Weil es mich gibt... - Kapitel 14

Weil es mich gibt...
14. Kapitel: Flashback

Edwards POV

„Aber Nessie, du kannst nicht gehen“, sagte ich und versuchte sie zu überzeugen. Meine eindringliche Stimme schien jedoch nichts bei ihr zu bewirken.
„Und ob! Ich kann nicht zulassen, dass ihr alle wegen mir noch größeren Schaden nehmt!“, schrie sie.
„Aber Nessie“, sagte Jacob.
„Halt dich da raus, du Hund!“, brüllte sie ihn an. Du Bastard raubst mir das Leben.
Ich wollte sie in den Arm nehmen und beruhigen, doch ihre Gedanken hielten mich fern. Ich will es nicht. Ich hasse es.
Alle im Raum dachten an etwas anderes. Ich spürte Aufregung, Angst und Verzweiflung, doch Nessies Emotionen und Gedanken waren so stark, dass ich mich nur auf sie konzentrierte. Ein Gefühl in mir sagte, dass ich Jacob im Auge behalten sollte, doch ich konnte – und wollte – ihn nicht hören. Am liebsten hätte ich ihn zum Kampf rausgefordert, aber das war jetzt ein ziemlich schlechter Zeitpunkt. Erst hatte er Bellas Leben fast zerstört und jetzt tat er meiner Tochter weh – egal ob es unbeabsichtigt war, oder nicht, aber Nessie litt wegen ihm, und das machte mich als Vater rasend. Für mich war er des Übels Wurzel und ich hätte ihm so gerne jeden Knochen einzeln gebrochen.
„Aber ich... wir... Wir werden eine Familie“, hörte ich Jacob leise sagen. Sofort schoss mir das Gift in den Mund und ich hätte meine Zähne am liebsten nur noch in ihn hineingeschlagen. Bella, die meine Wut zu spüren schien, langte nach meiner Hand und strich mit ihren Fingern über meinen Handrücken.
„Ruhig, Edward“, flüsterte sie mir zu. Ich nickte dankbar. Sie hatte mich wieder beruhigen können.
„Wir werden das gemeinsam schaffen“, sagte ich und sah Nessie an, deren Blick auf den Fußboden geheftet war. Es tut so weh, ich will es nicht, ich muss weg. Ich hasse ihn. Ich werde alle ins Verderben stürzen. Ehe Nessies Gedanken mich wahnsinnig machten, fügte ich hinzu: „Du gehst nirgendwo hin, dass lasse ich nicht zu. Nur hier bist du sicher.“
Ich hoffte, dass das Thema damit erledigt sein würde, ich Nessie in den Arm nehmen könnte und wir uns an einen Tisch setzen und darüber reden könnten.
Doch dann ruckte ein Impuls durch den Raum, der mich schlagartig lähmte. Sofort nahm ich Jaspers Gedanken war. Jacobs Liebe ist zerstört, er ist voller Zorn. Die Prägung muss gerissen sein.
Ich versuchte Jacobs Gedanken in den Mittelpunkt meiner Konzentration zu ziehen und dennoch verstand ich nicht, was hier gerade passierte. Er dachte nichts. Sein Blick galt Nessie. Alles ging schnell. Der große Wolf, Nessie, wie sie durch die Luft geschleudert wurde und die Tür, die in den Angel hin und her schwang. Seit wann war mein Reaktionsvermögen so langsam?
„Jake! Nessie“, rief Bella. „Was passiert hier?“
„Ich weiß es nicht, aber lass uns keine Zeit verlieren. Jacob ist wütend und die Prägung scheint zerstört zu sein. Ich bezweifle, dass er sich im Griff hat.“ Jaspers Worte machten mir Angst und ich preschte sofort los – Bellas Hand in meiner.
„Edward, was passiert hier?“, fragte Bella, doch ich versuchte mich zu konzentrieren und schnappte sogleich ein paar Gedanken auf, die mich verwirrten. Von Jacob und Nessie weit und breit keine Spur.
Haut ab, Blutsauger. Lasst Jacob die Sache mit Nessie selbst klären. Das war Sam. Der große, schwarze Wolf bäumte sich vor uns auf. Abrupt blieben wir stehen. Sogleich kamen noch mehr Wölfe, zehn, von allen Seiten angeschlichen.
„Nessie ist unsere Tochter“, erinnerte ich ihn. „Und Jacob ist derzeit nicht er selbst. Die Prägung ist zerstört, Sam, spürst du es denn nicht selbst?“
Sam schaute zum Haus, in dem ich auch Nessies Gedanken wahrnahm. Ich hasse dich, Jacob – dieses Kind werde ich niemals bekommen. .
Du hast recht, dachte Sam total überrascht. Wie kann das sein?
„Ich weiß es nicht. Ich dachte du hättest vielleicht eine Erklärung dafür.“
Nein.
„Bist du jetzt immer noch der Meinung uns den Zutritt versperren zu müssen? Nessie ist in Gefahr. Frag Seth, er kann dir sagen, was Jacob denkt.“
Sam, wir müssen Nessie da rausholen, allein schon um unseren Bruder vor einer Tat zu bewahren, die er später bereuen würde.
„Danke, Seth, Kumpel.“, sagte ich und blickte den sandfarbenen Wolf an.
Wir sind doch keine Monster und lieben Nessie mindestens genauso, wie ihr. Ihr Wohl liegt auch uns am Herzen.
Seth trat ein paar Schritte zurück. Kommt, Freunde. Ihr holt Nessie und wir kümmern uns um Jacob.
Nein. Ein zorniger Gedanke. Ihr lasst die Finger von Jake.
Hey, Paul, wir haben einen Waffenstillstand. Halt dich ein bisschen zurück, mahnte ihn Sam. Dann wandte er seinen Kopf wieder mir zu. Okay, Edward. Komm.
Ich machte einen Schritt nach vorn und erstarrte. Eine Backpfeife. Jacobs Gedanken waren gerade so klar, dass ich Nessie mit seinen Augen sah. Die Wut brodelte immer stärker in mir.
„Lass mich durch. Ich breche ihm die Knochen.“ Ich schubste Sam beiseite, wurde aber direkt von einem anderen Wolf gestoppt.
Keinen falschen Schritt, Blutsauger.
„Paul, verzieh dich, sonst muss ich dir wehtun“, warnte ich ihn, doch er verhöhnte mich. Jetzt gab es kein Halten mehr. Ich sprang über den Wolf, der nach mir schnappte und mir ein Stück der Hose zerfetzte.
„Edward, pass auf“, hörte ich Bella rufen.
Dieser Kampf war jedoch unbedeutend und ich rannte schnell ins Haus und knallte die Tür wieder hinter mir zu. Der Wolf sollte es nicht so einfach haben.
Was ich dann sah verschlug mir jedoch die Sprache. Nessies Lippen lagen auf seinen. Beide hatten die Augen geschlossen. Ich spürte das Kribbeln der Atmosphäre und ehe ich einem aufklärenden Gedanken lauschen konnte, übermannte mich eine Welle des Gleichmuts und der Liebe. Es war ein Empfinden, was nur die Prägung hervorrufen konnte. Jacob war also erneut auf Nessie geprägt worden.
„Ich liebe euch“, hörte ich Jacob sagen, der seine Hand an Nessies Bauch gelegt hatte. Ich starrte auf die Hand und erinnerte mich an das erste Mal, als ich Nessies Gedanken aus Bellas Bauch gehört hatte. Ich liebe dich...
Mit einem lauten Knall flog die Tür hinter mir auf und die Wolfsjungs kamen in Menschengestalt ins Haus. Sam und Seth gingen voran.
Edward , hörte ich Bella in Gedanken sagen. Vermutlich war sie zu geschockt um die Wörter über die Lippen zu bringen. Was bedeutet das? Sie zeigte mit dem Finger auf Nessie und Jacob, die eng umschlungen dastanden.
„Jacob wurde erneut auf Nessie geprägt“, antwortete ich ihr.
Keiner sagte etwas. Ein paar Sekunden war es still, ehe ich bemerkte, dass Nessies Gedanken verschwammen. Sofort ging ich zu ihr rüber und packte sie, ehe sie aufschlagen konnte. Jacob stand immer noch da und lächelte mit geschlossenen Augen. Ich verpasste ihm eine schallende Bachpfeife.
„Die war dafür, dass du meine Tochter geschlagen hast“, schrie ich wütend und schlug ihm meine Faust ins Gesicht. „Und das war dafür, dass du ein Scheißkerl bist, der Nessie nicht verdient hat.“
Jacob starrte mich nur an.
„Danke, Edward. Ich weiß, ich habe es verdient.“
„Wie bitte?“, fragte ich mit aufgerissenen Augen.
„Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist“, sagte Jacob. „Ich wusste plötzlich nicht mehr, dass ich sie liebe.“
Ich starrte ihn nur kühl an. „Du bist ein Dreckskerl“, sagte ich.
„Ja, ich war einer. Gib mir die Chance zu beweisen, dass ich nun keiner mehr bin.“
„Ich gebe dir gar keine Chance. Du bist bei mir unten durch und wenn ich könnte würde ich Nessie von dir fernhalten um sie zu schützen.“
Ruhig, Edward. Beruhige dich. Nessie braucht jetzt Ruhe. Lass uns nach Hause gehen und dann in Ruhe über alles reden, dachte Bella.
Ich funkelte Jacob noch einen Moment böse an und drehte mich um.

Keiner folgte uns, was mich fast wunderte – aber es war besser so, sonst würde es garantiert Verletzte geben. Zu Hause wurden wir schon von Carlisle empfangen, der Nessie sofort untersuchte.
„Sie hatte nur einen kleinen Zusammenbruch“, klärte er uns auf. „Sie wird sich aber schnell erholen.“
Ich setzte mich an ihr Bett und Bella setzte sich auf meinen Schoß. Wir umarmten uns, sagten nichts und schauten auf unsere Tochter. Ich ließ die Ereignisse des Tages noch einmal Revue passieren.

Flashback Anfang

„Entspann dich, Edward“, raunte Bella mir ins Ohr und massierte meine Schulterblätter. Ich spürte ihre wunderbaren Lippen auf meinem Nacken und schloss genießerisch die Augen. Vielleicht war es, nach all der ganzen Aufregung des Tages, nicht unbedingt gut sich jetzt so fallen zu lassen, aber Nessie schlief, Jacob war bei ihr – ich hatte sie in den Schlaf gesummt – und brauchte nun auch etwas Ablenkung. Ich wollte für diesen einen Moment einfach nur alle meine Sorgen vergessen.
„Bella“, stöhnte ich lustvoll, drehte mich mit einem Schwung um, umfasste ihre Taille und zog sie zu mir. Sofort schlossen sich ihre Beine um meine Hüften und sie küsste mich wild und fordernd. Mit einem leisen Lächeln löste sie sich von meinen Lippen.
„Horch doch mal kurz ob Nessie und Jake uns noch ein paar Minuten ungestörte Zweisamkeit gönnen.“
Ich lachte und lauschte einen Moment. Beide schliefen tief und fest. Ihre Atmung war regelmäßig und ihre Herzen schlugen fast im gleichen Takt.
„Oh ja“, sagte ich zärtlich und zog Bella noch ein Stück näher zu mir. „Wir werden noch lange genug alleine sein.“
„Das klingt gut“, sagte Bella und biss mir zärtlich in die Unterlippe. Ihre Hand fuhr unter mein Shirt und streichelte meine Brust.
„Hey, ich will auch, gleiches Recht für alle“, forderte ich und zog ihr Top aus. Ihr Anblick war immer wieder fesselnd und elektrisierend. Sie war so wunderschön. Ich küsste ihren Hals, ihr Schlüsselbein und streichelte über ihren Bauch.
„Ich will dich, Edward“, stöhnte Bella sofort.
„Nicht so voreilig, ich will dich doch richtig verwöhnen“, sagte ich lächelnd.
„Ich will dich aber spüren“, antwortete sie und machte sich sofort an meinem Gürtel zu schaffen. Ich konnte sie nicht aufhallten und wollte es auch gar nicht, doch Nessie wurde langsam wach und bevor sie hier reinplatzte und uns wieder erwischte – ich wusste aus ihren Gedanken, dass das öfter der Fall war und das ihr das sehr peinlich war – mussten wir aufhören.
„Bella, Liebling, ich will dich auch, aber Nessie wird langsam wach.“
Und wie zur Bestätigung hörte ich Nessie plötzlich denken: Ich will nicht wach werden, ich will weiterschlafen.
Bella küsste meine Brustwarzen. Das brachte mich einen Moment auf andere Gedanken und sofort galt mein Blick nur Bella. Ich wollte sie spüren, überall...
„Jake“, sagte Nessie.
„Psst, Nessie, pscht, beruhige dich, ich bin da“, antwortete Jacob. „Nessie, hab keine Angst. Ich werde immer das für dich sein, was du gerade brauchst.“
„Ach Jake.“

„Okay, jetzt müssen wir aber wirklich aufhören. Nessie steht gleich auf.“, sagte ich und Bella zog eine Schnute.
„Dafür haben wir später noch jede Menge Zeit“, sagte ich und küsste sie zärtlich.
Ich wollte Nessie nicht weiter belauschen, doch ihr Blick, der den großen rostbraunen Wolf durch tränenverschleierte Augen fixierte, machte mich nachdenklich. Ich konzentrierte mich auf Nessies Gedanken. Jake ist so wunderbar. Er ist immer für mich da. Danke lieber Gott, dass es ihn gibt. Ich wollte weghören – dies war ein privater und intimer Moment und ich würde mit Bella auch nicht belauscht werden wollen – und Bella küssen, doch ein klopfendes unregelmäßigen Geräusch ließ mich innehalten. Es klang wie ein kleiner, viel zu schneller Herzschlag. Ich drehte meinen Kopf um die Quelle des Geräusches ausfindig zu machen und blieb an Nessies Zimmertür hängen. Ich wusste was es war, aber das war unmöglich. Nessie und Jacob zählten zwei Personen und nicht drei – warum hörte ich also einen dritten Herzschlag?
Vorsichtig ging ich zur Tür.
„Edward, was ist los?“, fragte Bella, doch ich reagierte nicht.
Ich öffnete die Tür und sah Nessie und Jacob, in Wolfsgestalt, auf dem Boden liegen. Sie hatte sich an ihn gelehnt und sah mich überrascht an. Immer noch hörte ich drei Herzschläge. Das konnte nicht sein. Nein. Ohne ein Wort ging ich wieder aus dem Zimmer. Bella sah mich fragend an.
„Edward?“
Ich überlegte, ob ich meine Gedanken teilen sollte. Es kam mir so unwahrscheinlich vor... Aber so unwahrscheinlich war es gar nicht.
„Könnte Nessie schwanger sein?“
Bella schaute mich verdutzt an.
„Wie kommst du darauf?“ wollte sie wissen. Ich erklärte ihr was ich hörte. „Hol Carlisle“, sagte sie nur. Ich nickte und ging die Treppen hoch – fast schon mechanisch. Meine Tochter... Schwanger... Von diesem Hund... Möglicherweise schwanger, beruhigte ich mich selbst. Du kannst dich auch irren. Ich hoffte es...
Ich klopfte an Carlisles Tür.
„Herein“, rief er. Ich trat ein. „Edward“, begrüßte er mich lächelnd. Dann sah er meinen Gesichtsausdruck. „Was ist los? Ist irgendwas passiert?“, fragte er sofort.
Ich wusste nicht ob ich es noch einmal aussprechen konnte, also formulierte ich es anders.
„Ich höre drei Herzschläge, aber es sind nur zwei Herzen im Haus.“ Ich wusste, dass es idiotisch klingen musste, aber Carlisle schien zu verstehen.
„Du meinst Nessie könnte schwanger sein?“ Carlisle sah mich durchdringend an. Ich nickte nur. „Mein Sohn, mach dir keine Gedanken“, sagte er sofort. „Wir werden es herausfinden. Hol bitte Alice, sie soll das Ultraschallgerät holen.“
Ich drehte mich um und wollte zur Tür raus, als ich Carlisles Hand auf meiner Schulter spürte. „Es wird alles gut, Edward.“ Wieder nickte ich nur und ging raus. Carlisle ging nach unten und sprach mit Esme. Alice war in ihrem Zimmer. Ich bat sie das Gerät zu besorgen, sagte aber nichts weiter, was sie wahnsinnig machte.
„Ja, bloß nicht zu viele Erklärungen auf einmal“, erzürnte sie sich und rauschte an mir vorbei.
Als ich nach unten kam sah ich Esmes Lächeln. Sie strahlte mich an, doch ihr Lächeln gefror, als sie meinen Blick sah.
„Kein einziges Wort“, sagte ich zu ihr. Sie dachte nicht einmal etwas.
Bella nahm stützend meine Hand. Ich drückte etwas fester zu. Ich brauchte dringend ihren Halt.
„Wir schaffen das“, sagte sie aufmunternd und lächelte zögerlich. Ich erwiderte nichts.

Nessie sah uns überrascht an.
„Was?“ fragte sie. Was wollen die alle hier?
„Jacob, verwandle dich bitte zurück. Wir müssen mit euch reden.“, sagte ich.
„Aber was ist denn?“, fragte Nessie und sah von einem zum anderen. Was wollt ihr? Warum seit ihr so komisch?
Carlisle nahm mir alles weitere ab.
„Nessie, leg dich bitte kurz hin, ich möchte dich gerne untersuchen“, sagte er.
„Untersuchen? Warum? Stimmt was nicht? Mir geht es aber gut.“ Ihr Blick huschte zu mir, dann wieder zu Carlisle. Ich spürte die Panik in ihr hochsteigen.
„Dein Vater hat etwas gehört, was er selbst nicht glauben kann“, sagte Carlisle.
Danke, Carlisle, dachte ich nur. Danke, dass du mir diese schwierige Aufgabe abnimmst.
Er sah mich an. Soll ich es ihr sagen? Ich nickte. Carlisle blickte wieder zu Nessie.
„Er glaubt du bist schwanger.“
Schwanger.
Das Wort überschlug sich in ihren Gedanken, dann war alles still.
„Schwanger?“, sagte Jacob, der sich schnell in einen Menschen zurückverwandelt hatte.
„Ja, ich höre einen ganz kleinen, aber sehr schnellen Herzschlag, der von Nessie kommt und unregelmäßig zu ihrem eigenen Herzen schlägt. Ich höre drei Herzschläge und nur ihr zwei seit hier“, erklärte ich und zeigte auf ihn und Nessie.
Schwanger... Ein Baby... Ein Wolfs-Vampir-Mensch-Baby? Ging das? Konnte es so was geben? Unwahrscheinlich.
„Ich denke auch, dass es eher ein Wolfsmenschbaby wäre“, beantwortete ich ihre Frage.
Nessie legte sich wie betäubt hin und Alice, die das Ultraschallgerät neben Carlisle abgestellt hatte, trat an meine Seite.
„Oh ist das aufregend“, quiekte sie. „Das wäre ja so toll.“
„Alice“, sagte Esme in scharfem Ton und deutete auf mich. Alice schien zu verstehen und verdrehte nur die Augen.
Doch was Alice und Esme dachten interessierte mich schon gar nicht mehr. Meine ganze Aufmerksamkeit galt Carlisle und Nessie. Selbst Jacob beachtete ich nicht, was besser für ihn war, denn wenn sich das hier wirklich bestätigte, würde ich ihn umbringen. Genau so, wie er mich dafür umbringen wollte, dass ich mit Bella schlafen wollte. Seine Gedanken und Worte am Tag meiner Hochzeit kamen mir wieder in Erinnerung und ich zwang mich in Nessies Gesicht zu schauen – in ein leeres Gesicht, was keinerlei Regung zeigte. Es verletzte mich.
„Und? Ist sie schwanger?“, fragte Alice plötzlich. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass die Untersuchung schon in vollem Gange war.
„Ja“, antwortete Carlisle. „Sie ist schwanger.“
Ich spürte meine Hände, wie sie sich automatisch zu Fäusten ballten und sah mich schon auf Jacob einprügeln, doch Nessies Anblick ließ mich all das vergessen. Meine Wut war nichts im Vergleich zu diesem traurigen Gesicht, was mich hätte weinen lassen, wenn ich es gekonnt hätte....

Flashback Ende

Dieses Gesicht würde ich niemals vergessen. Niemals! Trauer und Leere...
Bella küsste meine Wangen und kraulte meinen Nacken.
„Ich liebe dich, Edward“, sagte sie. „Wir werden stark sein müssen. Für Nessie und für uns. Wir schaffen das.“ Ihr glühender Kuss brannte auf meinen Lippen.
„Ja, Bella, wir werden es schaffen“, antwortete ich und küsste ihre Fingerspitzen.
Nessies Gedanken kehrten langsam zurück.
„Sie wacht auf“, sagte ich und nahm Nessies Hand.

© 2009 by Blutmädchen

zum 15. Kapitel

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