A (Vampire) Dream Come True - 6. Kapitel

A (Vampire) Dream Come True
6. Kapitel: (Wirklich) verliebt

Bellas POV

Keuchend schloss ich die Tür hinter mir und rannte in mein Zimmer. Am liebsten hätte ich alles rausgeschrieen. Ich war wütend, verunsichert und verstand mich selbst nicht. Hier, in der vertrauten Enge meines Zimmers, hätte ich mich dafür ohrfeigen können, dass ich nicht einfach mit Edward mitgegangen war. Ich wollte doch schließlich eine Antwort darauf, was an ihm so besonders war und was mich so anzog. Wie sollte ich das rausfinden, wenn ich vor ihm wegrannte?
Ich ließ mich aufs Bett fallen und zog mir das Kissen über den Kopf. Es war dumm, aber ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten. Warum weinte ich jetzt? Aus bloßer Dummheit und Wut über mich selbst, dachte ich – das war sehr wahrscheinlich.
Was dachte Edward nun über mich? Ich wollte es unbedingt wissen...
Ein kleiner, verrückter Gedanke kitzelte mich und stachelte meine Beine an aufzustehen und ihn zu suchen. Es war noch nicht lange her, dass wir uns gesehen hatten – weit konnte er also nicht sein. Sollte ich das wirklich tun? Was sollte ich ihm dann sagen?
„Hör mal Edward, ich habe merkwürdige Gefühle für dich, vor denen ich weggerannt bin. Ich kann damit nichts anfangen, weil es so neu für mich ist.“?
Das klang total krank. Niemals würde ich mir diese Blöße geben.
Er war nun mal der erste Mensch, der ein besonderes Gefühl in mir ausgelöst hatte und wenn ich nun falsch an die Sache ranging, würde ich mir alle Türen verschließen. Edward würde mich garantiert falsch verstehen und mich mit dem Arsch nicht mehr angucken. Abgesehen davon: Was sollte er schon mit mir wollen?
Warum musste ich auch ausgerechnet für ihn schwärmen? Für ihn schwärmte bestimmt die halbe Schule – wenn nicht sogar noch mehr...
Nein... Er würde mit mir nichts anfangen wollen...
Aber war das mein Wunsch? War das der Grund für meine unerwarteten Gefühle, die zwar verwirrend und fremd waren, aber doch so schöne wohlige Schauer in mir auslösten? Ich kannte die Antwort... Sie lautete ja! Ja, ich wollte mit Edward zusammen sein. Genau so, wie ich es immer bei den Mädchen und Jungen um mich herum mitangesehen hatte. Küssen, Händchen halten, auf seinem Schoß in der Cafeteria sitzen... Meine Wangen wurden rot. Hilfe, war das peinlich. Allein die Vorstellung mit Edward Cullen Händchenhaltend durch die Schule zu laufen, die neidischen Blicke der Anderen im Nacken zu spüren und einfach völlig verliebt in seine wunderschönen Augen zu schauen, die ihre ganze Aufmerksamkeit nur auf mich gerichtet hatten... Stop, Bella! Das reicht, sagte mein Verstand. Ich habe längst registriert, was du fühlst, scheinbar schneller als du selbst, aber bring dich nicht selbst in eine verzwickte Situation.
Verzwickte Situation... Wie sollte so was aussehen? Ganz einfach! In dem du nur noch Augen für Edward hast und dich von der Schule ablenken lässt!
Die Schule... Daran hatte ich fast gar nicht mehr gedacht. Schäm dich! Ja, ich schämte mich, aber nicht, weil ich meine Schulpflicht verdrängte, sondern weil ich an die künftigen Sportstunden denken musste – dieses Schuljahr würde schlimmer werden, als ich es mir je hätte vorstellen können...
Ich wünschte mir gerade nichts sehnlicher, als jetzt mit meiner besten Freundin Zoe in unserem Stammcafé zu sitzen und zu plaudern, aber sie war soweit weg... Ich brauchte sie jetzt aber ganz dringend! Hastig rannte ich die Treppen runter und wäre fast wieder gestolpert, doch ich ignorierte es und schaffte das Kunststück mich nicht auf die Schnauze zu legen.
Schnell wählte ich Zoes Nummer, aber ich war so aufgeregt, dass ich mich mehrfach vertippte. Ich atmete tief ein und aus, schüttelte meine Finger aus und begann von neuem. Diesmal war es die richtige Nummer. Als ich Zoes vertraute Stimme hörte plapperte ich sofort, ohne nachzudenken los.
„Zoe, du glaubst es nicht, du wirst es niemals glauben, aber es ist passiert! Es ist wirklich passiert. Ich bin doch kein hoffnungsloser Fall. Zoe, aber was soll ich tun, alles ist so neu und so fremd und ich weiß er würde mich niemals wollen. Was soll ich tun?“
Ein lauter Seufzer am anderen Ende der Leitung erinnerte mich daran, dass dies keine Alleinunterhaltung war und ich stoppte abrupt meinen Redefluss.
„Dir auch ein freundliches Hallo“, erklang Zoes leicht gereizte Stimme. „Mir geht es fantastisch, vor allem wenn man mich aus dem Bett klingelt und mich dann regelrecht zu Tode redet – wie geht es dir? Halt, sag nichts. Dir geht es fantastisch, weil du gerade ein breites Grinsen im Gesicht hast und froh bist mich auch mal wieder auf die Palme gebracht zu haben. Gib’s zu, Isabella, das hast du an mir vermisst.“
Mein Grinsen wurde breiter.
„Irrtum, meine liebe, kleine, fantastisch gut gelaunte Zoe. Ein breites Grinsen habe ich tatsächlich im Gesicht, aber nicht, weil ich dich wütend gemacht habe – Momentan mal, warum liegst du im Bett? Fühlst du dich nicht wohl?“
„Nein, nein“, murmelte sie. „Ben und ich waren zelten und sind erst seit heute wieder da. Du kannst dir vorstellen, dass wir nicht geschlafen haben – “
„Oh ja“, lachte ich dazwischen. „Ich will gar nicht wissen, was ihr zwei da draußen gemacht hat. Ihr wart bestimmt unanständig.“
„Und wie“, stimmte sie lachend ein. „Du weißt wie sehr ich die Natur liebe und dann mit meinem Schatz ganz alleine da draußen... Na ja, du kannst es dir ja denken.“
„Klar“, sagte ich und unterdrückte einen Anflug von Neid. Zoe und ich waren beide gerne draußen gewesen – bis Ben, ihr Freund in ihr Leben trat, und sie, verständlicher Weise lieber mit ihm aus ging.
„Aber jetzt lenk nicht von deinen Schweinerein auf meine ab, Schätzchen. Warum bist du aufgeregter als eine Gans an Weihnachten? Ich habe kein Wort von dem verstanden, womit du mich direkt bestürmt hast.“
Ich holte einmal tief Luft. Das hörte sie. Zoe lachte.
„So schlimm?“ Ich sah ihr breites Grinsen förmlich vor mir.
„Das kommt ganz drauf an. Für mich schon, für dich wahrscheinlich nicht“, antwortete ich.
„Nun erzähl schon. Wenn du mich schon aus dem Schlaf reißt, musst du auch eine gute Erklärung dafür parat haben.“
Ich holte wieder tief Luft und seufzte. Nun also raus damit.
„Ich habe mich verliebt“, gab ich zu.
Stille.
„Zoe?“
Stille
„Zoe? Bist du noch dran?“
Sie sagte immer noch nichts.
„Zoe? Bitte antworte.“
Und dann hörte ich sie losschreien. Schnell riss ich mir den Hörer vom Ohr und hielt ihn weit von mir, mein Ohr schmerzte – sie schrie immer noch. Als ich nichts mehr hörte, hielt ich mir vorsichtig den Hörer wieder ans Ohr.
„Wer?“, fragte sie, völlig außer Atem.
„Wir haben zusammen Sport, er hat mich ausgeknockt und – “
„Wie sieht er aus?“
Ich seufzte. Wenn ich ihn ehrlich beschrieb, so, wie er auf mich wirkte, würde ich mir in Gestalt Zoes den Teufel ins Haus holen. Sie würde mich pausenlos bombardieren. Aber mir fiel auch keine andere Beschreibung für ihn ein.
„Er hat goldene Augen, einfach der Wahnsinn, so etwas habe ich noch nie gesehen – “
„Goldene Augen? Das gibt’s?“, unterbrach sie mich.
„Ja, das gibt’s. Es sieht fantastisch aus. Dazu verwuschelte bronzefarbene Haare, markante Wangenknochen, ein Grübchen am Kinn – “
„Wow“, unterbrach mich Zoe erneut. „Dich hat es echt erwischt, was?“
„Ja“, gab ich lächelnd zu. Genau so war es und nur das Gespräch mit Zoe hatte gefehlt um mir das ganz klar zu machen.
„Aber ich weiß nicht wie ich mich jetzt verhalten soll. Es ist so neu für mich und völlig fremd. Ich habe Angst etwas falsch zu machen“, gestand ich meine Ängste.
„Was solltest du denn falsch machen? Du hast dich verknallt! Oh ich freu mich so für dich. Mensch, dass ich das noch erleben darf.“ Sie lachte.
„Haha“, erwiderte ich trocken.
Ich erzählte ihr alles. Das erste Treffen, die Handballgeschichte, das wir einer Meinung waren und das ich ihn scheinbar falsch eingeschätzt hatte und was im Wald passiert war.
„Du bist einfach weggerannt?“, fragte sie völlig ungläubig.
„Ja“, sagte ich kleinlaut.
„Du spinnst“, tadelte sie mich. „Du kannst doch nicht einfach vor ihm weglaufen!“
„Ich weiß“, fuhr ich ihr dazwischen, ehe sie mein schlechtes Gewissen noch verschlimmern konnte. „Ich war einfach nur so überrascht. Das ich weggerannt bin hatte doch gar nichts damit zu tun, dass ich ihn nicht mag.“
„Ja, dass weißt du, aber wenn jemand vor dir wegrennen würde – was würdest du denken?“
Sie hatte Recht. Mist!
„Du hast recht... Was soll ich denn jetzt machen?“, fragte ich verzweifelt.
„Such ihn! Geh zu ihm und erklär ihm warum du weggerannt bist“
„Zoe, bist du verrückt?“
„Das weißt du doch“, gab sie laut lachend zurück. „Nein, im ernst, Bella, such ihn und versuch es ihm zu erklären, sonst hast du keinen ruhigen Sportunterricht mehr – “
„Den hatte ich doch noch nie“, sagte ich bissig. Zoe lachte. „Du meinst es also ernst? Ich soll wirklich zurück gehen? Aber ich finde ihn niemals. Du kennst doch meinen Orientierungssinn!“
„Wenn du es wirklich willst, findest du ihn auch. Lass dein Herz suchen.“
Ich lachte.
„Oh man, Zoe, seit wann so extrem romantisch?“
„Ein Freund kann einem auch was beibringen, Baby,. Glaubst du, ich habe Lust mich ständig in Sachen Romantik von einem Kerl übertrumpfen zu lassen?“
„Ach so ist das“, lachte ich lauter. „Okay, dann danke für den Tipp. Ich melde mich dann heute Abend wieder bei dir und sage ob mein Herz fündig geworden ist, oder soll ich dich schlafen lassen?“
„Bist du verrückt? Ich will dieses Weltwunder doch nicht verpassen! Bella ist verliebt – das ist interessanter als eine Sonnenfinsternis – und seltener“, murmelte sie etwas leiser vor sich hin.
„Das habe ich gehört“, sagte ich streng.
„Nun komm schon, Bella, mach dich auf die Socken und such deinen Handballprinzen.“ Sie kicherte. „Aber sieh zu, dass du dich von ihm fernhältst, wenn er einen Ball in der Hand hat, okay? Das scheint bei euch beiden nämlich absolut nicht zusammen zu passen. Ich wünsch dir Glück. Hab dich lieb.“ Klick. Sie hatte aufgelegt. Typisch. Und dennoch grinste ich, denn sie hatte Recht.
Ohne zu überlegen ging ich nach unten, zog meine Schuhe an und lief in den Wald. Mein Herz pochte – ob es mir wirklich den Weg wies?

© 2009 by Blutmädchen

zum 7. Kapitel

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