Weil es mich gibt... - Kapitel 10

Weil es mich gibt...
10. Kapitel: "Also gehen wir alle nach Volterra?"

Renesmees POV

„Was?“ Ich verstand gar nichts mehr. „Was sagst du da? Volterra? Was ist Volterra?“ Es war mir völlig unverständlich, dass so ein harmloser Gedanke ihn so verletzen konnte. Da musste doch mehr hinter stecken.
„Volterra?“, fragte Bella erschrocken und schlug sich die Hand vor den Mund.
„Verdammt, wer oder was ist Volterra? Kann mich mal jemand aufklären?“ Langsam wurde ich ungeduldig. Die Reaktionen meiner Eltern verwirrten mich. Edward drückte mich wieder an sich. Sein Blick war angespannt während er Jakes Gedanken lauschte. Seiner Finger zitterten vor Wut.
„Volterra ist Aros Heimat. Du weißt noch wer Aro ist, oder?“, sagte Edward. Langsam ebbte das Zittern ab und er seufzte.
„Aro?“ Ein Bild von einem Mann, eine Mauer aus schwarzen Umhängen, meine Familie alle in einer Reihe, Fremde dazwischen, Jakes warmes Fell in meinen Finger, meine Hand an einer Wange, die sich papieren anfühlte. Und dann erinnerte ich mich. Aro wollte meinen Tod. Aro, der mit seiner Wache gekommen war um uns alle zu zerstören. Ein weiteres Bild: Mommy, kniend vor mir, die mir sagt, dass sie mich lieb hat. Ein Abschied, so fühlte es sich an. Mein stummer Schrei nach einer gemeinsamen Zukunft, die es in dem Moment nicht für sie gab. In ihrem Blick lag Schmerz, Angst und Verlust. Doch dann war alles anders gekommen. Dank Aros Angst vor meiner starken Mutter hatten sich seine Wachen zurückgezogen – wir lebten! Erst lange Zeit später hatte ich verstanden was da auf der Lichtung passiert war und warum.
„Ich sehe, du erinnerst dich“, sagte Edward. Er wurde ruhiger.
„Aber warum will Jake mich dorthin bringen? Er war doch auf unserer Seite und er ist es immer noch!“ Empörung machte sich in mir breit.
„Jacob will Aro überzeugen, dass –“
„Edward!“, schrie Bella auf. „Darum ging es gestern, richtig? Jetzt verstehe ich...“
„Toll, wenigstens eine“, sagte ich sarkastisch. „Könnte mich jetzt auch mal jemand aufklären?“
Edwards Blick huschte zu meiner Zimmertür und fixierte dann mich.
„Seth war gestern Abend hier und erzählte uns, dass Jacob eine Auseinandersetzung mit einem Fremden gehabt hätte, der Jacob kennen würde, aber Jacob würde ihn nicht kennen. Der Fremde verlangte dich zu sehen, doch Jacob war vorsichtig. Nach Seth’ Aussage war der Fremde weder ein Wolf, noch ein Vampir. Wahrscheinlich ein Mensch, auch wenn Seth es sehr merkwürdig findet, dass sich ein Mensch für dich interessieren könnte.“ Er sah mich an und nickte. Das leuchtete mir ein. Ich hatte kaum Kontakt zu Menschen gehabt und keiner, den ich kennen gelernt hatte, kannte meine wahre Existenz.
„Seth sprach Jacob dann darauf an und Jacob wich ihm aus, meinte das wäre nichts, nur irgendein Spinner, doch ganz konnte Jacob seine Gedanken nicht verheimlichen. Seth hat alle anderen zu einer Versammlung gebeten und alle waren sich einig, dass Jacob Geheimnisse hatte und da es hierbei um dich ging, bat Sam uns zu sich um das Thema zu besprechen und schnellstmöglichst aus der Welt zu schaffen.“ Edward ballte die Hände zu Fäusten. „Doch die Gedanken, die ich bisher aus Jacobs Kopf ziehen konnten waren absolut nicht hilfreich. Sam bat mich das ganze im Auge zu behalten und ich habe ja auch ein eigenes Interesse daran.“ Wieder bohrte sich sein Blick in meinen. „Heute Morgen dann, als wir wieder kamen, habe ich mich in Jacobs Gedanken versetzt, aber nichts gefunden, was Seth gesagt hat. Jacob war völlig benebelt und dachte nur an dich.“ Ein kleines Lächeln zierte seine Lippen, doch es wich schnell wieder einer bitteren Grimasse. „Und deshalb kann ich es auch nicht verstehen, und schon gar nicht gutheißen, was er denkt. Dazu musst du noch wissen, dass er sich gestern Nacht, als du schon geschlafen hast, rausgeschlichen und diesen Fremden getroffen hat. Jacob hat ihm klar zu verstehen gegeben, dass du nur ihm gehörst und das er dich auf keinen Fall teilen wird.“
Erschrocken starrte ich Edward an. „Teilen?“, fragte ich mit zitternder Stimme. „Wieso teilen? Was bedeutet das?“
Edward rieb sich erschöpft die Schläfen. „Erst jetzt ergibt es einen Sinn“, sagte er zögernd. „Jacob will Aro überzeugen, dass er damals die richtige Entscheidung getroffen hat, in dem er dich am Leben ließ.“
„Aber was hat dieser Fremde damit zu tun? Was will er von mir?“ Das war die wichtigste Frage, auf die ich unbedingt eine Antwort brauchte. Alles andere war zweitrangig, wenn auch wichtig, aber das konnte ich später noch klären.
„Dieser Fremde scheint zu Aros menschlichen Dienern zu gehören, der losgeschickt wurde um dich in Aros ‚Familie’“ er spuckte das Wort voller Gift raus. „zu holen. Als Belohnung würde er einer von ihnen werden und dich als Frau bekommen.“
„Jacob wollte mich –“
„Nein“, schrie Edward sofort dazwischen. „Jacob wollte dich nicht verkaufen, warum denn auch? Nessie denk mal bitte scharf nach, Jacob liebt dich, eure letzte Nacht, er meint es ernst mit dir. Er hat keine Sekunde darüber nachgedacht, dich auszuliefern, aber er hat den Fremden hingehalten, weil Jacob sein Leben nicht gefährden will. In dem Jacob ihn im Glauben ließ tatsächlich darüber nachzudenken hat er das Leben dieses fremden Mannes verlängert.“
Ich war verwirrt. „Wieso weißt du das jetzt alles so genau?“
„Weil Jacob wach ist und gerade bewusst daran denkt um mir Erklärungen zu liefern“, antwortete Edward und deutete mit seinem Finger hinter mich. Ich drehte mich um und sah Jake, der angespannt auf mich zu kam.
„Nessie, ich würde dich niemals ausliefern“, sagte er. „Aber ich habe mir meine eigenen Gedanken gemacht und denke diese Tür, die man für dich öffnen würde, könnte diesen Plan vereinfachen.“
„Keine schlechte Idee“, sagte Edward sofort und stand auf. Er ging auf Jacob zu und hielt ihm seine Hand hin, Jacob schlug ein. Bella staunte nicht schlecht.
„Was ist denn jetzt hier los?“, wollte sie wissen. Ihr Blick fixierte Jacobs und Edwards Hände.
„Jacob ist der Meinung, dass... Tut mir leid, Jacob, erzähl du.“
Jake atmete tief durch. „Die Begegnung mit Collin hat mir klar gemacht, dass der Tag kommt, an dem die Volturi Rache nehmen werden. Sie versuchen es auf die höfliche Art, genau wie damals als sie ein paar von euch einen Platz in ihrer Familie anboten um sie vor dem Tode zu bewahren. Dass das alles nur Geschwätz ist wissen wir, denke ich, alle. Außerdem macht es mich stutzig, dass sie auf mich zukommen, statt auf euch.“ Er schaute von Edward zu Bella und dann zu mir. Ich stimmte gedanklich zu, war aber nicht in der Lage zu nicken.
„Wenn wir ihnen Nessie nicht geben, dann werden sie ganz sicher angreifen und diese Schlacht möchte ich um jeden Preis verhindern. Sie kennen unsere Stärken und sind bestimmt bestens vorbereitet. Sie hatten Jahre Zeit an ihrer Taktik zu arbeiten und wenn wir unvorbereitet an die Sache rangehen, werden wir ganz sicher untergehen.“ Jake zog mich an seine Seite. Ich wollte meinen Arm um seine Mitte legen, aber die Befehlsfunktion in meinem Kopf war blockiert.
„Ich denke“, sagte Jake weiter „Wenn wir sie überraschen und so tun als würden wir nachgeben, hätten wir vielleicht eine Chance in ihre Festung einzudringen und sie zu stürzen.“
Die Erinnerung an eine bevorstehende Vernichtung, den glühend roten Augen wieder so nahe zu sein, löste mich endlich aus dieser Blockade.
„Aber du hast diesem Collin, oder wie er heißt, doch schon gesagt, dass du mich nicht teilen wirst. Aro weiß es bestimmt schon.“
„Nein“, erwiderte Jake. „Glaubst du er wird so dumm sein und nach Volterra zurückkehren, wenn er weiß, dass dort der Tod auf ihn wartet?“
„Sie werden ihn jagen“, wisperte Bella.
„Ja, aber er hat eine Chance. Ich hoffe er schafft es“, sagte Jake.
„Also gehen wir alle nach Volterra?“, fragte Bella.
„Es ist unsere einzige Möglichkeit“, antwortete Jake.
„Nein“, sagte ich. „Nein, wir dürfen nicht nach Volterra. Dort sind sie in der Übermacht, wir haben keine Chance.“
Jake drückte mich fester an sich. „Nessie, schau mal, wir haben –“ Doch Edward unterbrach ihn.
„Nessie hat Recht. Dort kennen sie sich besser aus und können somit gefährlicher für uns sein, ganz egal wie gut wir uns vorbereiten. Wir müssen alle zusammentrommeln und uns einen neutralen Ort suchen. Die Lichtung –“
„Okay, dann dort, aber wir sollten uns beeilen“, sagte Jake. „Ich habe die Befürchtung, dass es keine ruhige Veranstaltung wird.“

© 2009 by Blutmädchen

zum 11. Kapitel

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