte mich automatisch zum grinsen. „Zufrieden?“, fragte Bob.
„Perfekt“, antwortete ich und schaute auf das Foto, was Kristen mit ihrem Handy von uns beiden gemacht hatte.
„Und du bist dir ganz sicher, dass du diesen Schritt gehen willst?“, fragte Bob.
„Absolut“, erwiderte ich. „Ich war mir noch nie einer Sache so sicher wie jetzt.“
Bob kicherte. „Sag mir, was Kristen dazu gesagt hat, okay? Ich muss leider direkt wieder los.“
„Danke, Bob. Ich bin dir was schuldig.“
Bob tat es mit einem Kopfschütteln ab. „Ich helfe einem Freund doch gerne und das war nun wirklich keine große Sache.“
„Trotzdem danke.“ Ich umarmte ihn noch kurz.
Jetzt konnte die Zeit ruhig schneller umgehen. Zwei Stunden musste ich noch totschlagen…

Kristens POV

Shoppen war gut, da würde mir jede Frau zustimmen. Zum Frustabbau war Shoppen jedoch unersättlich. Hätte Ashley nicht gesagt, dass es spät genug war und die Läden gleich schließen würden, hätte ich garantiert die ganze Nacht weiter geshoppt. Einfach nur um auf andere Gedanken zu kommen und die hatte ich bekommen.
„Freut mich, dass du doch noch mitgekommen bist“, sagte Ashley und knuddelte mich. „Das tat dir gut, oder? Man hat richtig gemerkt, wie viel Spaß du hattest. Wir müssen deine neuen Klamotten direkt anprobieren.“
„Macht das“, stöhnte Kellan. „Jack und ich gönnen uns jetzt unser wohlverdientes Bier.“
Jackson küsste Ashley und verschwand dann mit Kellan richtung Bar.
„Ihr seit echt ein süßes Paar“, sagte ich und schaute Ashley an. Sie strahlte wie die Mutter Gottes persönlich.
„Ich bin sehr glücklich“, erwiderte Ash und hakte sich bei mir ein. „Und du und Rob?“, fragte sie urplötzlich. „Wann ist es denn endlich bei euch soweit?“
Ich starrte sie gebannt an. „Gar nicht und das wird auch nie.“ Das Bild, wie seine Hand auf Nikkis Schulter lag, schoss mir wie Gift durch den Kopf. „Er wird schon jemanden anderen finden, der ihn glücklich macht.“ Die Bitterkeit in meiner Stimme entging Ashley nicht.
„Aber du liebst ihn“, sagte sie sachlich. „Und er liebt dich.“
„Ja, ich und zig andere“, gab ich trocken zurück und wollte gerade die Treppe nehmen, als Ashleys Hand sich fest um meine schloss.
„Ich weiß nicht, wer von euch beiden sturer ist.“ Sie sah mich böse an. Ich versuchte ihren Blick standzuhalten, aber Ashleys kluge Augen sahen bis tief in meine Seele. Ich seufzte.
„Verdammt, Ash, du hast ja recht.“
„Aber?“
Ich überlegte wie ich es ausdrücken sollte. „Rob hat Angst, dass die Leute uns bestürmen, wenn wir es öffentlich machen. Und bevor das passiert, tut er lieber so, als würde es besser für uns beide sein, wenn wir uns dem Stress erst gar nicht aussetzen. Ich finde es ja lieb, dass er sich um mich sorgt, aber auch dazu habe ich ihm meine klare Meinung gesagt und ich bin mit meinem Latein am Ende. Er ist zu verbohrt um sich umstimmen zu lassen.“
Ashley drückte mich an sich. „Na komm, Kopf hoch, ich rede mal mit ihm.“
„Nein“, rief ich. „Nein, Ash, nein, das ist völlig sinnlos. Lass ihn, vielleicht erledigt das ja von ganz allein.“
Ich sah über ihre Schulter. Nikki kam die Treppe herunter und sah mich freundlich lächelnd an. Wie durchtrieben sie war… Sie schmiss sich an Rob ran und dann besaß sie die Frechheit mir so fies ins Gesicht zu grinsen. Eigentlich hatte ich keinen Grund sauer auf sie zu sein, aber die Eifersucht drohte mich zu zerfressen. Ashley bemerkte meinen Gesichtsaudruck und drehte sich um.
„Nikki“, sagte Ash in verhaltenem Tonfall. Sie war wohl noch beleidigt, weil Nikki sie heute versetzt hatte.
„Hallo, Ash“, sagte Nikki strahlend und küsste Ashley auf beide Wangen. „Hey Kris.“ Sie versuchte es auch mit einem Wangenbussi bei mir, aber ich reagierte nicht. Sie sah mich etwas überrascht an, lächelte aber immer noch. Kaum zu glauben, dass ich mir gerade ausmalte, wie die Augen meiner besten Freundin wohl auf dem Boden rollend aussehen würden. „Ich habe dich gesucht, Kris“, begann Nikki. „Du musst sofort hoch in die Luxussuite, Zimmernummer 544. Dieses kleine Mädchen möchte dich gerne sehen.“
„Isabella?“, fragte ich automatisch. Woher wusste Nikki denn von dem kleinen Mädchen?
„Genau“, antwortete Nikki etwas zögerlich. „Sie möchte dir etwas zeigen. Du sollst so schnell wie möglich hochkommen.“
Ich war skeptisch, sagte aber nichts. Katie und ihre kleine Tochter wohnten garantiert nicht in der Luxussuite. Dennoch wollte ich wissen, was Nikki wirklich im Schilde führte und machte mich auf den Weg in den fünften Stock.
„Wir sehen uns später beim Abendessen, Ash. Danach können wir ja immer noch unsere Modenschau veranstalten“, sagte ich noch, dann rannte ich die Stufen rauf. Ich hätte besser den Aufzug benutzen sollen, aber ich musste diese Wut in meinem Bauch loswerden.
Keuchend und nach Luft schnappend stand ich im fünften Stock und wartete, bis mein Herz wieder einen normalen Rhythmus gefunden hatte. Die Suite war direkt die erste und merkwürdigerweise stand die Tür einen Spalt weit offen. Sehr merkwürdig. Was sollte das? Langsam ging ich auf die Tür zu. „Hallo?“, rief ich durch den offenen Spalt. Keine Antwort. Ich stieß die Tür auf und setzte einen Fuß auf den roten Teppich. Leise Klaviertöne drangen an mein Ohr. Eine bekannte Melodie.
Mein Herz schlug schneller. War das nicht… Ja, das war Bella’s Lullaby…
Ich ging ins Zimmer und da sah ich ihn. Robert saß mit dem Rücken zu mir und spielte dieses wunderbare Stück. Wie in Trance ging ich auf ihn zu. Wie von selbst legte ich meine Hand auf seine Schulter. Er unterbrach sein Spiel nicht und ich schloss für einen Moment die Augen. Als die letzte Note im Raum nachklang öffnete ich die Augen und sah in Roberts strahlendes, wunderschönes Gesicht, dass an Herrlichkeit nicht mehr zu überbieten war.
„Bitte nicht aufhören“, flüsterte ich. „Bitte spiel weiter.“
Er nickte lächelnd und küsste meine Handinnenfläche. Als seine Hände wieder auf den Tasten zum Ruhen kamen, setzte ich mich neben ihn und lehnte meinen Kopf an seine Schulter.
Wie ich diese Erlebnisse vermisst hatte. Rob hatte mir öfter was vorgespielt und manchmal dazu gesungen. Ich konnte mich immer darin fallen lassen, alle meine Sorgen vergessen und mich verzaubern lassen.
„Für die schönste Frau der Welt“, sagte er sanft und gab mir einen Kuss auf die Stirn. Seine Lippen verweilten ein wenig zulange auf meiner Haut und kurze Zeit später lagen seine weichen Lippen auf meinen. Abrupt riss ich die Augen auf und sah ihn an. Er lächelte. „Du sollst wissen, dass ich dich liebe, Kris.“ Mein Herz raste, während er mich mit seinem Blick verschlang. „Ich meine es ernst. Ich liebe dich und ich will dich an meiner Seite.“
Diese Worte waren mehr wert als Gold und Diamanten. „Oh, Rob“, seufzte ich, den Tränen nahe. „Ich dachte du wolltest es nicht.“
„Ich wollte dich immer, Kristen“, sagte er ernst. „Und wie sagtest du noch gleich, wenn ich da bin und dich stütze kannst du alles ertragen? Lass mich deine Stütze sein und wir schaffen die Schlacht gegen die Presse gemeinsam.“
„Meinst du das wirklich ernst?“
„Vollkommen ernst.“
Ich sah es in seinen Augen. „Beweis es mir“, forderte ich, auch wenn ich nicht wusste, wie er das schaffen könnte.
„Komm“, sagte er, nahm meine Hand und zog mich hoch. „Ich zeig dir was. Wenn dich das nicht überzeugt, dann weiß ich es auch nicht.“
„Du hast dich doch auch nicht direkt beim ersten Mal von mir überzeugen lassen“, konterte ich scharf.
„Du hast mal wieder recht, wie immer.“ Er lächelte mich zärtlich an.
An meiner Hand zog er mich in das riesige Wohnzimmer der Suite. Es war ein Traum. Auf dem Tisch waren Kerzen und Rosenblätter aufgebaut. Und es duftete verdammt gut.
„Wonach riecht es hier?“, fragte ich neugierig.
„Nudeln mit Lachs“, antwortete Rob.
Ich lächelte. „Lecker.“
Er nahm eine kleine Schriftrolle vom Tisch. Eine goldenen Schleife hielt sie zusammen. Rob strahlte mich an.
„Öffne die Schleife“, forderte er mich auf.
Ich gehorchte und entrollte das schwere Papier, während ich Rob musterte. Er sah mich unverwandt grinsend an und wartete ganz offensichtlich auf meine Reaktion.
Langsam senkte ich den Blick und schaute auf etwas, das mir völlig den Atem raubte. Es war das Cover dieses Boulevardblatts, mit dem ich so viel Ärger gehabt hatte. Mein zweiter Blick registrierte das Foto von mir und Rob unter der Überschrift: „Keine Geheimnisse mehr, diese Frau gehört an meine Seite“ Ich starrte auf die Buchstaben und dann wieder auf das Foto.
„Gefällt es dir?“, fragte Rob und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht.
„Was hast du getan, Rob?“, platzte ich vorwurfsvoll heraus. „Du bist an die Öffentlichkeit gegangen?“
Er wirkte etwas verwirrt, mit Sicherheit hatte er eine andere Reaktion erwartet. Aber wie sollte ich so etwas denn tolerieren? Er hatte sich einfach mit der Presse in Verbindung gesetzt, ohne mit mir darüber zu sprechen.
„Wann?“, wollte ich wissen.
„Heute Mittag“, antwortete er. „Ich dachte das wäre das, was du wolltest?“
Ich sah ihn traurig an. „Rob, ich will dich! Ich wollte aber kein großes Tamtam davon machen. Das einzige was ich wollte, war keine Geheimniskrämerei, aber das du das so siehst, sofort einen Artikel veröffentlichen zu lassen hätte ich nicht gedacht.“
Es tat mir leid, dass ich ihm seine Freude ruinierte. Er meinte es gut und diese Überraschung war ihm wirklich gelungen, denn er hatte sehr stark mein Herz berührt, aber ich hatte mir das einfach ganz anders vorgestellt. Das Händchen halten oder Küssen nicht verstecken zu müssen und die Liebesgerüchte nicht abstreiten – aber direkt einen ganzen Artikel?
„Rob“, ich schlang meine Arme um seinen Hals. „Bitte mach es rückgängig, bitte.“
Er sah mich resigniert an. „Tut mir leid, dass ich dich erneut enttäuscht habe.“
„Nein, Rob“, sagte ich schnell. „Ich weiß du meinst es gut, aber das kommt jetzt einfach so plötzlich.“
„Ich verstehe schon“, antwortete er und bemühte sich um ein Lächeln. „Ich rufe Bob an. Der Artikel wird nicht veröffentlicht. Das einzige, was mich jetzt noch interessiert, ist, dass ich dich trotzdem behalten darf. Darf ich?“
„Oh, Rob, natürlich darfst du das. Ich bestehe darauf.“
Sein Kuss war gierig und leidenschaftlich und ehe ich noch einen Satz sagen konnte, dass wir das leckere Essen nicht kalt werden lassen sollten, hatte er mich schon über seine Schulter geschmissen und trug mich zum Bett…

© 2010 by Blutmädchen


Zum 12. Kapitel

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