Weil es mich gibt... - Kapitel 9

Weil es mich gibt...
9. Kapitel: Verrat?

Renesmees POV

Es war ein wundervolles Gefühl morgens in Jakes Armen aufzuwachen, den Duft eines leckeren Frühstücks aus der Küche zu riechen und zum ersten mal nicht mit einem Kopf voller Sorgen aufstehen zu müssen. Die letzte Nacht war wunderschön gewesen. Jake hatte keinen Zweifel daran gelassen, dass er für immer mit mir zusammen bleiben wird. In dem Moment seiner Lippen auf meinen, war mir alles klar geworden und ich verstand meine eigenen Gefühle für ihn als aufrichtig und nicht als Zwang dank der Prägung. Jake war mein Gefährte, mein Partner und er würde es immer bleiben. Es war beruhigend und wohltuend, denn seine Nähe war zukunftsweisend und ein guter Grund das Leben verdient zu haben. Gäbe es Jake nicht, wäre mein Leben viel leerer. Vielleicht hätte ich doch irgendwann einen Partner gefunden, aber jemanden, der besser ist als Jake? Sehr unwahrscheinlich. Jacob und ich waren füreinander bestimmt.
Danke Daddy, dass es mich gibt, dachte ich bewusst. Ich wusste er und Mommy waren in der Küche – es roch nach Rührei mit Speck – und wie zur Bestätigung, dass er mich verstanden hatte, lachte er.
Ich hab dich lieb.
Zufrieden lächelnd schmiegte ich mich noch enger Jake. Meine Finger zeichneten Herzen auf seine Brust. Leicht grummelnd schloss er mich fester in seine Arme.
„Guten Morgen, mein Brummbär“, sagte ich zärtlich und küsste ihn sanft.
„Mag keine Brombeeren“, nuschelte er. Seine Augen waren geschlossen, seine Lippen zusammengepresst.
Ich kicherte. „Komm, aufstehen, mein Süßer. Ich habe heute noch was besonderes mit dir vor.“
Weiter vor sich hinbrummelnd drehte er sich von mir weg und zog sich seine Decke fester über den Kopf.
„Ähm, Jake?“ Seit wann war er ein Morgenmuffel? Sonst musste er mich doch immer wach machen?
„Lass Jacob noch eine Weile schlafen, er hatte eine anstrengende Nacht.“ Daddy stand im Zimmer, ich hatte ihn gar nicht bemerkt.
Empört stand ich auf und schritt wütend an ihm vorbei.
„Guten Morgen, Nessie“, begrüßte mich meine Mutter lächelnd.
„Morgen“, grummelte ich und setzte mich an den Tisch. Vor mir stand ein Teller mit Rührei, den ich unbeachtet ließ. Mir war der Appetit vergangen. Mommy schaute mich überrascht an.
„Ist irgendwas, Schatz?“
„Ja“, fauchte ich. „Daddy belauscht seine Tochter beim Sex. Das ist los.“
Edward lachte und zu meiner Überraschung stimmte Bella mit ein.
„Da lässt man euch mal ein wenig Privatsphäre und dann plauderst du doch aus, was ihr nachts so treibt.“ Edward schüttelte lächelnd den Kopf. Ich schaute nur unverständlich.
„Wir waren letzte Nacht gar nicht da, Nessie“, erklärte Bella. „Wir waren bei Sam und Emily. Es gab ein paar...“ Sie stockte.
„leckere Häppchen Klatsch und Tratsch, die wir uns nicht entgehen lassen wollten“, rettete Edward die ertappt blickende Bella aus ihrer verfahrenen Situation.
„Aha“, sagte ich nur. „Und was verheimlicht ihr mir?“
Bella schaute verlegen zu Boden. Da ich diese Eigenschaft von ihr hatte, wusste ich ganz genau, dass man mir etwas vorenthalten wollte. Edward dagegen war die Ruhe selbst. Er hatte ja auch länger Zeit gehabt sein Pokerface zu perfektionieren. Alles, was er jetzt sagen würde, würde ich ihm ganz sicher nicht glauben.
„Ok, Nessie“, grinste er. „Dann brauch ich ja auch nichts sagen.“ Er sah mich an. „Wenn du es eh nicht glaubst...“
In Gedanken riss ich ihm gerade den Kopf ab...
„Ne du, den brauch ich noch. Schließlich muss ich ja wissen, was in meiner kleinen Tochter vor sich geht.“ Edwards Lächeln brachte mich auf die Palme. Erst etwas verheimlichen und dann so tun, als wäre das Leben besser, wenn man jede ernste Situation mit irgendwelchen plumpen Späßen abblockte.
Wutschnaubend stand ich auf, dachte so giftig ich konnte Idiot! und versuchte Jake wach zu machen. Ich wollte keine Sekunde länger hier bleiben. Nicht, wenn ich jeden Moment ausflippen konnte. Der Vulkan in mir brodelte schon gefährlich.
„Jacob Black, wach jetzt auf oder du lernst mich anders kennen“, brüllte ich in sein Ohr. Er zuckte nicht einmal zusammen. Unfassbar.
Starke Arme packten mich von hinten. Ich wollte schreien, beißen und um mich treten, aber gegen Edwards Stahlgriff kam ich nicht an.
„Nessie, beruhige dich. Lass ihn schlafen, er hatte eine harte Nacht. Ich erkläre es dir, okay, aber brüll nicht mehr so rum.“
Es war schwer meinen Körper unter Kontrolle zu bekommen. Der Zorn stachelte mich an, aber Edwards Arme lagen fest um meinen Körper. Langsam zog er mich aus dem Zimmer und setzte mich auf den Küchenstuhl. Bella umarmte mich.
„Nessie, beruhige dich, bitte“, flüsterte sie mir zu.
Doch ich konnte mich nicht richtig beruhigen. Ich war immer noch viel zu wütend. Meine Zähne klebten zusammen als hätte man sie mit Sekundenkleber aneinandergepappt. Vielleicht war es auch besser so, denn so kam ich nicht in die Versuchung die Schimpfkanonade, die wie eine tickende Bombe anschwoll, rauszuschreien. Mein Herz raste und mein Puls pulsierte so stark, dass meine Finger pochten und zitterten.
Edward kam scheinbar zu dem Schluss, dass ich mich langsam beruhigte, denn er ließ mich los und nahm mir gegenüber Platz. Bella setzte sich neben mich und nahm meine Hand. Ich traute mich nicht sie zurückzuziehen, in der Angst meine wenig vorhandene Körperbeherrschung zu verlieren. Sie streichelte sanft meinen Handrücken und langsam wurde ich unter ihrer Berührung ruhiger. Jetzt traute ich mich auch zu sprechen. Die Lava in meinem Mund war weggeschmolzen – es bestand keine Gefahr mehr, dass ich etwas sagen könnte, was ich hinterher bereuen würde.
„Dann erkläre es mir“, sagte ich.
„Okay“, begann Edward. Er schaute mich ernst an. „Sam kennt Jacobs Gedanken genauso gut wie ich, auch wenn ich mal behaupten würde, dass ich mehr kenne, da Sam nur noch das empfangen kann, was Jacob bewusst mit ihm teilen möchte. Sam hat sich mit den anderen Wölfen unterhalten, die Jacobs Gedanken kennen und wir machen uns ehrlich gesagt ein wenig Sorgen um ihn. Er weiß, dass er uns nichts verheimlichen kann, aber er versucht es. Und was ich jetzt höre beunruhigt mich sehr. Im Schlaf ist er entspannter und denkt unbewusst über manche Ereignisse nach.“ Edward stockte und zuckte plötzlich keuchend zusammen als hätte man ihm einen Arm abgerissen. Bella ging sofort zu ihm.
„Was ist los, Edward? Was hast du?“, fragte sie.
„Jacob will...“ Er schaute auf und der Schmerz in seinem Gesicht bohrte sich wie ein Messer in mein Herz. Sofort sprang ich auf und umarmte ihn. Diesen Schmerz wollte ich nie wieder in seinem Gesicht sehen.
„Daddy, bitte sprich mit uns. Was ist? Was hörst du?“ Ich wusste Jakes Gedanken hatten diesen Schmerz ausgelöst, aber was konnte so schlimm sein, dass mein Vater so aussehen konnte?
„Daddy!“ Mir liefen leise Tränen die Wangen runter. „Daddy, bitte, sag es.“ Ich schmiegte mich enger an ihn.
„Er... Jacob... Er... Er will dich... Er...“ Sanft strich ihm über den Rücken.
„Psst... Beruhige dich...“ Ich kuschelte mich an ihn. Sofort schloss er mich feste in seine Arme. Bella tätschelte seine Schulter.
Endlich schaute er mich an. „Er will dich nach Volterra bringen."

© 2009 by Blutmädchen

zum 10. Kapitel

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