A (Vampire) Dream Come True - 8. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
8. Kapitel: (Dunkle) Vorahnung

Edwards POV

Ihre Hand zu halten war aufregender als alles, was ich jemals gefühlt hatte. Mein Herz war schon lange tot, doch jetzt schmerzte es, wenn ich daran dachte mich bald schon wieder von Bella verabschieden zu müssen. Den Glanz in ihren Augen nur noch in meiner Erinnerung betrachten zu können. Dieser wunderschöne Glanz, der mich fesselte. Es kam mir vor, als stünde ich vor einer Himmelspforte. Bellas Seele war der Himmel und in den musste ich hinein – um jeden Preis. Ich wollte...
Sofort schüttelte ich den Kopf. Den Gedanken, den ich nicht zu ende denken konnte, oder wollte, machte mich skeptisch. Waren meine menschlichen Empfindungen in mir etwa zum Leben erweckt worden? Aber da gab es nichts, womit ich es hätte vergleichen können. Bella war das erste menschliche Wesen, was mich anzog. Und sie war der erste Mensch, dessen Blut ich direkt von ihr schmecken wollte... Diese höchst sexuelle Erregung war mir bisher verwehrt geblieben – ich hatte es auch nie zugelassen, auch wenn ich reichlich Angebote bekommen hatte. Keine zog mich an. Doch Bella war anders... Ich wollte sie schmecken, bei ihr sein, sie berühren und beschützen.
Ich hatte Durst – meine letzte Mahlzeit lag schon einige Stunden zurück – und die Vorstellung Bellas süßes Blut zu schmecken ließ meinen Körper vor Vorfreude beben. Doch ich konnte sie nicht einfach so beißen. Egal, ob ich sie dazu bringen könnte den Biss zu vergessen und egal, ob ich ihre Wunden wieder schließen könnte – sie war zu besonders! Sie war kein Schnellimbiss – sie war mehr! Viel mehr! Sie war ein Luxusbuffet – wenn man bei solchen Ausdrücken blieb.
Tief in mir wusste ich jedoch, dass Bella nicht nur aus reinen Nahrungszwecken faszinierend war. Es war ihr Lächeln, ihre Mimik, ihr Charakter und vor allem ihre Augen – der Spiegel ihrer Seele. Ich sah so viel Gutes darin, dass ich gar nicht anders konnte, als sie auf ewig anzuschauen.
Edward hat sich verliebt. Ein leises Lachen drang zwischen den Bäumen hervor. Das konnte nur Alice sein. Ohne zu überlegen stand ich auf und entschuldigte mich kurz bei Bella. Sie sah mich nur irritiert an, aber ich wusste nicht wie ich es ihr hätte erklären sollen.
Alice kam mir entgegengehüpft.
„Jetzt sag nicht, dass ich falsch liege.“, sagte sie und grinste mich breit an.
„Alice. Hör auf damit. Du weißt, dass unsereins nicht lieben kann.“
„Ach, was ein Unsinn, Edward“, sagte sie und wurde wütend. „Sieh mich und Jasper an, oder Emmett und Rosalie – “
„Ja, Traumpaare“, murmelte ich.
„Okay, dann nimm dir Carlisle und Esme als Beispiel. Sie gehören zusammen und wir drei Paare können nicht mehr ohne unser passendes Gegenstück. Wir würden sterben...“
Edward dachte nach. Dann huschte ein leichtes Lächeln über sein Gesicht.
„Stimmt, du hast recht.“
„Na siehst du – “
„Aber“, unterbrach ich sie sofort. „Das gilt nur für Vampirpaare.“
Alice schnaubte. „Mensch, Edward. Wie lange willst du noch davor weglaufen? Akzeptier es endlich – auch so eine Beziehung kann existieren. Spürst du nicht, wie sehr du dich gerade änderst? Spürst du nicht dieses besondere Kribbeln? Hier geht es um mehr als Blut. Trau dich und schau mit mir zusammen in die Zukunft.“
Alice nahm meine Hand und schloss ihre Augen. Sie konzentrierte sich und schon erreichten auch mich die ersten Bilder. Bella, wie sie glücklich in meinen Armen liegt, von mir trinkt, wie ich sie befriedige.
„Stop!“, rief ich und biss wütend die Zähne zusammen. „Bella ist zu besonders um so ein Leben zu führen.“
Alice zuckte nur die Schultern. „Wie du meinst, Edward.“ Dann verschwand sie. Ich blickte ihr verwirrt und geschockt hinterher. Das Bild, wie Bella lächelnd an mir saugte, hatte sich in meine Augen eingebrannt und ließ mich nicht los. Ich schüttelte meinen Kopf um es zu verscheuchen, doch es war immer noch da.
Und Bella war auch noch da – sie musste sich bestimmt fragen, wo ich blieb. Sollte ich einfach abhauen, oder mich wenigstens von ihr verabschieden? Ich entschied mich fürs abhauen, auch wenn es feige war und nichts brachte – ich würde Bella schon bald wieder sehen, doch jetzt musste ich ihr einfach aus dem Weg gehen. Ihr Blut konnte ich ertragen, aber nicht den Gedanken sie das werden zu lassen, was ich verabscheute.


Bellas POV

Langsam wurde ich unruhig. Wo blieb Edward? Was machte er gerade?
Ich wartete und wartete, doch er kam nicht zurück. War ihm etwas passiert? Wenn ja, war dieser Ort gerade sicher für mich?
Auch wenn es mir wehtat, von hier wegzugehen – ich vermisste Edwards Hand in meiner und die Träumerei, der ich mich komplett hingeben konnte – so musste ich doch nach Hause, sonst würde sich Charlie nur unnötig Sorgen machen. Ich überlegte auf dem Nachhauseweg, ob ich Zoe noch anrufen sollte, entschied mich aber dagegen, da ich nicht unbedingt viel gutes zu erzählen hatte, da Edward ja einfach verschwunden war und Zoe würde das garantiert überbewerten.
Ohne mich umzuziehen legte ich mich aufs Bett und ließ den Tag noch einmal in Gedanken ablaufen. Edward war so lieb und zärtlich gewesen. Er war so besonders, so anders... Er hatte gesagt, dass ich wunderschön wäre. Falsch. Er hatte den Glanz in meinen Augen gemeint, nicht mich. Ich seufzte. Morgen in der Schule würde ich ihn wiedersehen und dann wollte ich eine Erklärung haben, warum er einfach so weggegangen war. Ich hoffte inständig nichts falsch gemacht zu haben...


Edwards POV

Sie lag so ruhig da, immer noch in den Klamotten wie am Nachmittag. Ein Lächeln umspielte ihren wunderschönen Mund. Was für ein wunderschönes Mädchen. Hatte ich mich, wie Alice sagte, in sie verliebt? Konnte ich doch lieben? In unseren Legenden hieß es immer Vampire würden sich nie in Menschen verlieben können, da die Blutgier zu stark wäre. Doch meine Familie war den anderen Vampiren einen großen Schritt voraus. Wir brauchten keine Menschen, denen wir hinterher das Gedächtnis löschen mussten – dank meinem Ziehvater Carlisle, der als Arzt arbeitete, bekamen wir regelmäßig Blutkonserven und ein befreundeter Vampirpathologe, der die Leichen leer pumpte, versorgte uns auch regelmäßig, so dass immer genügend Blut vorhanden war.
Ich wollte Bella schmecken, aber ich hatte es unter Kontrolle.
Ich beobachtete sie weiter. Sie schlief friedlich. Warum konnte ich ihre Gedanken nicht hören? Es wäre so schön zu wissen, wie sie den Tag empfunden hatte.
„Na das ist ja keine so schwere Frage, die Antwort könntest du dir selbst geben.“ Alice stand plötzlich neben mir und schaute mich halb belustigt, halb verärgert an. „Du brichst einfach in Häuser ein und nimmst mich nicht mit?“, fragte sie.
Ich beäugte sie skeptisch. „Wieso sollte ich dich mitnehmen?“
„Damit ich dich beobachten kann, wie du dich Stück für Stück verliebst. Du selbst scheinst es ja verdrängen zu wollen, also brauchst du jemanden, der das objektiv betrachten kann.“
Ich musste an mir halten, damit ich nicht laut losprustete. „Objektiv? Ja klar, Alice, du bist dafür am besten geeignet.“ Ich lachte leise.
„Edward, du bist ein Schuft“, erwiderte sie und knuffte mir in die Seite.
„Danke, immer wieder gern. Steht’s zu Diensten.“
Alice sah mich weiterhin an. Ich versuchte es zu ignorieren und mich nur auf Bella zu konzentrieren, doch Alice war erbarmungslos.
„Du hast dich wirklich verliebt, Edward“, sagte sie. „Ich habe es schon gespürt, als du nach dem ersten Treffen mit Bella nach Hause kamst. Jasper ist sich dessen auch ganz sicher.“
Ich stöhnte. „Gut, wenn ihr euch so sicher seid, braucht ihr mich ja gar nicht fragen, wie ich dazu stehe. Dann ist ja alles klar.“
„Oh, Edward, bitte“, stöhnte Alice. „Du bist manchmal echt so ein Idiot! Wir machen uns doch Gedanken um dich. Endlich scheinst du auch an jemandem Interesse zu haben und das Bella auch an dir interessiert ist, fällt selbst einem Blinden auf. Aber“, sie stockte.
„Was aber?“ Jetzt wurde ich neugierig. Alice hasste das Wort ‚Aber’ und verwendete es nur, um sich für ihren Shoppingwahn zu rechtfertigen (‚ABER es ist bald Winter, da brauche ich dringend neue Winterstiefel.’) oder um uns dazu zu bringen, die Welt mit ihren Augen zu sehen (‚ABER ich habe Recht’).
Alice räusperte sich. Sie sah mich verlegen an. Es wurde immer besser... Alice und verlegen... Tz...
„Schau dich doch mal um“, befahl sie.
Ich hatte mich noch nie in Bellas Zimmer umgeschaut, aber in dem Moment, wo Alice es sagte und ich es tat, riss mir der Unterkiefer nach unten. Ich sah Zeichnungen und Filmplakate von langzähnigen Monstern, die mal liebevolle, mal böse Gesichter wiederspiegelten. Ich sah ein Regal mit Videos und DVDs und eines mit Bücher – von oben bis unten voll.
„Alles über Vampire“, sagte Alice prompt.
Ich trat auf die Regale zu. Ich konnte nichts sagen. Bella war ein Vampirfan. Dann wusste ich auch schon, was sie an mir fand – der Gedanke ekelte mich fast schon an.
Aber Bella wusste doch gar nicht was ich war...

© 2009 by Blutmädchen

zum 9. Kapitel

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