Breaking Dawn Come True - 10. Kapitel

Breaking Dawn Come True
10. Kapitel: Ein nahender Finalschuss?

Kristens POV

Leicht wiederbelebt und in der Lage mich Robs Blick ein letztes Mal zu stellen ging ich aus dem Badezimmer. Irgendwie erwartete ich, dass Rob mich zerknirscht, aber entschlossen anschauen würde und mir sagte, dass es ihm Leid täte, weil ich ihn falsch verstanden hätte. So viel Anstand hatte er bestimmt. Er war schließlich nicht der jenige, der mir weh tat. Ich hatte mich selbst dieser Situation ausgesetzt. Ich hatte erst mit diesem ganzen Schlamassel angefangen.
Rob stand am Fenster. Als er meine Schritte hinter sich hörte, drehte er sich kurz um und dann wieder zum Fenster. „Da draußen ist es laut und ungerecht“, sagte er mit belegter Stimme. „Sieh dir die Menschen an, wie sie vor ihren Problemen weglaufen, anderen die Schuld an ihrem Scheitern geben und dem Nächsten ein Messer in den Rücken rammen.“ Langsam drehte er sich zu mir um. Seine Augen waren geschlossen, seine Hände waren zur Faust geballt. „Ich ertrage den Gedanken nicht, dass auch uns diese Situationen blühen, aber – “ Er brach ab, rieb sich den Mund. Der Blick, der meinen streifte, war voller Angst und gleichzeitig hoffnungsvoll. „Kristen.“ Er trat langsam auf mich zu.
Mit versteinerten Beinen, die mich an meinem Platz ließen und ich war dankbar dafür, denn sonst hätte ich mich ihm schonungslos an den Hals geworfen – und starrem Blick sah ich ihn an, gespannt auf das, was ihm durch den Kopf ging. „Du hast recht. Ich will nicht länger weglaufen.“ Er streckte mir seine Hand entgegen und einen Moment verließ mich mein Mut. Ich konnte sie einfach nicht greifen. Panik durchspülte meinen Körper. Was, wenn er es sich doch wieder anders überlegte? Was, wenn er jetzt sagte, es sei okay und dann, wenn ich meine Lippen mit seinen zu vereinigen versuchte, machte er wieder einen Rückzieher? Ich wünschte, ich könnte ihm vertrauen, aber bisher war es ein zu großes hin und her gewesen. Mein Herz würde keinen neuerlichen Rückschlag ertragen. „Gib mir deine Hand, Kristen.“ Seine Stimme bebte.
„Damit du es dir wieder anders überlegst?“, fragte ich gerade heraus. Er sollte wissen, wovor ich Angst hatte.
Langsam glitt seine ausgestreckte Hand an seine Seite zurück und er drehte sich wieder zum Fenster. „Tut mir Leid“, sagte er leise.
Hatte ich es mir jetzt endgültig verspielt? Er wollte einen Schritt auf mich zu machen. Vielleicht hätten wir doch einen gemeinsamen Weg gefunden. Gott, ich war unmöglich. So viele Fehler konnte doch kein Mensch an nur einem Tag machen. Oder?
„Rob“, sagte ich und machte einen Schritt auf ihn zu. „Ich liebe dich und das ist mehr als die pure Wahrheit, aber du weißt scheinbar nicht, wie du mit deiner Liebe zu mir umgehen sollst. Ich habe dir bereits gesagt wie ich zu diesem ganzen Drama stehe und selbst das konnte dich nicht überzeugen. Ich bin mit meinem Latein am Ende. Ich liebe einen Mann und das darf niemand wissen?“
Ich spürte meine Beine eher aus dem Raum rennen, als mein Gehirn den Befehl dazu geben konnte. Es war, als würde mein Körper vor den Qualen wegrennen, aber mein Herz zurücklassen. Wieder waren wir auseinandergegangen, ohne das es eine klare Linie gab, wie wir weitermachen konnten. Langsam wurde es echt zum verrückt werden. Fast hätte ich schon den Rückweg eingeschlagen, aber ich brauchte gerade etwas anderes ganz dringend: Ein klares Gespräch unter Freundinnen. Und dazu brauchte ich Nikki.
Ich kam mir vor wie ein Zombie, als ich den langen Flur entlang lief und nach Nikkis Zimmernummer suchte. Als ich es gefunden hatte klopfte ich, aber es antwortete niemand. Nikki war wohl nicht da, was aber auch nicht verwunderlich war, schließlich hatte man ja nicht umsonst Freizeit, die man nicht auf einem Hotelzimmer verschwenden sollte. Ich nahm den Fahrstuhl nach unten, aber Nikki war nirgends zu finden. Weder an der Bar, noch im Pool- und Saunabereich. Vor den Toilettenräumen liefen mir Kellan, Ashley und Jackson gerade über den Weg. Ashley hatte sich bei den beiden Männern eingehakt und strahlte wie ein Honigkuchenpferd.
„Hey Kris“, rief sie um mich zu begrüßen. „Ich bin gerade auf dem Weg zum shoppen und habe zwei erstklassige Taschenträger gefunden. Die Chance solltest du auch nutzen und mitkommen.“ Sie zwinkerte mir zu.
Kellan stöhnte. „Jacks, man sollte meinen sie sei deine Freundin. Warum erhebt sie dann auch auf mich Anspruch?“
Jackson kicherte. „Tja mein Freund. Das ist das harte Los, wenn man eine Freundin hat, aber auch Zeit mit seinem besten Kumpel verbringen will. Nu beschwer dich nicht, dass ich beides unter einen Hut kriege.“ Ashley schüttelte sich vor Lachen. „Wenn du es besser haben willst, solltest du vielleicht endlich mal dein Glück bei Nikki versuchen.“
Das war mein Stichwort. „Wo ist Nikki denn? Ich suche sie, kann sie aber nirgendwo finden.“
„Sie wollte zu Rob“, meinte Ashley leicht beleidigt. „Sie hat mich auch schon versetzt.“
Das überraschte mich jetzt doch. Was wollte Nikki denn von Rob?
„Okay, dann geh ich mal zu den Beiden hoch. Amüsiert euch schön.“ Ich winkte zum Abschied und jumpte dann die Treppen hoch, ehe ich es mir anders überlegen konnte. Wenn ich mit Nikki reden wollte, musste ich mich auch wieder Rob stellen und das würden meine Nerven gerade nicht wirklich aushalten. Anderseits konnte ich ja warten bis Nikki aus dem Zimmer kam und sie mir dann schnappen, ohne das Rob mich sehen würde. Ich war ein Feigling, aber ich brauchte Nikkis Rat, sonst würde ich nicht wissen wie ich mich Rob gegenüber zu verhalten hatte.
Kurz vor der Tür blieb ich immer noch unentschlossen stehen. Sie war nur angelehnt und ich hörte Nikkis Stimme. Jetzt lauschte ich auch noch... Der Tag konnte an Unannehmlichkeiten nicht mehr übertrumpft werden. Und leider konnte ich dem Drang zuzuhören auch nicht wiederstehen. Nikki war in letzter Zeit etwas merkwürdig und vielleicht würde ich heute ja endlich wissen, was sie hatte.
„Robert, ich habe mich in dich verliebt.“
Meine Glieder verkrampften sich. Das Blut wich aus meinem Gesicht. Mein Herz pochte.
„Hast du das, ja?“, hörte ich Rob fragen.
„Ja“, antwortete Nikki. „Schon länger, aber ich wollte fair gegenüber Kristen sein. Da ihr aber scheinbar nicht zusammen kommt, habe ich ja keinen Grund mehr meine Gefühle zu verheimlichen.“
Mein rasendes Herz weinte, dass spürte ich, weil es mich schüttelte. Ich wollte da rein, Rob an mich reißen und Nikki die Zähne zeigen. Sie sollte wissen, dass er mir gehörte.
Die Hand schon am Türgriff, rief ich mich zur Vernunft. Rob gehörte gar nicht mir und wahrscheinlich würde er es auch nie. Nicht, wenn ich immer wegrannte. Aber hatte ich jetzt nicht endlich die Chance auf ihn zu zurennen?

Robs POV

Als es an meiner Zimmertür geklopft hatte, hatte ich gehofft, Kristen wäre zurück gekommen und ich hätte ihr endlich sagen können, dass ich es nun definitiv mit ihr versuchen wollte. Nein, versuchen war das falsche Wort: Ich wollte Kristen und ich wollte sie für immer und mit allem drum und dran.
„Ob du nun tausend oder hundert Fans hast: Wir sind uns doch einig, dass es nur wahre Fans sind, wenn sie nur dein bestes wollen, oder? Und das bin ganz offensichtlich ich.“
Kristens Satz schwebte wie ein greifbarer Rettungsring in der Luft und nachdem sie weg war hatte ich endgültig danach gegriffen. Es gab kein Oder mehr! Nie mehr!
Erwartungsvoll hatte ich die Tür aufgerissen, aber als ich in Nikkis braune Augen sah und die Sehnsucht nach Kristens grünen Augen mein Herz sprengte, war ich irgendwie plötzlich wie weggetreten. Nikki war eingetreten und ich hatte sie gar nicht weiter beachtet. Sie hatte einfach drauf los geplappert, aber erst als sie sagte „Robert, ich habe mich in dich verliebt.“ wurde ich mir schlagartig der Situation bewusst, in der ich war. Kristen war weg, dafür hatte ich Nikki hier.
„Hast du das, ja?“, war das einzige, was ich dazu sagen konnte. Ich glaubte in der Hölle gelandet zu sein. Solche Situationen hasste ich mehr als alles andere. Ich war noch nie gut darin gewesen jemandem zu sagen, dass ich nichts für diese Person empfand.
„Ja“, antwortete Nikki. „Schon länger, aber ich wollte fair gegenüber Kristen sein. Da ihr aber scheinbar nicht zusammen kommt, habe ich ja keinen Grund mehr meine Gefühle zu verheimlichen.“
Fair? Nikki wusste ja nicht einmal wie man Fair buchstabierte.
Ich sah sie lange an, trat auf sie zu und legte meinen Arm auf ihre Schulter. Es vergingen einige Sekunden, ehe ich etwas sagen konnte. „Nikki, ich liebe Kristen und sie wird es heute mit aller Ernsthaftigkeit erfahren. Jeder wird es erfahren. Ich habe meine Gefühle schon lange genug versteckt und ich weiß, dass Kristen genauso fühlt. Es tut mir leid.“
Nikki sah mich einen Moment an. Dann flüsterte sie: „Ich wünsche euch alles Glück der Welt.“ Mit einem Satz drehte sie sich um und verschwand.
Erschöpft ließ ich mich auf meinen Sessel plumpsen. Das hatte ich von meinem Zögern. Hätte Kristen meine Hand genommen, hätten wir allen die frohe Nachricht überbringen können, bevor Nikki mich in Verlegenheit und ich sie zum weinen bringen konnte.
„Verdammt“, fluchte ich und schlug meine Faust gegen die Wand.
Was nützte jetzt noch das lange Grübeln? Ich musste zu Kristen und diesmal würde sie mein lautes Herz fühlen müssen, bevor ich sie überzeugen konnte – dessen war ich mir mehr als bewusst.

Kristens POV

Ich rannte wieder. Ja, ich rannte wieder weg. Dann war ich halt ein Feigling. Es machte mir keinen Spaß mehr wegzurennen, aber diesmal trieb mich etwas anderes voran, was dem Wegrennen eine neue Note gab. Ich wollte nicht sehen wie Robs Hand von Nikkis Schulter auf ihre Wange glitt und wie sich seine süßen weichen Lippen langsam auf ihre legten. Ich hatte gar nicht lange überlegt und sofort die Flucht ergriffen.
Und ich dachte Rob würde mich lieben, dabei schien er nur auf Nikki gewartet zu haben.
Fuck, so langsam kotzte ich mich selbst an. Als wenn Rob Nikkis Gefühle erwiderte... Aber warum hatte er dann seine Hand auf ihre Schulter gelegt? Genauso sanft und feinfühlig, wie er mich berührte? Das, was ich aus seinen Gefühlen gelesen hatte, hatte ich ja offensichtlich auch falsch interpretiert, also... Ich schluchzte... Rob wollte... Wollte er Nikki?

© 2010 by Blutmädchen


Zum 11. Kapitel

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