Weil es mich gibt... - Kapitel 13

Weil es mich gibt...
13. Kapitel: Was ich will und was ich bekomme

Renesmees POV

„Aber Nessie, du kannst nicht gehen“, sagte Edward eindringlich.
„Und ob! Ich kann nicht zulassen, dass ihr alle wegen mir noch größeren Schaden nehmt!“, schrie ich.
„Aber Nessie“, sagte Jacob.
„Halt dich da raus, du Hund!“, brüllte ich ihn an. Meine Wut kochte fast über. Wenn ihm der Gedanke, ein Kind zu bekommen, gefiel, dann sollte er sich einen anderen Menschen nehmen!
Jacob starte mich entsetzt an und stammelte etwas völlig unverständliches – ich wollte es auch gar nicht wissen.
„Wir werden das gemeinsam schaffen“, sagte Edward und betonte jedes einzelne Wort. „Du gehst nirgendwo hin, dass lasse ich nicht zu. Nur hier bist du sicher.“
Ich wollte schon etwas böses erwidern, als sich Jake plötzlich verwandelte. In dem einen Moment, wo ich ihm keine Beachtung geschenkt hatte, schien er einen Entschluss gefasst zu haben. Ohne Vorwarnung schnappte er mich und rannte raus. Ich spürte den Wind scharf und kalt an mir vorbeizischen – wo war Jacobs Körperwärme, auf die ich mich immer so gut verlassen konnte? Ich spürte sie nicht.
Hinter uns ertönten wütende Rufe, die ich nicht ganz verstehen konnte. Jacob rannte schneller.
„Was hast du vor?“, brüllte ich und war nicht sicher, ob er mich verstanden hatte. So, wie er mich geschnappt hatte, und meine Kleidung von seinen Zähnen gehalten wurde, bekam ich plötzlich Panik. Ich hatte Angst aus diesem vollen Lauf runterzufallen und klammerte mich missmutig an seinem Hals fest.
Jake bremste urplötzlich ab und ich wäre hart aufgeschlagen, wenn er sich nicht zurückverwandelt und mich aufgefangen hätte. Sofort riss ich mich von ihm los und brüllte ihn an.
„Verdammt, Jake, was soll das?“
„Du wirst mir jetzt gefälligst zuhören, Renesmee“, sagte er wütend. Ich war wie gelähmt. So bedrohlich hatte er sich mir gegenüber noch nie verhalten. Ich bekam Angst. Zufrieden registrierte er, dass ich zurückwich. Seine Augen verrieten ihn.
„Jake, hör auf, du machst mir Angst“, sagte ich. Warum war Daddy nicht hier? Oder Emmett? Jasper? Mommy? Sie müssten uns doch finden können.
„Du trägst mein Baby in dir, Renesmee. Da habe ich wohl Mitspracherecht, wie es weitergeht, oder meinst du nicht?“ Ehe ich antworten konnte, redete er weiter. „Siehst du. Und deshalb tust du das, was ich will und wirst dieses Kind bekommen.“
Ich war unfähig irgendwas zu sagen. So hatte sich Jacob noch nie verhalten. Aggressiv, bedrohlich und wahnsinnig – was war bloß mit ihm los?
„Jake, was ist los mit dir? Warum benimmst du dich so – “
„Halt die Klappe!“, fuhr er mich an. Erneut zuckte ich zusammen und ehe ich es verhindern konnte, rannen mir schon salzige Tränen meine Wange hinunter.
„Verdammt, Jake. Liebst du mich?“
Er schien einen Moment verwirrt.
„Klar, liebe ich dich, Nessie“, antwortete er.
„Und warum tust du mir dann so weh?“
„Ich tue dir nicht weh“, sagte er prompt.
Mir klappte der Mund auf.
„Jacob, bitte. Du weißt genau was du da gerade tust. Du willst mich deinem Willen unterwerfen. Ich dachte der Geprägte tut alles für das Objekt seiner Prägung? Jacob, du bist nicht du selbst. Ich will den alten Jacob zurück, den, den ich liebe und der mich verstehen würde, dass ich gerade nicht für ein Kind bereit bin.“
Der letzte Teil gab den Ausschlag: Jake kam auf mich zu und verpasste mir eine Backpfeife. Mein Kopf blieb schief, ich hatte keine Kraft ihn anzugucken. Das konnte nur ein ganz böser Albtraum sein. Jacob würde mir niemals weh tun – aber er tat es!
„Nessie, verdammt, sieh mich an“, forderte er mich auf und schlang seinen Arm um meine Taille. Ich hatte nicht einmal die Kraft – und den Mut – ihn abzuwehren. Er drückte mich an sich, aber ich hielt den Kopf gesenkt. Seine Hand legte sich sanft auf meine rechte Wange, die noch rot glühte und brannte. Er hob meinen Kopf ein Stück an und ich sah in seine Augen. Sie waren so endlos tief, dass ich in seine Seele blicken konnte. Er litt.
„Es tut mir leid“, sagte er. Ich sah weiter in seine Augen und suchte nach einer Erklärung für das, was da gerade passiert war. Ich fühlte nichts. Keinen Schmerz, keine Liebe, kein Drang wegzulaufen oder rumzubrüllen. Ich war für den Moment wie leergefegt...
Ich versuchte im hier und jetzt zu bleiben, glitt aber immer wieder in alte Erinnerungen zurück. Jake, wie er mich immer beschützt hatte, seine Küsse, seine Berührungen... Warum war er so anders? Und obwohl er mir wehgetan und mich verletzt hatte, spürte ich mein Herz immer noch für ihn schlagen. Es fühlte sich völlig verkehrt und gleichzeitig so richtig an. Es gab kein Richtig und es gab kein Falsch mehr. Es gab nur Jacob, der gerade nicht er selbst war und es gab mich, die ihm entweder verzeihen, oder abhauen konnte. Weglaufen konnte ich nicht, weil mein Herz hier war – bei Jake... Ich liebte ihn...
Dann spürte ich ein Zerren an mir, was nicht real zu sein schien. Ich sah keine Hände, die an mir zerrten, oder Seile, die um mich geschlungen waren. Ich wurde einfach hochgezogen – wie losgelöst... Alles wurde mir entrissen: meine Sorgen, meine Ängste, meine Erinnerungen, mein Leben, mein Ich... Alles löste sich von mir...
Ohne nachzudenken drückte ich meine Lippen auf seine – der Drang ihn zu küssen trieb mich fast in den Wahnsinn und nur das weiche, warme Gefühl seiner köstlichen Lippen konnten mir gerade helfen.
Und dann sackte ich weg und sank in eine endlose tiefe Schwärze. Das leise „Ich liebe euch“ hinterließ ein kleines Lächeln auf meinen Lippen.

© 2009 by Blutmädchen

zum 14. Kapitel

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